Misstrauische Investoren: Kapitalflucht aus Spanien erreicht Rekordhöhe

dapdSpaniens Wirtschaft bekommt ein weiteres Problem: Die Investoren haben in den ersten sieben Monaten des Jahres mehr als 230 Milliarden Euro abgezogen - während im Vorjahr noch Kapital ins Land geflossen ist. Am Abend droht Spanien zudem eine weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-858644.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Spaniens Wirtschaft bekommt ein weiteres Problem: Die Investoren haben in den ersten sieben Monaten des Jahres mehr als 230 Milliarden Euro abgezogen - während im Vorjahr noch Kapital ins Land geflossen ist. Am Abend droht Spanien zudem eine weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit.

    [url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kapitalflucht-au
    Man darf nicht vergessen, das dieser Kapitalabfluss vor der Entscheidung zu ESM und der Ankündigung der EZB stattfand. Die Frage ist, ob die Angst vor Kapitalverlust jetzt noch genauso groß ist, wie vorher oder ob langsam eine Beruhigung eintritt.
  2. #2

    Wann begreift man endlich, dass die Merkel'sche Medizin das Problem verschlimmert? Wenn einer Asthma hat, dann jage ich den doch keine Berge hoch und kürze ihm die Wasserration, wenn er die 1.000 Höhenmeter nicht in 10 Minuten schafft.

    Und die Investoren sind nicht misstrauisch, die sind einfach nur geldgierig.
  3. #3

    alles läuft nach Plan (für die konsequente Verstaatlichung von Verlusten)

    Mario Draghi von Goldmann-Sachs hat erreicht was er wollte. Seine Kollegen ziehen 240 Milliarden aus Spanien ab, damit ist der Weg frei, die große Kapitalvernichtung der Bürgschaften einzuleiten und die Verluste der Banken zu verstaatlichen. Dafür wurden die EZB und das Bürgschaften-Schneeball-System aufgebaut.
  4. #4

    Misstrauische Investoren

    Wer sind denn die Investoren? Doch nicht der Mann von der Straße oder der Mittelstand! Es sind die Banken, Schattenbanken und sonstigen Glückspieler, wie Hedgefonds und Co. Das Volk darf nur für deren Mißerfolge die Taschen öffnen oder Lohnkürzungen und Steuererhöhungen in Kauf nehemen. Worauf wetten die Investoren? Natürlich nur auf die Rückzahlbarkeit von Schulden, aber wessen Schulden? Diese Leute in Nadelstreifen gehören alle bestraft ...
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Spaniens Wirtschaft bekommt ein weiteres Problem: Die Investoren haben in den ersten sieben Monaten des Jahres mehr als 230 Milliarden Euro abgezogen - während im Vorjahr noch Kapital ins Land geflossen ist. Am Abend droht Spanien zudem eine weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit.

    [url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kapitalflucht-au
    Wann werden eigentlich die Banken der Euro-Zone endlich alle direkt mit dem ESM "gestützt", statt immer das Geld über den Umweg Staat zu erhalten? Das würde Sicherheit schaffen und die Banken, die Hilfe brauchen, werden einfach verstaatlicht. Der gute Teil wird dann abgespalten und privatisiert. Der schlechte abgewickelt, mit Verlusten für Gläubiger und möglichst wenig für den Steuerzahler. Und wie kommen diese Wirtschaftsprüfer auf 62 Mrd Euro? Die Banken dort haben faule Kredite in Höhe von 1-2 Billionen Euro und reichlich Staatsanleihen aus Spanien und Portugal. Wieso nicht einfach mit den 100 Mrd Euro für die Banken sie einfach verstaatlichen. Mit Kapitalspritzen wird das nämlich ein fass ohne Boden. Abgesehen davon ist der Abfluss an Geldern noch nicht so dramatisch, viel eher eine Normalisierung. immerhin gabs ja vor einem Jahr noch einen Mittelzufluss, was ja schon ungewöhnlich optimistisch war.
  6. #6

    Zitat von eulenspiegel_neu Beitrag anzeigen
    Wer sind denn die Investoren? Doch nicht der Mann von der Straße oder der Mittelstand! Es sind die Banken...
    Ja natürlich - denen wird auch vorgeworfen, in marode Staaten investiert zu haben und als die pleite waren, vom BRD-Steuerzahler gerettet werden zu müssen. Jetzt machen die es anders, investieren nicht in marode Schuldenstaaten - damit die BRD-Steuerzahler diese Staaten direkt "retten" dürfen, ohne den Umweg über die "Zockerbanken".

    Dass Banken in Staaten investieren ist aber eigentlich normal, denn wer könnte ein besserer "Schuldner" sein, als der Staat? Es ist völlig undenkbar, dass auch ein Staat, wie die BRD, vollkommen "schuldenfrei" sein kann - es wäre eine Katastrophe für die Wirtschaft.
  7. #7

    Bank Run ist im Gange, wird der ESM beruhigend wirken?

    Die Bürger der Südstaaten versuchen ihr Geld in Sicherheit zu bringen.
    Ausländische Unternehmen wollen in den Südstaaten nicht mehr
    investieren. Wie kann so Wirtschaftswachstum entstehen?

    1 Billion € und mehr ist der geschätzte Kapitalbedarf der spanischen
    Banken. Die Lage wird deshalb immer schlimmer. Wegen der
    Kapitalflucht (etwa 300 Mrd. € wurden insgesamt vom Süden in den
    Norden überwiesen) haben die Südländer inzwischen so wenig Geld,
    dass auch der Import von Waren alternativlos einbrechen wird.

    Das spanische Banken Problem lässt sich mit den 100 Milliarden € nicht
    lösen, die brauchen sehr viel mehr Geld. Dabei hat Spanien seine
    Sparmaßnahmen erst einmal nur angekündigt. Das staatliche Sparen
    hat noch nicht begonnen und seine Wirkungen auf die Konjunktur noch gar nicht gezeigt.

    Es wird sehr spannend sein, zu sehen, ob der ESM den Teufelskreis
    der Kapitalflucht in Spanien durchbrechen kann. Wenn nicht, was
    machen Merkel und Schäuble dann?
  8. #8

    Kapitalflucht Spanien

    Diese Situation kann schnell zu einer echten Bankenkrise in Spanien ausarten, denn die Gelder werden der lokalen Wirtschaft entzogen... muessen also ersetzt werden. Europaeische Privatbanken werden nicht Geld/Kapital zur Verfuegung stellen, Privat-Investoren wohl auch nicht. Dann bleiben die EZB und die ESM, also die Steuerzahler. Die Kapitalflucht gibt es in Griechenland. Italien hat diese Sorge ebenfalls, seit Jahrzehnten wegen der bekannten Steuerhintertziehung. Wenn die Talfahrt in Europe nicht gebaendigt wird, und danach sieht es aus, dann darf sich niemand wundern, wenn es zu einer Europaeischen Kapitalflucht kommt. Es fehlen die klaren Vorschlaege der Politiker, alle bisherigen Massnahmen ware nicht ausreichend, und die Misere ist rapide schlimmer geworden. Die Loecher sind groesser geworden, die Schuldenlast der Steuerzahler auch, und es ist kein Ende in Sicht. Bitte erinnern sie sich, die Allianz investiert nicht laenger in Euro-Bonds aufgrund der negativen Aussichten.
    Grossinvestoren haben sicherlich schon Weichen in aehnlicher Weise gesetzt. Karl
  9. #9

    Die Lobbyratten verlassen das sinkende Schiff!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Spaniens Wirtschaft bekommt ein weiteres Problem: Die Investoren haben in den ersten sieben Monaten des Jahres mehr als 230 Milliarden Euro abgezogen - während im Vorjahr noch Kapital ins Land geflossen ist. Am Abend droht Spanien zudem eine weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit.

    [url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kapitalflucht-au
    Dies zeigt eines der größten Probleme, die der Euro eingeführt hat.

    Da rein parlamentarische Demokratien relativ anfällig für Korruption sind, ist der Einfluss der Kapitaleigner auf die politische Willensbildung sehr viel größer, als die der Normalwähler. Solange wie die Staaten ihre eigenen Währungen hatten, war das nicht ganz so schlimm, da Arbeitnehmer und Kapitaleigner über die Abwertung der Währung von kriselnden Staatskassen ähnlich betroffen.

    Der Euro gibt den Kapitaleignern jetzt aber die Gelegenheit, sich der Verantwortung zu entziehen, wenn die „Beratung“ ihrer Lobbyisten die Politiker dazu gebracht hat, den Staatshaushalt zu destabilisieren.