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Nach Norwegen-Attentaten: Innenminister Friedrich fordert Ende der Anonymität im Netz

Blogger sollen mit "offenem Visier" argumentieren:*Für Bundesinnenminister Friedrich ist das eine Lehre aus den Anschlägen von Norwegen, wo ein Einzeltäter sich im Netz radikalisierte. im SPIEGEL-Interview fordert er nun, die*Anonymität im Internet abzuschaffen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...778803,00.html
  1. #470

    die Menschen wollen sich ihr Leben nicht ruinieren lassen

    Zitat von Antje Technau Beitrag anzeigen
    ein Mitdiskutant behauptete, mit Klarnamen zu bloggen könnte ein Todesurteil sein, wenn das die Falschen lesen...
    Theo van Gogh würde heute noch leben, wäre er anonym gewesen. Kurt Westergaart bräuchte keinen Personenschutz, hätte er seine Karikaturen unter Pseudonym veröffentlicht. Thilo Sarrazin hätte seinen Job noch, hätte er sein Buch unter Pseudonym veröffentlicht. Friedrichs Schnapsidee schadet der Freiheit und öffnet Gewalttätern und Extremisten und staatlichen Unterdrückern Tür und Tor.

    Nochmal: ich bin auch gegen einen Klarnamen-Zwang.
    Ich wundere mich nur, wieviele SPON-Foristen meinen, dass man hier in Deutschland unbedingt unter Pseudonym schreiben müsste.
    Vielleicht weil die Foristen ihren Job behalten wollen, bei bewerbungen erfolgreich sein wollen, nicht von Hassern belästigt werden möchten, keine Brandsätze im Keller haben möchten während ihre Familie nachts schläft, nicht durch politische Interessengruppen diffamiert werden möchten (man hat sogar Sarrazins Frau gemobbt) und in Ruhe sein leben weiter leben möchte, auch wenn man öffentlich Misstände kritisiert. Wem das nicht passt, der will Kritik verbieten und Dissidenten mundtot machen.

    Wir leben schließlich nicht in China, Syrien, Saudi Arabien oder im Iran, Ländern, aus denen bekannt ist, dass Blogger in den staatlichen Gefängnissen verschwinden, dass sie gefoltert werden oder dass sie tot aufgefunden werden, weil ihre unter Pseudonym oder Klarnamen geäußerte Meinung nicht gefiel.
    Wer in Deutschland die falsche Meinung bloggt, zum Beispiel Religionskritik, der verliert seinen Job, dessen Familie wird diffamiert, er findet Brandsätze in seinem Keller, er wird vor der Haustür belagert und bedroht, mit Kot beworfen und öffentlich zur Unperson erklärt. All das ist Realität in Deutschland, so übel wie hier ist es nicht einmal in China und würde ich Mandarin sprechen, würde ich wegen der größeren Freiheit dahin auswandern. Es sind heute bei uns Zustände wie zur Endzeit der Weimarer Republik.
  2. #471

    nun

    Zitat von Antje Technau Beitrag anzeigen
    ich meine diesen Herren hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=t6nZT1MssGg
    Herr Broder hat noch nie zu Gewalt aufgerufen.

    tut mir leid, aber dieser Meinung kann ich mich nicht anschliessen.

    Ich bin auch vehement gegen Zwangsehen, Zwangsverschleierung, weibliche Genitalverstümmelung und gegen Frauenunterdrückung allgemein.

    Trotzdem würde ich mich in keinster Weise verantwortlich fühlen, wenn ein Geistesgestörter meint, er müsste seinen fundamental-islamischen Nachbarn umbringen, der seine Frau und seine Töchter unters Kopftuch zwingt und seine Kinder zwangsverheiratet. Nur weil der Geistesgestörte meine diesbezüglichen Beiträge gelesen hat und meinte, man müsste mehr tun als das, was ich vertrete: verbal aufzuklären. Das mit den "härteren Maßnahmen" ist dann ganz alleine das geistige Produkt des Verrückten.

    Anstiftung zu einer Gewalttat können Sie nur demjenigen vorwerfen, der explizit dazu aufruft. Sonst niemandem.
    Zugegeben, es wäre demagogisch, Broder und andere deutsche Islamophobe zu geistigen Brandstiftern zu erklären und für Breiviks Verbrechen in Mithaftung zu nehmen. Aber richtig ist eben auch, dass Schriften, wie sie Broder verbreitet, das Entrebillett für den aggressiven Antiislamismus bilden, der nicht nur die deutsche, sondern fast alle europäischen Gesellschaften befallen hat. Spätestens nach den Morden Breiviks empfiehlt sich dringend verbale Abrüstung. Breivik stellte seinem Manifest beziehungsreich die Jahreszahl „2083“ – vierhundert Jahre nach der Belagerung Wiens durch die Türken – voran.

    Dazu der Satz: „Nach den Niederlagen von Poitiers (732) und Wien (1683) sollen die Europäer nun mit den Waffen der Demografie besiegt werden.“ Aber den Satz schrieb nicht Breivik. Er stammt von Henryk M. Broder.
  3. #472

    Zitat von titurel Beitrag anzeigen
    Oje, wie blöd. Die Liberalen? Z.B. Herr Cha. (der, wo der Doktortitel futsch ist) und der noch vor Wochen ganz genau das gefordert hat, diesmal in Bezug auf Vroniplag?
    Die FDP ist bisher die einzige Partei in DE, die aktiv die Verabschiedung von Gesetzen gegen die Buergerrechte verhindert hat. Es ist daher absolut nebensaechlich, wenn ein Hinterbaenkler irgendwas will, weil er gerade persoenlich betroffen ist.

    (Sie wuerden wahrscheinlich auch weinen, wenn Sie aus der Anonymitaet heraus angegriffen wuerden.)


    Gerne würde ich erfahren, wann z.B. die Grünen oder die Linkspartei die Forderung, die Herr F. formuliert, gestellt hätten?
    Die Gruenen haben in der Zeit als sie es konnten, alle Gesetze zur Einschraenkung der Buergerrechte mitgetragen. Es dient schliesslllich dem Machterhalt. Es ist daher egal, was jetzt aus der Oposition heraus ertoent. Am besten sagen sie jetzt gar nichts, dann kann man es ihnen in ein paar Jahren, wenn sie wieder (mit-) regieren nicht vorwerfen.
  4. #473

    Ihr Argument halte ich für falsch

    Zitat von turo Beitrag anzeigen
    Dann sollte es auch beschließen vermögen, die Zahl der Schusswaffen in private Hände, auf max 10% zu reduzieren!
    Ausschlaggebend für die Tat war doch wohl das übersteigerte Geltungsbewußtsein des Täters (Lametta an der Brust, Rittertum, etc.) - seine Minderwertigkeitskomplexe - in seinem persönlichen Sozialisierungsrahmen (rechte Szene). Hätte es auf der Insel zugängliche Waffen zur Verteidigung gegeben, wäre die Opferzahl, in der für den Täter dann noch für das Tatgeschehen reduzierten verbleibenden Zeit, sehr wahrscheinlich viel geringer ausgefallen (Verteidigung hätte den Täter Zeit gekostet - möglicherweise auch sein Leben).
  5. #474

    Keine Verleumdungen bitte!

    Zitat von allerfreund Beitrag anzeigen
    …Die Einzigen, die sich gegen mehr Ueberwachung aussprechen sind

    b) die Kriminellen [!] (Piraten)
    Wenn die Argumente ausgehen, wird man eben beleidigend! Ich bin kein Anhänger der Piratenpartei, aber so kann man auch nicht diskutieren!
  6. #475

    Zitat von Antje Technau Beitrag anzeigen
    ein Mitdiskutant behauptete, mit Klarnamen zu bloggen könnte ein Todesurteil sein, wenn das die Falschen lesen...
    Nochmal: ich bin auch gegen einen Klarnamen-Zwang.
    Ich wundere mich nur, wieviele SPON-Foristen meinen, dass man hier in Deutschland unbedingt unter Pseudonym schreiben müsste. Wir leben schließlich nicht in China, Syrien, Saudi Arabien oder im Iran, Ländern, aus denen bekannt ist, dass Blogger in den staatlichen Gefängnissen verschwinden, dass sie gefoltert werden oder dass sie tot aufgefunden werden, weil ihre unter Pseudonym oder Klarnamen geäußerte Meinung nicht gefiel.
    Na - wer fordert denn einen Pseudonym-Zwang? *koppkratz*
  7. #476

    Friedrichs Vorschlag hat einen Haken....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Blogger sollen mit "offenem Visier" argumentieren:*Für Bundesinnenminister Friedrich ist das eine Lehre aus den Anschlägen von Norwegen, wo ein Einzeltäter sich im Netz radikalisierte. im SPIEGEL-Interview fordert er nun, die*Anonymität im Internet abzuschaffen.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...778803,00.html
    Dieser Vorschlag ist eindeutig diskriminierend, da diese Menschen bevorteilt werden, die einen in Deutschland häufig vorkommenden Nachnamen tragen.

    Ergo, heißt einer Müller, kann er problem und fast folgenlos öffentlich in Foren loswettern und kontroverse Themen anschneiden, während ein "Jusuff Islamovichyan" immer darauf achten muss, daß er seine Familie und Kinder mit seiner "politischen Einstellung" ´nicht gefährdet.


    Das hat dann mit freier Meinungsäusserung und Demokratie im Internet nichts mehr zu tun.....
  8. #477

    Was ist der Preis?

    Zitat von Antje Technau Beitrag anzeigen
    ein Mitdiskutant behauptete, mit Klarnamen zu bloggen könnte ein Todesurteil sein, wenn das die Falschen lesen...
    Nochmal: ich bin auch gegen einen Klarnamen-Zwang.
    Ich wundere mich nur, wieviele SPON-Foristen meinen, dass man hier in Deutschland unbedingt unter Pseudonym schreiben müsste. Wir leben schließlich nicht in China, Syrien, Saudi Arabien oder im Iran, Ländern, aus denen bekannt ist, dass Blogger in den staatlichen Gefängnissen verschwinden, dass sie gefoltert werden oder dass sie tot aufgefunden werden, weil ihre unter Pseudonym oder Klarnamen geäußerte Meinung nicht gefiel.
    Wer immer das geschrieben hat - er hat Recht. Denn wie sollte man bitte ausschließen können, dass nicht einer totgeprügelt werden könnte, weil er die falsche politische Ansicht im Netz äußerte? Ist das so abwegig? Er/sie schrieb doch gar nicht, dass es dazu kommen MÜSSE, nur könnte.

    Und ich verfolgte eine Weile lang (allerdings sehr unregelmäßig) einen politischen Blog. Der Mann hatte von Anfang an seine Identität preisgegeben. Und wer dürfte die Suppe letztlich noch auslöffeln? Seine Familie. Ist das gerecht? Und ist das nicht irgendwo auch sehr egoistisch, wenn man derartige Kämpfe auf dem Rücken der Familie austrägt? Ich bin da zwiespältig: Einerseits bewunderte ich, dass er sich nicht unterkriegen ließ/lässt (falls er noch bloggt), andererseits wäre mir meine Familie wichtiger. Aber das muss jeder selbst entscheiden - und das v.a. mit seiner Familie klären. Aber es zeigt doch wieder einmal, dass sogar die Familienmitglieder mit Repressalien rechnen müssen. Und ob das nun aufgrund eines Blogs oder z.B. in der Theatergruppe des Sprösslings geschieht, wo man als unzufriedener Elternteil was "zu meckern" hat - und dies schließlich auf dem Rücken des Kindes ausgetragen wird, das zukünftig mit einem weniger wohlwollenden Leiter auskommen muss, ist egal. Sobald man seine Identität preis gibt, muss man eben damit rechnen, dass auch Angehörige einbezogen werden und man sich an ihnen abreagiert bzw. sie benachteiligt (wenn es um die Besetzung einer bestimmten Rolle geht - da hat man eben Angst, dass sich der Elternteil wieder einmischt und übergeht die gute Leistung des Kindes, das "stellvertretend" abgestraft wird). Wie viele Eltern mögen mit irgendetwas unzufrieden sein? Und wie viele Eltern schweigen, weil sie fürchten, ihrem Kind die Zukunft zu verbauen? Freie Meinungsäußerung? Ja - aber zu welchem Preis?
  9. #478

    Ist ja putzig :-)

    Zitat von Antje Technau Beitrag anzeigen
    ein Mitdiskutant behauptete, mit Klarnamen zu bloggen könnte ein Todesurteil sein, wenn das die Falschen lesen...
    Nochmal: ich bin auch gegen einen Klarnamen-Zwang.
    Ich wundere mich nur, wieviele SPON-Foristen meinen, dass man hier in Deutschland unbedingt unter Pseudonym schreiben müsste. Wir leben schließlich nicht in China, Syrien, Saudi Arabien oder im Iran, Ländern, aus denen bekannt ist, dass Blogger in den staatlichen Gefängnissen verschwinden, dass sie gefoltert werden oder dass sie tot aufgefunden werden, weil ihre unter Pseudonym oder Klarnamen geäußerte Meinung nicht gefiel.
    Ihr Gottvertrauen in die bundesdeutschen Überwachungsbehörden in Ehren, aber ist Ihnen nicht in den Sinn gekommen, dass diese Klarnamen ja auch von Cyberspace-Spitzeln aus den von Ihnen angeführten Ländern gelesen werden können ?
    Es soll ja auch schon vorgekommen sein, dass US-Reisende am Zielort Probleme bekamen, weil sie dummerweise einen ähnlichen Namen haben wie beispielsweise ein Terrorverdächtiger. Und wenn es ganz dumm läuft, finden Sie sich in einem Lager auf Kuba wieder, nur weil Sie in einem Blog eine US-kritische Meinung verbreitet haben.
  10. #479

    Jein

    Zitat von allerfreund Beitrag anzeigen
    Es ist (leider) so, dass die einzige ernstzunehmende Partei die sich fuer Buergerrechte einsetzt, die FDP ist.
    In der Vergangenheit hätte ich Ihnen da uneingeschränkt zugestimmt. Mittlerweile ist die FDP aber (fast) zu einer reinen Wirtschaftslobbypartei verkommen. Einzig Frau Leutheusser - Schnarrenberger hält da noch die Fahne der Bürgerrechte hoch.

    Zitat von allerfreund Beitrag anzeigen
    Fuer die Gruenen gilt uebrigens, dass die Aussagen die sie von der Opositionsbank aus machen grundsaetzlich unverbindlich (eigentlich sogar gelogen) sind.
    Na ja, das gilt wohl nicht nur für die Grünen, sondern für alle jeweiligen Oppositionsparteien. Sind sie dann mal an der Regierung, unterliegen sie auch ganz schnell den jeweiligen "Sachzwängen".








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