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Mythen der Arbeit: Soziologen müssen Taxi fahren - stimmt's?

dapd"Der Rest ist für Sie", so enden Gespräche mit Soziologen. Ein gehässiges Klischee besagt nämlich, dass die meisten Absolventen als Taxifahrer jobben - oder sonst was machen, wofür man kein Studium braucht. Ein Mythos, sagt Arbeitsforscher Joachim Möller. Allerdings werden nur wenige Geisteswissenschaftler reich.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...817182,00.html
  1. #1

    Alles alles!

    Wer die "Theorie Sozialer Systeme" hinter sich hat, den schreckt nichts mehr - und der kann zwar, muss aber wirklich nicht Taxi fahren. Ich habe das Vergnügen, als Soziologe bei einer der großen Unternehmensberatungen zu arbeiten - als Partner. Hier kann ich mich über Arbeitszufriedenheit, Selbstverwirklichung UND ein hohes Einkommen freuen - ohne BWL, Ing., NaWi...-Studium.
  2. #2

    Geistes-"Wissenschaft"

    Zitat von grafjuval Beitrag anzeigen
    Wer die "Theorie Sozialer Systeme" hinter sich hat, den schreckt nichts mehr - und der kann zwar, muss aber wirklich nicht Taxi fahren. Ich habe das Vergnügen, als Soziologe bei einer der großen Unternehmensberatungen zu arbeiten - als Partner. Hier kann ich mich über Arbeitszufriedenheit, Selbstverwirklichung UND ein hohes Einkommen freuen - ohne BWL, Ing., NaWi...-Studium.
    Ich bekomme regelmäßig Pickel, wenn ich das Geschwafele selbsternannter 'Wissenschaftler' lese. Wenn es Geisteswissenschaften gibt, dann Mathematik und Philosophie. Alles Andere liegt zwischen Meinung (manchmal nicht weit vom Stammtisch-Niveau) und Selbstbeweihräucherung. Am schlimmsten bei den Politik-'Wissenschaftlern' zu finden, die man deswegen lieber 'Politastrologen' nennen sollte...die sind am Taxi-Steuer unschädlicher.
  3. #3

    Kann alles - aber nichts richtig

    In diese Kategorie fallen halt Soziologen und müssen deshalb mit diversen anderen Professionen um den Job ringen. Als Geograph (Populärwissenschaftler) falle ich in die gleiche Kategorie, trotzdem muss ich nicht Taxi fahren oder Sport und Erde unterrichten. Zum Glück gibt es interessante Nischen und nach ein paar Jahren interessiert sich sowieso keiner mehr dafür was man gelernt hat sonder was man kann.
  4. #4

    Zitat von ludex Beitrag anzeigen
    Ich bekomme regelmäßig Pickel, wenn ich das Geschwafele selbsternannter 'Wissenschaftler' lese. Wenn es Geisteswissenschaften gibt, dann Mathematik und Philosophie. Alles Andere liegt zwischen Meinung (manchmal nicht weit vom Stammtisch-Niveau) und Selbstbeweihräucherung. Am schlimmsten bei den Politik-'Wissenschaftlern' zu finden, die man deswegen lieber 'Politastrologen' nennen sollte...die sind am Taxi-Steuer unschädlicher.
    Ach nein wie schön. Ich schicke Ihnen gerne mal meine Arbeit an dich ich gerade sitze wenn sie fertig ist. Mit Astrologie hat das eher wenig zu tun. Viel mehr mit der Anaylse politischer Prozesse und deren Auswirkungen. Was daran "raten" sein soll weiß ich dadurch nicht. Aber Sie kennen sicherlich hunderte, wenn nicht tausenden, Politikwissenschaftler und solche die es werden wollen.
    Jetzt möchte ich aber gerne einmal doch raten: Sie beschweren sich wahrscheinlich oft und laut über die Unfähigkeit von Politikern, der Unsinnigkeit der Europäischen Union usw. Da frage ich mich dann, ob Sie nicht gerne jemandenden hätten, der Ihnen Vorgänge in der Regierung, der EU, der UNO usw. erklärt? Aber das wäre dann wahrscheinlich zuviel des Guten, wenn auf einmal Leute mit Argumenten auftauchen.
  5. #5

    Belastbares? Fehlanzeige.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    " Ein gehässiges Klischee besagt nämlich, dass die meisten Absolventen als Taxifahrer jobben - oder sonst was machen, wofür man kein Studium braucht. Ein Mythos, sagt Arbeitsforscher Joachim Möller. Mythen der Arbeit: Soziologen müssen Taxi fahren*- stimmt's? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Und zur Entkräftung dieses Mythos trägt der Artikel nichts Belastbares bei. Es fehlt jede Aussage darüber, ob Soziologen signifikant häufiger ausbildungs*in*adäquat beschäftigt sind als andere Akademiker. Dass sie signifikant weniger verdienen *kann* ein Hinweis darauf sei, muss es aber selbstverständlich nicht.

    In der verlinkten Studie heißt es über diejenigen Soziologen, die eine Anstellung gefunden haben, dass für die besetzten Stellen überwiegend (zu 59%) eine akademische Ausbildung erforderlich gewesen sei. Ich habe nicht die Durchschnittswerte für Akademiker insgesamt parat, aber mir kommt es schon eher wenig vor.
  6. #6

    Dieter Nuhr lässt grüßen

    Zitat von ludex Beitrag anzeigen
    Ich bekomme regelmäßig Pickel, wenn ich das Geschwafele selbsternannter 'Wissenschaftler' lese. Wenn es Geisteswissenschaften gibt, dann Mathematik und Philosophie. Alles Andere liegt zwischen Meinung (manchmal nicht weit vom Stammtisch-Niveau) und Selbstbeweihräucherung. Am schlimmsten bei den Politik-'Wissenschaftlern' zu finden, die man deswegen lieber 'Politastrologen' nennen sollte...die sind am Taxi-Steuer unschädlicher.
    Von empirischem Arbeiten, von mathematischer und Computermodellierung in den "Geistes"-Wissenschaften haben Sie offensichtlich noch nicht wirklich was gehört.
  7. #7

    Zitat von mibarina Beitrag anzeigen
    Von empirischem Arbeiten, von mathematischer und Computermodellierung in den "Geistes"-Wissenschaften haben Sie offensichtlich noch nicht wirklich was gehört.
    Definieren Sie "Geistes"-_Wissenschaften_. BWL und VWL enden auf '-Lehre', gehen von vornherein als Lehrmeinungen also ehrlich mit ihren Inhalten um. Aus dem gleichen Grunde entfallen Jura und religiöse Fächer.

    Empirische Methoden und Computermodellierung... ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das bei politischen Abläufen in Brüssel oder Afghanistan politologisch hilfreich wäre (allenfalls, wenn man Stochern im Nebel als Empirie verkauft).

    Es gibt keine reproduzierbaren Ergebnisse, die man von wissenschaftlichen Methoden erwarten muss, das ist das Problem, was man auch mit untauglichen Werkzeugen nicht besser hinbekommt. Die Gestirne am Himmel lassen sich hervorragend im Rechner modellieren und anzeigen, ihre Ausdeutung in der Astrologie...?
  8. #8

    Zitat von ludex Beitrag anzeigen
    Empirische Methoden und Computermodellierung... ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das bei politischen Abläufen in Brüssel oder Afghanistan politologisch hilfreich wäre (allenfalls, wenn man Stochern im Nebel als Empirie verkauft).
    Als Tip: Nicht empirisch forschen, sondern bekannte Theorien mal genauer angucken. Da kann man dann auch Vorgänge in Afghanistan ganz gut mit erklären. Und wenn man den will gibt das auch empirisch etwas her. Den Afghanistan ist ja z.B. nicht der erste Einsatz der NATO. Man kann doch also mal den Einsatz auf dem Balkan mit dem in Afghanistan vergleichen. Und schon hat man Gemeinsamkeiten, Unterschiede und kann daraus einiges erklären. Nehmen sie doch mal eine politikwissenschaftliche Zeitschrift in die Hand (Foreign Affairs gefällt z.B. mir sehr gut) und verfolgen Sie mal aktuelle Diskussionen in der Politikwissenschaft.
  9. #9

    Zitat von ludex Beitrag anzeigen
    Definieren Sie "Geistes"-_Wissenschaften_. BWL und VWL enden auf '-Lehre', gehen von vornherein als Lehrmeinungen also ehrlich mit ihren Inhalten um. Aus dem gleichen Grunde entfallen Jura und religiöse Fächer.

    Empirische Methoden und Computermodellierung... ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das bei politischen Abläufen in Brüssel oder Afghanistan politologisch hilfreich wäre (allenfalls, wenn man Stochern im Nebel als Empirie verkauft).

    Es gibt keine reproduzierbaren Ergebnisse, die man von wissenschaftlichen Methoden erwarten muss, das ist das Problem, was man auch mit untauglichen Werkzeugen nicht besser hinbekommt. Die Gestirne am Himmel lassen sich hervorragend im Rechner modellieren und anzeigen, ihre Ausdeutung in der Astrologie...?

    Sie machen deinen kategorialen Denkfehler. Sie stülpen Ihre naturwissenschaftlich-positivistische Grundhaltung über die Soziologie und nutzen Ihre eigene mangelnde wissenschaftstheoretische Reflexion, auch aufgrund offensichtlicher Unkenntnis des Fachs, um Kritik zu üben. Bitte beschäftigen Sie sich erst mal mit dem Gegenstand, den sie kritisieren. So ein Geschwafel Ihrerseits ist in der Tat unerträglich.


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