Zitat von
nonickname
Jedoch wieder zum Artikel, muss ich mich wohl jetzt Entschuldigen, hier so lange das Leid der Männer zu beklagen, obwohl die Missstände nach wie vor klar auf der Damenseite liegen. Da mache ich wirklich keinen Hehl draus, aber ich kann den weiblichen Mitbürgerinnen meinen Respekt für den Kampf aussprechen, den sie bis heute erfolgreich gefochten haben und ich drücke sehr die Daumen, dass er noch lange nicht enden möge!
Ich habe aber Zweifel daran, ob ausgerechnet der Feminismus die richtige Waffe ist. Der Feminismus war gut, als es wirklich noch nicht die geringste Scham unter den Männern gab, sich als bessere Menschen zu überhöhen. Diese Scham ist immernoch nicht ausgeprägt genug, aber den moralischen Sieg können Kämpferinnen und Kämpfer für Gleichberechtigung nur dann erlangen, wenn sie nicht Gleiches mit Gleichem vergelten.
Im Moment noch können Frauen in Fragen der Gleichberechtigung zu Recht den Zeigefinger erheben und, sollte es je soweit kommen, dass Geschlechterrollen in den Köpfen der Gesellschaft keinen Platz mehr haben, sich auf ewig jedem aufkeimenden Chauvinismus entgegen stellen dürfen und dabei alle Unterstützung erfahren.
In diesem Sinne hoffe ich aber so sehr, dass Ihre Witzelei, dass sich doch auch mal die Männer ausziehen sollten, nicht eintreten möge. Auch wenn ich mich sehr über die grummelige Empörung an den Stammtischen und die vielen kleinen entlarvenden Kommentare dazu amüsieren würde und ich es der heterosexuellen Damen- und der homosexuellen Männerwelt sehr gönne, sich an nackten Männern zu ergötzen, wäre der Kampf um Gleichberechtigung zumindest in der Bild-Zeitung damit dahin ( an dieser Stelle möchte ich gerne die großen Lacher auf meiner Seite wissen! ). Schließlich ist Entwürdigung Entwürdigung, egal wer betroffen ist.
Zusammenfassend muss ich aber gestehen, und jetzt rede ich einmal unverblümt, dass mir dieses ganze Geschlechtergelaber gehörig gegen den Strich geht! Wer ist denn bitte in der Lage zu sagen, wo der genuine Unterschied zwischen dem Wesen von Männern und Frauen liegt, wenn es ihn denn überhaupt gibt? Das einzige an reichhaltigen Erkenntnissen kommt von einer Reihe von "Wissenschaftlern", die einen steinzeitlichen Höhlen-Gangbang als Begründungsgrundlage annehmen, um zu wirklich aussagekräftigen Schlüssen zu kommen wie "Der Mensch wird zu 60% von seinen Genen, und zu 40% von seiner Umgebung geprägt." Was soll das denn bitte heißen? Wenn sich zwei Typen auf die Fresse hauen, war denn der Nasenbruch dann genetisch bedingt und die Rippenprellung soziologisch? Die ganzen Annahmen, die mit gesundem Menschenverstand konstruiert wurden, sind doch totaler Schwachsinn und ich bete so sehr dafür, dass der ganze Dreck eines Tages aus den Köpfen fortgespült werden möge und wir zukünftig bei der Bewertung unseres Gegenübers nicht mehr den Mann oder die Frau sehen, sondern das Individuum, dass vor uns steht, dass Busen haben kann und trotzdem einen Hose trägt oder einen Bart hat und trotzdem Pink mag - und ein Comedian Mario B. seine ganze Popularität verliert, solange all seine Lache plumpe Sexismen sind...
Puh, das musste ich mal los werden... danke!
Beste Grüße ;-)