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Missbrauchsopfer zum Kirchentag: "Wir wollen endlich gehört werden"

Katholiken und Protestanten diskutieren auf dem Kirchentag über sexuellen Missbrauch - aber nicht mit den Opfern. Sprecher der Betroffenen prangern an, dass sie nicht zur Debatte eingeladen wurden. Die Organisatoren weisen die Vorwürfe zurück: Man wolle die Menschen bloß schützen.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...694635,00.html
  1. #1

    Abgehobene Diskusion

    Dieses also ist die Haltung der Kirchen: Eine juristische, politische und psychologische Diskussion!
    Dabei muß es doch zunächst gerade "nur" um die Opfer gehen, die ja nicht nur in klerikalen Einrichtungen sondern in jedem "Soziotop" mit Machtgefälle zu finden sind.
    Eine Diskussion ohne die Stimme der Opfer ist eine Diskussion an der Wirklichkeit vorbei. Offenbar kann das "Unerträgliche" noch immer nicht angenommen werden! Ohne diesen inneren Schritt braucht mir niemand etwas von Umkehr Reue etc. zu faseln denn gerade die Konfrontation mit der Unerträglichkeit der Vorfälle ist der erste notwendige Schritt zur Einsicht in Reue, Buße und Umkehr. Und so bleibt nur die traurige Erkenntnis: Der arme Jesus muß sich schon wieder "im Grabe umdrehen".
  2. #2

    Opfervertreter statt Einzelfälle - ist aus vielen Gründen sinnvoll

    Auf öffentlichen Diskussionen bringen ganz persönliche Erfahrungen eines/einer Einzelnen wirklich nicht viel. Es gibt tausende Opfer und jeder Einzelfall ist anders. Wodurch wird dann gerechtfertigt, jetzt gerade diese/n Eine/n auf ein Podium zu setzen? Die Vorsitzenden von Opferschutzverbänden dagegen vertreten die Perspektive einer signifikanten Zahl von Opfern, einer ganzen Fülle von Erfahrungen, die ein Einzelner niemals darstellen kann; und dies, ohne dass jemand bloßgestellt wird und wie ein "Vorzeigeobdachloser" in die Medien gerät.

    Wenn eine ganze Masse von Opfern betroffen ist, so muss eben ein Vertreter sprechen, damit es gerecht bleibt. Auch wäre es fatal, wenn den Menschen in einer bestimmten Person ein konkretes Bild von dem "typischen" Opfer suggeriert wird, dass dann in allen Einzelheiten bewertet und u.U. zerrissen wird (bis dahin, dass diese konkrete Geschichte "doch nicht so schlimm" sei). Siehe den Rummel um das arme Mädchen N. Kampusch. Das "typische" Opfer gibt es ja auch nicht, jeder Einzelfall ist anders.

    Opferperspektive ja, aber bitte in Person der Sprecher von Opferverbänden, die eine Fülle von Leidensgeschichten kennen und darstellen können. Außerdem haben diese Leute auch bereits Lösungs- und Hilfsmöglichkeiten erarbeitet und geprüft. Diese Perspektive und Erfahrung der Opferverbände ist wirklich hilfreich und unabdingbar. Ein bloßer Erfahrungsbericht eines/r Einzelnen bedient dagegen nur den Voyeurismus der Zuschauer.
  3. #3

    ...weiter so....weiter so ...weiter so...weiter so...

    Die Haltung der Verantwortlichen für den Ö-Kirchentag ist nicht nachvollziehbar, wollen sie bei ihrem davonlaufenden Kirchenvolk wieder punkten bleibt ihnen nichts anderes als Offenheit bei diesem Thema. Soviel Offenheit, dass das Kirchenvolk auch einmal den Kirchenverantwortlichen ins Gesicht sehen können, wenn Opfer reden. Es scheint das soll vemieden werden, da dann wieder ein Auftreten der Kirchenoberen zu befürchten ist, dass dem Kirchenvolk den Austritt nur noch nahe legt, da sie ihren Glauben bewahren wollen, sich aber von den Mißbrauchern/ Helfeshelfern distanzieren wollen.
  4. #4

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Katholiken und Protestanten diskutieren auf dem Kirchentag über sexuellen Missbrauch - aber nicht mit den Opfern. Sprecher der Betroffenen prangern an, dass sie nicht zur Debatte eingeladen wurden. Die Organisatoren weisen die Vorwürfe zurück: Man wolle die Menschen bloß schützen.
    Von wegen. Das Argument "Opfer schützen" wurde jahrzehntelang gebraucht, um zu verschleiern, um Schaden von den Kirchen abzuwenden. Das Opfer war (und ist) sekundär.
    Die Betroffenen wissen doch selbst am Besten, was gut für sie ist, also lasst sie sich äussern.
    Nix dazugelernt, diese heuchelnden Klerus-Feiglinge. Da weiss man wenigstens, was man von den salbungsvollen Aufklärungsabsichten halten kann.
  5. #5

    Missbrauchsopfer zum Kirchentag: "Wir wollen endlich gehört werden"

    laber laber laber, wie immer -- - das Volk (oder hier Betroffene) wird nicht gehört! Es ist eine Schande! Nicht einmal die Kirchen heben sich von den Politkern ab. Eigentlich sollten wir uns alle in Luft auflösen.
  6. #6

    "wir haben uns das gut überlegt"

    das glaubt man sofort!
    die scheinheilige begründung, man wolle die opfer schützen, wo doch viele betroffene bereit sind offen über das ihnen angetane leid zu berichten, zeigt doch wieder die verlogenheit dieser organisation.
    man sollte diese ganze bande mit knüppeln in die wüste jagen!
  7. #7

    Perfide Ausgrenzung

    Zitat von alice_m01 Beitrag anzeigen
    Opferperspektive ja, aber bitte in Person der Sprecher von Opferverbänden,
    Aus strategischer Sicht ist die Haltung der Kirche durchaus nachvollziehbar. Zuerst einmal viel Asche auf das eigene Haupt werfen und ein beschämtes "mea culpa" murmeln. Es folgen Worthülsen und Absichtserklärungen. Da wird geschämt, gekrochen und Betroffenheit zum Besten gegeben. Der Papst spricht von Unkraut im eigenen Haus, obwohl er als Leiter der Glaubenskongregation jahrelang eben dieses Unkraut vertuscht und damit gegossen hat. Dass die Opfer nicht zu Wort kommen dürfen, weder während des Kirchentages, noch bei irgendwelchen runden Tischen, macht Sinn. Die Kirche möchte KEINE ANKLÄGER in diese Gespräche mit einbeziehen. Zu gefährlich. Statt dessen bejammert sie effektheischerisch die eigenen Unzulänglichkeiten, schüttet sich noch mehr Asche aufs greise Haupt und kann das alles einfach gar nicht verstehen. Wie konnte das passieren? So die stets wiederkehrende Frage an sich selbst. Ganz einfach- ein Wolf, der Kreide frisst, bleibt dennoch ein Wolf.

    Ach Jesus, da hast Du uns das Himmelreich versprochen- und bekommen haben wir die Kirche.
  8. #8

    .....................

    Zitat von alice_m01 Beitrag anzeigen
    Auf öffentlichen Diskussionen bringen ganz persönliche Erfahrungen eines/einer Einzelnen wirklich nicht viel. Es gibt tausende Opfer und jeder Einzelfall ist anders. Wodurch wird dann gerechtfertigt, jetzt gerade diese/n Eine/n auf ein Podium zu setzen?
    Dadurch, dass diese/r Eine Vertrer/in einer Opfergruppe ist - nicht einer Opferhilfe-/Opferschutzgruppe. Letztere Betreut Opfer, ist aber nicht selbst Opfer geworden. Ersterer ist ein Zusammenschluss von Opfern. Mit solch einer Posiumsvertreung wäre auch sicher gestellt, dass es nicht um die Erfahrung eines einzelnen Opfers geht. Und gerade eine solche Vertretung könnte wesentlich besser erklären, was der Missbrauch und dessen Verschweigen oder Herunterspielen den Betroffenen angetan hat und welche Strukturen einen teilweise langjährigen Missbrauch ermöglichten.

    Zitat von alice_m01 Beitrag anzeigen
    und dies, ohne dass jemand bloßgestellt wird und wie ein "Vorzeigeobdachloser" in die Medien gerät.
    Die Missbrauchsopfer, um die es hier geht, sind erwachsene und selbstverantwortliche Menschen. Wie wäre es, sie auch als solche zu behandeln und es ihnen selbst zu überlassen, ob sich öffentlich exponieren wollen? Wieso wissen Opferhelfer besser als die - inzwischen erwachsenen - Opfer selbst, was gut für sie ist? Das ist die gleichge Haltung, die die kirchlichen Institutionen an den Tag legten: Wir machen das nicht öffentlich, weil das schlecht für die Opfer wäre. Dadurch wurden jahrzehntelang die Täter geschützt. Nichts anderes passiert doch auch jetzt wieder: Man bedauert und verurteilt die Täter - aber an den Strukturen, die den langjährigen Missbrauch ermöglichten, will die Kirche/wollen die Kirchen nichts ändern.

    Zitat von alice_m01 Beitrag anzeigen
    ...(bis dahin, dass diese konkrete Geschichte "doch nicht so schlimm" sei). Siehe den Rummel um das arme Mädchen N. Kampusch.
    Das "arme Mädchen" Natascha Kampusch steht noch heute dazu, dass sie selbst bestimmt hat, wmoit und wann sie an die Öffentlichkeit ging. Sie war als Opfer arm dran, aber seit sie sich selbst befreit hat, hat sie keine "Opfervertreter" für sich akzeptiert, sondern darauf bestanden, für sich selbst zu sprechen. Kein gutes Beispiel für die Behauptung, durch Dritte als Sprecher, Opfer schützen zu wollen.
  9. #9

    Angesicht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Katholiken und Protestanten diskutieren auf dem Kirchentag über sexuellen Missbrauch - aber nicht mit den Opfern. Sprecher der Betroffenen prangern an, dass sie nicht zur Debatte eingeladen wurden. Die Organisatoren weisen die Vorwürfe zurück: Man wolle die Menschen bloß schützen.

    http://www.spiegel.de/panorama/gesel...694635,00.html
    ....es ist schwer den Opfern seiner Untaten in die Augen und in die Seele zu schauen....Man könnte sich vor sich selber ekeln.


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