Getty ImagesEin Ende der Niedrigzinsen ist nicht in Sicht, und Investoren suchen fieberhaft nach Anlagemöglichkeiten. Davon profitiert Frankreich. Erstmals legten Anleger für den Kauf französischer Schuldpapiere Geld drauf - wie zuvor auch bei deutschen Staatsanleihen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...843460,00.html
Französische Staatsanleihen werden ja in Euros ausgeschrieben. Wenn man jetzt z.B. als Investor aus den USA auf eine Aufwertung des Euros gegenüber dem Dollar spekuliert, hat man Interesse europäische Staatsanleihen zu kaufen. Deutsche/französische/luxemburgische/.../Anleihen gelten als sicher, die Investoren stürze sich also auf diese und die Zinsen gehen runter. Wenn man davon ausgeht dass der Euro egenüber dem Dollar stark aufgewertet wird, nimmt man sogar leichte Negativzinsen in Kauf.
Weil das nur der Couponzins ist. Der wird nur fällig, wenn man die Anleihen bis zur Endfälligkeit hält. Verändert sich der Kurs der Anleihe zwischenzeitlich kann die reale Rendite - die so genannte Yield - ins Plus gehen. Dann muss man zwischenzeitlich auf dem sogenannten Sekundärmarkt verkaufen. Hier, sinkt der Kurs der Anleihe, dann steigt die Rendite und kann schnell ins Plus drehen.
Weil man 1 Mrd nicht in bar in den Tresor legen kann? Bargeld in dieser Menge zu lagern wäre extrem teuer und illiquide, schließlich muß man es irgendwo einzahlen wenn man es braucht? Leiht man es einer Bank besteht ein Ausfallrisiko, oder investiert es anderweitig kann man diese Anlage selbst wenn man sie as sicher erachtet ggf. nicht schnell liquidieren.
Kurz gesagt, es gibt eine "Liquiditätsprämie", liquide Mittel werfen weniger Geld ab (gerne mal 1%) als langfristige Investititionen. Sinkt der Zinssatz genügend treibt die Liquiditätsprämie kurzfristigen Anlagen in einen negativen Zinssatz.
ist diese Frage zu beantworten: Es ist - wie immer - reine Zockerei: Die Anleihen kann man über den Internethandel im Sekundentakt hin- und herhandeln. Tagtäglich! Kauft man sich also eine französische, spekuliert man darauf, dass viele den "sicheren Hafen Frankreich" ansteuern. Dazu pusht man in der Folgezeit Nachrichten: Von denen gibts ja jede Menge: Anstieg des Einkaufmanagers, der Industrieproduktion usw. usf. Auf diese Weise BRINGT man den Kurs der Anleihe zum Steigen und verkauft dann selbst. Die Zinsen für die Anleihe interessieren praktisch gar nicht. Gehts mit der Anleihe aber kursmäßig in den Keller, weil die Anleger immer mehr kapieren, dass sie mit solchen faulen Tricks übers Ohr gehauen werden, dann garantiert eben immer noch der französische Staat, ggfs. die EZB, ESM und wie das alles so heißt........
Ist doch einfach, oder?
Jeder kann sich ein Online-Konto einrichten und dann selbst auch solche Sauereien betreiben.
Ich würde sagen, es liegt an der "Verpflichtung" bestimmter Versicherungen bzw. Fonds, das Geld der Anleger möglichst risikoarm (also in Staatsanleihen mit gutem Rating) anlegen zu müssen. Die Erklärungen der Foristen vor mir spielt m.E. nach auch ein Rolle, wobei ich der Spekulation auf einen steigenden Euro eher weniger Gewicht einräumen würde.
Aber es nur meine Meinung, letztendlich weiß ich es auch nicht mit Sicherheit.
Zudem ergibt natürlich eine reine Bargeldlagerung eine negative Rendite in Höhe der Inflationsrate.
es damit zusammenhängt, dass gewisse Fonds oder Lebensversicherer ein Anlageprofil haben, wonach sie einen gewissen Anteil ihres Vermögens in Staatsanleihen mit Top-Rating investieren müssen. Da einige Top-Ratings weggefallen sind, müssen diese nunmehr auch Negativzinsen in Kauf nehmen, um den Anlegern gegenüber nicht pflichtwidrig das Anlageprofil zu verletzen.