Krankheit, Gebrechen, Leidensgeschichten: Der Ort, an dem sich all das konzentriert, ist die Kurklinik. Benjamin Laufer checkte mit 28*deutlich vor der Zeit im Sanatorium und damit unter Alten ein - für den Autor ein Crashkurs in ungewohnter*Langsamkeit.
http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...789964,00.html
Erinnert mich an meine Zeit in der Reha nach der Herz-OP (okay, da war ich Mitte 30, aber die Abstände nach oben waren ähnlich).
Nette Leute gab es da Massenhaft aber auch einige etwas .. merkwürdige, wobei die von mir sicherlich genauso denken.
Allerdings habe ich da beobachten können, wie sehr Genesung auch von der inneren Einstellung abhängt (und einige flotte Ü70 haben das bestens vorgemacht, während es da einige Patienten um die 50 gab, die irgendwie scheinbar kein Interesse an Genesung hatten sondern lieber Trübsal geblasen haben).
Hinterher: Neid, Neid. So eine phantastische Reha-Klinik. Wissen Sie, ich lebe im Ausland, Lateinamerika. Wenn man den Leute hier von diesem Sanatorium erzaehlt, wird man wahrscheinlich fuer verrueckt erklaert. Bei uns muessen Sie selbst sehen, wie Sie ihr Rueckenleiden
beheben. Muessen Sie auch selbst bezahlen. Und die Alten ? Die sind froh, wenn sie im Monat mit ihrer kleinen Rente von 500 euro im Schnitt klarkommen. Daher: Ihr wisst ja gar nicht, wie gut Ihr das in D habt, Kutschenfahrt zum Leuchtturm eingeschlossen.
Ist schlimm, daß man solch Artikel verfassen muß. Fährt man in Kurklinik wegen Fun, Kifferparty und wegen Gleichaltrigen? Nein. Es geht um einen selbst, innerlich wie äußerlich, um wieder zu genesen. Manche Zeiten muß man auch aushalten, mit Leuten mit denen man sonst im Alltag nichts zu tun haben will. Ist übrigens eine sehr gute Herausforderung für junge Leute, die glauben erfülltes Leben sei reine Selbstbestimmung.
Stimmt! Dieser Bericht gibt weitaus mehr Aufschluss über die Welt des Autors als über die Beobachteten.
Glaubt der Verfasser denn, die Rehabilitentinnen waren nicht auch mal 28 und damals sicher erheblich fitter?
Und sollte einem ein Bandscheibenvorfall in jungen Jahren, der einen sogar zu einem Aufenthalt in einer Kurklinik zwingt, nicht etwas mehr Anlass zur Selbstreflexion geben?
Wird der Autor denn in 30-40 Jahren die dann angesagte Foto- und Kommunikationstechnik noch ebenso *intuitiv* bedienen können??
Die dargestellten Menschen entspringen durchaus nicht einer anderen Galaxie, sie sind ganz einfach etwas älter. Das wird dem Autoren auch noch passieren. Er weiß es offensichtlich nur noch nicht.
Schade, ein sehr banaler, unreflektierter und leider auch unreifer Text - zumindest für den SPIEGEL !
Warum denn gleich so negativ und aggressiv? was hat der Autor verbrochen? Also ich kann dem Text keine Herablassung gegenüber Älteren entnehmen. Kein dummes Geschwätz zum Thema Alter und Technik oder anderen Problemen, nur klare Situationsbeschreibung. Anfragen älterer Damen, denen geholfen werden konnte. Könnte von mir stammen, wenn ich die Ferneher-Fernbedienung meiner Eltern wieder zurücksetze, nachdem sie auf eine falsche Taste gekommen sind.
Gehhilfen müssen am Tisch befestigt werden, so ist das Leben. Die Krücken meiner Mutter fallen sehr gerne um, daher kenne ich das Problem nur zu gut. So what? Darf das nicht erwähnt werden? Schamvolles Verschweigen von Tatsachen, die jeder kennt und schon mal erlebt hat in irgendeiner Form?
Oder ist es einfach der Neid, die Einstellung, ein genesender junger Mensch sei ja sowieso viel besser dran als man selbst, also hat man natürlich jedes Recht, ihn zu diskreditieren? Ihm seine Jugend, seine Fitness und die Bezahlung eines Reha-Aufenthalts durch die Krankenkasse zum Vorwurf zu machen.
Also mir ist diese diskreditierende Reaktion auf einen unterhaltsamen Beitrag "aus dem Leben gegriffen" ein Rätsel.