Müll zu Geld: Wenn der Flaschensammler zweimal klingelt
Zynisch oder einfach ein kluger*Einfall?*Arme Menschen, die auf der Straße Pfandflaschen auflesen, können den geldwerten Abfall nun gleich bei jenen Leuten zuhause abholen, die das bisschen Geld nicht brauchen. Erfinder Jonas Kakoschke sagt, er bringe arm und reich zusammen.
Irgendwie bin ich der einzige Student der sich nicht über Studiengebühren beklagt und dennoch darauf angewiesen ist den Pfand selbst zurück zu bringen. Zwanzig Flaschen sind fünf Euro und das ist für mich zu viel zu verschenken.
Zitat Artikel: "Auf der Seite stoßen zwei naiv gezeichnete, türkisfarben-behandschuhte Unterarme mit Flaschen an. Wer Leergut hat, klickt auf die Frage "Du möchtest deinen Pfand abholen lassen?" und auf seinen Wohnort. "
Wie wärs denn wenn der Webseiten-Betreiber erstmal vernünftig Deutsch lernt? Oder ist das erforderlich um gegenüber dem Sammler-Klientel glaubwürdig zu wirken? Im übrigen: Wenn man den Service erst ab 20 Flaschen in Anspruch nehmen kann hat man eh schon eine Kiste zusammen, die könnte man locker mitnehmen wenn man im Getränkemarkt Nachschub holt. Der Verdacht, das ein paar träge Faulpelze kostenlose Lakaien nach ihrer Pfeife tanzen lassen ist also nicht von der Hand zu weisen...
Eine nette Idee, aber leider fern der Realität. Denn natürlich werden wieder diejenigen aus ihren Löchern kriechen, die die Gutmütigkeit anderer professionell ausnutzen. Organisierte Profihändler werden die Flaschen koordiniert einsammeln, denn hier ist bequem Geld zu verdienen. Die anderen, die das Geld eigentlich nötig hätten, schauen wieder in die Röhre.
Wie auch immer Menschen ihr eigenes Geld verdienen, sie erhalten damit ein Stück ihrer Würde zurück. Viel zynischer finde ich es, Menschen mit Hartz IV als lebenslange unmündige Staatsanhängsel dahinvegetieren zu lassen.
Gute Idee, das mit dem Flaschenabholen, ich fürchte nur, dass sofort wieder eine gründliche Behörde (von Finanz- über Arbeits- bis Gesundheitsamt usw.) kommt, und irgendeinen obskuren Grund erfindet, um dieses Projekt zu stoppen oder so hohe Hürden aufzubauen, dass es sich nicht mehr lohnt. Man kennt doch unsere Schlaumeier in den Behörden, die neue Ideen erstmal grundsätzlich ablehnen um dann, gegen entsprechendes Bakschisch (äh, pardon, Gebühren), ganz zäh und laaaangsam ihr Einverständnis signalisieren. - Ich bin da noch sehr skeptisch ob das Projekt behördlich gedulded werden wird, wünsche aber den Initiatoren viel Erfolg und einen langen Atem mit der staatlichen Hoheit.
Ist doch wie zu DDR-Zeiten. Ich habe mir zu der Zeit mein Taschengeld aufgestockt in dem ich von Tür zu Tür ging und nach Altstoffen fragte. Dann bekam man eben Flaschen und/oder kiloweise Papier welches man dann zum Altstoffhändler brachte.
Viele Schüler haben das früher so gemacht. Schön daß es neu endeckt wurde um ärmeren Leuten zu helfen.