Wenn ich das lese (und letztes Jahr durfte ich es in CPH live erleben), kommen mir als Hamburger - wo ich als Radfahrer täglichen unfreiwilligen Selbstmordversuchen ausgesetzt bin - einfach die Tänen. Wann werden die Kommunen hier endlich mal wach?
Zweirad, Dreirad oder Rikschas - in Kopenhagen ist*ein umweltfreundliches Fortbewegungsmittel niemals weit. Die Stadt hat eine eigene Strategie mit Radler-Autobahnen entwickelt und bietet kostenlose Mieträder an. Ein Eldorado für bewegungsfreudige Touristen.
http://www.spiegel.de/reise/staedte/...780011,00.html
Wenn ich das lese (und letztes Jahr durfte ich es in CPH live erleben), kommen mir als Hamburger - wo ich als Radfahrer täglichen unfreiwilligen Selbstmordversuchen ausgesetzt bin - einfach die Tänen. Wann werden die Kommunen hier endlich mal wach?
Die Kommunen sind nur indirekt Schuld, die Städte bauen (meistens) nur das wonach Nachfrage besteht. Ökonomisch gedacht: wieso soll man für die paar Radfahrer soviel teures Geld ausgeben?
In Deutschland ist die "Ich brauche ein Auto"-Mentalität einfach viel fester verankert. Ich wohne in Kopenhagen, kenne aber niemanden, der auch nur ein Auto besitzt; Führerschein haben ein paar, zum Umzug einen Wagen zu mieten kann doch ganz praktisch sein.
ich komme aus Stuttgart, dort wird noch nach dem Motto "mehr Strasse, mehr Autos, mehr Wirtschaft" gebaut ...
Radwege sind dort meist nur als Freizeitweg gedacht.
Legendär ist eine Aussage eines älteren Herren der sich in der Fußgängerzone (zurecht?!) über einen Fahrradfahrer aufgeregt hat:
"Lumpensäckel! E aständige Mensch lernt e gscheide Beruf und kaan sich au e Auto leischde"
ich übersetze:
Lumpengesindel! Ein anständiger Mensch lernt einen sinnvollen Beruf und kann sich dann auch ein Auto leisten.
Dieses Denken herscht hier leider noch vor.
Es ist übrigens auch spannend zu sehen wie das Statussymbol Auto vor allem von Leuten mit Migrationhintergrund missbraucht wird. Wer kennt nicht den weissen BMW mit dem Goldkettchen-Träger hinterm Steuer?
Leider gilt auch in diesen Schichten: Fahrradfahren = Armut
Dabei ist das Rad die Zukunft ...
Geändert von ( um Uhr)
Mit schönen Grüssen aus Hamburg/Barmbek
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Naja, abgesehen davon, dass Fahrrad-Autobahn ein Widerspruch in sich ist, kann ich ob der geschilderten Kopenhagener Verhältnisse nur in das oben zitierte Wehklagen einstimmen. Obwohl München noch recht gut mit Radwegen bestückt ist, heißt auch hier die Devise: cars first.
Immerhin nimmt man zur Kenntnis, dass die Fahrradbenutzung auf Kosten des Autos in München seit Jahren stetig steigt und vielleicht zieht man daraus irgendwann einmal die richtigen Konsequenzen.
Auf einer 'Fahrrad-Autobahn' quer durch München zur Arbeit zu radeln - was für ein Traum! Vielleicht geht er ja eines Tages in Erfüllung. Bis dahin werde mich weiter auf meinem Abenteuer-Parcours zur Arbeit durchkämpfen.
Also meine Erfahrungen in Kopenhagen stehen denen im Artikel diametral gegenüber. Es gibt zwar eine sehr gute Infrastruktur und viele Fahrräder, hat man aber kein eigenes, ist die Situation wenig rosig. Eines dieser kostenlosen Fahrräder zu erwischen (möglichst eines, das auch noch funktioniert), gleicht einem Sechser im Lotto, was die Chancen angeht. Wir haben während unseres mehrtägigen Aufenthalts genau _eins_ gesehen. Fahrräder kann man natürlich auch noch leihen. Bei Verleih A waren kurzfristig keine Fahrräder mehr verfügbar, und bei B und C gab es ein *ähem* buntes Sammelsurium an Zweirädern, die allesamt aussahen wie frisch aus der Ostsee gefischt, natürlich für etwa 30 Euro am Tag. Da mußte man dann auch lange nach Fahrrädern suchen, die wenigstens noch funktionierende Bremsen hatten.
In Hamburg dagegen hatten wir beste Erfahrungen mit den DB-Rädern, die durchgehend gut gewartet und vergleichsweise günstig waren.