Mobilfunk: Die Regeln der anderen

Jahrelang dominierte Nokia den Handy-Markt - bis Apple und Google das Geschäft neu aufrollten. Seither droht dem erfolgreichen europäischen Konzern der Abstieg zum bedeutungslosen Massenhersteller. Ein Kanadier soll die Wende schaffen.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,735670,00.html
  1. #40

    ª

    Zitat von Bre-Men Beitrag anzeigen
    Kunden wie ich, die diese Teile völlig abmelden. Herrlich, wie sich die Welt trotzdem weiter dreht.
    "Völlig" wäre übertrieben, denn ich finde das immer noch irgendwie phantastisch. Das ist für mich immer noch was von einer Möglichkeit, die nicht mal den James Bond Machern eingefallen wäre. Zumindest bis zum letzten, für den ich noch ins Kino ging, so 1982.

    Ist schon erstaunlich, denn auch im Wissenschaft-Thread ist die Frage nach dem was die Mobilfunk-Revolution denn so für Spuren hinterlassen hat erstaunlich wenig beantwortet.
    Ich meine, hier schreiben alle mittels einer technischen Einrichtung die zur Einführung von solchen Telefonmöglichkeiten kaum denkbar war, mit ziemlicher Selbstverständlichkeit, aber wie das früher mit dem telefonieren war scheint kaum jemanden viel an Erinnerung wert zu sein. Insgesamt eigentlich ein riesen Lob für so eine Technik.

    Na ja, hat wenig mit Nokia zu tun. Aber das die sich von ihren Wurzeln getrennt haben, scheint nicht so bedeutend zu sein wie es darstellbar ist. Vielleicht sind die wirklich nur zu schnell gewachsen. Eine interessante "Weisheit" die auf einem Produkt von Nokias ehemaligem Angebot stammt und das schon länger unter Nokian Reifen herstellt habe ich mir aufgehoben, weil irgendwie kurios. Das steht, nicht nur aufgetragen, sondern als Gummirelief am Reifen
    "DO NOT RIDE OVER OTHER RIDERS".

    Da kann sich jetzt jeder denken was er meint bei dem Thema, aber mit dem hat es gar nichts zu tun.

    Sie haben recht, vieles dreht sich einfach weiter, und was gibt es bei 38% Anteil am Weltmarkt zu beweinen ?
  2. #41

    an alle Bochum-Basher

    Zitat von AusVersehen Beitrag anzeigen
    Hätte Nokia Deutschland nicht um Subventionen beschissen und Bochum geschlossen, um in Rumänien ein Billiglohnwerk zu eröffnen, würde ich heute Mitgefühl für Nokia empfinden.
    Aber ich habe mir absichtlich in den letzten Jahren keine Nokia-Handys mehr gekauft und habe für Nokia nur ein Schulterzucken übrig.
    für meine Begriffe grenzt es an Schizophrenie, Nokia ihren Bochum-Ausstieg ewig nachzutragen und mit keinem Wort zu erwähnen, dass iPhones bekanntlich ausschließlich in China gefertigt werden. Glaubt jemand allen Ernstes, man könne Handys in Deutschland noch wettbewerbsfähig produzieren?

    Zum anderen wird dabei übersehen, dass Nokia durchaus massiv in den Standort Deutschland investiert:

    Ratingen: Hauptsitz, Forschung und Entwicklung von Netzinfrastruktur, Vertrieb, Kundenservice und Verwaltung.

    Frankfurt am Main: Mobiltelefone (Vertu) und Unternehmenslösungen

    Ulm: Forschung und Entwicklung

    Berlin: Entwicklungsstandort für Kartensoftware "Nokia Maps" (Nokia gate5 GmbH), Entwicklungsstandort für Qt

    München: Professional Services für Qt

    Mal ehrlich, manche tun hier, als wären Arbeitsplätze so eine Art Geburtsrecht ("von der Wiege bis zur Bahre"). Ich selbst pendle wöchentlich zwischen Darmstadt und München. 2003 bin ich ein Jahr lang zwischen München und Dortmund gependelt, in Bochum musste ich dabei zum Glück nicht aussteigen ;-)
  3. #42

    Nur offene Freude

    Zitat von Quintus Beitrag anzeigen
    Finnland ist Teil der EU und man sollte auch nicht vergessen, dass Nokia Abfindungen bezahlt hat. Letztendlich war was Nokia getan hat "sauberer" als die Aktion von Siemens mit BenQ.

    Bochum war zu allererst ein PR Gau. Deutsche Unternehmen haben sich schon ganz andere Dinge erlaubt nur sind die in unserer Medienlandschaft und in der Politik besser vernetzt.
    Ausserdem unterhält Nokia immer noch eine ganze Menge Arbeitsplätze in der Entwicklung in Deutschland.
    Hier geht es nicht um den Umgang von anderen Unternehmen mit ihren Beschäftigten, sondern um den Umgang von Nokia mit seinen Beschäftigten.
    In Bochum ging es auch nicht um ein PR Versagen sondern um den Umgang dieses nur auf Gewinn getrimmten Unternehmens mit seinen Beschäftigten und der war miserabel trotz der zwagsläufig gegebenen Abfindungen.
    Wenn Unternehmen, die entgegen eigenem Verhaltenskodex, sich so miserabel Verhalten sollte man diesen Unternehmen keine Träne nachweinen, ob Finnland nun EU Mitglied ist oder nicht. Das spielte schließlich bei der Werksschließung in Bochum auch keine Rolle.
    Zur jetzigen Situation von Nokia kann ich nur offene Freude empfinden.
  4. #43

    Nicht so schnell vergessen

    Zitat von dieter_huber Beitrag anzeigen
    für meine Begriffe grenzt es an Schizophrenie, Nokia ihren Bochum-Ausstieg ewig nachzutragen und mit keinem Wort zu erwähnen, dass iPhones bekanntlich ausschließlich in China gefertigt werden. Glaubt jemand allen Ernstes, man könne Handys in Deutschland noch wettbewerbsfähig produzieren?

    Zum anderen wird dabei übersehen, dass Nokia durchaus massiv in den Standort Deutschland investiert:

    Ratingen: Hauptsitz, Forschung und Entwicklung von Netzinfrastruktur, Vertrieb, Kundenservice und Verwaltung.

    Frankfurt am Main: Mobiltelefone (Vertu) und Unternehmenslösungen

    Ulm: Forschung und Entwicklung

    Berlin: Entwicklungsstandort für Kartensoftware "Nokia Maps" (Nokia gate5 GmbH), Entwicklungsstandort für Qt

    München: Professional Services für Qt

    Mal ehrlich, manche tun hier, als wären Arbeitsplätze so eine Art Geburtsrecht ("von der Wiege bis zur Bahre"). Ich selbst pendle wöchentlich zwischen Darmstadt und München. 2003 bin ich ein Jahr lang zwischen München und Dortmund gependelt, in Bochum musste ich dabei zum Glück nicht aussteigen ;-)
    Das meiste was Sie hier aufzählen sind Serviceleistungen, die für den Verkauf der Produkte in diesem Land erforderlich sind.
    Dann können Sie bestimmt auch mitteilen, wieviel Menschen in der wirklichen Entwicklungsarbeit tätig sind und wieviel im reinen Servicebereich. Erst dann lässt sich ein wirkliches Bild von den in Deutschland verbliebenen Arbeitsplätzen bilden.
    Zum Anderen, wer sich so schäbig gegenüber seinen Mitarbeitern verhält wie Nokia, dem sollte man das nicht so schnell vergessen.
  5. #44

    ...

    Zitat von dieter_huber Beitrag anzeigen
    für meine Begriffe grenzt es an Schizophrenie, Nokia ihren Bochum-Ausstieg ewig nachzutragen
    für meine Begriffe ist es Naivität, Konzernen alles durchgehen zu lassen und ihnen trotzdem als Verbraucher treu zu bleiben.

    Ich fühle mich als Steuerzahler um die Subventionen beschissen. Wenn mich jemand bescheißt, dann gehe ich da nicht mehr einkaufen, auch wenn alle anderen Händler Chinesen sind.

    Vielleicht ist es aber auch die typisch deutsche Gelassenheit oder Ignoranz, alles über sich ergehen zu lassen, ohne die wenigen Mittel die uns zum Protest noch bleiben, wie dem Konsumverzicht, auszunutzen.

    Oder ist es einfach die Faulheit?

    Ich denke, wenn man Konzernen nicht die Schranken zeigt, als Verbraucher, dann wird das wieder und wieder und wieder passieren, denn jeder wird wissen, die Deutschen sind wie Schafe. Egal was man macht, die Deutschen werden ihr Konsumverhalten ja doch nicht ändern und weiter kaufen.

    Typisch deutsch eben!
  6. #45

    die Nokia Value Card Geschichte und der Nokia MP3 Player

    Anfang 2008 habe ich mir ein Nokia N95 8G gekauft. Damals war die Hardware mit GPS Empfänger, 5 Megapixel Kamera etc. dem iPhone um Längen überlegen. Leider war die Software furchtbar oder nicht vorhanden. Ich habe dann ca. 1 Jahr warten müssen bis Nokia den Bewegungssensor in der Software aktiviert hat und dann konnte ich gerade mal den Bildschirm sich drehen lassen. Sonst nichts, keine Integration in Spiele etc.. Ich hatte dann Probleme mit dem Speichermanagement und bin beim Nokia Support einfach abgeprallt. Nokia hatte es nicht verstanden, dass Highend Kunden einen anderen Service Level brauchen als 1 Euro Mobil Telefon Kunden.
    Das beste war aber der Update von Nokia Maps von 1.x auf 2.0. Mit 1.x war es möglich Online sehr bequem Lizenzen von 1 Woche bis 3 Jahren zu erwerben. In 2.0 ging es Online Plötzlich nur noch für maximal 1 Jahr wobei ich nach langer Suche herausfand dass ich in ausgewählten Läden Value Cards kaufen konnte mit denen dann doch wieder 3 Jahre gingen. Wie blöd muß eine Firma sein, die ein bequemes Online System zurückschraubt und Kunden die bereit sind 100 Euro für einen Value Added Service auszugeben dazu zu zwingen in einen Laden zu fahren um dort eine Value Card zu kaufen. Spätestens da hatte ich mit Nokia abgeschlossen und bin bei nächster Gelegenheit auf das iPhone umgestiegen.
    Das N958G verwende ich allerdings immer noch wegen der viel besseren Sprachqualität und als UMTS Modem.
    Wirklich lustig ist, dass die N95 MP3 Player Software tatsächlich der iPhone iPod Funktion bis heute um Längen überlegen ist. Die iPhone iPod Funktion ist grauenhaft und im nachhinein betrachtet sehe ich wie toll die MP3 Player Software im N95 war bzw. ist. Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung
  7. #46

    Nokia ist immer noch "Weltmarktführer"

    und das insgesamt und auch bei "Smartphones".
    Kann also nicht alles so schlecht sein, was die Finnen da so treiben. Und die Konkurrenz? Apples Marktanteil sinkt bereits wieder, da bleiben nur die Fans (und die haben eh keine Ahnung). Und die Android-Schwemme wird von Herstellern auf den Markt gepumpt, die alle schon gegen Nokia verloren hatten. Man sollte sich also nicht zu früh freuen, wegen Bochum und so.
    Wieso eigentlich diese Hasstiraden gegen Nokia? Was ist mit Motorola? (Flensburg), was mit Siemens? Während alle Welt nur noch in China produziert, tut Nokia es wenigstens noch in Europa, ja sogar in der EU.
    Dieser Artikel käut doch nur das wieder, was schon seit Jahren von "Experten" prophezeit wird, nur leider folgt der Markt dem nicht immer.
    Ich besitze übrigens kein Nokia-Gerät (und besaß auch niemals eins).
  8. #47

    ich bin kein Nokia-Jünger!

    um das mal vorneweg zu stellen. Und offen gesagt, geht mir
    der ganze Apps-Wahn am A... vorbei. Vielleicht bin ich altmodisch, aber an mein Handy/Smartphone stelle ich genau 3 Anforderungen: telefonieren, Passworte verwalten und meine Zeitaufschreibung durchführen. Dazu reicht mir mein Palm Treo 680 seit Jahren völlig. Die meisten Kunden haben
    eigentlich noch weniger Ansprüche. Aber ein iPhone ist eben auch ein Statussymbol. Das kann ein Massenprodukt wie ein Nokia-Handy kaum bieten und wollte es wohl auch nie. Das Lebewohl an Bochum war sicher rein marktwirtschaftliches Kalkül. Angesichts der heutigen Lage Nokias notwendig und überfällig. Und es ist doch immer noch besser, Arbeitsplätze innerhalb Europas zu halten als sie nach China zu exportieren!?
    Zitat von AusVersehen Beitrag anzeigen
    für meine Begriffe ist es Naivität, Konzernen alles durchgehen zu lassen und ihnen trotzdem als Verbraucher treu zu bleiben.

    Ich fühle mich als Steuerzahler um die Subventionen beschissen. Wenn mich jemand bescheißt, dann gehe ich da nicht mehr einkaufen, auch wenn alle anderen Händler Chinesen sind.

    Vielleicht ist es aber auch die typisch deutsche Gelassenheit oder Ignoranz, alles über sich ergehen zu lassen, ohne die wenigen Mittel die uns zum Protest noch bleiben, wie dem Konsumverzicht, auszunutzen.

    Oder ist es einfach die Faulheit?

    Ich denke, wenn man Konzernen nicht die Schranken zeigt, als Verbraucher, dann wird das wieder und wieder und wieder passieren, denn jeder wird wissen, die Deutschen sind wie Schafe. Egal was man macht, die Deutschen werden ihr Konsumverhalten ja doch nicht ändern und weiter kaufen.

    Typisch deutsch eben!
  9. #48

    Nokia

    immerhin ist Nokia Weltmarktführer. Mit großem Abstand zu Apple, Google, Samsung etc. Schlecht sind die Nokia Telefone gar nicht. Besser als Apple allemal. Und viel billiger.
  10. #49

    ...

    Zitat von redwed09 Beitrag anzeigen
    Das meiste was Sie hier aufzählen sind Serviceleistungen, die für den Verkauf der Produkte in diesem Land erforderlich sind.
    Dann können Sie bestimmt auch mitteilen, wieviel Menschen in der wirklichen Entwicklungsarbeit tätig sind und wieviel im reinen Servicebereich. Erst dann lässt sich ein wirkliches Bild von den in Deutschland verbliebenen Arbeitsplätzen bilden.
    Zum Anderen, wer sich so schäbig gegenüber seinen Mitarbeitern verhält wie Nokia, dem sollte man das nicht so schnell vergessen.
    Aber Apple und Co. verhalten sich den chinesischen Arbeitern die für Hungerlöhne die Dinger zusammenschrauben fair? Klar. Einfach mal aufwachen aus der Traumwelt, Nokia ist nicht schlechter oder besser als die anderen Konzerne was das angeht.

    Zitat von Lafcadio Beitrag anzeigen
    und das insgesamt und auch bei "Smartphones".
    Kann also nicht alles so schlecht sein, was die Finnen da so treiben. Und die Konkurrenz? Apples Marktanteil sinkt bereits wieder, da bleiben nur die Fans (und die haben eh keine Ahnung). Und die Android-Schwemme wird von Herstellern auf den Markt gepumpt, die alle schon gegen Nokia verloren hatten. Man sollte sich also nicht zu früh freuen, wegen Bochum und so.
    Wieso eigentlich diese Hasstiraden gegen Nokia? Was ist mit Motorola? (Flensburg), was mit Siemens? Während alle Welt nur noch in China produziert, tut Nokia es wenigstens noch in Europa, ja sogar in der EU.
    Dieser Artikel käut doch nur das wieder, was schon seit Jahren von "Experten" prophezeit wird, nur leider folgt der Markt dem nicht immer.
    This. Nokia ist immer noch mit Abstand Weltmarktführer (auch in der Smartphone Sparte), produziert immer noch gute Handys und diese ständig wiederkehrenden Abgesänge nerven. Der Spiegel will wohl einfach nur die üblichen Anti-Nokia-Ressentiments bedienen die offenbar viele hegen.