ddpBeim Flugzeughersteller Airbus gilt das Betriebsklima als katastrophal. Das Unternehmen versucht seit einiger Zeit mit Motivationstrainings gegenzusteuern - offiziell mit Erfolg. Doch so einfach lässt sich die Belegschaft offenbar nicht aufheitern.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...826513,00.html
...auch nicht sagen können! (Sorry, musste leider ein paar Passagen rausnehmen, weil die Zeichenzahl nicht mehr reichte, um meine Beitrag zu beenden!
Die, die direkt am Produkt schrauben und es zum Fliegen bringen sind immer wieder stolz auf ihren geleisteten Anteil. Leider fehlt der Teppichetage bei Airbus dieses Feeling. Enders und Co. wollen mit Flugzeugbau nix mehr zu tun haben. Sie sehen das Kerngeschäft nur noch in Kundenaquise, der Entwicklung neuer Projekte und der Suche nach geeigneten = billigen Auftragnehmern, die die notwendigen Teile für das ganze Flugzeug liefern. Da diese aber nicht auf Bäumen wachsen, nutzt man die eigenen Werke, bei denen mit Hilfe von Power 8 und anderen Maßnahmen wie Leiharbeit, die Kosten auf Teufel komm raus gedrückt werden und wenn sie das Unternehmensziel nicht erreichen, wird kurzer Hand ausgelagert. Aber nicht nur Arbeitspakete sondern ganze Werke - siehe Premium Aerotec. Mich würde es nicht wundern, wenn Finkenwerder in absehbarer Zeit auch dazu gehört!
Wen wundert es dann, dass die verbliebenen Airbus Mitarbeiter, die noch mit Herzblut an "ihrem" Flieger bauen, ihre Motivation verlieren und nach und nach die innere Kündigung abgeben!
Egal ob Meister, Mechaniker oder jede Art von Ingenieure - komische Paralleldiskssion übrigens!
So lange Autobauer und Politologen in der Chefetage sitzen, die überhaupt kein Verhältnis zum Flugzeugbau haben - egal ob Deutsche oder Franzosen, denn die aktuelle Situation hat ein Deutscher zu verantworten - bezweifle ich, ob der Zukunftsvertrag, so gut er auch ist, diese Entwicklung aufhalten oder gar umdrehen kann?!
Ich denke das ist weniger ein Problem von Airbus oder EADS...
Ich denke in Deutschland ist mittlerweile die Demotivation bei jedem angekommen. Früher haben die Menschen IHR Unternehmen selbst aufgebaut mit der eigenen Hände Arbeit, sie sind quasi in die Aufgaben rein gewachsen... heute wird studiert, BWL etc. Mag ja auch alles toll und schön sein, nur leider fehlt den Herrschaften da ob ein ganz wichtiges Kriterium, sie bekommen nicht gesagt das die Zufriedenheit der Mitarbeiter ein unbezahlbares Kapital ist, Menschen werden entlassen und zu Dumpinglöhnen über die Zeitarbeit wieder reingeholt etc., etc. pp. Ja wer soll denn da noch motiviert sein?
Wofür soll sich der "kleine Mann" den Allerwertesten aufreissen? Kein Lob, keine Belohnungen und das Hamsterrad dreht sich immer schneller... vor lauter Einsparungen werden so manche Betriebsabläufe ausgebremst, die eigentliche Produktion ist nicht möglich, weil der Einkauf erstmal den günstigsten Kurs eines Teiles ermitteln muss, über Wochen(!)... sowas geht gar nicht!
Die Herren Manager machen sich die Taschen voll und merken gar nicht, dass sie sich sich selbst den Geldhahn zudrehen, wenn sie nicht auch dem "kleinen Mann" mal was abgeben, denn wer kauft und zahlt letzten Endes ein jedes produziertes Teil in Deutschland? - "der kleine Mann"! Hat er kein Geld, ist es nur eine Frage der Zeit wann auch oben der Geld- und Boniseegen ausbleibt.
Aber es gibt da ja noch den Export, den Motor der deutschen Wirtschaft.... na dann ist doch alles gut!
Motivationstraining ist Geld aus dem Fenster geschmissen und die hohen Herren haben es sich einfach gemacht, die eigenen Defezite kann man leider nicht mit einem kleinen Team Spione in der Firma ergründen und beseitigen.... soziale Verantwortung ist das Zauberwort!
Mich persönlich wundert es nicht das viele innerlich schon gekündigt haben und nur die Hülle morgens zur Arbeit wandert und den Tag abreisst und das möglichst gemütlich und mit wenig Widerstand... vielleicht sollte man allen Studenten (welcher Fächer auch immer) mal einen Kurs Menschenführung und soziale Verantwortung spendieren, wird zwar nicht sofort helfen, dafür aber auf lange Sicht.
Die Situation bei Airbus ist seit Jahrzehnten nicht gut. Das kenne ich noch aus den achtziger Jahren.
Aber wer glaube, das andere Globalisierte Unternehmen derart besser sind....
In meinem jetzigen Tätigkeitsbereich bin ich froh, als Anwender im Außendienst tätig zu sein. Immer noch eine besch.... Unternehmenskultur mit Vorgesetzten, denen jede charakterliche Befähigung zur Mitarbeitermotivation abgeht. Dann kommen bei dem Kostendruck aus den Konzernzentralen absurde Entscheidungen zum tragen. Im Innendienst in solchen Unternehmen ist es nur schrecklich zu arbeiten. Da hilft auch das ganze Renomee des AG nichts.
So ist es.
Bin selbst bei einem sehr großen deutschen Unternehmen angestellt und seit mehr als 10 Jahren im selben "Team" mit den selben Aufgabe betreut (Entwicklung).
Die ganzen Jahre wurde uns 1x pro Jahr gesagt: "Gut gemacht Männers".
Sonst nix.
Seit ca 3 Jahren piesaken uns BWL-Verbrecher bis auf`s Blut und der Witz an der Sache ist: Keiner dieser knapp 30-jährigen BWL-Knechte ist länger als 6 Monate im Unternehmen hahaha.
Auf jeden Fall ist die Stimmung auf dem Nullpunkt. Jeder hier hat innerlich schon gekündigt aber das Problem ist das alle Mitarbeiter über 40 sind. Jeder von uns hat sich schon nach neuen Jobs umgeschaut aber wer will schon einen 47 jährigen Elektro-Ing. mit >20 Jahren Erfahrung ?
Also bleiben wir alle auf unserem Posten kleben und vegetieren von Tag zu Tag.
Seit letztem Jahr bereite ich mich auf meine Selbstständigkeit vor und kann den täglichen Feierabend nicht mehr erwarten. Natürlich versuche ich soviele Dinge wie möglich über den Tag weg zu erledigen: Nämlich meinen eigenen Krams !
Wir haben vor 2 Monaten eine neue Abteilungsleiterin bekommen und der Frau ist alles egal. Hauptsache sie kommt gut dabei weg.
Egal ob Männlein oder Weiblein.
Denen ist alles egal.
Mir auch.
... betrachtet man andere firmen (wir wurden erst kürzlich von einer amerikanischn Firma geschluckt), da kommt das gehabe der Manager schon fast Scientology-mässig vor..
nur gute Laune, willkommen in der grossen Familie, hohe moralische Werte und Kompetenzen werden gepriesen, Kommunikation und Teamgeist..
aber in der Realität: undurchsichtige Entscheidungen, die schon fast willkürlich aussehen, keine Kommunikation.. und die so vielbeschworene Wertschätzung der Mitarbeiter (gerade derer, die als Facharbeiter tätig sind): nun, man wird behandelt und eingestuft wie ein besserer Hilfsarbeiter.. egal wieviel erfahrung man mitbringt, man trotz ohne Studium mehr wissen hat als ein Uniabsolvent.. billliges Menschenmaterial.. human ressources drückt das ganze Elend am exaktesten aus...
dementsprechend ist - bis auf ein paar der oberen Hierarchie, die sich vor lachen ob des (finanziellen) Zugewinns die Bäuche halten müssen - die Motivation bei 1 duch unendlich angekommen..
aber man muss ja dankbar sein, in der Familie arbeiten zu dürfen.. und wems nicht passt.. es warten so viele andere vor der Tür
So lange Autobauer und Politologen in der Chefetage sitzen, die überhaupt kein Verhältnis zum Flugzeugbau haben - egal ob Deutsche oder Franzosen, denn die aktuelle Situation hat ein Deutscher zu verantworten - bezweifle ich, ob der Zukunftsvertrag, so gut er auch ist, diese Entwicklung aufhalten oder gar umdrehen kann?![/QUOTE]
Ja, der Zukunftstarifvertrag ist nicht die Allheillösung für das Managementproblem, das wir haben. Aber zumindest konnten wir den Kolleginnen und Kollegen damit eine gewisse Sicherheit geben. Natürlich, nichts im Leben ist sicher ausser der Tod, aber ich spreche hier auch nicht von vollendeter garantierter Sicherheit. Wäre ich eine gute Fee, würde ich mit meinem Zauberstab die perfekte Welt herbeizaubern, nur gäbe es dann keine Menschen mehr auf diesem Planeten. Der Antrieb unserer Industrienationen ist und bleibt, besser zu sein, als die anderen. Und damit meine ich die Unternehmen und die einzelnen Menschen. Besser in der Qualität und natürlich auch "reicher" als die anderen. Und um in diesem Bestreben den Menschen bei Airbus ein beruhigtes Arbeiten zu ermöglichen, haben wir den Zukunftstarifvertrag erkämpft. Wir werden niemals die perfekte Welt haben, die sieht nämlich für jeden anders aus. Was wir aber erreichen können, ist ein menschlicherer Umgang mit Mitarbeitern in einem Unternehmen. Das wird natürlich nicht von heute auf morgen funktionieren, nur man muss mal damit anfangen.
... dass Mißstände real behoben werden, also ggf. auch schlechte Vorgesetze entlassen werden. Irgendein aufgesetzes Motivationstraining ist völlig nutzlos. Airbus sollte im Intranet Hinweise auf Mißstände und Verbesserungsvorschläge sammeln und auch intern von Mitarbeitern diskutieren lassen. (imho)