Eric Vazzoler / DER SPIEGELMit viel Pomp wird in Berlin der 50. Jahrestag des Elysée-Vertrags gefeiert. Doch an der deutsch-französischen Grenze geht es unter den Nachbarn längst nicht mehr um die alte Feindschaft und Versöhnung. Die Menschen im Elsass und Baden-Württemberg plagen ganz andere Sorgen.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-878842.html
Charles de Gaulle und Konrad Adenauer haben den Grundstein gelegt,
um Deutsche und Franzosen nach dem Krieg zusammenzuführen. Dies
ist ihnen auch gelungen.
Doch leider wurde mit dem Euro eine äußerst verhängnisvolle
Entscheidung getroffen, die die ökonomischen Entwicklungen in
Europa auf eine äußerst negative Weise beeinflusst haben. Dieses
Europa und dieses deutsch-französische Verhältnis funktionierten in der Voreurozeit wesentlich besser als man dies heute erkennen kann.
Erschwerend kommt hinzu, dass die französische Zustimmung zur
deutschen Einheit mit der Euroeinführung verknüpft worden ist.
DER SPIEGEL*39/2010 - Der Preis der Einheit
Frankreich selbst steht vor großen gesellschaftspolitischen und auch
ökonomischen Umgestaltungen, die die französische Gesellschaft
herausfordern werden. Und dies wird unmittelbar und direkt auch auf
die deutsch-französischen Beziehungen Auswirkungen haben. Gerade
die Ausrichtung der Geld-, Währungs-, Budget-, Arbeitsmarkt- und
Wirtschaftspolitik zeigen schon heute, dass dabei völlig verschiedene
Auffassungen aufeinandertreffen. Da diese Währungsfrage von
elementarer Bedeutung ist, lässt sich diese auch nicht mehr
nachrangig behandeln. Die Entwicklungen seit dem Jahr 2010 haben
gezeigt, dass sich auch das deutsch-französische Verhältnis
gewandelt hat.
Henkel trocken: Frankreich
Denkfabrik: Frankreich droht eine Flaute von einem Jahrzehnt - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
Freundschaft kann man nicht befehlen.
Sie ist da oder eben nicht. Aber nur zwischen individuellen Menschen!
Ich mag die Jubelmeldungen.
Erinnert alles an die deutsch-sowjetische Freundschaft.
Und da frage man mal unsere Neubundesrepublikaner.
...bis Deutschland wieder eine Rot-Grüne Regierung hat, dann werden sich die Arbeitslosenzahlen und die Staatsverschuldung wieder schlagartig den französischen, roten Verhältnissen anpassen, keine Sorge.
Es leben die Atomkraftwerke in Frankreich und die dummen Deutschen.
sogar flüssig bis tausend zählen (bin Deutscher)...kann auch ich dort einen Job bekommen..;-)...? Wahrscheinlich mal wieder einer dieser markigen Politikersprüche ohne jeden Realitätsbezug...ansonsten, eine grosse Tat von den beiden alten Herren 1963 (bin mit der Entwicklung der deutsch-französischen Freundschaft aufgewachsen, heute mein favorisiertes Urlaubsland..).
Ich glaube wohl, dass im Saarland und Baden-Württemberg entlang der Grenze sehr gute deutsch-französische Beziehungen herrschen, zumal man häufig gemeinsame historische Erbe hat. Dennoch erscheint mir der Pomp der deutsch-französischen Beziehungen etwas übertrieben. Wenn Merkel dazu auffordert Französisch zu lernen ist das sicherlich eine Phrase, jedoch ist auch diese konterkariert durch stetiges Zurückgehen der Deutschlerner in Frankreich. (Unerheblich zu erwähnen, dass diese nie an die Zahl der Francophilen hier heranreichte) Und ganz ehrlich, was interessiert Ost- und Mitteldeutsche Frankreich. Eher lassen sich sogar noch Spuren der napoleonischen Verheerungen finden, für die die Franzosen bis heute kein Wort des Bedauerns finden können.
Französische Politik zeichnet sich seit Jahrhunderten dadurch aus, zuerst an sich zu denken, wobei im Selbstverständnis Frankreich und Kontinentaleuropa gleichgesetzt werden. Dies ist eine Konstante egal ob es die Absolutisten, Revolutionäre, Napoleone oder demokratischen Präsidenten waren. Die deutsch-französische Freundschaft, wie sie rechtsrheinisch zelebriert wird unterliegt linksrheinisch eher dem Primat der Nützlichkeit, weshalb dort das Wort Partnerschaft viel häufiger benutzt wird als Deutschland.
Gute Partner oder auch manchmal schwierige, das ist der adäquate Begriff. Also auf weitere gute Partnerschaft, jedes mehr ist dümmliche deutsche Folklore.
Der Knackpunkt ist vor allem die Wirtschaft. Daher sollte man dazu vielleicht mehr als einen Satz sagen. Dass Deutschland im Export viel erfolgreicher ist als Frankreich ist offensichtlich. Somit ist die Arbeitslosigkeit auch geringer. Wie daraus aber von manchen sofort der Schluss gezogen wird dass das wegen der "Arbeitsmarktliberalisierung" so sei, gerne auch der "Agenda", in Klammern HartzIV, und die Franzosen daran genesen sollen, oder gleich die ganze Welt, ist unerträglich.
Hollande wird sofort in die Ecke des Sozialträumers gestellt der besser früher als später diese, auch Merkelschen, Rezepte anwenden solle. Das behaupten diejenigen die schier platzen vor Selbstgefälligkeit über ihre angebliche Weltkenntnis, aber nicht in der Lage und/oder willens sind, 1 Minute geradeaus zu denken und mit ein bisschen Komplexität klar zu kommen.
Dass Volkswagen, Audi, Porsche, Mercedes, Miele, Bulthaup, Steiff, Boss, und Werkzeug-Maschinen in China und weltweit gekauft werden, hat doch am wenigsten zu damit zu tun dass sie billig sind oder billiger als vor der Agenda. Es hat primär zu tun mit dem Boom der BRIC-Länder und einer traditionellen, grundsätzlichen Ausrichtung der deutschen Wirtschaft auf Mittelstand und High-End-Produkte. Und auf einer Bildung und Loyalität der Millionen im Land die das gemeinsam erwirtschaften.
Das Lohndumping und dauerhafte Abschieben von Mitbürgern in demütigende Verhältnisse (HarzIV, Zeitarbeit, Minijobs) hat vor allem beigetragen in Europa Ungleichgewichte (Handelsbilanz) zu schaffen die uns jetzt um die Ohren fliegen, und für die wieder die Schwächeren bluten sollen. An dieser Stelle europaweit eine Spirale nach unten einzuleiten ist auch sehr fragwürdig, wenn man die Gesamtbilanz in der Auswirkung auf die Bürger betrachtet, auch in Deutschland, untersucht.
Auf ganz Europa angewandt schadet es natürlich auch irgendwann Deutschland insgesamt, denn gegen wen sollen die anderen "wettbewerbsfähiger" werden? Dann ist ganz Europa, abgesehen von den obersten 25% auf einem niedrigen Niveau angekommen, was offenkundig auch das strategisches Ziel der CDU/FDP-Politik ist, aber nicht offen gesagt wird. Mit zumindest teilweise einäugig neoliberalen, also ideologischen Maßnahmen soll in ganz Europa ein williges, billiges Prekariat und Arbeitnehmerschaft geschaffen werden um mit diesem Kanonenfutter in den globalen "Kampf" gegen USA und Asien zu ziehen. Das Schlimme daran ist dass Mitbürger kühlen Blickes dieser Ideologie geopfert werden wie in einem Krieg, quasi als Kollateralschaden, aber die Rezepte keineswegs so durchdacht oder realitätsfest sind wie behauptet. Auch unsere Grundwerte werden so erodiert. Der ungeheure Abschwung im Süden, der die Verschuldung steigert, wurde beispielsweise schlicht nicht erwartet oder ignoriert. Gerade in Skandinavien hat man es erfolgreich schon immer anders gemacht. Es ist ja nicht so dass wir im Westen nicht schon viele Jahrzehnte Best und Worst Practices haben.
aller Länder können es nachweislich gut bis hervorragend: mit dem Geld der anderen nicht auskommen. Das gilt auch für französische Sozialisten. Leider. Die brutale aber simple wirtschaftliche Tatsache, daß jeder Sozialstaat finanziert werden muß, wird ausgeblendet vom Rausch des "Gerechtigkeit"wahns. Freunde aus dem Elsaß, die als Deutsche dort leben, berichteten mir von einem Nachbarn, der als Lokführer der SNCF mit 50 in Pension gehen konnte. Abzüge? Keine. Ein Einzelfall? Vielleicht. Kann jeder interessierte Steurzahler selbst recherchieren. Danach wundert einen nicht, daß Frankreich auf Eurobonds drängt.
Wirtschaftswachstum dient dabei nur als Vorwand, um seine Rentner und Pensionäre von der eurpäischen Gemeinschaft versorgen zu lassen. Cui bono gilt auch in der "solidarischen" Sozialistenrealität. Solche Freunde sollte man sich genau anschauen.