Was wäre der deutsche Journalismus ohne seinen wichtigsten Themen- resp. Arbeitgeber?
Eklat mit Folgen: Der dänische Regisseur Lars von Trier ist von der Leitung des Filmfestivals in Cannes zur unerwünschten Person erklärt worden. In seinem Wettbewerbsbeitrag "Melancholia" hatte sich der Filmemacher positiv über Adolf Hitler geäußert.
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,763599,00.html
Was wäre der deutsche Journalismus ohne seinen wichtigsten Themen- resp. Arbeitgeber?
das es erst jetzt passiert.
Er war mit seinen Äusserungen ja schon immer etwas neben der Spur.
Nur konnte man da es vieleicht noch mit "es ist halt ein Künstler" wegbügeln.
Aber alles geht eben doch nicht als Kunst durch.
Und das hätte er auch schon vor seinen Äusserungen
über einen gewissen Herrn wissen können.
Denn bei dem war auch nicht alles geschätzte Kunst.
Das, was von Trier im Video assoziierend vor sich hinstammelt, ist etwas unüberlegt, ja. Aber in der Essenz gibt er zu, der Ästhetik im 3. Reich teilweise etwas abgewinnen zu könnnen. Und dass ihm der Hitler im Bunker teilweise auch irgendwie leid tut. Das soll nun ein schlimmer Skandal sein?
Hoffen wir mal, dass Martin Scorsese nicht ebenso dünnhäutig ist und einfach versteht, dass Lars Von Trier deprimierende Filme macht, weil er einfach nicht lustig sein kann! Hier der Artikel zu Tries/Scorseses Taxi-Driver-Remake: http://www.movieparasite.de/2011/05/...driver-remake/
und was genau war an den äußerungen nun schlimm?
so was wird man ja wohl noch sagen dürfen.
zensur pur. arm arm arm.
für ein breites Publikum, besonders aber einige Hochmögende in Cannes:
Thomas Mann: Bruder Hitler
oder auch
Jan Lenco: Ein Tag
Ob einer der beiden wohl auch ausgeschlossen worden wäre?
Meine Güte! Jeder weiss, dass Lars von Trier einen komischen Humor hat und kein Nazi ist.
Er sagt, der Typ (Hitler) täte ihm leid. Jeder gute Christ sollte das verstehen. Bestrafe den Täter aber fühle Mitleid mit ihm. Was ist so monströs daran?
Es bedeutet ja nicht, dass man den Mord an Juden befürwortet (P.S. Israel ist ein Staat, keine Person und er hat nicht den Untergang Israels verlangt).
Schon wieder ein Fall von Political Correctness.
Also sein Film sieht sehr interessant aus!
So viel zur westlichen Meinungsfreiheit. Lars von Trier hat weder den Holocaust geleugnet noch gutgeheissen, aber das reicht, dass ihm im Form eines Festival-Ausschlusses der Mund verboten wird. Da hat er sich wohl verkalkuliert mit seiner Strategie, in die Medien zu kommen.
Gerade die Filmindurstrie sollte sich doch ihres ambivalenten Verhaeltnisses zum Nazi-Regime bewusst sein. Nicht nur, das eine Person wie Leni Riefenstahl in diesem Zwielicht steht, auch wird das Thema rund um Hitler immer wieder in den unterschiedlichsten Filmen verwurschtet, die auch zum Teil manchmal seine menschliche Seite versuchen zu zeigen.
Manchmal nervt es, dass das Nazi-Thema so ein Tabu-Thema ist, bei dem man arg aufpassen muss, wie man etwas dazu ausdrueckt.
Naja, auf der anderen Seite war ich aber auch nie ein Sympathisant von Lars von Trier, mit dieser Provokation hat er sich noch weiter von meiner Sympathie entfernt - aber leider hat dies auch das Cannes-Festival getan mit dem Ausschluss. Das steht nun alles irgendwie in einem berlogenem, heuchlerischen Licht, aber the show must go on...