Muße vs. Straßenmusik: Terror aus der Blockflöte

Wie Muße finden, wenn krakeelt wird? Schifferklavier, Tamburin, selbst die unschuldige Blockflöte: Berliner Straßenmusikanten ist jedes Mittel recht, um ihn zu quälen, klagt Stefan Kuzmany. Er erwägt jetzt den Einsatz von Wasserbomben.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...707844,00.html
  1. #60

    Jetzt wird zurückgelärmt!

    Wenn eine Gruppe Straßenmusikanten bei Tag nervt, am besten eine laut gedrehte Kofferheule mit Kontrast-Progamm ans offene Fenster stellen. Notfalls tut es auch die schon vergessene Vuvuzela oder eine Zweiklang-Fanfare (Sprengmeister, Sicherungsposten beim Eisenbahn-Bau).

    Bei Nacht eine Wasserbombe vom dunklen Fenster oder Balkon ohne Vorwarnung, keiner weiß, wo daß Ding herkam!
    Wenn sich das Rumsopricht, werden die Lärm-Heinis sich andere Ecken aussuchen.
  2. #61

    ...

    Zitat von bundeskindergeburtstag Beitrag anzeigen
    genauso mache ich das auch. aber nicht, ohne mich vorher zu erkundigen, ob man die musik nicht etwas leiser stellen kann, etwa in gastronomiebetrieben, besonders in den großen filialunternehmen wie starbucks, eat oder pret a manger.

    denn dort scheint die musik ausschließlich der bespaßung der mitarbeiter zu dienen, erkennbar am mitwippen der kollegen hinter der theke. warum die unternehmen das zulassen, weiß der himmel. ob es wohl beschwerden von kunden gibt, denen die musik zu leise ist?
    Kenne ich auch. Geht man mit Studienkollegen, mit denen man sich einmal im Jahr trifft, aus und will sich in einem Café unterhalten. Unsere (nicht so kleine) Gruppe ist die einzige, die anwesend ist und für einigermaßen guten Umsatz sorgt. Dennoch wird unsere Bitte, die zunehmend lauter werdende Musik im Lokal wieder etwas einzudämmen einfach ignoriert oder der Regler schrittweise wieder nach oben gezogen. Da sind wir irgendwann doch gegangen und der Wirt hat keinen Cent Trinkgeld gesehen.

    Wahnsinnige Begründung: Die Gäste wollten die Musik so laut haben. Ja, waren doch aber gar keine da, die das wollten und wir wollten eben nicht.
  3. #62

    Papierterror

    Huch, wo immer man in Deutschland um die Ecke kommt, brüllt schon ein Spiegel-Artikel, immer in den ewig gleichen tonarten f und d und p, immer nur die ersten Takte der Stücke und schön einstudiert ohne Tiefgang und Empathie. Und meißt schreien diese Artikel nach Ruhe im Land und fühlen sich im neuen Wohlstandsberlin belästigt von südeuropäischen Flötenkinderen, mittellosen Musikstudenten und Altberlinspielern mit Leierkasten, die alle aus purer Bosheit Touristen und Neuberlinern das Geld aus der Tasche ziehen.
    Vor dem Drucken denken, wäre mal eine Möglichkeit!
  4. #63

    Straßenmusik in der UBahn

    Ich kann mich an ein Pärchen erinnern, welche in den späten 80ern die Berliner U1 hauptsächlich zwischen Zoo und Kreuzberg terrorisierte. Sie beherrschten ein Lied ('If I had a hammer'), dies zugegebenermaßen gut. Sobald sich die erste Frühlingswärme regte, begannen sie damit, den ganzen Tag singend und sammelnd in der U-Bahn dieses eine Lied zu intonieren. Zu Anfang gab man ja noch was. Irgendwann verzog man sich nur noch brummelnd in die hinterste Ecke des Waggons, wenn einem wieder penetranst fröhliches 'If I had a hammer!' entgegenschallte. Gegen Ende betrat ich die UBahn nicht mehr, wenn ich die beiden sah.

    Touristen waren immer ganz erstaunt, warum einem denn sowas 'Schönes' nicht gefiel. Aber wer täglich mehrmals die U1 frequentierte, konnte ihnen locker drei- bis viermal am Tag begegnen.
    Akustische Folter pur.

    Gibt aber auch positive Beispiele:
    Die ungarische Kultband 'Transsylvanians' fing auch als Straßenmusik am Winterfeldtmarkt an. Die waren aber auch richtig gut.
  5. #64

    ...

    Sicher, der Artikel ist überspitzt, sollte man wohl eher in den Satirebereich einordnen. Die kurzeitig aufkommenden Mordphantasien vergehen ja so schnell wie sie kommen. An der nächsten Ecke freut man sich schon wieder über talentierte Straßenmusiker.

    Die einzigen die mich wirklich nerven sind halt diese Drückerkolonnen-Angehörige einer mobilen Minderheit-Akkordeonspieler.. In der Kölner Südstadt scheint das ja jetzt zu grassieren.. sicher jeder braucht was zu fressen, aber Sonntagmittag in reinen Wohnstraßen aufzuspielen kann doch einfach nicht besonders ertragreich sein, oder??

    Zum Glück spiele die wirklich unfähigen Mitglieder dieser Verbände nur in der Linie 12 und 15 und nicht auf den Straßen. Glück gehabt, zumindest was das Straßenbahnfahren angeht.
  6. #65

    Haha, falsch geraten,

    Zitat von senfwassertrinker Beitrag anzeigen
    Wo ist denn "Prenzelberg" Sie Zuzügler?

    =:-/
    ich ziehe doch nicht in den Osten zu humorfreien Menschen!!
  7. #66

    Humor gegen Witz

    Zitat von brigitta b. Beitrag anzeigen
    ich ziehe doch nicht in den Osten zu humorfreien Menschen!!
    Soweit ich das überblicke, leben dort inzwischen humorvolle Menschen, allen voran für ihren Humor berühmt-berüchtigte Schwaben, und die Berliner Schnauze wird immer kleiner, pardon, ist weniger vetreten.
  8. #67

    Akkordeon Mafia

    Zitat von Tom Bastian Beitrag anzeigen
    Ihr Artikel ist viel zu harmlos und seicht. Denn auf dem Weg zur Arbeit fahre ich mit der S-Bahn zur Friedrichstrasse und laufe diese hinunter bis hinter Unter den Linden. Auf diesem Weg allein begegnen einem etliche der sogenannten Straßenmusiker. Ich habe ebenfalls Respekt vor Leuten, die wenigstens etwas .....
    Genau so ist es in Hamburg auch. Arme Teufel, die wahrscheinlich direkt aus dem rumänischen Akkordeon Gulag hier auf die Strassen verfrachtet werden. Da hilft nur eines: nichts geben. Nie.
  9. #68

    mafia

    Der Autor hat es gut, scheint er doch das Tagesprogramm im Kiez weitgehend zu verpassen. Die Beschallung beginnt mittags und endet selten vor Mitternacht -- manchmal überschneiden sich die Kapellen, weil eine die Straße noch nicht verlassen hat, die nächste aber schon um die Ecke kommt.

    Einige der Akkordeon-Spieler haben auch schon Wirten Gewalt angedroht, wenn diese die dauernde Belästigung vor ihrem Laden verhindern wollten. Auf der Wiener Straße gab es vor einiger Zeit mal eine Schlägerei zwischen Kneipengästen und den wartenden Zuhältern, die den Kombos zwecks Geldeinsammeln folgen. Es ist davon auszugehen, dass die Kneipen-Gebiete sauber aufgeteilt sind und das wird sicherlich nicht freundlich ausgewürfelt. Es ist hier eben ein Touristenstrich geworden, nichts weiter. Wird ja bald wieder Winter.
  10. #69

    ...

    Zitat von gasmann Beitrag anzeigen
    ...Und meißt schreien diese Artikel nach Ruhe im Land und fühlen sich im neuen Wohlstandsberlin belästigt von südeuropäischen Flötenkinderen, mittellosen Musikstudenten und Altberlinspielern mit Leierkasten, die alle aus purer Bosheit Touristen und Neuberlinern das Geld aus der Tasche ziehen....
    Etwa Niveaugleich mit Artikeln über Hundekot, spielende Kinder usw.
    Aber Verkehrslärm ist OK, da gab es sogar mal Beschaffungsprämien vom Staat.
    Auf dem Friedhof lebt und stirbt es sich am Ruhigsten...