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Mythen der Arbeit: Es fehlen Fachkräfte, weil die Gesellschaft altert - stimmt's?

DPADer demografische Wandel krempelt Arbeitsmarkt und Gesellschaft kräftig um. Doch die Engpässe, die Unternehmen bei bestimmten Fachkräften bereits heute beklagen, lassen sich noch nicht auf den demografischen Wandel zurückführen, erklärt Arbeitsforscher Joachim Möller.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...837409,00.html
  1. #30

    Nein, es gibt ganz andere Gründe,

    Der demografische Wandel krempelt Arbeitsmarkt und Gesellschaft kräftig um. Doch die Engpässe, die Unternehmen bei bestimmten Fachkräften bereits heute beklagen, lassen sich noch nicht auf den demografischen Wandel zurückführen, erklärt Arbeitsforscher

    ...die SPON aber nicht schreibt. Die Geiz ist Geil-Haltung der deutschen Politik und der Wirtschaft. Wer es sich leisten konnte, sich in diesem Land gut auszubilden, der läßt sich nicht von ungebildeten und eingebildeten Personalern auf Niedrigstlohn herunterhandeln, sondern packt seine Koffer und geht ins Ausland. Die Berliner Ministerien, die unbezahlte Praktikanten zu tausenden schuften lassen oder eine Politik, die ungestraft zu läßt, dass rumänische Arbeiter für 1,- Euro am Tag auf öffentlichen Bauprojekten versklavt werden. Demografie - so kann man die Sau auch nennen, die man täglich durchs Dorf treibt. In Wirklichkeit sind es verfehlte Bildungspolitik und hypersubventionierte, erpresserische Industrie und gekaufte Gewerkschaften die für den himmelschreienden Schwachsinn verantwortlich sind, dass Fachkräftemangel herrscht, billige Kräfte aus dem Ausland für teuere Steuergelder angeworben werden, während tausende von fertigausgebildeten Jungingenieuren und 40jährigen auf ALG I und II sich als CallCenter Agent prostituieren müssen. s.a. Berliner Zeitung 3.6.12: "Eliten sind Teil des Problems"
  2. #31

    stimmt

    Zitat von DerKritische Beitrag anzeigen
    haben die meisten Unternehmen.
    Deutschland mag zwar für Unternehmen teilweise
    noch attraktiv sein, ist es aber für Arbeitnehmer gar nicht. Wer eine gute Ausbildung mit guten
    Sprachkenntnissen besitzt, sucht sich besser
    etwas im weltweiten Ausland. Da liegt das eigentliche Problem. Was in D. gesucht wird,
    sind erstklassige ausgebildete Mitarbeiter zu
    Hungerlöhnen.Wer klug ist geht gleich und
    verschwendet nicht noch sien Zeit in Deutschland.
    ... aber nicht nur, daß die aus Deutschland stammenden und hier gut ausgebildeten Fachkräfte abwandern (sollten), es ist doch mit der Anwerbung von ausländischen Fachkräften ähnlich:
    Wenn ein "Computer-Inder" sich dazu entschließt, sein Glück im Ausland zu suchen, dann ist es ihm erst einmal egal, ob er nach Europa kommt, oder in die USA geht.
    Dann merkt er allerdings, daß in den USA Englisch gesprochen wird, meistens jedenfalls, daß in den USA in seinem Job sehr viel höhere Gehälter gezahlt werden, als z. B. in Deutschland und daß gleichzeitig das Leben in den USA bei dem zu erwartenden Gehalt um Klassen angenehmer ist, als in Deutschland (wer mal in den USA gearbeitet und gelebt hat, wird das bestätigen können).
    Wer kommt also nach Deutschland? Die übrig gebliebenen, die selbst in den USA nichts finden.
  3. #32

    Das sagt alles

    Zitat:
    "Beispiel Ingenieurmangel. Absolventen ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge hatten nach der schweren Rezession 1993/94 durchaus Probleme, eine Stelle zu finden. Große Firmen verhängten Einstellungsstopps. Kein Wunder, dass die Studierneigung in diesen Fächern zurückging."

    Der einzige Grund, warum es Fachkräftemangel gibt (wenn überhaupt) ist die kurzsichtige und asoziale Personalpolitik Deutscher Unternehmen. Hinzu kommen hunderttausende jünger gut qualifizierte Menschen, die ins Ausland vertrieben worden und die Millionen älterer Arbeitnehmer, die u.a. in den Vorruhestand entsorgt wurden.
  4. #33

    Arbeitspolitik mal anders

    An geschätzte Frau MdB. Antje Tillmann / Offener Brief

    Teil III. Arbeitspolitik.

    Auch die Arbeitspolitik sollte vordergründig für die Stabilität in der Bevölkerung Sorge tragen , und diese zu sichern , in dem sie so ausgerichtet wird , dass sie mit ihren Mitteln andauerndes Wohl und die Zufriedenheit der gesamten Bevölkerung erzeugt , bei gleichzeitiger Beibehaltung der privaten Produktionsmittel und privaten Eigentums als Grundlage des Wirtschaftssystems.

    Ein Model mit 8 Millionen Arbeitstellen ausserhalb der staatlichen Stellen , wie auch 8 Jahre produktiven Vollzeitarbeit bei gleichzeitiger Abschaffung der heute die Arbeitslosenzahlen-Statistik mindernden , unwürdigen Jobs , würde vor allem in Bereichen der dispositionarmen Tätigkeiten eine Ausscheidung aus dem Arbeitsprozes bewirken und überführt die Bürger in eine , die Würde nicht mindernde Versorgung , wobei es allen offen steht , wie lange sie arbeiten wollen ,die formulierte 8 Jahre berechtigen zu sofortigen Alimentierung , fals sich der Bürger nach 8 Jahren fürs Leben und Erleben entscheidet. Als Maßstab dieser Versorgung sollte zum Beispiel die Versorgung (Beamtentarife) der Staatsdiener dienen , wo der Staat heute darauf peinlichst achtet , das die Beamten in Würde ihr Leben gestalten dürfen.

    Den Technischen Fortschritt zu unserem Vorteil wenden , damit man den Fortschritt nicht als ein Mittel zu einer Differenzierung und Ausschluß Teile der Bevölkerung aus der Gesellschaft mißbrauchen kann , wie Marx die Differenzierung und Ausschuß durch technischen Fortschritt von Kapitalismus gefordert hat , um sozialistischen Idee Fahrwasser geben zu können.

    Die sehr kurze Spange des Lebens , die uns zu Verfügung steht , wird momentan völlig den Interessen der Produktion geopfert , der Individuelle Nutzen und Sinn des Lebens geht dabei verloren , nähmlich individuelle Interessen zu leben und zu erleben.

    Mit Nutzung der modernsten Technologien würde die Zahl der in die Produktion einbezogener Mitbürger völlig ausreichend sein , um den Bedarf der Gesellschaft zu höchsten Zufriedenheit zu decken , würde die Überproduktion minimieren , Resourcen schonen und das hässliche , mit negativen Attributen behaftetes Wort der Arbeitslosigkeit aus dem Wörterbuch tilgen.
    JF.
  5. #34

    Den Mangel gibt es nicht

    Diesen Fachkräftemangel GIBT ES NICHT. Das schreiben sie doch selber. Am leichtesten läßt sich das zudem daraus ablesen, daß das Lohnniveau weiterhin - auch bei Ingenieuren - nicht steigt. Wäre ein Engpaß da, dann müßte die Industrie in einen Wettstreit um die Fachkräft eintreten und das würde heißen gut bezahlen.
    Das ist nicht einmal ansatzweise zu beobachten.

    Woher kommt die Mär ? Aus einer einzigen von der Industrie finanzierten Studie. Alle anderen Studien konnten diesen Mangel nicht feststellen.

    Was ist die Motivation der Industrie, diese Mär aufzubauen und zu unterhalten ? Ganz einfach: Sie wollen eine Überangebot auf den Markt locken, damit sie weiterhin nichts tun müssen und dennoch mit niedrigen Löhnen gute Ingenieure auswählen können.

    Was ich mich frage ist: Warum diskutiert der Spiegel immer wieder diese Mär, die nur aus einer einzigen Studie stammt ?
  6. #35

    Zitat von Crom Beitrag anzeigen
    Nach einem Jahr sind die Hälfte der bei uns eingestellten Frauen schwanger. Was glauben Sie, welche Lehren der Arbeitgeber daraus zieht? In der neuen Geschäftsstelle, in der ich tätig bin, arbeiten erst einmal nur Männer. Frauen können wir uns leisten, wenn wir am neuen Standort etabliert sind.

    Ihr Arbeitgeber ist schäbig und hat vergessen, dass er eine gesellschaftliche Aufgabe bzw. Verantwortung hat! ER hat dafür zu sorgen, dass Menschen die Zeit gegeben wird, Kinder großzuziehen. Diese Kinder werden später einmal seine Kunden sein und wenn er deren Entstehung nicht fördert, sägt er an dem Ast, auf dem er hockt.
    Scheinbar sieht er seine Beschäftigten nicht mehr als MITArbeiter, sondern nur noch als Kostenfaktoren und solange das in Deutschland so ist, würde ich mir das als gut ausgebildeter Mensch nicht mehr gefallen lassen und mein Glück in anderen Ländern suchen. Dort gibt es dann plötzlich die anständigen Gehälter, die guten Arbeitsbedingungen, die Zeit zum Kinderkriegen und, und, und.

    Zeigt doch den Unternehmen in Deutschland einfach den Finger, damit es wirklich mal zu "Fachkräftemangel" kommt. Erst dann wird sich hier etwas ändern. Wenn unsere AkademikerInnen wirklich klug und flexibel wären, sie hätten längst die Kurve gekratzt.
  7. #36

    Der Fachkräftemangel?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der demografische Wandel krempelt Arbeitsmarkt und Gesellschaft kräftig um. Doch die Engpässe, die Unternehmen bei bestimmten Fachkräften bereits heute beklagen, lassen sich noch nicht auf den demografischen Wandel zurückführen, erklärt Arbeitsforscher <i>Joachim Möller.</i>

    Fachkräftemangel hat nichts mit demographischem Wandel zu tun - SPIEGEL ONLINE
    Um welche Fachkräfte geht es eigentlich? Wohl kaum um studiertes Fachpersonal, weil die weben ja mitlerweile auf der Stelle mit ihren Mitbewerbern.

    Also wo gibt es Fachkräftemangel?

    Natürlich in den Handwerksbetrieben und das sind Berufe, die da jeder wahrhaft mal in Anspruch nehmen muss.

    Es fehlen keine Handwerksfachkräfte auf Grund einer Überalterung, sondern es fehlen die AUSBILDUNGSBETRIEBE im Handwerk, weil die nämlich ihren 2 Kindern im Durchschnitt (hier könnte man es auf die Pille schieben) ein Studium finanzierten und sie nicht mehr die Handwerksbetriebe übernahmen, weil Handwerk leistet wahre ARBEIT.

    Der ganze Schwachsinn ist doch hausgemacht.

    Nach dem 2. Weltkrieg hat kein Handwerker nach einem Zeugnis seines Lehrlings gefragt und trotzallem scheinen die Lehrlinge das geschafft zu haben und damals hat auch der noch ne Chance bekommen, der kaum lesen und schreiben konnte, wenn er durch ne Chance beweisen konnte, dass er besser gerade Wände mauern konnte, als ein studierter Architekt.


    Ein alter Spruch sagt: Handwerk hat goldenen Boden!

    Ich bin mir sicher der Spruch ist sehr wahr!

    Und teuer ist immer das, wovon es zu wenig gibt.

    MFG
  8. #37

    Und wo fehlen diese Fachkräfte?

    Ich bin etwas erstaunt - schon länger, denn dieser Ruf nach den fehlenden Fachkräften ist nicht neu, sondern seit Jahren wabert dieses Mangelgerede durch die Medien und die Arbeitswelt. Ich bin ein IT-Consultant und daher ständig in irgendwelchen High-Tech Firmen - vor allem der Luft und Raumfahrt, aber auch andere Wehrtechnik und Hersteller für öffentlichen Nahverkehr unterwegs.

    Egal wo ich hinkomme, gibts "Einstellungsstopps" - ich würd ja manchmal ganz gerne meinen Heute-hier-morgen-Dort-Job an den Nagel hängen und fest angestellt arbeiten. Ist aber Essig, da bestenfalls innerhalb des Konzerns die Stellen gewechselt werden. Ausserdem wird Altersteitzeit-ausgestellt, ausgesourced und ständig umgezogen, damit die Leute freiwillig gehen. NEU eingestellt wird nirgendwo - zumindest nicht in Bayern, wo ich hauptsächlich tätig bin. Oder aber die Ansprüche sind so hoch, daß es unmöglich ist die Stelle zu besetzen.
    Für mich also alles nur dummes Gerede, es fehlen keine Stellen im Bereich der hochqualifizierten Fachkräfte - im Gegenteil - eher noch im Bereich des typischen Geringsverdieners, die in diesen Firmen primär von Zeitarbeitsfirmen gestellt werden.
  9. #38

    hm

    Zitat von Calenberg Beitrag anzeigen
    Ein zweites Problem liegt in den Personalbüros, die über Bewerbungen entscheiden. In den vergangenen Jahrzehnten sind immer jüngere Mitarbeiter eingestellt worden, die - natürlich - keine Erfahrung hatten und sich mehr durch Schlagwortwissen, denn durch fundierte Kenntnisse in Szene zu setzen wußten. Leute dieser Provenienz entscheiden nun darüber, wer in ihrem Betrieb neu eingestellt werden soll.
    Sehe ich gar nicht so. Die sog. Personaler langfristig tätiger Coleur haben doch den Arbeitsmarkt erst zu diesem Sklavenmarkt, der er heute teilweise, ist gemacht. Schubladendenken und fehlende Förderung von Talenten, bei gleichzeitig Beharren auf "alten" Regeln die in der heutigen Zeit völlig überholt sind. Die "jüngeren" bzw. aufgeschlosseneren schauen eher mal über den Tellerrand, schauen sich Systeme anderer Länder an, bei denen es deutlich ausgerichtet nach Fähigkeiten und Kenntnissen geht.
  10. #39

    Zitat von Negira Beitrag anzeigen
    Solange Ingenieurinnen im gebärfähigen Alter, genau aus diesem Grund keine Stelle bekommen (höchsten als Zeitarbeiter), solange ist der Fachkräftemangel ein Mythos.
    Ganz genau, kann ich nur unterstreichen. Schon lustig, wenn man allein durch Weglassen einer einzigen Zeile in der Bewerbung - Familienstand! - erreicht, dass man plötzlich von 5% Einladequote auf ca. 80%-90% hochschnellt. Nur dann auch gleich wieder traurig, wenn man den Personalern dann beim Interview zusehen kann, wie ihnen die Klappe runtergeht, wenn man im Interview die Familie nicht unverfroren weglügt... - Gegenüber so etwas sind fachliche Qualifikation, Referenzen, jahrelange sehr erfolgreiche Auslandstätigkeit, Flexibilität usw. doch vollkommen nebensächlich...


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