Rückzug der kleinen Labels vom Streaming-Riesen: Fast 200 Indie-Plattenfirmen listen ihre Titel bei Spotify & Co. aus. Ihr Vorwurf: Für die Kleinen sind die Umsatzbeteiligungen zu klein.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...798953,00.html
aber ich halte den Ansatz der Diskusion fuer falsch. Streaming und Kauf von Musik sind zwei verschiendene Dinge. Wenn, dann muss man doch wohl eher Sreaming mit dem Radio (und der Gema) vergleichen. OK, im straeming habe ich einen gewissen Einfluss auf das, was ich hoere, aber trotzdem vom Prinzip her ist es das Gleiche. Ich besitze den Titel/Album nicht. Somit sollte man eher Gema und die Umsatzbeteiligung beim Streaming vergleichen.
Vor einigen Jahren hat der Guru der Indie-Labels, Motor-Music-Gründer Tim Renner, begonnen, das Internet als die Zukunft für das Musikgeschäft zu preisen. Die CD werde aussterben, Kunden werden Musik zunehmend als Dienstleistung denn als Produkt wahrnehmen und Flatrates für Musik seien das Verkaufsmodell der Zukunft.
Damals haben ihm vor allem die Indies zugejubelt, denn für die neuen Vermarktungsformen online seien die Branchenriesen zu unflexibel und würden daher schrumpfen und schließlich verschwinden, und für wahre Dienstleister am Musiker, wie Renner die Indies im Gegensatz zu den Majors sieht schlüge die Stunde.
Nun, da sich zeigt, das Streaming tatsächlich das Modell der Zukunst ist, ist das Gejammer gerade bei de Indies groß. Und absurderweise jammert man genau in die Richtung, die man den Majors viele Jahre lang vorgeworfen hat: Es gehe nur um Profit, und nicht um künstlerische Ideale, und man verschließe sich aus kurzsichtiger Umsatzgier den neuen Möglichkeiten des Internets.
In meinen Ohren klingt das vor allem wie der Neid der Besitzlosen. Sagte der Produktmanager eines winzigen Indies, das genauso um seine Marktposition zu kämpfen hat.
Die Rechnung geht einfach vorne wie hinten nicht auf: Nur wenn ein Musiker bekannt ist, verkauft er Platten. Und um bekannt zu werden, muss er alle Kanäle nutzen, die ihm zu Verfügung stehen. Einfache Rechnung: Wenn 100 Leute ein Album eines Indie-Künstlers streamen, und 5 davon im Anschluss die CD kaufen, ist das per definitionem ein Erfolg -- weil man davon ausgehen muss, dass diese 5 die CD ohne vorheriges Streaming wahrscheinlich nicht gekauft hätten!