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Mexiko: Archäologen erkunden unerforschtes Maya-Grab
Rund 1500 Jahre ist das Grab des frühen Maya-Herrschers alt, in das Forscher nun erstmals eine Kamera hinabgelassen haben. Der rot bemalte Raum könnte die Überreste eines Herrschers über einen mächtigen Stadtstaat beherbergen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...770271,00.html
- #1 25.06.2011 10:11 von
Gestern auf dem Zentralfriedhof...
haben sie auch wieder ein paar Gräber aufgebaggert.
Ich glaube, wir wissen langsam genug über ausgestorbene
Zivilisationen, der Rest ist nicht *so* furchtbar wichtig - wird Zeit, die nekrophile Gewohnheit abzulegen,
gegen Forschungsgelder Grabstätten
zu entweihen und dabei auch noch die armseligsten
Grabbeigaben mitgehen zu lassen. - #2 25.06.2011 10:40 von
Die 'verschwundendenen' Maya
Aufregende Sache! Hoffentlich gelingt es, das Grab vollständig zu erforschen, ohne es zu gefährden.
Gottlob liest man in diesem Artikel nichts über das angebliche ’Verschwinden der Maya’, wie in anderen SPON-Beiträgen zum Thema (zuletzt im Mai dieses Jahres). Es scheint wenig bekannt zu sein, dass die Maya bis zum heutigen Tag recht kopfstark in Mexiko, Guatemala und anderen mittelamerikanischen Ländern leben und dabei Teile ihrer ’untergegangenen’ Kultur sowie ihre Sprachen bewahrt haben. Aber über ein ’verschwundenes’ Volk lassen sich natürlich – beileibe nicht nur von SPON - sehr viel reißerischere Artikel schreiben und, wie Mel Gibsons langweilig-brutales Machwerk ’Apocalypto’, Filme von erbarmungswürdiger Kenntnislosigkeit drehen.
@HappyLuckyStrike: Wie war das noch? ’In der Beschränktheit zeigt sich der Meister’? Ach nee, hieß wohl anders… - #3 25.06.2011 10:51 von
Noch lange nicht genug
Vielleicht wissen _Sie_ genug (dann mangelt es Ihnen wohl an Neugier), deshalb muss es anderen noch lange nicht genauso gehen. Gerade über die Maya ist vieles noch nicht bekannt. Gleichzeitig sind bei den amerikanischen Kulturen die Details spannend, weil sich vieles vollkommen unabhängig von der "alten Welt" entwickelt hat. Ein zweites, unabhängiges Experiment, über das sich Rückschlüsse ziehen lassen, was sich in Kultur und Gesellschaft ggf. immer wieder gleich entwickeln würde, weil es sozusagen in der menschlichen Natur liegt, was unterschiedlichen Umweltbedingungen und was einfach dem Zufall geschuldet ist.
Zu den Gräbern: die gehören nunmal zu den oft besterhaltensten Hinterlassenschaften, enthalten Beigaben und verraten auch noch etwas über die Jenseitsvorstellungen der entsprechenden Kultur. Mit Nekrophilie hat das nichts zu tun.
Mir ist auch nicht bekannt, dass in Archäologie jetzt Abermilliarden von Steuergeldern verschwendet würden. Die Disziplin gilt als chronisch unterfinanziert. - #4 25.06.2011 10:52 von jocurt
Machen Wir es doch einfach genauso
bei einer Bestattung als Grabbeigabe (Sand werfen muss ja nicht alles sein) einfach mal den IPod und dazu einen scheußlichen Keramikeierbecher plus eine Muschelhalskette aus dem letzten Mallotseurlaub.
Was meinen Sie, was zukünftige Generationen von Archäologen zu Rätseln haben.
Unsere Müllhalden von heute sind doch ein schönes Troja von übermorgen.
Tun wir Ihnen den gefallen. Grabbeigaben für die Nachwelt zum Staunen. - #5 25.06.2011 12:08 von
- #6 25.06.2011 12:12 von
...
So ist es. Gerade wenn man Archäologie studiert, ist man schon ziemlich frustriert, wenn man sieht, dass es doch einige wenige gibt, die immer mehr und mehr an Geldern kürzen. Dazu kommt noch die politisch ambivalente Lage in diversen Ländern hinzu.
Übrigens ist das DAI (Deutsche Archäologische Institut) ein Teilbereich der Auswärtigen Amt. Ich rate mal dem User HappyLuckyStrike, sich bei Gelegenheit mal einen Vortrag in seiner Umgebung anzuhören, dann wird dieser auch nicht mehr so einfältig antworten.
Es gibt auch in Deutschland genug, was nicht nur nicht erforscht ist, sondern einfach durch Bauprojekte zerstört wird. Den "Otto-Normal" Menschen geht es nur um Schätze oder Monumentalbauten, diese werden dann auch besonders medial hervorgehoben, dabei sind gerade die Informationen von alltäglichen Handlungen fundamental für die Arbeit als Archäologe.
Ich bin im Sommer bei einer Grabung in Thüringen, in der eine gerade mal seit 2 Jahren bekannte Kultur aus dem prähistorischen Neolithikum behandelt wird. Die Gelder werden vor allem im Bereich Kultur, Kunst und Forschung gestrichen.
Man sollte sich dessen bewusst sein, dass Geschichte immer für unser Handeln in der Gegenwart und Zukunft beeinflusst. Vor allem wenn man weiß, dass Geschichte fast immer nur von Siegern geschrieben und beeinflusst wird. Dazu gibt es auch den Teilbereich Historiographie. Aber nagut. Ich studiere vermutlich wie so viele andere und werd dann doch nur Hartz 4 bekommen. Hauptsache die Banken bleiben uns erhalten... - #7 25.06.2011 12:33 von
.
Warum können die bei den vielen Forschungsgeldern nichtmal eine ordentliche HD-Kamera bei Conrad kaufen?
Schon letztens der Schacht in der Pyramide! Da planen die 3 Jahre und im Ergebnis hat man unterbelichtete verwaschene, schemenhafte Bilder wie aus den Anfangszeiten der Alt-Herren-Videofilmerei (ca. 1985). - #8 25.06.2011 12:53 von
...
Vielleicht weil es in Mexiko keinen Conrad gibt, sondern nur Radio Shack und Best Buy?
Im Ernst: Das INBA (Instituto Nacional de Bellas Artes) und das INAH (Instituto Nacional de Arqueologia e Historia) sind wirkliche Stiefkinder der mexikanischen Regierung. Man ist schon froh, wenn nach Wochen mal ein Gerät genehmigt wird. So werden die Leute in Palenque vielleicht ihre Privatkamera oder ihr neues N8 in die Höhle heruntergelassen haben. - #9 26.06.2011 06:34 von
Interessant!
Also wurde das Grab schonmal vorab angelegt, dann vergessen und in den fuenfzigern (wieder?) gefunden. Und Pakal wurde danach danach dann irgendwann Herrscher? Herrscher ueber das Grab, oder wie?In der Nähe befindet sich der Tempel der Inschriften, wo in den fünfziger Jahren das Grab des späteren Herrschers Pakal gefunden wurde.
Bitte uj Aufklaerung, SPON!
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