Ich wohne seit 6 Jahren in Guadalajara.
Die ersten 2-3 Jahren hatten wir noch keine Attentate und Morde an Ampeln grosser Strassen in guten Vierteln.
Die Leute waren es auch nicht gewohnt, dass man geköpfte Leichen an Kreuzungen findet, oder dass getötete Entführungsopfer direkt am Shopping Center abgeworfen werden.
Tlajomulco war damals nicht der Abladeplatz für Exekutierte, sondern ein unteretnwickeltes Städtchen am Rande der Metropole.
Man sah damals nicht beim Autofahren in der Stadt junge Leute im Nebenwagen, die ein Maschinengewehr auf dem Schoss hielten.
Es gabe noch keine Erschiessungen in unserem Condominio (in den letzten zwei Jahren gab es mindestens 7 Tote), und auch keine Verfolgungsjagden mit 20 Polizeiautos.
Vor 3 Monaten wurde dem Besitzer eines Nachbargeschäfts, etwa 20m von uns entfernt, beim Morgenraub ins Genick geschossen und getötet. Am Tag zuvor hatte an der Kreuzung, 15m davon entfernt, ein Streit zwischen zwei Verkehrsteilnehmern einen Toten und einen Flüchtigen zur Folge.
Was vermutlich immer so war, ist die Effizienz der Ordnungshüter. Es wird eingelocht, was einem über den Weg läuft, Beweise werden fabriziert, oder schlicht erfunden, und Geständnisse durch Folter erzwungen.
Ich freue mich für Sie, dass Mexiko City ganz normal geblieben ist!



