Forum


 

Mythen der Arbeit: Die Zeit der Vollbeschäftigung kommt nie wieder - stimmt's?

dapdVollbeschäftigung ist etwas für Traumtänzer? Träumen Sie ruhig davon, sagt Arbeitsforscher Joachim Möller: Arbeitslosenquoten von knapp über einem Prozent gibt es in manchen Landkreisen schon heute. Mit der richtigen Politik könnte es noch weniger werden.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-864126.html
  1. #1

    Vollbeschäftigung reicht nicht aus

    Es kann nicht das Ziel sein, dass jeder Arbeit hat. Stattdessen sollte es Ziel sein, dass jeder, der Arbeit hat, davon auch leben kann. Da wir davon weit entfernt sind, und es vermutlich auch bei "Vollbeschäftigung" noch nicht erreichen werden, bleibt die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens weiterhin attraktiv.
  2. #2

    Träumen Sie ruhig weiter!

    Die offiziellen Zahlen täuschen inzwischen nicht mehr nur, sie verleugnen den Zustand! Mit den Hartz Reformen hat man sehr erfolgreich Arbeit als Grundlage für Wohlstand sabotiert. Vorher hieß Arbeit, daß man eine gewisse Sicherheit seiner Existenz stabilisiert hat. Das ist heute nicht mehr der Fall, fast 7 Millionen Menschen arbeiten für Löhne, von denen sie nicht existieren können - nichtmal im sozialstaatlich definierten Sinn, noch viel weniger im realen! Offizielle 3 Millionen Arbeitslose kommen dazu, die gar nicht arbeiten. Das sind locker 20% der arbeitsfähigen Bevölkerung! Arbeit zu haben, bedeutet für diese Gruppe nichts wirklich positives, außer daß sie nicht rumsitzen und Däumchen drehen, sind sie genau so beschissen dran, wie ohne Arbeit. Der Zustand hat sich also keinesfalls verbessert, sondern ist dramatisch schlechter geworden. Von den sozialen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit, wie man sie bis 2001 definieren konnte, sind heute doppelt soviele Menschen betroffen (wie 2001) und das, obwohl sie überwiegend nicht arbeitslos sind.
    Außerdem sind die Arbeitslosen ökonomisch gewollt, über sie wird Druck auf die Arbeitnehmer produziert, was wie deutlich an der Lohnentwicklung zu sehen, sehr erfolgreich funktioniert. Wir werden schließlich seit Schröder (eigentlich seit Kohl, aber der hat das nicht so drastisch betrieben) von reinen Wirtschaftsvertretern regiert. Aber hauptsache Export! Schonmal aufgefallen, daß wir nicht einfach nur Wohlstand exportieren, sondern wir exportieren UNSEREN Wohlstand!
  3. #3

    wenn

    die Löhne weiter sinken (Lohnverzicht) müste doch eine Arbeitslosenquote von 0,5% zu schaffen sein.
  4. #4

    Schönschreiberei nenne ich das …

    … denn neben den blumigen Worten zu möglichen Konjunkturaussichten und tollen Beispielen aus der Vergangenheit sind noch andere Tendenzen zu beobachten die die Ernte auf dem Arbeitsmarkt generell für Arbeitnehmer verhageln werden.
    Speziell in Deutschland ist das Lohnniveau insgesamt seit 2000 gesunken, damit liegt Deutschland in Europa auch an der Spitze.
    Generell wird mehr automatisiert und damit auch immer mehr menschliche Arbeitskraft ersetzt.

    Dann kommt noch der faule Ruf nach Fachkräften aus aller Welt hinzu. Nicht weil die Qualifikationen hier nicht vorhanden wären? Nein vornehmlich auch zum Lohndumping.

    Die Agenda 2010 hat analog zu der amerikanischen Entwicklung mehr Jobs gebracht … ja, viele haben drei davon, von den Minijobs.

    Und am Ende noch die sarkastische Feststellung: Das Humankapital ist inzwischen das Konsumgut des Kapitals, im Überangebot als nachwachsender Rohstoff vorhanden und dazu auch noch ganz zur Freude der Grünen, ökologisch abbaubar.
    Optimierung der Volksausbeute … versuchen sie es einmal unter diesem Titel zu subsumieren, mal sehen wo dann der ganze Optimismus bleibt. Ja sicher in den Führungsetagen, nur eben nicht bei der verheizten Masse Mensch. Dafür muss irgendwas ganz grundlegend geändert werden. Dazu ist aber unsere derzeitige Mafia-Lobby-Politik nicht willens … ergo auch keine Besserung sondern im Konzert mit der Geld-Systemkrise eher weiter ein Daumen runter Zeichen.
  5. #5

    Die Zeit der Vollbeschäftigung kommt nie wieder - stimmt's?

    In den Wirtschaftsdokumentation auf dem Kulturkanal Arte 1Teil"Dergrosse Reibach" und "Teil"Der Tanz der Geier" wurde die Auswirkungen auf Arbeitnehmer/in mit thematisiert!!!

    Wieso wurde über einen sehr langen Zeitraum eine Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der Deregulierung umgesetzt(Stichworte: Einfrieren der Löhne,Zeitarbeit,TeilPrivatisierung der Sozialversicherungen)?
  6. #6

    Der Artikel

    ...... ist leider sehr undifferenziert und von daher weitgehend wertlos.
    Die zu Zeiten der „Vollbeschäftigung“ existierende Arbeitslosigkeit wurde, heutzutage weniger politisch korrekt und dennoch richtig als Bodensatzarbeitslosigkeit“ bezeichnet. Diese gab es und gibt es auch heute.

    Die hingegen mit der Zahl dieser Jahre verglichene Arbeitslosigkeit von 7% heutzutage ist, was die heutigen Zahlen betrifft, nicht vergleichbar.
    Die heutige Arbeitslosigkeit ist tatsächlich viel höher, da die Anzahl Arbeitssuchender, die in irgendwelchen Maßnahmen stecken, aus Altersgründen nicht mehr berücksichtigt werden u.a. nicht in diese Zahlen mit einfließen. Dadurch, daß bei der regelmäßigen Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen diese Faktoren genannt werden, kann zwar einerseits nicht von Betrug gesprochen werden, die Vergleichbarkeit der Zahlen mit denen aus anderen Jahren, insbesondere der 60er und 70er ist aber auch nicht möglich.

    Die Trendwende in der Arbeitslosigkeit unter den Arbeitsmarktreformen eines Bundeskanzlers Gerhard Schröder hat auch nur bedingt dazu geführt, daß Arbeitslosigkeit abgenommen hat: Es sind teilweise Arbeitsplätze, von denen keiner leben kann, keinesfalls Arbeitsplätze, die vergleichbar sind, mit den Arbeitsplätzen in früheren Zeiten.

    Daß sich unter den Arbeitslosen besonders häufig Personen ohne Berufsausbildung, weitaus seltener Facharbeiter oder gar Hochschulabsolventen befinden, mag stimmen. Wenn ja, ist es aber auch damit erklärbar, daß unter den besser ausgebildeten Arbeitnehmern viele gering vergütete aber durchaus anspruchsvolle Jobs annehmen mußten und aus der Tretmühle nicht mehr heraus- und an adäquate Jobs ran kommen. Der hier bestehende Verdrängungswettbewerb ist vergleichbar dem, der sich vor Jahrzehnten bei Berufsanfängern abzeichnete. Abiturienten studierten nicht mehr, nahmen den Realschülern vorbehaltene Berufe an. Realschüler verdrängten Hauptschüler etc.
  7. #7

    Wer glaubt

    daß der Kapitalismus an einer Vollbeschäftigung interessiert ist,glaubt auch an Rotkäppchen.Löhn lassen sich nur drücken mit einen großen Heer an Arbeitslosen,deshalb sorgen sie dafür,daß diese nicht ausgehen.Also Fachkräfte ins Land,auch Sinti und Roma !
  8. #8

    Millionen Vollbeschäftigte sind erwerbslos

    .
    Diese Tatsache senkt die offizielle Arbeitslosenquote, sagt aber nichts aus über die Anzahl der Erwerbslosen in diesem Land. Wer trotz Vollbeschäftigung seine Existenz nicht finanzieren kann ist erwerbslos. Vor dieser Tatsache kann ohne zu übertreiben von einer Erwerbslosenzahl von ca 10 Millionen Menschen in diesem Land gesprochen werden. Massenerwerbslosigkeit gibt es nur im Kapitalismus. In keiner vormodernen Gesellschaftsformation gab es so etwas.Und unter den Bedingungen des totalen Marktes wird es eher schlimmer als jemals besser werden.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vollbeschäftigung ist etwas für Traumtänzer? Träumen Sie ruhig davon, sagt Arbeitsforscher <i>Joachim Möller</i>: Arbeitslosenquoten von knapp über einem Prozent gibt es in manchen Landkreisen schon heute. Mit der richtigen Politik könnte es noch weniger werden.

    Vollbeschäftigung: IAB-Chef Möller hält sie noch immer für möglich - SPIEGEL ONLINE
  9. #9

    Vollbeschäftigung

    Wir haben hier 6 Mio ALG1 und 5 Mio HIV plus ein Millionenheer an Scheinselbstständigen und sonstwie "unauffälligen"

    Wenn wir wirlich VB hätten , wieso duckt sich die politik weg bzgl solcher Themen wie Altersarmut jetzt und progressiv aufkommend die nächsten Jahre ?

    Wer wirklich "Voll Beschäftigt" ist ,hat jetzt und später genug Geld und auch eine Rente die mindestens das ALtersheim usw deckt.....


TOP



TOP