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Moskauer Militärparade: Ewige Sehnsucht nach Größe

Panzer, Kampfflugzeuge, Raketenwerfer: Zum 64. Mal feiert Russland den Sieg über Hitler-Deutschland - mit einer groß angelegten Militärparade. Sie soll den Weltmachtanspruch untermauern und die Nachbarn beeindrucken. Was treibt Moskau dazu, derart die Muskeln spielen zu lassen?

http://www.spiegel.de/politik/auslan...623830,00.html
  1. #10

    AW. Parade

    "Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und jetzt der NATO hat Rußland seit Ende der Sowjetunion keine militärische Aktion und vor allem keinen Angriffskrieg außerhalb seines Territoriums mehr durchgeführt."

    Die SAche mit Georgien und der Verwicklung Russlands darin ist noch nicht so ganz klar. Einen Angriffskrieg möchte ich nicht unterstellen, aber als "außerhalb des eigenen Territoriums" kann man das schon ansehen.
    Außerdem ist die russische Vorgehensweise auch in Tschetschenien knallhart und menschenrechtswidrig. Pressesperre inklusive. Es ist zwar ein Krieg im eigenen Territorium, aber macht das die Sache besser?

    Das unter der derzeitigen russichen Staatsführung Militärparaden besonders hochgehalten werden, gerade wenn es um den Sieg im 2. WK geht ist jawohl klar. Putin hat ja auch historisches Material über Gulag-Opfer beschlagnahmen lassen, um die Sovietunion in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Soviel zur politischen Richtung.
    Zudem scheint ja das russische Eigenverständnis der Sache gegenüber ohnehin ein wenig anders zu sein. Ich sag nur Stalin und Nationalheld...
    Militärparaden wird es geben, solange es Waffen gibt auf der Welt, sprich immer. Liegt wohl auch in der Natur des Menschen.
  2. #11

    Russlands Problem auf den Punkt gebracht

    Besser haette ich nicht das groesste Problem Russlands, die schier unendliche Korruption, herausarbeiten koennen. Sie ist in ihren finanziellen Auswirkungen ein weit groesserer Kostenfaktor, der letztlich auf alle russischen Buerger abgewaelzt wird, als der Aufwand fuer den Schutz vor aeusserer Bedrohung. Mit dem Zerfall der Sowjetunion und der Aenderung des politischen Systems hat sich die Korruption von dem Niveau der Naturalwirtschaft auf das Niveau der "Hartgeld"-Wirtschaft umgestellt.

    Korruption ist ja nicht nur ein russisches Phaenomen, wie die Faelle "SIEMENS","MAN" und viele andere deutsche Unternehmen belegen, aber das Ausmass und der exorbitante gesamtvolkswirtschaftliche Schaden ist fuer Russland enorm.

    Was die teueren Paraden zum 9. Mai angeht, ist Russland in der Pflicht zur eigenen Geschichte und Bevoelkerung und weniger im Sog von Hegemoniebestrebungen zur Weltherrschaft.

    Und ob eine Autobahn zwischen Moskau und St. Petersburg bei der zukuenftigen Weltenergiesituation hinsichtlich Primaerenergietraeger sinnvoll waere, moechte ich bezweifeln. Allerdings, was den Ausbau des Schienen- und Wasserverkehrsnetzes angeht, hat Russland einen enormen Nachholebedarf. Aber da hat man sich ja, fuer Russland leider, seit Chrustschovs USA-Besuch, an den falschen Beispielen orientiert, anstatt sich z.B an der Schweiz oder ueberhaupt bei seinen Nachbarn in Europa Unterstuetzung zu holen, strategisch auf´s falsche Pferd gesetzt.
    Was nuetzen noch in der ehem. DDR nach russischen Vorgaben gebaute Reisezugwagen (heute BOMBARDIER), wenn sie auf dem maroden Schienennetz in relativ kurzer Zeit wegen Achs- und anderer Untergestellprobleme ihren Geist aufgeben.
  3. #12

    Langsam...

    Zitat von nocheinbuerger Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte man besser anhand der jüngeren Geschichte den angeblichen hegemonialen Anspruch beurteilen. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und jetzt der NATO hat Rußland seit Ende der Sowjetunion keine militärische Aktion und vor allem keinen Angriffskrieg außerhalb seines Territoriums mehr durchgeführt.
    Nicht das sie das gekonnt hätten. Aber der überaus lange und schmutzige krieg in tschetschenien und die farce in georgien (für sowas braucht es immer zwei seiten, ein narr wer hier russland reine nächstenliebe attestiert) zeigen sehr wohl wofür sich russland hält und was seine ambitionen sind.

    Also bitte, nicht immer diesen "aber die amis..."-reflex auspacken...

    Allerdings denke ich, dass diese mai-paraden heute eher als balsam fürs eigene volk dienen, weniger als muskelspiel nach aussen - wer sollte sich davon auch beeindrucken lassen?
  4. #13

    NATO ebenfalls unbeliebt

    Zitat von arber-shputa Beitrag anzeigen
    Tssss , typisch russische Haltung.

    Niemand zwingt diese Länder der NATO beizutreten. Denen steht es frei auch ein Bündniss mit Russland einzugehen. Doch diese Länder betteln geradezu in die NATO zu kommen.

    Mit welchem Recht kann denn Russland etwas dagegen haben ?

    Die NATO kann nichts dafür ,dass niemand etwas mit Russland zu tun haben will.
    Wenn man so etwas schreibt, dann sollte man um glaubwürdig zu bleiben auch erwähnen, dass eine große Zahl, teilweise die Mehrheit der Menschen, in diesen Ländern einem NATO-Beitritt ebenfalls extrem skeptisch gegenüber stehen.

    Wir sollten uns langsam von der Bush-Doktrin "Entweder für oder gegen uns", also für die NATO und gegen Russland oder für Russland und damit gegen die NATO, verabschieden -- es ist Zeit einen vernünftigen Dialog zu finden.

    In vielen Nachbarländern Russlands wird das Ding zumindest von der Bevölkerung so gesehen, da genießt weder der Kremel, noch Washington einen besonders guten Ruf und man fürchtet zum Spielball der Großmächte zu werden. Die NATO ist schon lange kein Heilsbringer mehr, sie steht für Kriege (ehm. Jugoslawien, Irak, Afghanistan) und Konfrontation mit dem großen Nachbarn.
  5. #14

    Unglaublich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Panzer, Kampfflugzeuge, Raketenwerfer: Zum 64. Mal feiert Russland den Sieg über Hitler-Deutschland - mit einer groß angelegten Militärparade. Sie soll den Weltmachtanspruch untermauern und die Nachbarn beeindrucken. Was treibt Moskau dazu, derart die Muskeln spielen zu lassen?

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...623830,00.html
    "Präsident Dmitrij Medwedew vergaß in seiner Ansprache an die Truppen nicht, eine Parallele zu ziehen zwischen dem Sieg im Zweiten Weltkrieg und den heutigen Herausforderungen durch jene, die auf "militärische Abenteuer" aus seien. Er meinte den georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili, der mit Macht in die Nato strebt und der im vergangenen August seine Armee hinausschickte, um den von Russland unterstützten, nach Unabhängigkeit von Tiflis strebenden Landesteil Südossetien zu unterwerfen."

    Das kann Herr Schepp doch nicht ernst meinen, oder? Ist man so blind für sich selbst?
    Herr Schepp, ich garantiere Ihnen, Medwedew hat keinen Vergleich zwischen Georgien und dem 2.WK gezogen. Drei Mal dürfen Sie nun raten, wer oder was mit dem 2.WK verglichen wurde.
  6. #15

    Einmal an die eigene Nase fassen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Panzer, Kampfflugzeuge, Raketenwerfer: Zum 64. Mal feiert Russland den Sieg über Hitler-Deutschland - mit einer groß angelegten Militärparade. Sie soll den Weltmachtanspruch untermauern und die Nachbarn beeindrucken. Was treibt Moskau dazu, derart die Muskeln spielen zu lassen?

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...623830,00.html
    Warum gibt es überhaupt noch Militärparaden? Ob man in Moskau den Sieg über die Hitlerdiktatur feiert, in Verdun oder der Normandie die westalleierten Siege feiert, oder den Toten gedenkt, ist ein und dasselbe. Das eine geschieht mit weniger Tamtam, das andere mit mehr. Wenn man sich über die Sowjets aufregt, kann man auch gleich jeden Zapfenstreich der Bundeswehr in Frage stellen. Die einen Mächte haben nun einmal die Form der Erinnerung, die anderen eben andere Traditionen. Bei den Raketenparaden in Paris ist nicht selten sogar eine Bundeswehrvertretung dabei. Der Sieg über Deutschland 1945, der die Sowjetunion mehr als 25 Millionen Tote kostete, ist nun einmal für Russen etwas, was wir, Gott sei dank, hoffentlich nie begreifen müssen. Es deswegen zu verteufeln, in dem man es nur aus heutiger Sicht betrachtet, wäre als wolle man den Russen ihre Geschichte stehlen.
  7. #16

    Russlandkritik wie ueblich.

    Was hat man vom Spiegel anderes erwartet? Das waffenstarrende Russland, von Minderwertigkeitskomplexen geplagt, letztlich doch unfähig. Immer die gleiche Leier. Was ein Glueck, dass man beim Spiegel inzwischen auch erkannt hat, das der georgische Praesident nicht ganz koscher ist. Immerhin.
    Langsam tut mir der Spiegel wirklich leid mit seiner schon zwanghaft anmutenden Russlandkritik.
  8. #17

    Russland so unschuldig?

    Zitat von gunman Beitrag anzeigen
    … und noch … ich persönlich gönne den Russen ihre Fete. Sie haben mehr als jedes andere Volk im 2. WK gelitten und sich tapfer gegen den größten Verbrecher der Menschheitsgesichte unter der Führung des zweitgrößten Verbrechers gewehrt.
    ja die Bevölkerung hat viel gelitten, aber jeder weis, dass Russland zuerst gemeinsame Sache mit Hitler gemacht hat um die im Westen angrenzenden Staaten zu annektieren! Man denke an Polen. Russland ist nicht immer so unschuldig wie einige es hier schreiben.

    Der Aspekt, dass Russland mehr auf innere Stärke als auf äußere Stärke setzen soll, finde ich sehr gut.
    Die Infrastruktur und das Problem der Korruption sind deutlich verbesserungsfähig.

    Natürlich ist der Dialog immer das Beste, das dies besonders erschwert ist durch die Vergangenheit, die globale Bekämpfung der den Kommunismus verkörpernden UDSSR durch die USA und die immer noch vorhandene Angst bzw. Misstrauen gegenüber Russland durch Anti-Russland-Propaganda der letzten Jahrzente bzw. der Nazis, lässt sich nicht von der Hand weisen!
  9. #18

    das war auch notwendig

    Zitat von Kalix Beitrag anzeigen
    Kennedy hat den Russen konkret mit dem 3. Weltkrieg gedroht, sollten die Schiffe, beladen mit Atomraketen, nicht von ihrem Weg nach Kuba zurück kehren.
    die Nato hat bisher keine Atomraketen nach Osteuropa verlegt, also hat Russland keinen Grund, den Beleidigten zu spielen. Die Nato hat sich auch nicht erweitert, sondern die osteuropäischen Staaten haben in die Nato gedrängt, was sollte dennn die Nato sagen, sorry Euch nehmen wir nicht, das passt den Russen nicht? Lachhaft!
  10. #19

    Neue Art der Militärparade

    Zitat von Silberstreif86 Beitrag anzeigen
    Die SAche mit Georgien und der Verwicklung Russlands darin ist noch nicht so ganz klar. Einen Angriffskrieg möchte ich nicht unterstellen, aber als "außerhalb des eigenen Territoriums" kann man das schon ansehen.
    Außerdem ist die russische Vorgehensweise auch in Tschetschenien knallhart und menschenrechtswidrig. Pressesperre inklusive. Es ist zwar ein Krieg im eigenen Territorium, aber macht das die Sache besser?
    Hm der Punkt mit der Pressesperre ist interessant. Ich frage mich was besser ist, eine Pressesperre, oder Presse die Unwahrheiten aus Kriesenregionen verbreitet. Oder noch besser: ein medial aufgebauschter Krieg, der wie ein Computerspiel aussieht?
    In diesen Computerspielen sieht dann auch alles so aus, als ob Menschenrechte nicht verletzt würden. Leider werden in den Medienberichten so Details wie die Benutzung von Clusterbomben oder mit Uran angereicherte Raketenspitzen vergessen erwähnt zu werden.

    Aber zurück zum Thema des Forums: Ich persönlich halte nichts von Militärparaden. Ich denke da alleine an die Umwelt und frage mich wieviel CO2 da in die Luft gepulvert wird.
    Andererseits sehe ich beispielsweise die NATO-Truppen in Georgien als neue Art der Militärparade, direkt vor der Haustüre des "Feindes". Wenn das mal keine Demonstration von Stärke ist?
    Warum gibt es darüber keine negative Berichterstattung zB bei SPON? Warum konnte diese "Übung" nicht in einem Land gemacht werden, das schon Mitglied der NATO ist? Warum wurde bewusst ein Land gewählt, bei dem die NATO-Mitglieder wissen, dass Russland sensibel darauf reagiert?


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