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Nach Fukushima: Japanischer Konzern will Reaktoren wieder starten

APDer japanische AKW-Betreiber Kansai will zwei seiner Reaktoren zügig wieder hochfahren - noch diese Woche soll die Regierung in Tokio darüber entscheiden. Dabei warnen Experten, der Konzern habe die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen noch nicht umgesetzt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...826407,00.html
  1. #90

    Zitat von BeitragszahlerwiderWillen Beitrag anzeigen
    Ich halte ZDF für eine Vertrauenswürdige Quelle. Sie offenbar nicht.
    Sicher vertrauenswürdig, aber es wundert mich, dass ich sonst nichts über das Thema lese.
    Das war nicht in Fukushima, sondern Tokio.

    Um so schlimmer, denn Tokio liegt 240km entfernt...wieso fühlen sich die Menschen in Tokio bedroht, wenn Ihrer Meinung nach in Fukushima keine Gefahr besteht?
    Das war nicht einmal eine Woche nach dem Unfall. Was damals passieren würde, war niemandem klar. Dass deutsche Firmen immer noch Mitarbeiter aus Tokio abgezogen haben, glaube ich nicht. Ich habe keinen Beleg dafür, aber während die deutsche Botschaft damals dazu aufgefordert hat, Tokio zu verlassen, und wochenlang nur das auf der Leitseite der Botschaft zu lesen war, ist das nicht mehr so, wie man sich vergewissern kann.

    Tschernobyl ist nicht Fukushima. Wo sind die Leukämie-Fälle in Japan?
    Niemandem ist geholfen, wenn haltlose Theorien verbreitet werden.

    Aha, japanische Strahlung ist besser...
    Nein, aber erstens geringer, und zweitens wissen Sie nicht, ob die Bevölkerung in Japan ähnlich wie in der Ukraine und in Weißrussland betroffen wurde.

    Und wie ich Ihnen bereits zwei mal zu erklärt habe, dauert es eine Weile, bis sich weitere Fälle entwickeln.
    Stimmt, und deswegen weiß man auch nicht, ob es dazu kommt. Sie stellen es aber als sicher dar, dass Tausende an Krebs erkranken und sterben werden.

    Ich dachte, es dauert eine Weile, bis sich solche Fälle entwickeln? Könnte es vielleicht sein, dass sowohl er als auch der TV-Moderator aus anderen Gründen Krebs bekommen haben? Immerhin ist Krebs in Japan bei weitem (40%) die wichtigste Todesursache.
  2. #91

    Daheim ist es gefährlicher

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der japanische AKW-Betreiber Kansai will zwei seiner Reaktoren zügig wieder hochfahren - noch diese Woche soll die Regierung in Tokio darüber entscheiden. Dabei warnen Experten, der Konzern habe die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen noch nicht umgesetzt.
    Viele Hausbesitzer in Deutschland wissen gar nicht, daß sie in ihrem Keller einer höheren radioaktiven Belastung ausgesetzt sind als die meisten Gebiete in der 20 km-Zone um Fukushima aufweisen.

    "Man sieht es nicht, man riecht es nicht und man schmeckt es nicht: Radon, ein radioaktives Zerfallsprodukt von Uran. Vor allem aus dem Erdboden wird Radon freigesetzt und steigt durch Zwischenräume und Risse des Mauerwerks unbemerkt in die Wohnungen. Wissenschaftler sind sich sicher, dass das natürlich vorkommende Edelgas eine Ursache für tödlichen Lungenkrebs ist."(BMU)
  3. #92

    Hallo Herr Ermecke!

    Zitat von KlausErmecke Beitrag anzeigen
    Lassen Sie uns trotzdem annehmen, gleich morgen geschähe ein so schweres Erdbeben, daß der Block 4 einstürzte und das aus Beton gegossene Abklingbecken aufrisse. Dann würde dieses Becken auf den übrigen Trümmern liegen, gefüllt mit bisher intakten Brennelementen in ihren Halterungen. Dann würde TEPCO eine der in Reserve gehaltenen Betonpumpen an die Ruine heranfahren und die Brennelemente von oben besprühen.
    Nein, wenn das Becken abstürzt, oder auch nur ein größeres Leck bekommt, dann läuft es trocken, und dann gibt es reichlich harte Gammastrahlung und einen deftigen skyshine. Und dann ist Feierabend in Daiichi. Keine Betonpumpen mehr und auch sonst nix. Nur noch Evakuierungsmeldungen für einen 450km-Radius und dann... was auch immer.

    Die Nachzerfallswärme dieser Brennelemente ist mittlerweile sehr gering, auch ist in den Brennstäben mittlerweile kein Jod mehr vorhanden. Die Gefahr für Nordjapan ist nichts als freie Phantasie aber nicht real.
    Das Jod ist in diesem Fall unerheblich und wurde von Ihnen lediglich hier als rhethorische Nebelkerze verwendet, um die Brisanz der Situation zu verschleiern. Denn: Die Nachzerfallswärme ist, wenn sie nicht mehr effektiv durch umgebendes Wasser abgeführt wird, mehr als ausreichend, um innerhalb von Minuten ein zünftiges Zirkoniumfeuer zu entfachen, das deutlich heißer brennen würde, als das Graphitfeuer, das damals in Tschernobyl gewütet hat. Und aufgrund der anschließenden Unbetretbarkeit des Kraftwerksgeländes aufgrund der Gammastrahlung nach diesem Inertialereignis wäre dann der Rest der 11.000+ Brennstäbe in Daiichi logischerweise schnell ebenfalls in jeopardy. So sind die Fakten. Das weiß TEPCO, das weiß die japanische Regierung und auch ein guter Teil der Öffentlichkeit dort. Und auch die UNO. Sie anscheinend kannten Sie allerdings (bisher) noch nicht.

    Die Gefahr ist real. Und sie ist übrigens nicht, wie Sie zu implizieren versuchen, auf Nordjapan beschränkt, sondern vielmehr weltweit gegeben. Es sei denn, Sie bestehen darauf, dass die Freisetzung von ca. 25.000 oder mehr Hiroshima-Bomben-Äquivalenten an 137Cs (zuzüglich den nasty stuff in den ollen Brennstäben: 90Sr, 239Pu usw.) – freigesetzt innerhalb weniger Tage auf einen Schlag und aufgrund der starken Schlotwirkung von Zirkoniumfeuern (ionizend gases) in den Jetstream getragen – nordhalbkugelweit dem lokalen Fallout freigegeben, keine Gesundheitsgefahr für die jeweils lokalen Bevölkerungen darstellt. Aber ich denke, soweit zu gehen, das zu behaupten, dürften (oder dürfen?) auch Sie wohl nicht gehen.

    Hoffen wir also, dass Sie – im Gegensatz zur Einschätzung von TEPCO und der japanischen Regierung übrigens – mit Ihrer Ansicht recht haben, dass ein Erdbeben der Stärke 7 oder mehr am Ort des Reaktors die Abklingbecken in Block #1, #2, #3 und #4 ohne größeres Leck am Boden oder an den Seitenwänden zurücklassen wird. Oder darauf, dass von Seiten des UN-Generalsekretärs Ban bald eine offizielle Verlautbarung zu der Angelegenheit herausgegeben wird.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Florian Zschage
  4. #93

    Aktueller Nachtrag

    Dürfte heute auf allen Titelseiten sein (oder sollte es zumindest):

    Russia Stunned After Japanese Plan To Evacuate 40 Million Revealed
    (EU Times, 15. April 2012)

    Über diese leerstehenden Städte wurde letztes Jahr auch schon auf Spiegel-Online berichtet. Auf diese Weise könnten sie einen guten Zweck erfüllen. :)
  5. #94

    Diplomatische Kanäle

    Die Informationen aus meinem letzten Posting bitte ich unter Vorbehalt zu betrachten, da sie meines Wissens nach von offizieller russischer Seite bisher weder bestätigt, noch dementiert wurden. Hinzu kommt das Faktum, das die betreffende Website bei genauerer Begutachtung aus meiner Sicht nur bedingt vertrauenswürdig ist. Da die Darstellung als Möglichkeit mir dennoch plausibel und nachvollziehbar erscheint, verzichte ich vorläufig auf eine endgültige Beurteilung und lasse sie ersteinmal so stehen, bis neue, Klarheit schaffende Informationen verfügbar sind und überlasse dem geneigten Leser die jeweils eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, ob es sich so zugetragen hat, oder nicht.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Florian Zschage
  6. #95

    Zitat von KlausErmecke Beitrag anzeigen
    Darüber habe ich mit Unterstützung mehrerer Reaktorexperten eine Studie geschrieben: http://www.ke-research.de/downloads/...maDesaster.pdf . Das Desaster wurde von einem Tsunami ausgelöst, also nicht von einem Erdbeben direkt.
    Na wenigstens weiss ich jetzt was von ihren Kommentaren zu halten ist. Als was würden sie KE-Research bezeichnen? Als Think-Tank? Als Lobby-Organisation? Was sie als Wirtschaftsingenieur alles zu beurteilen vermögen, wird m.E. dem Namen "Research" nicht so ganz gerecht.
    Wer war der Auftraggeber ihrer "Studie"?
    Wäre schön wenn sie die die Quellen gleich zu ihren Fussnoten geschrieben hätten anstatt ans Ende, sodass eine Zuordnung möglich gewesen wäre. In ihren Fußnoten taucht vor allem "GOJ" auf, was ist das, "Government of Japan"? Falls ja würde ich das nicht unbedingt als neutrale Quelle betrachten.
    Dann Äusserungen wie:
    "es gab keine Menschenverluste durch Strahlung. Die bauli-
    chen und organisatorischen Vorbereitungen, das Krisenmanage-
    ment und nicht zuletzt der Mut und das Können der beteiligten
    Mitarbeiter waren insofern zum Schluß erfolgreich, trotz dramati-
    scher Rahmenbedingungen und sehr bedeutender Mängel."
    kann man nur (zurückhaltend) als sehr verfrüht bezeichnen, die Spätfolgen des Ereignisses sind noch nicht zu beurteilen.
    Oder:
    "Ein Kernschmelzunfall entwickelt sich seinem Wesen nach
    langsam, über Stunden oder Tage. Eine plötzliche Explosion des
    Reaktors gibt es nicht. Sobald es gelingt, eine Feuerwehrpumpe,
    und ein paar Schläuche herbeizuschaffen und an einen Hydran-
    ten, Teich oder Tankwagen mit Wasser anzuschließen, wird spä-
    testens die Schmelze gestoppt."
    Mit dieser Aussage sollten sie ziemlich alleine im Wald stehen, es hätte gereicht das die Druckentlastung fehlschlägt, dann wäre es sehr wohl zu einer Explosion gekommen. In Tschernobyl gab es übrigens eine solche.
    "3. Im Extremfall droht die Evakuierung eines begrenzten Gebie-
    tes für einige Monate, aber nicht der Tod vieler Menschen."
    Wie man in Tschernobyl beobachten kann.

    Man könnte die Liste beliebig fortführen.


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