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Musikforschung: Der Traum vom sicheren Hit
Top oder flop - an dieser Grundfrage der Popmusik sind schon viele verzweifelt. Forscher der Universität Bristol glauben nun mit Mitteln der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens die Formel gefunden zu haben, wie Hits zu prophezeien sind. Doch das dachten vor ihnen schon viele andere.
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...804886,00.html
- #1 21.12.2011 07:47 von
Chartsmusik war und ist unerträglich!
Chartsmusik war schon immer unerträglich und wird es immer bleiben, da hilft die beste Software nichts. Für Menschen mit gebildetem Gehör ist Chartsmusik eine Folter. Der Geschmack der breiten Masse ist musikalisch nicht nachvollziehbar. Aber die breite Masse hört Musik auch aus anderen Gründen. Im Grunde genau aus dem Gegenteil. Ich zum Beispiel höre Musik, um mich auf die Musik zu konzentrieren, um die Musik zu geniesen, und um für mein Instrument davon zu lernen, indem ich interessante Phrasen heraushöre. Die breite Masse der Menschen hört Musik, um das Gegenteil zu erreichen: Die wollen ihren Geist zerstreuen und von anderen Dingen ablenken. Die breite Masse hat keine eigenen Träume, Wünsche und Ziele, darum brauchen sie einen "Star", der ihre Wünsche und Träume lebt, damit sie ihm dabei zuschauen können, oder ihn wenigstens als "Kleiderbügel" für ihre Träume benutzen können.
- #2 21.12.2011 08:08 von
Hm
Das kann nicht funktionieren: Gäbe es die Superformel für Nummer-1 Hits, dann würde jeder Produzent gemäß dieser Formel jede Woche einen neuen Hit produzieren. Nur leider gibt es mehr als einen Produzenten, aber nur einen Platz 1 in den Charts...
- #3 21.12.2011 08:45 von
Der pauschalisierende Kleingeist neigt in der Regel dazu seinen begrenzten Horizont als Maß aller Dinge anzupreisen. Da hilft es auch nicht sich arrogant als Wesen mit elitärer Hörfunktion zu profilieren. Ihre geschmackliche Individualisierung in allen Ehren, aber Musik ist Unterhaltung und Inspiration ein Symbiose. Ob in Erscheinungsform eines Rihannalieds oder einer klassischen Oper. Wobei die Qualität von lyrischer Handlung, Rythmus und Instrumentenwahl eindeutig variirt. Ebenso schaut der eine gern anspruchsvolle Politthriller und der andere Trashfilme. Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Über die Diffarmierung der, Ihrer Meinung nach, verblendeten Hörer schon. Jedem das seine.
Auch wenn ich selbst eher ein Freund der Independetkünstler bin, die ihre Werke im Heimstudio eigenhändig produzieren, so gibt es doch den ein oder anderen "Charthit" der es vermag mich zu begeistern. Selbst wenn mein primärer Musikgeschmack von einem vollkommen anderen Genre geprägt wurde. - #4 21.12.2011 09:27 von
Da muss man nicht forschen
Die Nummer-1 Hits werden doch seit Jahren von den Produzenten und der Musikindustrie vorgegeben. Die sagen, was toll ist, und die anspruchslosen Radio-Hörer finden dann den Titel "voll geil".
- #5 21.12.2011 09:38 von
So einfach ist es eben nicht
So einfach ist es nicht. Fakt ist nämlich, das dieser tolle "Geschmack", der per Definition subjektiv sein sollte, nämlich von der Industrie vorgegeben wird und daher ziemlich künstlich angehaucht ist. Es hat nämlich nicht viel mit Geschmack zu tun, sondern vor allem mit vorgegeben Trends.
Oder wie erklären Sie sich sonst, dass "Schnappi" beispielsweise Wochenlang auf Platz 1 war? Glauben Sie, dass die Hörer diesen Titel wirklich gut fanden oder war er doch nur einfach "In"?
Genau HIER liegt das Problem. Letzteres ist nämlich vor allem der Fall. Der "Trend" und die "Coolness" stehen im Vordergrund, während der eigentlich Sinn für das künstlerische, nämlich die Musik, völlig in den Hintergrund rutscht. Und das Ergebnis hört man jeden Tag im Radio. Ich habe bereits kapituliert und sehe das ähnlich wie der von Ihnen zitierte Mitforist.
So einfach nur über den "Geschmack" zu erklären, wie Sie das hier machen, ist es nämlich hinten und vorne nicht! - #6 21.12.2011 10:10 von
Das ist noch kein Grund warum es nicht funktionieren kann; allenfalls eine Schlußfolgerung bezüglich des zukünftigen Verhaltens von Produzenten.
Was tatsächlich in dem SPON-Artikel fehlt und einen Hinweis auf die Funktionsfähigkeit geben würde, ist eine Angabe zur Vorhersagegüte der vom maschinellen Lernalgorithmus erzeugten Hypothese, bspw. die zu erwartende Abweichung der vorhergesagten Chartposition von der Tatsächlichen für Songs die nicht zum Lernen der Hypothese verwandt wurden. - #7 21.12.2011 10:24 von
- #8 21.12.2011 10:32 von
Schnappis Erfolg erkläre ich mir einfach naiverweise durch die Beliebheit bei der eigentlichen Zielgruppe - Den Kindern. Und den Eltern die ihren Kindern die CD etc. gekauft haben. Ihre Ausführungen zum Thema "Trend" und "Coolness" kann ich nur bejahen, jedoch sehe ich den persönlichen Geschmack nach wie vor als vordergründig.
Speziell die jüngeren Gemüter bekunden ihren "Gefallen" an derartigen Stücken zwecks Zugehörigkeit. Und man weiß; In jungen Jahren ist nichts so wichtig wie Zugehörigkeit. Also folgt man (als charakterschwacher Mensch) öffentlich dem Trend um einer Ausgrenzung zu entgehen und insgeheim für sich alleine dem persönlichen Empfinden von guter Musik. Das kann man sicherlich noch auf viele andere Dinge münzen z. B. Kleidung. Junge Leute die einer Trenderscheinung nicht nachjagen sind eben charakterstärker oder aber charakterschwach und der Trendflut nicht finanziell nicht gewachsen. - #9 21.12.2011 13:39 von
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