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Milliardendeal: Deutsche Bank kauft US-Giftpapiere

REUTERSNeue Lust auf Risiko: Fünf Jahre nach dem Kollaps des US-Immobilienmarkts kauft die Deutsche Bank ein milliardenschweres Paket amerikanischer Hypotheken. Das Institut kann die Giftpapiere nun stückeln und weiterreichen - als hätte es die Finanzkrise nicht gegeben.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...830227,00.html
  1. #80

    Einmalig

    In den Geschichtsbüchern wird die Krise von 2008 einen eigenen Platz
    einnehmen: die erste ernste Finanzkrise der Wirtschaftsgeschichte, aus
    der KEINERLEI wirksame Konsequenzen gezogen wurden.
  2. #81

    Hoffentlich wars nicht zu schlimm

    Zitat von L.K. Beitrag anzeigen
    Einfach nur toll, ....oha, mein Herz.
    Mit dem Herz soll man nicht spaßen.

    Wenn sie nochmal nach dem Herzanfall das lesen, was ich geschrieben habe (vielleicht auch noch eine Blutdruckpille dazu), dann werden sie die Aussagen erkennen:

    1. Derzeit wird die Deutsche anscheinend als Institut in D völlig unattraktiv. Die bauen den Laden um. Fondsprodukte, Riester, Festgeld, etc treten in den Vordergrund. Auch die übertriebene Reaktion auf die lächerlichen Anwürfe bzgl. Indexfonds auf Softs ist hierfür bezeichnend. Compliance geht gegen unendlich - was einem nur Ärger, im Zweifel erhebliche Kosten macht und die Bank zu einem unzuverlässigen Staatsbüttel. Schauen sie sich einfach mal an, wie der Kostenblock der Compliance Bei der DB gewachsen ist. Das ist der Überreaktion in Deutschland geschuldet.

    2. Jain ist DER Pluspunkt der DB. Jain gibt wenigstens die Gewähr dafür, dass sich in London noch etwas Vernünftiges mit der DB auf die Beine stellen lässt, denn schließlich war sie, dank Ackermann, ein sehr professioneller Laden. Und deshalb erwägen wir gerade dorthin zu wechseln - aber es gibt international auch noch viele andere attraktive Institute, die sich den unsinnigen Mainstreamforderungen nicht so unterwürfig zeigen.

    3. Ein substantielles Vermögen ist einfach eines, bei dem Ihnen auch eine Deutsche Bank die Tür aufmacht und sie nicht "mit Kusshand" ziehen lässt. z.B. Sparkassen haben nämlich durch ihre niedrige Vermögens- und Einkommenschwelle das Problem, dass sich viele Kundenkonten einfach nicht rechnen.
  3. #82

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Neue Lust auf Risiko: Fünf Jahre nach dem Kollaps des US-Immobilienmarkts kauft die Deutsche Bank ein milliardenschweres Paket amerikanischer Hypotheken. Das Institut kann die Giftpapiere nun stückeln und weiterreichen - als hätte es die Finanzkrise nicht gegeben.

    Milliardendeal: Deutsche Bank kauft US-Giftpapiere - SPIEGEL ONLINE
    Das wäre überhaupt kein Problem, wenn man Banken genau wie jedes andere Unternehmen bankrott gehen lassen würde. Etwa so:

    Standpunkt: EU-Superstaatsgründung aus Angst vor Crash? - Europas Schuldenkrise - FAZ

    Nur wenn gutes Wirtschaften belohnt und Fehler bestraft werden, haben vernünftig handelnde Unternehmen einen Vorteil.
    Durch die Bankenrettungen ist es jetzt aber leider so, dass eine Bank ja bescheuert sein müßte, wenn sie nicht maximales Risiko geht. Geht es gut, verdient sie Milliarden, verliert sie ihre Wette, wird sie mit Staatsknete gerettet.

    Nicht die "Neoliberalen", sondern unsere Staatsinterventionisten von CDU und SPD haben die Regeln der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt und sollten sich nicht wundern, wie schnell die Banken gelernt haben, ihren Profit auf Staatskosten zu maximieren. "Moral Hazard" at its best.
  4. #83

    Zitat von Spekulant Beitrag anzeigen
    Mit dem Herz soll man nicht spaßen.

    Wenn sie nochmal nach dem Herzanfall das lesen, was ich geschrieben habe (vielleicht auch noch eine Blutdruckpille dazu), dann werden sie die Aussagen erkennen:

    1. Derzeit wird die Deutsche anscheinend als Institut in D völlig unattraktiv. Die bauen den Laden um. Fondsprodukte, Riester, Festgeld, etc treten in den Vordergrund. Auch die übertriebene Reaktion auf die lächerlichen Anwürfe bzgl. Indexfonds auf Softs ist hierfür bezeichnend. Compliance geht gegen unendlich - was einem nur Ärger, im Zweifel erhebliche Kosten macht und die Bank zu einem unzuverlässigen Staatsbüttel. Schauen sie sich einfach mal an, wie der Kostenblock der Compliance Bei der DB gewachsen ist. Das ist der Überreaktion in Deutschland geschuldet.
    Nicht nur in Deutschland, scheints.

    2. Jain ist DER Pluspunkt der DB. Jain gibt wenigstens die Gewähr dafür, dass sich in London noch etwas Vernünftiges mit der DB auf die Beine stellen lässt, denn schließlich war sie, dank Ackermann, ein sehr professioneller Laden. Und deshalb erwägen wir gerade dorthin zu wechseln - aber es gibt international auch noch viele andere attraktive Institute, die sich den unsinnigen Mainstreamforderungen nicht so unterwürfig zeigen.
    Jain wird der Totengräber der Deutschen Bank, seltsamerweise wollte selbst Ackermann diesen Menschen nur unter massiver Aufsicht installieren. Er ist ein Investmentbanker, der für das Tagesgeschäft der Deutschen Bank keinerlei Gespür hat, hier gehts nur noch um Rendite.

    3. Ein substantielles Vermögen ist einfach eines, bei dem Ihnen auch eine Deutsche Bank die Tür aufmacht und sie nicht "mit Kusshand" ziehen lässt. z.B. Sparkassen haben nämlich durch ihre niedrige Vermögens- und Einkommenschwelle das Problem, dass sich viele Kundenkonten einfach nicht rechnen.
    Ich darf gepflegt lachen, Sparkassen sind zwar schlechter als ihr Ruf, aber für den Mittelstand in der Region ein nicht wegzulassender Partner. Und der Sparkassenverbund steht besser da als manche Bank, die dick Werbung fährt.

    Immer dran denken, Sparkassen sind keine Banken.

    Und jetzt, bitte, nehmen sie ihr "substantielles" Vermögen und nerven sie nicht mit ihrer Anbetung des Mammons.
  5. #84

    Geld zurück an den Staat

    Zitat von walter_e._kurtz Beitrag anzeigen
    Ihre Ausführungen mögen ja soweit stimmen, ich kann sie bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Die Reaktionen der Foristen scheinen reflexartig.
    Aber mal ganz ehrlich: Nach vier Jahren der nicht-Gestaltung der Finanzmärkte geht es mir ähnlich!
    Und an der Stelle folgen meine "aber!" und "warum?":
    Die mit "zero" bewerteten Papiere waren der Grund, daß die FED (also auch der US-amerikanische Steuerzahler, werte Mitforisten ;-)) mit Rettungszahlungen eingesprungen ist und indirekt sogar "unsere" Deutsche Bank gestützt hat. Also gehört der Verkaufspreis eigentlich dem Steuerzahler.
    Daß in Ihrem Szenario der Handel wieder brummt, ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, daß die Banken derzeit nicht wissen, wohin mit dem Geld, es ist halt derzeit verdammt viel davon im Umlauf (Schuldenkrise: IWF warnt vor Mangel an sicheren Finanzanlagen - SPIEGEL ONLINE).
    Warum hat sich bis heute nicht ein Staat daran gemacht, wieder das Primat der Politik auszuüben und die Finanzmärkte zu regulieren?
    Fragen über Fragen, einige Hintergründe und Antworten hier:
    Ideengeschichte: Die Liberalen und der Staat - Wirtschaft - FAZ
    Wirklich lesenswert, denn der Artikel umschreibt ziemlich genau, in welches Abhängigkeitverhältnis sich die div. Staatsführungen begeben haben.
    Wenn man bedenkt, daß die Citibank bereits 2003 das Thesenpapier "ways to plutonomy" erarbeitet hatte, muß man ihrem Thinktank einen überwältigenden Erfolg attestieren!

    In diesem Sinne:
    Alles für die Postdemokratie, oi!, und noch ein schönes WE!
    Sie schreiben, dass doch Geld zurück an den Staat bzw. die Steuerzahler fliessen müsse.
    TUT ES.
    Dass sie das nicht sehen, und auch die anderen Foristen hier, zeigt, dass das Thema nicht verstanden wird. Anstelle dessen wird nur herumpolemisiert, so wie es sich heute in Foren gehört.

    Die USA haben 2008 die AIG fast komplett verstaatlicht - laut Wiki halten die USA heute noch ca. 92%. Ein Grund (nicht der einzige) für die Krise 2008 war eben, dass die zusammengemischten Immobilien-Portfolios nicht mehr bewertbar waren, als die Preise einbrachen. Niemand konnte vorhersehen, wo die Preise in den USA den Boden finden würden. Folge war de facto eine Bewertung von NULL - was schlicht falsch ist, da die Immobilien bis heute Wert haben. Nach dem Case/SHiller Index sind die Preise bis heute um ca. 30% gefallen, man hofft auf eine Bodenbildung. Damit kann man die Hypothekenforderungen zu ca. 70% bedienen - und daraus erklärt sich dann auch der Kaufpreis von geschätzt 60 bis 70%. Dieses Geld fliesst an AIG als vorherigen Inhaber der Papiere, und damit an die USA zurück.

    Die Finanzmärkte waren und sind im übrigen stark reguliert, siehe nur aktuell die Diskussion um Basel II und III. Aber solange die Banken nicht schlicht verschwinden, werden linke Zeitgenossen immer noch das Ammenmärchen erzählen, dass sich niemand an Regulierung versuche ...
  6. #85

    Sie vermischen

    Zitat von Endlager Beitrag anzeigen
    Sie irren sich, und haben da etwas Grundlegendes nicht verstanden, denn ersten ging es keinesfalls nur um Immobilienfonds in der Krise, sondern vor allem um Luftnummern (Derivate/Wetten), die platzten.
    Und die Immobilien stellen längst keine realen Gegenwert mehr dar, den die Banken vergaben Kredite auf die vermeintliche Wertsteigerungen der einzelnen Immobilien, sie waren also vielfach überbewertet, und als die ersten eine realen Gegenwert für die erworbenen Versprechungen (Kredite, Derivate, Versicherungen...) haben wollten, platzte die Blase.
    Sie vermischen verschiedenste Begriffe und kommen damit schlicht zu falschen Ergebnissen.
    Es geht nicht um Immobilienfonds, sondern um Derivate auf Hypothekenforderungen. Die Banken haben auch nicht Kredite auf vermeintliche Wertsteigerungen gegeben, sondern sie haben Kredite in Höhe von Kaufpreisen gegeben. Gegenwert für den Kredit war die Hypothek auf die Immobilie, d.h. ein Sachwert.
    Nun sind die Immobilienpreise ab 2007 stark eingebrochen. Da die verschiedenen Forderungen gebündelt und vermischt wurde, konnte niemand mehr den realen Wert solcher Beteiligungen bewerten - was de facto zu fehlenden Marktpreisen und damit fast Nullbewertung führte. Die Immobilien waren und sind aber immer noch da. Da sich heute wieder Marktpreise bilden, kann man auch die Derivate auf die Hypothekenforderungen bewerten.

    Und das ist, wie gesagt, ein gutes Zeichen für die US Wirtschaft und die Weltwirtschaft.
    Wenn auch - wie ich schon vorhersagte - das hier natürlich niemand wahr haben will.


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