Nach dem Studium monatelange Knechtschaft, Kettenpraktika statt feste Stellen - das harte Los einer Generation von jungen Akademikern. Trifft dieses Bild wirklich zu? Arbeitsmarktforscher*Joachim Möller beschreibt die massenhafte Ausbeutung von Hochschulabsolventen als Legende.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...759837,00.html
Selbst Schuld wer sich trotz guter Ausbildung knechten lässt - wer wirklich gut ist, der verlässt Deutschland und arbeitet im Ausland, wo Leistung noch anerkannt wird.
... die Medienkrise durch das Internet, die insbesondere in den Print-Medien Jobs gekostet hat. Und auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist erstens nicht mehr so fett besetzt wie noch vor 20 Jahren und zweitens findet da eine Umverteilung von unten nach oben statt, d.h. zu Lasten von einfachen Redaktuersstellen und zu Gunsten der Gehälter von Anne Will, Maybritt Illner & Co.
Folge: Wer "Kommunikationswissenschaften und Journalistik" studiert, weil er seinem Traumberuf nachgehen will, muss damit rechnen, dass das ein hartes Brot sein kann. Das ist aber keine allgemein gesellschaftliches Problem sondern lediglich das Partikular-Problem einer kleinen Gruppe, die sich ihr Schicksal selbst ausgesucht hat.
die hälfte meines bekannten- und freundeskreises hat sich ewig mit praktika herumgeschlagen (nicht selten übrigens auch in ministerien) und ist heute froh, wenn ein jahresvertrag rumkommt.
aber solange man jung, gesund und ohne familienwunsch ist, geht das natürlich ok.
Im Titel Ihres Beitrags steht die Frage: insm-propagande?
Google beantwortet diese Frage gleich im ersten Hit: Aber selbstverständlich!
Schon erstaunlich. Immer, wenn einem besonders abstruse Behauptungen in den headlines von SPON übel aufstossen - man kann sicher sein, dass die INSM irgendwo dahintersteckt. So eine Medienpartnerschaft ist schon was Feines... :-P
Das Praktikum-Rumgewurschtele ist eine Unsitte und hat sehrwohl etwas mit Ausbeutung zu tun, da der Arbeitgeber nicht nur den Praktikanten, sondern auch dessen Eltern finanziell ausbeutet. Wie soll man von 400 Euro im Monat leben können, wenn erwartet wird, das man dafür 10-12 Stunden arbeitet, immer mit der wagen Hoffnung, das dabei in nicht allzu ferner Hoffnung ein Arbeitsvertrag rum kommen könnte? Da sind ja die Leiharbeitfirmen geradezu großzügig, weil man ja immerhin auf 1000 Euro im Monat kommen kann!
Natürlich sind die Geistes-und Sozialwissenschaften stärker von diesem Phänomen betroffen. Ich finde das sehr traurig. Natürlich finden viele nach einer längeren Durststrecke einen annehmbaren Job oder machen sich selbständig oder wechseln den Berufssektor und schulen um. Es ist schön mit der Freiheit der Geisteswissenschaften, jedoch kommt mir das System doch sehr ineffektiv vor.
Thema Studienberatung: Schülerin äußert den Wunsch eine Geisteswissenschaft zu studieren. Der Berufsberater legt 2 Statistiken auf den Tisch: über die Arbeitslosigkeit unter Geisteswissenschaftlern und Naturwissenschafltern. Die der Geisteswissenschaftlern sieht ungünstiger aus, jedoch entspricht sie der Neigung der Schülerin.
Das ist doch ein Dilemma, oder? Dieses Dilemma wird in der deutschen Gesellschaft nicht konstruktiv gelöst.
Warum werden nicht Literaten für Kindergärten, Ganztagsschulen und Altersheime ausgebildet?Wenn die Geistes-und Sozialwissenschaften stärker an einen ethischen Auftrag und ein Berufsfeld gekoppelt werden, dann wird die Generation Praktikum schmaler.
Immer nur den geisteswissenschaftlichen Studenten ins Gesicht zu schleudern: selbst Schuld, das falsche studiert, ist doch auf Dauer keine Lösung.