Nach Protesten Holocaust-Überlebender: Richard-Wagner-Konzert in Israel abgesagt

DPAEs hätte der erste Konzertabend in Israel nur mit Musik des antisemtischen Komponisten Richard Wagners sein sollen. Holocaust- Überlebende protestierten heftig. Nun sagte die Universität Tel Aviv das geplante Konzert ab - und fühlt sich vom Veranstalter getäuscht.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...836980,00.html
  1. #1

    Solange es Überlebende gibt, die nicht möchten, dass Wagner

    öffentlich in Israel gespielt wird, solange muss man das akzeptieren. Bei unbeherrschtbarer Lust auf Wagner gibt es ja Schallplatten.
  2. #2

    ...

    Zitat von tomti Beitrag anzeigen
    Wagners Musik hat dem NS Regime gefallen. Die haben sicher auch Goethe gelesen und Beethoven gemocht. Wen man in Insrael Wagner nicht aufführen will, sollte man sie nicht zwingen, auch wenn es unverständlich ist, dann fehlt halt dieser Teil an Musikbildung in Israel. Wir und auch die Israelis werden es überleben und Wagner hält geschichtlich länger als die Gruppen der Opfer des NS. Auch er wird in Israel aufgeführt werden .
    Nun, da fehlt Ihnen einfach die Information. Wagners Musik ist nicht das Problem, sondern Wagner, der Antisemit. "Das Judenthum in der Musik" ist z.B. ein Werk von ihm, in dem er in Vorwegnahme von Hitlers Wahn genau beschreibt, dass und warum quasi eine natürliche Abneigung gegen den Juden herrschen muss. Ein Antisemit, wie ihn die Nazis erfunden haben könnten - wäre er ihnen da nicht schon 80 Jahre zuvorgekommen.

    Natürlich kann man die Musik trotzdem mögen, ich bin sicher, das tun auch manche Israelis, aber ich kann durchaus nachvollziehen, warum sich NS-Opfergruppen schlicht nicht mit Wagners Namen konfrontiert sehen wollen, egal wie.
  3. #3

    Find ich gut so

    Wagners "Musik" wird sowieso überbewertet. Da gäbe es Besseres um deutsche Musik im Ausland zu spielen.
  4. #4

    Die musikalische Ausbildung in Israel

    Zitat von tomti Beitrag anzeigen
    Wagners Musik hat dem NS Regime gefallen. Die haben sicher auch Goethe gelesen und Beethoven gemocht. Wen man in Insrael Wagner nicht aufführen will, sollte man sie nicht zwingen, auch wenn es unverständlich ist, dann fehlt halt dieser Teil an Musikbildung in .....
    ist nicht in Gefahr, keine Sorge. Was man gerne unerwähnt läßt: in manchen KZs musste das Lagerorchester Wagner spielen, während die Häftlinge zur Sklavenarbeit marschierten (oder eher schleichten). Kein Grund Wagner nicht zu spielen? Ich glaube, dass doch!
  5. #5

    Der Vollständigkeit halber sollte man allerdings auch sagen, dass Wagners Musik auch vor und nach der Zeit des Nationalsozialismus sehr beliebt war bzw ist, die Beliebtheit sich also nicht einem etwaigen braunen Gehalt der Werke zuschreiben lässt. Ein Mär ist auch, dass alle Nazis begeisterte Wagnerianer waren, das war im wesentlichen nur der 'Gröfaz' (was es allerdings nicht besser macht) .
    Dass man Wagner in Israel nicht hören möchte, kann ich gut verstehen, schließlich war er dezidierte Antisemit.
  6. #6

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es hätte der erste Konzertabend in Israel nur mit Musik des antisemtischen Komponisten Richard Wagners sein sollen. Holocaust- Überlebende protestierten heftig. Nun sagte die Universität Tel Aviv das geplante Konzert ab - und fühlt sich vom Veranstalter getäuscht.

    Geplantes Richard-Wagner-Konzert in Israel abgesagt - SPIEGEL ONLINE
    Was könnte es denn für den Antisemiten Wagner nachträglich schlimmeres geben, als das seine Musik im Staate Israel gespielt wird? Ich verstehe daher die Borniertheit der Protestler nicht. Ich fand es vor kurzem auch fantastisch, als ich in einem Youtube Video gesehen habe, wie ein Ausschwitz Überlebender mit seinen Enkeln im ehemaligen KZ getanzt hat. Was besseres gibt es nicht.
  7. #7

    <->

    Wieviel Macht doch eine kleine Minderheit noch hat. Unverständlich irgendwie, aber wenn eine Minderheit meint einer großen Mehrheit die musikalischen Genüsse zu verwehren, nur zu. Man macht sich jedenfalls keine Freunde damit.
    Mein Beileid an all jene in Israel die Geschichte Geschichte sein lassen können und sich ein Wagner-Konzert gönnen wollten.
  8. #8

    Da müssen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es hätte der erste Konzertabend in Israel nur mit Musik des antisemtischen Komponisten Richard Wagners sein sollen. Holocaust- Überlebende protestierten heftig. Nun sagte die Universität Tel Aviv das geplante Konzert ab - und fühlt sich vom Veranstalter getäuscht.

    Geplantes Richard-Wagner-Konzert in Israel abgesagt - SPIEGEL ONLINE
    die jungen israelischen Wagner-Fans eben noch ein paar Jahre warten. Dann können sie sich dieser Musik widmen u. bedauern, dass solch ein musikalisches Genie zum Teil eine aus heutigen Sicht nicht akzeptable Einstellung zu Juden hatte. Sie werden ternnen können, zwichen dem Komponist Wagner und dem politisch sich äußernden Wagner.
  9. #9

    Alles gesagt

    Zitat von camemberta Beitrag anzeigen
    Nun, da fehlt Ihnen einfach die Information. Wagners Musik ist nicht das Problem, sondern Wagner, der Antisemit. "Das Judenthum in der Musik" ist z.B. ein Werk von ihm, in dem er in Vorwegnahme von Hitlers Wahn genau beschreibt, dass und warum quasi eine natürliche Abneigung gegen den Juden herrschen muss. Ein Antisemit, wie ihn die Nazis erfunden haben könnten - wäre er ihnen da nicht schon 80 Jahre zuvorgekommen.

    Natürlich kann man die Musik trotzdem mögen, ich bin sicher, das tun auch manche Israelis, aber ich kann durchaus nachvollziehen, warum sich NS-Opfergruppen schlicht nicht mit Wagners Namen konfrontiert sehen wollen, egal wie.
    Ein sehr guter Beitrag - damit ist alles gesagt.