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Mitbestimmung bei den Piraten: Zu viel versprochen

dapdAlle entscheiden mit? Im Alltag wird die Piratenpartei ihrem Anspruch von Basisdemokratie nicht gerecht. Die Abstimmungssoftware hakt und hat viele vergrätzt - der Schwarm bleibt oft stumm.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...832421,00.html
  1. #1

    optional

    "Jedes Mitglied darf einen Antrag einbringen - nur 650 haben das bislang getan, das sind 2,2 Prozent"

    Sind 2,2 % nun mehr oder weniger messsbare Aktivität von Parteimitgliedern?

    Ich meine wie verhält es sich mit der Aktivität von z.B CDU Mitgliedern? Sind dort 10% der Mitglieder auch aktiv bei der örtlichen Politik oder sinds eher 1% ?
  2. #2

    Ich dachte...

    ....die MdB entscheiden jeder für sich nach dem eigenen Gewissen und nicht nach Mehrheitsentscheid der Fraktion oder der Mitglieder. Genau genommen müssten die Piraten im Bundestag den Mitgliederentscheid im Verhältnis umsetzen - wenn also die Piraten-Mitglieder die Kanzlerfrage zu 60% mit JA und zu 40% mit NEIN beantworten, dann müssten die MdB der Partei in diesem Verhältnis abstimmen - DAS wäre Basisdemokratisch.
  3. #3

    Naja...

    Wer schon einmal programmiert oder Webseiten programmiert hat, der weiß, dass es oft Probleme gibt an die man vorher schlichtweg nicht gedacht hat.
    Wichtig ist auch nicht, dass es mit dem System jetzt Probleme gibt, soondern dass man bereits jetzt eifrig dabei ist diese Situation positiv zu verändern.
    Ich denke auch, dass dies der richtige Weg ist. Steht dieses Abstimmsystem erst einmal richtig und wird in der gesamten Partei akzeptiert, dann wird diese Partei auch aufblühen und zu allem konkret Stellung beziehen können.

    Wenn dieser Tag kommt, dann gucken die alteingesessenen Gurkenparteien aber richtig in die Röhre!
  4. #4

    Die Idee ist gut

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle entscheiden mit? Im Alltag wird die Piratenpartei ihrem Anspruch von Basisdemokratie nicht gerecht. Die Abstimmungssoftware hakt und hat viele vergrätzt - der Schwarm bleibt oft stumm.

    Piraten-Partei kann Basisdemokratie-Versprechen nicht einhalten - SPIEGEL ONLINE
    muß aber noch ausgefeilt werden.

    Himmel, als Opa Benz mit dem ersten Fahrzeug herumtuckerte war ja auch nicht gleich die "Auto-Bil.." mit einem Experten vor Ort um die Bremsen, fehlende Seitenairbags usw. zu kritisieren.
    Und was die 2,2 % betrifft. Immerhin können die Parteimitglieder mitarbeiten und warum sollte jeder einen Antrag stellen?
    Was "Klarnamen" betrifft, das ist doch egal. Man muß schließlich angemeldet sein, man ist also nicht anonym.
    Und ein Vorschlag zur Verkehrspolitik wird nicht richtiger oder falscher nur weil der Einbringer statt Jeremias Baumwolle seinen Avatar Jerry Cotton verwendet.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle entscheiden mit? Im Alltag wird die Piratenpartei ihrem Anspruch von Basisdemokratie nicht gerecht. Die Abstimmungssoftware hakt und hat viele vergrätzt - der Schwarm bleibt oft stumm.

    Piraten-Partei kann Basisdemokratie-Versprechen nicht einhalten - SPIEGEL ONLINE
    Irgendwie sehe ich das Problem nicht? Liquid Feedback - und auch Basisdemokratie - ist ein Angebot an die Mitglieder, die es nicht nutzen müssen - mir ist bisher keine Pflicht der Basis zur Mitarbeit (geschweige denn Anträge zu erstellen) bekannt.

    Ich selbst bin recht neues Mitglied der Piraten, habe Zugang zu LiquidFeedback, aber mir fehlte aktuell die Zeit mich da einzuarbeiten, aktuell reicht es mir quasi "passives" Mitglied zu sein (und die Piraten quasi durch meinen Mitgliedsbeitrag zu unterstützen) und den aktiven Mitgliedern den Vorzug zu lassen. Das kann sich aber auch relativ schnell ändern, wenn ich mehr Zeit habe - oder wenn es ein Thema gibt, das mir wirklich auf den Nägeln brennt.

    Wie sieht es eigentlich bei den Volksparteien aus? Ich kann mich gut an sehr viele Mitglieder erinnern, die nur deshalb in der (in dem Falle SPD, bei der CDU sieht es vermutlich ähnlich aus) Partei sind, weil die Partei so schöne Fahrten/Freizeitangebote bietet, und sonst mit Politik gar nichts am Hut haben.

    Das Phänomen, dass relativ wenig aktive vor einer ansonsten passiven Mitgliederschar steht, kann man auch eigentlich in jedem X beliebigen Verein beobachten.
  6. #6

    Mitbestimmung außerhalb von Liquid Feedback

    Der Artikel suggeriert, dass man ohne Liquid Feedback nicht mitarbeiten und sich als Basis-Pirat einbringen kann. Das ist in dieser Form einfach falsch.

    Am nächsten Wochenende können die hessischen Piraten über mehr als 100 Programmanträge abstimmen. Keiner dieser Anträge ist mittels Liquid Feedback erstellt worden und doch kommen die Anträge aus der Basis. Wir treffen uns zum diskutieren im Mumble, wir arbeiten Anträge im Piratenpad aus und diskutieren diese über Mailinglisten.

    Liquid Feedback wäre eine schöne Bereicherung zum Arbeiten und es wäre auch schön vor dem Parteitag ein aussagekräftiges Meinungsbild zu den eigenen Anträgen zu haben. Die Probleme ändern aber nichts an der Tatsache, dass jeder Pirat Anträge an den Parteitag stellen darf und auch dass jeder mit darüber abstimmen darf!

    Die Anträge für das hessische Bildungsprogramm sind z.B. in einem Arbeitskreis entstanden, in dem auch Nicht-Mitglieder und Neu-Piraten mitgearbeitet haben. In welcher Partei in Deutschland ist es denn sonst möglich mal eben am Programm mitzuarbeiten?
  7. #7

    Zitat von maco Beitrag anzeigen
    ....die MdB entscheiden jeder für sich nach dem eigenen Gewissen und nicht nach Mehrheitsentscheid der Fraktion oder der Mitglieder.
    *Prust* Der war gut :-D In welchem Parlament soll das denn sein, dass MdBs sich nicht nach Fraktionszwang entscheiden, in dem es keine Probeabstimmungen und/oder Abstimmungs"empfehlungen" gibt?
  8. #8

    Zitat von maco Beitrag anzeigen
    ....die MdB entscheiden jeder für sich nach dem eigenen Gewissen und nicht nach Mehrheitsentscheid der Fraktion oder der Mitglieder. Genau genommen müssten die Piraten im Bundestag den Mitgliederentscheid im Verhältnis umsetzen - wenn also die Piraten-Mitglieder die Kanzlerfrage zu 60% mit JA und zu 40% mit NEIN beantworten, dann müssten die MdB der Partei in diesem Verhältnis abstimmen - DAS wäre Basisdemokratisch.
    Nein, dann würde man ja den Abgeordneten schon wieder eine Vorgabe aufs Auge drücken. Die sollen aber eigentlich so wie im GG vorgesehen agieren. Herausforderung ist es natürlich Kandidaten zu finden, die damit (sprich kein Fraktionszwang) vernünftig umgehen und den Interessen der Basis möglichst Nahe kommen. Wenn es allerdings die die Rate Basis/Wähler Wille Vs. Abstimmungsverhalten der klassischen Parteien zu schlagen gilt mache ich mir da wenig Sorgen, das das bei den Piraten gelingt. Allerdings kann es auch nicht das Ziel sein, da nur etwas besser zu sein.
  9. #9

    Abstimmungsroboter

    "Ponader, seit Ende April Politischer Geschäftsführer der Partei, will die Mitmach-Partei noch basisdemokratischer machen. Der 35-Jährige, der kürzlich bei "Günther Jauch" mit seinem Smartphone hantierte, will künftig in Talkrunden mit einer App Blitz-Umfragen von der Basis einholen. Auch nach innen will sich Ponader ganz dem Votum der Basis unterwerfen. Im Bundesvorstand wollen er und ein Kollege stets so abstimmen, wie es ihnen die Basis per Abstimmungs-Software vorgibt."

    Nichts gegen Basisdemokratie! Doch bei diesem Modell scheint der Person, die in Gremien oder Talkrunden entsandt wird, ihre Identität als Individuum abhanden zu kommen.
    Da sollte den gewählten Repräsentanten gleich ein Chip ins Hirn gepflanzt werden, mit dem sie die Ergebnisse der elektronischen Abstimmung in Echtzeit empfangen.








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