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Nächtlicher Präsidenten-Poker: "Ist das Gaucks Handy-Nummer?"

DPAEs war eine historische Sitzung: Im Kanzleramt einigten sich am Sonntagabend Kanzlerin Angela Merkel und andere Parteichefs auf Joachim Gauck als Kandidaten. Bei dem Treffen kam es zu anrührenden, aber auch kuriosen Szenen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...816452,00.html
  1. #30

    wunder schön...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bei dem Treffen kam es zu anrührenden, aber auch kuriosen Szenen.
    so kenne ich es auch... es zeigt, das es unter demokratischen Parteien auch nett zu geht! Die Welt ist doch sehr einfach und menschlich... Es zeigt auch, es geht allen um ein gemeinsames Ziel. Viele Kommentatoren sollten dies wissen.
  2. #31

    Ja schon klar

    Zitat von kaepten2000 Beitrag anzeigen
    ......Aus diesem ganzen Dilemma gibt es nur einen Ausweg und der heißt DIREKTWAHL durch das Deutsche Volk.
    dann haben wir Dieter Bohlen als Bundespräsident oder was ? Blödsinn. Die Gründerväter unseres Grundgesetzes haben schon was gedacht, bei ihrer Arbeit.
  3. #32

    Also

    Zitat von WolfgangG Beitrag anzeigen
    Die "Wahl" des Bundespräsidenten zeigt eindeutig, wie wenig das Gesetz in der Politik gilt.

    Der Bundespräsident des Deutschen Volkes muss von der Bundesversammlung gewählt werden, und diese Trennung vom Bundestag ist nicht grundlos.
    Dass sich die im Bundestag befindlichen Parteien auf einen Kandidaten einigen, der dann alternativlos zur "Wahl" gestellt wird, ist eine Schmach.
    wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, plädieren Sie dafür, einfach einen Namen (oder mehrere Namen) in die Runde zu werfen und dann muss direkt abgestimmt werden, ohne vorherige Prüfung der Qualifikation. Oder wollen Sie die Bundesversammlung mit der Prüfung 4-5 Tage hinzuhalten ?
  4. #33

    Das

    Zitat von Pandora0611 Beitrag anzeigen
    Sie wollte Gauck mit aller Macht verhindern, ist aber doch umgefallen.
    Genau wie beim Atomausstieg, der Griechenland-Rettung, etc.
    Und die FDP feiert einen Pyrrhussieg.

    Für das Volk ist es ein Sieg der Vernunft.
    Für die Linke ist es das Armageddon. Sie werden wohl nach North Korea emigrieren.
    glaube ich jetzt eher nicht. Auch Nordkorea hat seinen Stolz :-)
  5. #34

    Mit

    Zitat von WolfgangG Beitrag anzeigen
    Die "Wahl" des Bundespräsidenten zeigt eindeutig, wie wenig das Gesetz in der Politik gilt.

    Der Bundespräsident des Deutschen Volkes muss von der Bundesversammlung gewählt werden, und diese Trennung vom Bundestag ist nicht grundlos.
    Dass sich die im Bundestag befindlichen Parteien auf einen Kandidaten einigen, der dann alternativlos zur "Wahl" gestellt wird, ist eine Schmach.
    dieser "Schmach" lebt die Republik seitdem es sie gibt. Kleinere (Köhler) und größere (Wulff) Betriebsunfälle sind nicht ausgeschlossen und sorgen für die nötige Würze.
  6. #35

    ..

    Zitat von exbergmann Beitrag anzeigen
    Da muss ich ihnen recht geben.Ich habe es lange nicht für möglich gehalten, aber wir leben definitiv in einer Scheindemokratie.Es regieren die Marionetten des Kapitals.Und das die "Linken" als eine demoktratisch gewählte Partei nicht eingeladen wurde zur Einigung über den zukünftigen Bundespräsidenten sagt einfach alles.

    Schade das niemand in der Lage war Margot Käßmann vorzuschlagen.
    Das wäre mal eine erste Bundespräsidentin gewesen und dazu noch eine Frau mit Charakter.
    Geißler hat Käßmann durchaus genannt. Allerdings vermute ich, sie hätte - aus Anstand - abgelehnt in der Annahme, dass viele sie wegen ihr Alkoholfahrt nicht akzeptieren würden. Ich persönlich fände sie gerade aus dieser Vermutung heraus toll.
  7. #36

    Zitat von kaepten2000 Beitrag anzeigen
    Diese absolut lächerlichen und nicht staatsmännigen Vorgänge zeigen doch glasklar auf,daß wir statt einer echten Demokratie eine Hinterzimmerschwatzbude und eine vom globalen Finanz-und Großkapital dominierte Scheindemokratie haben.Ich persönlich glaube nicht,daß der Herr Gauck der Kandidat des gesamten Deutschen Volkes ist.Daß er von der Partei der Besserverdiener und Finanzbonzen mit dem Namen FDP auch auf die Gefahr eines Koalitionsbruchs durchgesetzt wurde,zeigt doch glasklar auf,welche Interressen der gute Mann wirklich vertritt wenn es drauf ankommt.Aus diesem ganzen Dilemma gibt es nur einen Ausweg und der heißt DIREKTWAHL durch das Deutsche Volk.
    Was kann den Gauck dafür, dass die neoliberalen Nichtskönner das erste Mal seit vielen Jahren mal 1.) etwas halbwegs Schlaues, wenn auch sehr Risikoreiches aus Verzweiflung geborenes gemacht haben und 2.) das Gesagte auch mal durchboxen. Die hätten auf diese Weise auch Donald Duck inthronisiert, wenn sie auch nur einen Hauch von Profilierungsmöglichkeit dabei ausgemacht hätten.
    Eine Direktwahl kostet mir zu viel Geld für so ein unwichtiges Operetten-Amt.
    Gauck redet, gerade "ungewaschen" aus dem Taxi gestiegen, in freier Sprache total auf den Punkt, erkennt Strömungen und Stimmungen in dieser angespannten Situation. Das ist so wohltuend anders als dieses dröge, unspannende, gestelzte, gequält staatstragende Gefasel von seinem Vorgänger.

    Insofern sind wir schonmal einen Schritt weiter.
  8. #37

    Warum nicht Margot Honecker

    Zitat von WolfgangG Beitrag anzeigen
    Die "Wahl" des Bundespräsidenten zeigt eindeutig, wie wenig das Gesetz in der Politik gilt.

    Der Bundespräsident des Deutschen Volkes muss von der Bundesversammlung gewählt werden, und diese Trennung vom Bundestag ist nicht grundlos.
    Dass sich die im Bundestag befindlichen Parteien auf einen Kandidaten einigen, der dann alternativlos zur "Wahl" gestellt wird, ist eine Schmach.
    Hat irgendwer gesagt, dass man die Sause in der Bundesversammlung diesmal ausfallen lassen will? Hier haben sich lediglich die maßgeblichen Gruppen auf einen Kandidaten geeinigt. Daran ist nichts Anstößiges zu finden.

    Ebenso wenig stimmt, dass sich alle im Bundestag befindlichen Parteien hinter ihn gestellt haben, sondern nur die Parteien, deren demokratische Gesinnung nicht angezweifelt werden kann. Die LINKE dagegen, die sich als die Sachwalterin des DDR-Erbes versteht, kann nicht für Gauck sein, da sie sich ja den Stais-Tätern und nicht den Stasi-Opfern verpflichtet fühlt.

    Insofern könnte die LINKE durchaus mit einer Gegenkandidatin Margot Honecker ins Rennen ziehen. Da hätte man nach der beim letzten Mal aufgebotenen Luc Jochimsen noch 'ne Frau, die die DDR nicht für einen Unrechtsstaat hält. Und einen echte Gegenkandidatin zu Gauck.
  9. #38

    Jaja, es menschelt wieder...

    Zitat von migger Beitrag anzeigen
    so kenne ich es auch... es zeigt, das es unter demokratischen Parteien auch nett zu geht! Die Welt ist doch sehr einfach und menschlich... Es zeigt auch, es geht allen um ein gemeinsames Ziel. Viele Kommentatoren sollten dies wissen.
    und mir kommen auch die Tränen - aber aus anderen Gründen: die Äußerungen von Gauck zu Hartz4, Sarazin und Afganistan sind eher traurig. "BuPrä aller Deutschen" möchten uns die bügerliche Politik und Presse glauben machen. Ich denke aber, dass er mit solchen Äußerungen nicht der BuPrä eines großen Teils der Bevölkerung sein wird. Es wird nicht lange dauern und dann wird das auch deutlich werden. Spätestens bei der nächsten Weihnachtsansprache wird das auch der letzte Grünen-Wähler und SPDist begriffen haben.

    Genialer Schachzug der FDP, einen eingefleischten Neoliberalen und Kapitalismushörigen aufstellen zulassen, also jemand der Ihrem vor alem wirtschaftlich geprägtem Weltbild noch am nächsten kommen könnte. Kompliment! Hätte ich dieser Truppe gar nicht mehr zugetraut.

    Die beste Rolle dabei haben die Linken: die können sich zurücklehnen und bei jedem Fauxpas des BuPräs hämisch Beifall klatschend in Richtung SPD und Grüne zeigen und darauf aufmerksam machen, das nicht nur Merkel die Kunst des politischen Fehlgriffs beherrscht.
  10. #39

    Man

    Zitat von bnm89 Beitrag anzeigen
    Kartoffelsalat und Buletten sind auch bei den Linken beliebt. Nur ist das kein Grund die Linken zu einen Gespräch einzuladen dessen Zweck es ist einen gemeinsamen Kandidaten für das höchste Amt im Staat zu finden. Denn daran ist der Großteil der Linken gar nicht interessiert. -Verantwortung tragen?
    Für die Linken ist das nichts. Als Protestpartei halten sie sich bei 7-9%, eben weil sie dagegen sind. Die Linken hätten 2010 mit ihrem Ja zu Gauk bei der Bundesversammlung Verantwortung tragen können und Wulf verhindern können. Uns somit den schädlichsten Präsidenten den wir je hatten, der sein eigenes Amt beinahe abgeschafft hätte. Außerdem wären uns die 199.000 € Ehrensold, die wir jetzt jedes Jahr an Wullf zahlen werden müssen, erspart geblieben. Denn Wulfs Parteifreunde sehen keinen Grund den Kurzzeit-Präsidenten Wulf seinen Ehrensold zu verwehren. Übrigens hat doch Wulf vor seinen Amtsantritt den Ehrensold kritisiert. Vielleicht beweist er ja Rückrad und lehnt ihn ab…
    kann DER LINKEN sicherlich nicht nachsagen, keine Verantwortung tragen zu wollen. Mit einem solchen Vorwurf machte man es sich zu einfach. Sie übernimmt Verantwortung in vielen Kommunen und hat sie auch in Landesregierungen übernommen. Natürlich hätte sie 2010 Wulff verhindern können, wollte es aber nicht, weil sie Gauck nicht wollte. Das ist ihr gutes Recht. Dennoch war diese Trotzhaltung politisch nicht sehr klug. Sie hat die wichtige Chance nicht erkannt daher auch nicht ergreifen können und somit vertan, die Position - und damit auch ihre eigene - links von Schwarz/Gelb kräftig auszubauen. Es war ihr bedauerlicherweise nicht möglich, über ihren Schatten zu springen, sonst wäre uns möglicherweise vieles erspart geblieben, nicht nur die Präsidentschaft Wulff. Für dieses Verhalten ist sie mehrfach abgestraft worden. Selbst wenn ein gemeinsames Vorgehen der Oppositionsparteien in der Bundesversammlung die Wahl Wulffs nicht verhindert hätte, wäre das Verhältnis der drei im Nachhinein weitaus entspannter gewesen und die eine oder andere Regierungsbildung auf Länderebene wäre u. U. anders ausgefallen. Auch unter der Situation von 2012 wäre es auf dieser Basis möglich gewesen, der Regierung gemeinsame Kandidatenvorschläge zu präsentieren. 2010 in einer entscheidenden Situation zu signalisieren: "Nein, dann lieber doch nicht" und sich 2012 empören, wenn die anderen auch so reagieren, zeugt nicht gerade von Realitätsnähe. Das Wutgeschnaube, das sich nun hier in den Foren entlädt, verrät mangelnde politische Souveränität. Schade.


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