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Mini-Kompromiss beim Abitur: Ein Prüfungspool für die, die mögen

dapdSchärfere Regeln bei sexuellen Kontakten zwischen Lehrern und Schülern, dafür kein offenes Wort zur Bildungsfinanzierung durch den Bund: Bei ihrem Treffen einigten sich die deutschen Kultusminister auf den kleinstmöglichen Konsens. Ähnliche Abituraufgaben rücken in weite Ferne.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...820373,00.html
  1. #1

    Nivellierung aufs Mittelmaß

    Wozu braucht man ein einheitliches Abitur? Man kann Fähigkeiten auch dann vergleichen, wenn man sie ehrlich beschreibt und vielleicht etwas genauer als in einem 6-Noten Schubladensystem.
    Die Vereinheitlichung führt nur dazu, dass über alle Leute die gleiche Soße verteilt wird - und man letztlich beim Mittelmaß herauskommt. Es gibt tausende verschiedene Berufsbilder mit unterschiedlichen Anforderungen - da ist es doch gut, dass Menschen verschieden sind. Entscheidend ist, dass jeder an der passenden Stelle ankommt, und das erreicht man nicht, in dem man alle auf eine Form zurechtstutzt. Das führt eher dazu, dass man nicht mehr weiß, wer man ist und wo man hin will!
  2. #2

    Kein Titel, egal ob mit oder ohne Abitur

    Zitat von strixaluco Beitrag anzeigen
    Wozu braucht man ein einheitliches Abitur? Man kann Fähigkeiten auch dann vergleichen, wenn man sie ehrlich beschreibt und vielleicht etwas genauer als in einem 6-Noten Schubladensystem.
    Stellen Sie sich mal vor, sie haben zum Beispiel im Bundesland A ihr Abitur gemacht, und kommen jetzt an eine Uni im Bundesland B, die als Basis das Niveu der landeseigenen Abiturienten voraussetzt. Dann sehen Sie aber ganz schön alt aus, wenn der Stoff, der Ihnen vermittelt wurde, nicht ausreicht.

    Vergleichbare Prüfungsaufgaben setzen zum Beispiel voraus, dass überall auch der gleiche Stoff durchgenommen wird. D.h. man kann auch ohne weiteres und ohne Probleme in ein anderes Bundesland ziehen, das Wissen (vorausgesetzt, dieses wurde während des Schulbesuchs auch fleissig und willig aufgenommen) ist auf einem gleichen Niveau, ...

    Natürlich wird kein Kultusminister es auf sich sitzen lassen, dass in seinem Bundesland die Abiturienten auf einmal sooo schlecht abschneiden, d.h. es muss was passieren im Bereich Bildung. Und das ist meines Erachtens auch gut so. Und vielleicht führt der Prüfungspool auch dazu, dass inkompetente Lehrer aus dem Unterrichtsbetrieb entfernt werden (das wäre zu meiner Zeit schon erforderlich gewesen). Aber das wird wohl ein Traum bleiben. In der freien Wirtschaft ist man seinen Job schnell los, wenn man nichts taugt.
  3. #3

    tja

    Zitat von bissig Beitrag anzeigen
    Natürlich wird kein Kultusminister es auf sich sitzen lassen, dass in seinem Bundesland die Abiturienten auf einmal sooo schlecht abschneiden, d.h. es muss was passieren im Bereich Bildung. Und das ist meines Erachtens auch gut so. Und vielleicht führt der Prüfungspool auch dazu, dass inkompetente Lehrer aus dem Unterrichtsbetrieb entfernt werden (das wäre zu meiner Zeit schon erforderlich gewesen). Aber das wird wohl ein Traum bleiben. In der freien Wirtschaft ist man seinen Job schnell los, wenn man nichts taugt.
    Es bleibt tatsächlich ein Traum, inkompetente Lehrer loszuwerden. Ebenso wie inkompetente Ärzte, inkompetente Anwälte, inkompetente Politiker, inkompetente Taxifahrer, inkompetente Journalisten.... ;)

    Ja, es passiert auch etwas im Bereich Bildung. Allerdings sehe ich eher eine Nivellierung auf Mittelmaß, als dass sich die schlechteren Bundesländer nach oben bewegen.
    Bayern ist seit der Einführung des G8 auf dem besten Wege zum Mittelmaß. Was vorher einmal ein in der Bildung führendes Bundesland war, ist heute eine Baustelle, an der jährlich gebastelt wird. Bezeichnet dafür ist das neue gemeinsame Teilabitur mit den nördlichen Bundesländern...
  4. #4

    @strixaluco

    Da haben Sie aber nicht weit genug gedacht. DIe Vergabe der Studienplätze erfolgt nach der Abiturnote!
    Und dazu mal ein paar Fakten.
    In sehr vielen Bundesländern werden die Abituraufgaben und der durchgenommene Stoff von der jeweiligen Schule bzw. des jeweiligen Lehrers bestimmt/gestellt. Dies führt dazu, dass die Lehrer selber bestimmen können welchen Stoff sie vermehrt durchnehmen und es obliegt auch dem Lehrer wie einfach oder schwer die Aufgaben gestellt werden.

    In einigen Bundesländern wie z.B Bayern und BaWü werden die Abituraufgaben zentral vom Land gestellt. D.h. die Lehrer müssen einfach jeden Teil des Stoffes gleich behandeln und es liegt nicht in deren Macht wie schwer oder einfach so eine Abschlussprüfung wird.

    Das alleine ist schon so ein eklatanter Unterschied in der Abiturnote, was sich auch dann halt extrem auf die Vergabe der Studienplätze auswirkt und Schüler aus einigen Bundesländern klare Vorteile haben.

    Wenn man dann noch bedenkt, dass z.B. Bayern und BaWü bei jeglichen Vergleichen am Besten bei der Bildung abschneiden, im Schnitt aber die schlechteren Abiturnoten kassieren, so fragt man sich doch warum diese Schüler dann einen Nachteil bei der Vergabe der Studienplätze haben sollten?!

    Ein zentrales Abitur würden sicherstellen, dass überall in Deutschland das gleiche gelehrt wird und dass die Schüler schon alleine wegen den Vorgaben der Abiturprüfung den selben Wissenstand haben müssen.

    Mittelmaß wird daraus nicht, sondern eher eine Angleichung. Und ein allgemeine Hochschulreife soll ja eben noch keine Diversifizierung beinhalten. Es ist ja nicht so, dass zum jetzigen Zeitpunkt in Berlin anderer Stoff durchgenommen wird als in Bayern, soviel geben die genannten Fächer wie Mathe,Englisch Deutsch ja gar nicht her. Nur ist es halt dass diese sich aussuchen können was sie durchnehmen. Die Abiturnote und der gelernte Stoff sind sowieso nicht unbedingt maßgebend für die Eignung für ein bestimmtes Studienfach, aber nunmal Bewertungsgrundlage.

    Wie schon angedeutet, das wäre alles egal, wenn nicht zu 85% die Abiturnote über die Studienplatzvergabe entscheiden würde. Deswegen muss irgendwann ein zentrales Abitur her. Alles andere wäre und ist unfair.
  5. #5

    Die Aufgaben sind nicht das Problem

    Zitat von bissig Beitrag anzeigen
    Stellen Sie sich mal vor, sie haben zum Beispiel im Bundesland A ihr Abitur gemacht, und kommen jetzt an eine Uni im Bundesland B, die als Basis das Niveu der landeseigenen Abiturienten voraussetzt. Dann sehen Sie aber ganz schön alt aus, wenn der Stoff, der Ihnen vermittelt wurde, nicht ausreicht.
    Die Leute, die ich kenne, haben in allen möglichen Bundesländern vorwiegend nicht-zentrale Abiprüfungen gemacht und sind an der Uni alle gut zurechtgekommen. Wenn nicht, hatte das bestimmt nichts mit dem Abi zu tun. Die Lehrer, die ich aus Bundesländern kenne, in denen es seit kurzem Zentralabitur gibt, sagen, dass die Durchschnittsnoten dort besser geworden sind - das spricht nicht unbedingt für eine Steigerung der Ansprüche... Das Spektrum der Aufgaben wird letztlich vorhersehbarer.
    Das Problem ist, dass die jetzige Notengebung die Fähigkeiten eines Menschen völlig unzureichend beschreibt. Und weil sie vor allem sehr wertend ist und Lehrer ihren Schülern normalerweise erst einmal nichts verbauen wollen, sind sie oft einfach überhaupt nicht ehrlich. Von Leuten, die Schülern bewusst etwas auswischen wollen, reden wir mal gar nicht. - Besser wäre es, Fähigkeiten weniger persönlich angreifend und wesentlich genauer darzustellen. Dann könnte man vergleichen, auch wenn jemand im einzelnen unterschiedliche Aufgaben bearbeitet hat.
  6. #6

    International Baccalaureate

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schärfere Regeln bei sexuellen Kontakten zwischen Lehrern und Schülern, dafür kein offenes Wort zur Bildungsfinanzierung durch den Bund: Bei ihrem Treffen einigten sich die deutschen Kultusminister auf den kleinstmöglichen Konsens. Ähnliche Abituraufgaben rücken in weite Ferne.

    Mini-Kompromiss beim Abi: Ein Prüfungspool für die, die mögen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Diese Diskussion über eine Zentrales Abitur ist total bescheuert. Es gibt schon lange Schulformen wie das IB die immer schon zentral gehalten waren und deshalb einen hohen Standard aufweisen. Hier ist es so, dass weltweit auf drei Zeitzonen verteilt die gleichen Fragen zum gleichen Fach gefragt werden. Weder der Rektor noch die Lehrer wissen vorher was gefragt wird. Nach den Prüfungen wird alles munter durch die Welt geschickt und von Lehrern kontrolliert, die nie einen der Schüler gesehen haben. Natürlich nach dem gleichen Erwartungshorizont. Es klingt zwar sehr aufwändig, aber dafür ist Objektivität gegeben. Und dieses ist in meinen Augen beim Abitur notwendig, immerhin entscheidet die Note dadrüber ob man 6 Jahre auf einen Studienplatz wartet, oder direkt anfangen kann.
  7. #7

    Ib

    Zitat von spendeblut Beitrag anzeigen
    Diese Diskussion über eine Zentrales Abitur ist total bescheuert. Es gibt schon lange Schulformen wie das IB die immer schon zentral gehalten waren und deshalb einen hohen Standard aufweisen. Hier ist es so, dass weltweit auf drei Zeitzonen verteilt die gleichen Fragen zum gleichen Fach gefragt werden. Weder der Rektor noch die Lehrer wissen vorher was gefragt wird. Nach den Prüfungen wird alles munter durch die Welt geschickt und von Lehrern kontrolliert, die nie einen der Schüler gesehen haben. Natürlich nach dem gleichen Erwartungshorizont. Es klingt zwar sehr aufwändig, aber dafür ist Objektivität gegeben. Und dieses ist in meinen Augen beim Abitur notwendig, immerhin entscheidet die Note dadrüber ob man 6 Jahre auf einen Studienplatz wartet, oder direkt anfangen kann.
    Das schöne am IB ist ja auch, dass es dem deutschen Abitur gleichgestellt ist, wenn Deutsch als A-Fach genommen wurde oder ein deutscher Schüler gleichwertige Deutschkenntnisse aufweist.

    Man kann sich dann die horrend teuren Deutschen Auslandsschulen sparen (s. Artikel zur Deutschen Schule in Tokyo und die anderen sind nicht viel günstiger).
  8. #8

    .

    Ein Zentralabitur schaltet die Lehrinhalte gleich. Es verhindert, dass Lehrer bestimmte Themen, die sie für wichtiger erachten als andere Themen, weglassen oder kürzen müssen, um den zentralen Prüfungsstoff zu schaffen.

    Es gibt dann abiturrelevante und abiturirrelevante Themen. Wie soll man als Lehrer abiturirrelevante Themen beim typischen Schüler motivieren?

    Letztendlich führt ein Zentralabitur zur Themenverarmung. Und in manchen Fächern, z.B. Informatik, wird man sich dann auf Themen einigen müssen, die der dynamischen Entwicklung dieses Fachs nicht gerecht werden. Alleine beim Einsatz von Programmiersprachen und Tools (teilweise von Schülern geschrieben!) möchte ich nicht zehn Jahre hinter den aktuellen Entwicklungen zurückbleiben, nur weil in anderen Ländern oder Schulen die Kollegen nicht mitmachen können oder wollen.

    Das Märchen vom bayerischen Spitzengymnasiasten geistert wohl noch in Jahrzehnten durch die Welt. Bayern versteht es, seine Schüler auf Tests und auf den ersten Blick schwierigere Prüfungen (Mathe) vorzubereiten. Ich finde es nicht erstrebenswert, wenn Schüler hauptsächlich lernen, in Prüfungen ähnliche Aufgaben wie aus dem Unterricht bekannt zu lösen. Ein guter Schüler muss in einer Prüfung auch einen komplett neuen Aufgabentyp lösen können bzw. zumindest den möglichen Lösungsweg skizzieren.

    Ich kenne ehemalige Schüler aus vielen Bundesländern, die später mit summa oder magna Cum Laude in einem Ingenieurfach promoviert haben. Man hat ihnen nicht angemerkt, aus welchem Bundesland sie stammen. Jedenfalls nicht, was ihre Leistung angeht.

    Das relativiert doch jede Aussage über die angeblich so unterschiedlichen Niveaus des Abiturs in den Bundesländern.
  9. #9

    TU Wien

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Ich kenne ehemalige Schüler aus vielen Bundesländern, die später mit summa oder magna Cum Laude in einem Ingenieurfach promoviert haben. Man hat ihnen nicht angemerkt, aus welchem Bundesland sie stammen. Jedenfalls nicht, was ihre Leistung angeht.

    Das relativiert doch jede Aussage über die angeblich so unterschiedlichen Niveaus des Abiturs in den Bundesländern.
    An der TU Wien kommen die deutschen "Südländer" aber besser mit als die Norddeutschen. Schieben Sie das etwa auf den Dialekt?








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