Deutschland müht sich durch die Gruppenphase: Nach dem Sieg über Nigeria steht die Frauen-Nationalmannschaft im Viertelfinale, konnte aber erneut die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Für*den weiteren*Wettbewerb könnte das sogar ein Vorteil sein.
http://www.spiegel.de/sport/0,1518,771709,00.html
Sehe ich als reiner Passivsportler genau so. Es muss kein Männerfußball sein, damit Ballannahme und Kurzpassspiel funktionieren. Jetzt, wo sich mehr Frauschaften levelmäßig einpendeln, werden technische Mängel deutlich, die unbedingt behoben werden müssen.
Es sei denn, es waren in den ersten beiden Spielen nur die Nerven und die deutsche Frauschaft dreht ab dem Frankreichspiel plötzlich auf...
Bzgl. der Schiedsrichterin gestern erübrigen sich alle Diskussionen. Das sollte hoffentlich ihr letztes Spiel gewesen sein.
Ich glaube nicht, dass das funktioniert. Sie würden in der 1. Bundesliga vermutlich keine einzige Frau mitspielen sehen. Ich glaube nicht einmal, dass eine Frau in der 3. Liga eine Chance hätte.
Die B Jugend (16 Jährige) des VfB Stuttgart hatte vor ein paar Jahren die Nationalmannschaft der Frauen in einem Freundschaftsspiel mit 3:0 vom Platz geschickt. Es wurden lediglich 3x15 Minuten gespielt. Im Spiel gab es zudem noch Latten bzw. Pfostenschüsse der B-Jugend. Das hätte somit noch höher ausfallen können. Die Frauen sollen angeblich kaum eine Chance gehabt haben.
Ich glaube auch nicht, dass es etwas bringt, Männer und Frauen im Sport unmittelbar vergleichen zu wollen. Männer sind nun einmal vom Körperbau anders und regelmäßig erheblich kräftiger.
Ihnen ist aber schon klar, dass die Männer von Natur aus mit einer tendenziell kompakteren und umfangreicheren Muskulatur begütet sind?
Im Schulsport wird darum auch bei Sportabzeichen mit zweierlei Maß gemessen, und das ist auch richtig so, faire Beurteilungen wären ansonsten unmöglich.
Es kann halt nicht jeder alles leisten, man muss auch Einschränkungen vornehmen.
Und zum Abschluss: Ja für den Frauenfußball, Nein zu dem Rugby-Match von gestern
Das ist ungerecht.
Im Fernsehen werden die Liga-Spiele in Ausschnitten gezeigt, die nicht repräsentativ für das ganze Spiel sind. Da werden nur Tore und andere "Leckerbissen" gezeigt, obwohl das ganze Spiel langweilig oder grottenschlecht war.
So viele Direktannahmen und -Schüsse vor dem gegnerischen Tor wie bei den Frauen, sind im Männerfußball eher die Ausnahmen.
Ausgereifte Technik war früher in der Nationalmannschaft der Männer nicht so gut vertreten wie bereits heute bei den Frauen.
Ich schaue die Turniere seit 2001 und kann daher wohl mit Fug und Recht sagen, dass die Frauen durchaus auch Fußball spielen können und sich der ganze Sport in den letzten Jahren gut weiter entwickelt hat. In der Spitze wird mittlerweile ansehnlicher Fußball gespielt, vor allem von der deutschen Mannschaft (wer es nicht glaubt kann bei YouTube die Videos der letzten EM googeln). Was die Damen aber bei diesem Turnier bisher abgeliefert haben, spottet jeder Beschreibung und passt so gar nicht zu dem Hype, der um das "Sommermärchen 2.0" veranstaltet wird.
Wobei ich glaube, dass der Hype zu diesen Leistungen beiträgt. Es ist ja nicht nur die Heim-WM, der sich die Mädels stellen müssen, oder die Verteidigung zweier Weltmeister-Titel, sondern auch die Erwartungen, die man an ein "Sommermärchen 2.0", an die "beste deutsche Frauen-Nationalmannschaft aller Zeiten" und an den selbst geschaffenen Geschlechterkampf (Warum akzeptieren die Frauen nicht, dass sie anders sind? Warum wollen sie genauso wie die Herren sein? Das wertet sie doch nicht ab!). Ich habe den Eindruck, dass die Frauen mit all diesen Erwartungen und Kontroversen überfordert und daher im Kopf vollkommen blockiert sind, und ich glaube nicht mehr so Recht daran, dass sich diese Blockade noch einmal löst. Wer den Frauen mal in die Gesichter geschaut hat, hat erahnen können, dass sie die Welt nicht mehr verstehen.
Und um ehrlich zu sein wäre es mir beinahe nicht unrecht, wenn die Damen hier böse auf der Nase landen würden, allein schon wegen dem Gequatsche von der "besten Mannschaft aller Zeiten" vor dem Turnier. "Beste Mannschaft" werden nach dem Turnier gekürt, wenn sie die Erwartungen erfüllt haben, nicht vor dem Turnier! Dazu dann auch noch ein "Dritter zu werden ist uns nicht genug"-Seitenhiebe auf die Leistungen der Herren. Als müssten sich die Damen den gleichen Herausforderungen der Herren stellen.
Aber jetzt kriegen sie ja die Quittung, und nebenbei wird auch der Wert von Jogi Löw's Arbeit ein wenig deutlicher. Denn Silvia Neid steht hier im Vergleich zur Konkurrenz ein noch besseres Spielermaterial zur Verfügung als Jogi Löw. Während Silvia Neid mit einer nahezu "fertigen" Mannschaft mit gestandenen Nationalspielerinnen arbeitet, die punktuell mit tollen Talenten aufgefrischt wird, arbeitet Jogi Löw noch immer mit einer besseren "U23", die noch ihre besten Jahre vor sich hat. Und welches Feuerwerk unsere U23 in Südafrika abgefackelt hat, ist vielen wohl noch in lebhafter Erinnerung. Gute Spieler/innen alleine machen noch lange keine gute Mannschaft; der Trainer(die Trainerin eben doch eine ganze Menge zum Erfolg bei.
Wie dem auch sei, dass der Hype um die "beste Mannschaft aller Zeiten", die ein "Sommermärchen 2.0" erzählen und nebenbei auch noch - zumindest in den Medien - den Herren, die 2006 ein echtes Sommermärchen vollbracht haben, zeigen soll, wie es richtig gemacht wird, nun einen Dämpfer erhält, passt mir eigentlich gar nicht so schlecht in den Kram. Es wäre einzig schade um all das, was in den letzten Jahren erreicht wurde. Die Heim-WM ist DIE Chance, um den Zuschauern zu zeigen, dass der Fußball der Frauen schön und ansehnlich sein kann, und ausgerechnet hier versagen den Frauen die Nerven. Wenn die hier so weiter rumpeln, und ich befürchte, das werden sie, wird man auf Jahre niemanden mehr etwas davon erzählen können, dass Fußball der Frauen zumindest in der Spitze gar nicht so schlecht ist.