Microsoft gegen Google: "Beispielloser Missbrauch des Rechtssystems"
Die Einspruchsfrist gegen den Vergleich zwischen Google und Copyright-Lobbyorganisationen über die so genannte Book Search ist abgelaufen, doch der Streit um Googles Digitalisierungshunger geht jetzt erst richtig los. Als erstes legt Microsoft die Samthandschuhe ab - und teilt mächtig aus.
...ist wenn irgendeiner (Google, MS, Amazon...) einen Exklusivdeal mit irgendwem (Verlag, Author) bekommt. Genau genommen waere ich sogar dafuer das sich die Firmen untereinander austauschen "muessen", den am Ende ist fuer mich nur wichtig wer die relevanten Informationen findet. Und da sind halt einige besser als andere.
Hab ich das richtig verstanden:
Es geht um das copyright b.z.w. Nutzungsrecht digitalisierter Drucksachen?
Und wenn in den USA ein präzedänzfall zugunsten von googel entsteht, ist das absofort offizielles Recht in den USA und die WELT muß damit leben, ähnlich wie bei den Filesharing-server in Ländern ohne Verbot?
Ich kann diesen neoliberalistischen Scheiß nicht mehr hören!
"Die Digitalisierung von Büchern ist eine Herkules-Aufgabe, bei der der öffentliche Sektor zwar die Federführung übernehmen muss, für die er aber auch die Unterstützung des privaten Sektors braucht"
So ein Quatsch. Genauso könnte man sagen:
"Der Aufbau eines Schulsystems ist eine Herkules-Aufgabe, bei der der öffentliche Sektor zwar die Federführung übernehmen muss, für die er aber auch die Unterstützung des privaten Sektors braucht"
oder
"Die Unterhaltung einer Polizei ist eine Herkules-Aufgabe ..."
Solche "Herkules-Aufgaben" gehören in die öffentliche Hand und unter öffentliche, demokratisch legitimierte Kontrolle - und nicht in die Hände irgendwelcher privatwirtschaftlicher Konsortien.
Man sollte doch froh sein, dass es überhaupt einer macht
Bill Gates hat zwar immer davon schwadroniert, aber geschehen ist nichts.
Was Google so liefert ist eigentlich nicht schlecht. Mit der Suchmaschine und den Maps haben sie doch allen was geboten.
Sie pumpen viel Geld in Linux.
Was hat Herr Gates der Allgemeinheit schon geboten? Vielleicht ein paar Aids Projekte gesponsert, aber wer will den Wert dieser Projekte ermessen? Vielleicht war das ja alles für die Katz.
Und jene die nicht bei Google sein wollen, sind halt jene die der Allgemeinheit nichts bieten wollen, die nichts zu verschenken haben.
Lassen wir sie erst mal scannen, verbieten kann man ja auch später noch.
Aber man muss nicht bei jedem erst mal das Böse denken. Es soll ja schon mal Leute gegeben haben, die für das Allgemeinwohl was tun möchten.
Herrn Gates und anderen ist so ein Denken aber wohl eher fremd.
Der Nationalstaat als ausschliesslicher Hüter der Rechtslage auf seinem Staatsgebiet war schon durch supranationale Organisationen in Gefahr, auch wenn diese gerade dies immer bestritten. Mit dem Internet hat sich dies deutlich verschärft: Die gleichen Bürger, die heute mit grafischen Spiegelservern Politik in in China zu machen versuchen, sind peinlich berührt, wenn durch die Mechanismen des Netzes ihre eigenen Rechtspositionen beeinträchtigt werden: Musik, Filme, Bücher, Patente werden hemmungslos kopiert, ohne daß der zuhause gewohnte Obulus als Gegenleistung flösse.
Wir werden alle lernen müssen, daß die Einstellung in vielen Tigerstaaten, geistiges Eigentum sei nicht schützenswert, geistiger Diebstahl sei kein Unrecht, über die Sachzwänge des Netzes Realität werden.
Auch Google wird dies lernen: auch wenn der Fall um das Book Settlement zu seinen Gunsten ausgeht, wird das Monopol schnell geknackt werden - Google's Library wird nur dann Sinn machen, wenn die Qualität der Zitate sich als unerschütterlich erweist. Seit Wikipedia immer besser wird, kann man sich - erst Recht in Deutschland, wo es zur wesentlichen Informationsquelle geworden ist - darauf berufen. Der Server schafft also über eigene Leistung einen unverwechselbaren Benefit.
Kulturschaffende, Autoren, aber auch Zeitungen, die hemmungslos kopiert und per Link zitiert werden, finden entweder andere Verwertungsmechanismen (der Live-Auftritt ist bei Musikern wieder in Mode gekommen, Autoren füllen Konzertsäle) oder sie arbeiten für lau. Allerdings sehe ich schwarz für streng wissenschaftliche Autoren. Wenn sie überleben wollen, ist die globalisierte Öffentlichkeit des Netzes kein Markt für sie. Und hier wendet sich das Internet gegen sich selbst, weil es Wissensreservate schafft, in die man sich einkaufen muss.
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Die amerikanische Unsitte, Privat-Rechte zu beeinträchtigen, die die US selbst nicht schützen wollen, wird hier auf die Probe gestellt: eine Widerspruchslösung im Book Settlement ist nicht nur deswegen ungeheuerlich, weil sie ohne Widerspruch des Rechteinhabers zu einer beeinträchtigenden Rechtsfolge für diesen führt, sie ist deswegen schon ein Skandal, weil die Parteien des Settlements wie selbstverständlich auf die Idee kamen, weltweit Rechtslage zu schaffen - Wirtschaftsimperialismus in Reinform.