Nach spektakulärem Insider-Skandal: US-Milliardär Rajaratnam soll ins Gefängnis

Die Ermittlungen dauerten sechs Jahre, jetzt lautet das US-Gerichtsurteil "schuldig in allen Punkten". Hedgefonds-Gründer Raj Rajaratnam muss demnach von der Wall Street für bis zu knapp 20 Jahre ins Gefängnis umziehen. Mit Insiderhandel hatte er sich über 60 Millionen Dollar erschwindelt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...762023,00.html
  1. #20

    unqualifiziert

    Zitat von floriankurz Beitrag anzeigen
    … vielleicht die falsche Partei, Hautfarbe oder Religion
    Finanzbetrüger sind WEIß und nicht aus Indien!
    Da könnte ja jeder....…
    Mit Verlaub, aber welch unqualifizierter Kommentar, der eine geringe Kenntnis der amerikanischen Gesellschaft belegt.
    Finanzbetrügereien sind keine Kavaliersdelikte und um die Stafmaße anderer Länder beurteilen zu können bedarf es auch einer Grundkenntnis des gesamten Systems des Strafrechts des in Frage stehenden Landes. Ein Vergleich mit deutschem Strafmaß ist unangebracht - genauso wie solch pauschalisierende Aussagen wie die soeben zitierte! Und auch bei uns wird Insiderhandel mit bis zu 5 Jahren geahndet. Auch hier ist das "bis zu" ausschlaggebend - auch die 19,5 Jahre sind nur "bis zu".
  2. #21

    Titel

    Zitat von iman.kant Beitrag anzeigen
    Ja der Mann ist wahrscheinlich Schuldig im Sinne der Anklage. Aber dieser Beigeschmack ein Exempel an jemanden mit Migrationshintergrund zu statuieren bleibt. Warum sich die Staatsanwaltschaft in diesen Mann verbissen hat wo es doch mindestens weitere 1000 Leute von dieser Sorte gibt bleibt uns verschlossen.
    Wissen Sie eigentlich, wie empfindlich hoch die Strafen für Finanzbetrüger in den USA sind (wenn man sie einmal bei ihrem kriminellen Handeln erwischt)? Nein? Vielleicht sollten Sie es dann unterlassen, dem US-Gericht unterschwelligen Rassismus vorzuwerfen...
  3. #22

    Deutschland

    Ich wünschte in Deutschland würde man gegen Wirtschaftsverbrecher mit gleicher Konsequenz und Härte vorgehen. 20 Jahre halte ich durchaus für angemessen.
  4. #23

    In Deutschland gäbe es das Bundesverdienstkreuz

    Insiderhandel klingt so harmlos, aber auch wenn es "nur" 60 Mio sind, die gehören ja eigentlich jemand anderem... In deutschland übrigens straffrei!
    Hier bekäme Rajaratnam im Falle eines betruges allenfalls eine Bewährungsstrafe.

    Außer er hätte Steuern hinterzogen: Dann müsste er die Steuern nachentrichten und bekäme auch eine Bewährungsstrafe, weil willfährige Staatsdiener bestimmt die Beweissicherung einen Tag nach der Verjährung durchgeführt hätten (Siehe: Zumwinkel).

    Nach ein paar Jahren wäre dann Gras über die ganze Sache gewachsen und als tragende Säule der Gesellschaft gäbe es dann doch noch das Bundesverdienstkreuz.
    Auch hier:
    Herzlichen Glückwunsch USA, daß deren Rechtsprechung auch mal die Herren Bankster und Co. mit langjährigen Haftstrafen abgeurteilt werden.

    Schauen wir nur mal zurück nach Berlin:
    Die Herren vom Bankenskandal Berlin (z.b. Landovsky) erhalten Freisprüche, weil "der genaue Umfang des entstandenen Schadens durch die Staatsanwalt nicht auf den Cent nachgewiesen" worden ist, und die ganzen anderen feinen "Herren" schöpfen das Geld anderer Leute ab und gehen straffrei aus, weilsie sind plötzlich zu krank, um vor Gericht zu erscheinen, können aber den Berlin-Marathon laufen (Dr.Neuling AUBIS) und das Verfahren wird eingestellt, trotz meherer hundert Mio € Schaden. Dr. Neuling (einfach mal googeln...!) verbringt seinen Lebensabend natürlich nicht in Armut und erst recht nicht hinter Gittern!

    Ich möchte gar nicht wissen, wie gnadenlos die Justiz bei mir zuschlagen würde, wenn ich ein paar mal tanken würde, ohne zu bezahlen, meine Volkszählungsunterlagen nicht ausfülle, oder einen Versicherungsschaden etwas großzügiger sehe...

    Eine Säule der Demokratie soll ein unabhängiges rechtssystem sein, vor dem alle gleich sind - Meine Frage: Gibt es das in Deutschland noch?
  5. #24

    Unsinn

    Zitat von hausmusiker Beitrag anzeigen
    Jeder Cent, der durch eine Straftat erlangt wird, wird mittel- oder unmittelbar jemand anderem weggenommen.
    Unsinn.
    Wenn zur Zeit der Prohibition jemand einem anderen Alkohol verkauft hat, wurde jemandem genausowenig etwas weggenommen, wie wenn er es heute tut.
    Die Gesetze selbst (also ob etwas als Straftat zu werten ist oder nicht), sind also offensichtlich nicht das Kriterium, das entscheidet, ob eine profitable Handlung eine Wegnahme von Werten anderer impliziert.
  6. #25

    Titel ohne Beigeschmack

    Zitat von iman.kant Beitrag anzeigen
    Ja der Mann ist wahrscheinlich Schuldig im Sinne der Anklage. Aber dieser Beigeschmack ein Exempel an jemanden mit Migrationshintergrund zu statuieren bleibt. Warum sich die Staatsanwaltschaft in diesen Mann verbissen hat wo es doch mindestens weitere 1000 Leute von dieser Sorte gibt bleibt uns verschlossen.
    Aber wieseo haben Sie bei diesem Urteil in diesem einen Fall denn gleich diesen "Beigeschmack"?
    Ich sehe dafür gar keine Anhaltspunkte.
  7. #26

    Verbrechen

    Zitat von Kurt aus Kienitz Beitrag anzeigen
    ... dass die 150 Jahr für Herrn Madoff das Exempel wahren und Herr Rajaratnam aus diesem nichts gelernt hat.
    Madoff war ein Betrüger, der Banker des Artikels ist des *Insiderhandels* bezichtigt.
    Der Unterschied ist, dass ich im ersten Fall ein Banker direkt das Geld der geschädigten annahm und verlor, im zweiten nur ein vermeintlicher, indirekter Schaden für andere, dritte Anleger entstanden sein mag.

    Aber in ihren Augen ist die Schuld wohl der Beruf des Bankers selbst.
  8. #27

    Von Konkurrenten und hiesiger Rechterbrechung

    Zitat von commonman Beitrag anzeigen
    blankfein, paulson, ackermann und el-erian wirds freuen. nach madoff wieder eine zecke im fell losgeworden.
    Völlig korrekt - anscheinend hat man nur einen unliebsamen Konkurrenten loswerden wollen. Wobei Rajaratnam im Gefängnis gut aufgehoben ist - von mir aus auch für die nächsten 100 Jahre!

    Zitat von commonman Beitrag anzeigen
    bin mal gespannt wann in d solche parasiten wie middelhoff, esch oder berger "geopfert" werden.
    Niemals wird das passieren - maximal bekommen die ne Geldstrafe von - sagen wir mal - 20.000,- Euro. Oder sie verlassen den Gerichtshof mit einem V-Zeichen - siehe Ackermann beim Mannesmann-Prozeß
  9. #28

    Gut und Böse

    Zitat von elli1965 Beitrag anzeigen
    Ich halte die Strafe für angemessen, der Aufbau eines solchen Informantennetzwerks braucht schon sehr viel kriminelle Energie. Auch das Motiv, reine Gier, dient nicht gerade zur Strafmilderung.
    1. Für den Aufbau eines Informationsnetzwerkes, das dazu dienen soll, den Wert von Unternehmen einzuschätzen, braucht man schon sehr viel "kriminelle Energie".
    2. Das Motiv, etwas aus sich zu machen, ist "nicht gerade strafmildernd".

    Zitat von elli1965 Beitrag anzeigen
    [...] viele Opfer können mit diesen Urteilen jedenfalls besser Leben als bei uns.
    3. Menschen, die in Unternehmen investieren ohne ein solches Netzwerk zu haben, also solche die nicht wissen, was sie tun, können mit der harten Bestrafung von solchen, die das wissen, besser leben als ohne.

    Die unschuldigsten Menschen sind also solche, die nichts wollen (2.) und dementsprechend auch nichts tun (1.). Diese sind dann "Opfer" derer, die das anders sehen.

    Z.B. der böse Bäcker, der 1. ein Informationsnetzwerk (wie backt man Brötchen) aufbaut und 2. aus reiner Gier auf das Geld der Kunden dann Brötchen backt. Leidtragende sind hier die, die weder Lust hatten etwas zu lernen, noch etwas mit dem Gelerntem zu machen. Denn ohne den Bäcker wären, wie wir alle wissen, die Brötchen auf Bäumen gewachsen.
  10. #29

    Kant

    Zitat von iman.kant Beitrag anzeigen
    Ja der Mann ist wahrscheinlich Schuldig im Sinne der Anklage.
    Er ist mit Sicherheit schuldig im Sinne Ihrer Pflichtethik, Herr Kant.