Mohrs Krisen-Knigge: Genießen Sie die Katastrophe!

Panikmache in Deutschland: Wir sollen plötzlich alle zu Hause bleiben, Billigfutter essen und das Geld zusammenhalten. Was für ein Quatsch! Reinhard Mohrs SPIEGEL-ONLINE-Knigge zeigt Ihnen, wie Sie antizyklisch korrekt die Krise durchstehen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...592628,00.html
  1. #50

    Sind sie sich eigentlich der Ironie bewusst?

    Ich meine, in dem Artikel geht es darum, sich von der Krise nicht das eigene Verhalten vorschreiben zu lassen und dann stellen sie eine ganze Liste mit Verhaltensregeln auf?

    Ist das Absicht, oder einfach nicht nachgedacht?
  2. #51

    Moment mal

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Panikmache in Deutschland: Wir sollen plötzlich alle zu Hause bleiben, Billigfutter essen und das Geld zusammenhalten. Was für ein Quatsch! Reinhard Mohrs SPIEGEL-ONLINE-Knigge zeigt Ihnen, wie Sie antizyklisch korrekt die Krise durchstehen.
    http://www.spiegel.de/kultur/gesells...592628,00.html
    Moment mal, war nicht Herr Mohr über viele Jahre einer der glühensten Verfechter der neoliberalen Ideologie die die Welt genau in den Schlamassel gestrieben hat in dem sie nun steckt ?
    Und dann erzählt er irgendwas von "ist doch nicht so schlimm" ?
    Naja, ihm mags ja nach seiner Herz OP wirklich besser gehen, aber der Weltwirtschaft mit Sicherheit nicht.
    Das die Leute grade so viel Geld ausgeben ist eher ein Zeichen für Angst.
    Macht doch Sinn, wenn man Angst haben muss den Job zu verlieren , dann gibt man das Geld das einem später auf HIV angerechnet werden würde besser gleich aus.

    Und wir haben diesen Tsunamie Effekt :
    Das Erdbeben ist vorbei und die Leute verfolgen begeistert das Meer, das sich grade vom Strand zurück zieht.
  3. #52

    von der Krise nicht das eigene Verhalten vorschreiben zu lassen

    Zitat von xyrus Beitrag anzeigen
    Ist das Absicht, oder einfach nicht nachgedacht?
    Solange Konsumenten wie Klug-Schreiber noch nachdenken, kann keine Krise existenziell etwas ändern. Erst kriminell kranke Köpfe schaffen die traurigen Tatsachen, über die dann Konsumenten wie Klug-Schreiber nachdenken.

    Wenn unsere Eliten, Konsumenten wie Klug-Schreiber dank erweiterter Erfahrung, Weisheit oder Gnade mit Vorsicht vordenken würden, blieben uns schockartige Krisen erspart.

    Selbst als in den "Roaring Twenties" in Berlin schon Straßenschlachten tobten, tanzten in zynischen Zirkeln die feste Feiernden auf dem Vulkan. Keine Krise kann doch diesen Kreisen vorschreiben, ihr Verhalten zu ändern!

    Doch dann änderten die Verhältnisse dies Verhalten! Wer hätte das gedacht?! Nachher wären Konsumenten wie Klug-Schreiber so schnell schlauer! Vorher nachzudenken, verdirbt die Feier! Wenn die Nachrichten mies sind, kommt die Konjunktur der Gesund-Beter gleich "Hell-Heiligem-Hallelujah-Hosiannah!" :-) Wer dies Verhalten vorschreibt, den zahlen zynische Zecher!
  4. #53

    :-))

    Zitat von Kuschelhummer Beitrag anzeigen
    Und wenn ich schon die soziale Kälte aushalten muss, dann wenigstens im Kaschmirpulli.
    HA, ha, ha, der Spruch ist gut, ich schmeiss mich gleich weg, kannte ich noch nicht, muss ich mir merken :-))
  5. #54

    ....

    ..obwohl ich vor ca. 25 Jahren das letzte Mal Robert Merle's "Madrapour" gelesen habe, wurde ich durch den Artikel und die Diskussion im Forum, sofort daran erinnert.
    Ich kann das Buch nur wärmstens für kalte Frühwintertage empfehlen.
    Mit ab 3,95 Eur inkl. Versand, beim Onlinehändler ihres Vertrauens, sollte es auch in jedes krisengeschüttelte Budget passen.
  6. #55

    Recht hat der Mann!

    Sie haben mir aus dem hedonistischen Herzen gesprochen. Genau so machts der Investor in Lebensqualität: antizyklisch geniessen.

    Wegen dem dämlichen Beitrag von Louise Stein im Focus Online zur neuen Bescheidenheit -lese hierzu auch India Knight in der Sunday Times / UK- habe ich das Lesen des Focus Online nun entgültig gestoppt. Der Spiegel geht den richtigen Weg. Hat er eigenlich schon immer! LOL
  7. #56

    Mohr und denken?

    Zitat von xyrus Beitrag anzeigen
    Ich meine, in dem Artikel geht es darum, sich von der Krise nicht das eigene Verhalten vorschreiben zu lassen und dann stellen sie eine ganze Liste mit Verhaltensregeln auf?

    Ist das Absicht, oder einfach nicht nachgedacht?
    Mohr denkt offensichtlich nur bis zur nächsten Straßenecke und dies ist nicht sein erster Beitrag, der darauf hindeutet.
  8. #57

    in der Ironie steckt sehr viel Wahrheit...

    ...
    Als ich 1992 in Leipzig studierte und die Bagger überall die Strassen aufrissen, um Glasfaserkabel zu verlegen konnte man noch hinter vorgehaltener Hand die Meinung hören: "Wenn das alles fertig ist, dann haben wir das modernste Kommunikationsnetz das man sich denken kann..." Tatsächlich haben sich Sachsen und Thüringen grossartig entwickelt. Etwas positives zu sagen, scheint jedoch in manchen Gegenden der Republik - und damit meine ich nicht die Ex-Zone - aus irgendeinem windigen Grunde verpönt.

    So werden die Deutschen auch von der NZZ oft als Jammerlappen, Meckermäuler und Blockflötengesichter charakterisiert. Unser Selbstwertgefühl sei katastrophal weit unten.

    Nun stellt sich heraus, dass die Weltwirtschaft in zunehmendem Masse von psychologischen Faktoren bestimmt wird. Wenn wir zu Angstsparern werden droht eine Deflationsspirale, ein Teufelskreis. Darum Leute: gebt euer Geld aus! Morgen könnte sowieso euer letzter Tag sein! Auch wer ALGII bezieht kann ab und zu beim Kramerladen um die Ecke einkaufen und einmal pro Woche in die Kneipe gehen. Ich darf das sagen, denn ich gehöre zu dieser Gruppe.

    Darum mein Fazit:
    Wer seinen Optimismus und seine gute Laune hergibt verschwendet wertvolle Zeit: nämlich seine Lebenszeit.
  9. #58

    Zynismus und Optimus sind zwei paar Schuh.

    Zitat von birne helene Beitrag anzeigen
    ...Wer seinen Optimismus und seine gute Laune hergibt verschwendet ...seine Lebenszeit.
    Wer sich trotz prekärer Penunzen seines Lebens freut und feiert, wer trotzt Schnee- und Graupelschauer froh seines Weges zieht, wer sich Mut macht in schweren Zeiten, der nutzt wohl seine Zeit. Einverstanden.

    Wer sich dank seines schreibgestelzten Geklügels als Edelfeder alimentieren lässt, wer dabei aber fremd der eigenen Gefühle wie des Mitgefühls mit andern heiter und erhebend vom Katastrophen-Genuss schwadroniert, der findet so sicher seine Kunden. Meine Meinung: Diese Sorte Zynimus entsolidarisiert Menschen immer weiter voneinander. Gleichgültig ob von kranken Kontroversen Bankster, Politiker oder Schreibtisch-Ideologen profitieren, wer nur seinen eigenen Nutzen vergöttert, tanzt wie auf dem Vulkan selbst in größter Gefahr. Wie das Beispiel Bombay beweist: Selbst in der besten Luxuslounge lauert tödliche Katastrophen-Gefahr! Wer dem halbwegs heil entkommt, spart sich seinen Zynismus mit Sicherheit. Einen Krisen-Knigge der dazu aufruft, die Katastrophe zu genißen ist so überflüssig wie eine Operation am offenen Herzen!