Mexiko: Anonymous zieht in den Drogenkrieg

Sie legen sich mit einem mexikanischen Drogenkartell an: Anonymous will Mitglieder und Helfer der Kriminellen*beim Namen nennen.*Ein potentiell tödliches Unterfangen für alle Beteiligten. Ob die Internet-Aktivisten ihre Drohung wahr machen können, ist allerdings unklar.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...795642,00.html
  1. #1

    Finanziers der Drogenmafia in den Knast sperren

    Solange in unserer Gesellschaft der Konsum von Kokain verharmlost wird, also die Finanziers dieser Mörder mit Samthandschuhen angefasst werden, es gar als cool gilt, Kokain zu schniefen, solange werden Menschen (in Mexiko) bestialisch gefoltert und ermordet im Drogenkrieg. Jeder dieser Konsumenten hat seinen privaten Anteil an Vergewaltigung, Folter und Mord. Aber viellecht ist es ja das, was den Konsum für den Spießbürger so cool macht.

    So trieb der Spiegel z. B. monatelang kostenlos Werbung für den Drogenkonsumenten Charlie Sheen, der noch damit angab, dass er Kokain pfundweise konsumiere.

    Am Montag Werbung für Sheen, am Dienstag dann Schlagzeile über Tausende von Toten im Drogenkrieg in Mexiko. Hauptsache, es kommt eine Schlagzeile, der Inhalt ist sowas von egal --- eben die Moral von Kleinkrämern mit BWL-Studium.
  2. #2

    Kurzsichtig

    Klar haben Konsumenten immer an allem eine Teilschuld. Aber ändern wird dieses Faktum nichts.
    Die Politik muss Drogen endlich legalisieren, und der eigene Anbau gefördert werden, nur so, kann dem Ganzen ein Ende gemacht werden.
  3. #3

    ...nur mal so

    Zitat von plastikjute Beitrag anzeigen
    Solange in unserer Gesellschaft der Konsum von Kokain verharmlost wird, also die Finanziers dieser Mörder mit Samthandschuhen angefasst werden, es gar als cool gilt, Kokain zu schniefen, solange werden Menschen (in Mexiko) bestialisch gefoltert und ermordet im Drogenkrieg. Jeder dieser Konsumenten hat seinen privaten Anteil an Vergewaltigung, Folter und Mord. Aber viellecht ist es ja das, was den Konsum für den Spießbürger so cool macht.

    So trieb der Spiegel z. B. monatelang kostenlos Werbung für den Drogenkonsumenten Charlie Sheen, der noch damit angab, dass er Kokain pfundweise konsumiere.

    Am Montag Werbung für Sheen, am Dienstag dann Schlagzeile über Tausende von Toten im Drogenkrieg in Mexiko. Hauptsache, es kommt eine Schlagzeile, der Inhalt ist sowas von egal --- eben die Moral von Kleinkrämern mit BWL-Studium.

    ...dann hat jeder bierkonsument und auch kneipenwirt mitschuld an jedem verkehrsopfer, wo alkohol eine rolle spielte. aber es sich einfach machen, damit man sein weltbild behalten kann, ist eben bequemer als denken.
  4. #4

    Ach,

    schon mal kokainschnupfenden LKW-Fahrern auf der Autobahn begegnet?

    Fahren Sie mal in Mexiko gen Norden (Richtung USA) und versuchen Sie mal an den überdimensionierten LKWs vorbeizukommen, die natürlich auf der mittleren Spur fahren und sich vielleicht noch mit anderen ein Rennen liefern.

    Und dann reden wir von Legalisierung...
  5. #5

    So ist es...

    Zitat von M_arcellus Beitrag anzeigen
    Klar haben Konsumenten immer an allem eine Teilschuld. Aber ändern wird dieses Faktum nichts.
    Die Politik muss Drogen endlich legalisieren, und der eigene Anbau gefördert werden, nur so, kann dem Ganzen ein Ende gemacht werden.
    Genau so sieht`s aus! Erst die Kriminalisierung der Drogen lässt einen weitaus übleren kriminellen Sumpf entstehen.
    Allerdings wird dort von so Vielen so viel Geld verdient, dass man auf die Legalisierung, kontrollierte Abgabe von Drogen bis zum St. Nimmerleinstag warten wird.

    Übrigens bin ich beileibe kein Freund von Drogen oder möchte die Gefahr von Drogen herunterspielen. Und übrigens bin ich mir ziemlich sicher, dass unter den Profiteuren nicht nur solche Schurken sind, denen man das auf den ersten Blick zutrauen oder ansehen würde.
    Ein "Who is Who" der Feinen und Mächtigen könnte ich mir da schon auch vorstellen...
  6. #6

    Kann man auch anders sehen...

    Zitat von Werner655 Beitrag anzeigen
    Genau so sieht`s aus! Erst die Kriminalisierung der Drogen lässt einen weitaus übleren kriminellen Sumpf entstehen.
    Allerdings wird dort von so Vielen so viel Geld verdient, dass man auf die Legalisierung, kontrollierte Abgabe von Drogen bis zum St. Nimmerleinstag warten wird.

    Übrigens bin ich beileibe kein Freund von Drogen oder möchte die Gefahr von Drogen herunterspielen. Und übrigens bin ich mir ziemlich sicher, dass unter den Profiteuren nicht nur solche Schurken sind, denen man das auf den ersten Blick zutrauen oder ansehen würde.
    Ein "Who is Who" der Feinen und Mächtigen könnte ich mir da schon auch vorstellen...
    Kokain, Heroin, Amphetamine, LSD und andere chemische Drogen wachsen ja nicht an Bäumen. Sie werden mit speziellen Verfahren erzeugt. Und da es sich dabei ja schon um ein potentiell tödliches Gift handelt, muss soetwas ja wohl auch wie ein solches behandelt werden. Vergleichen Sie es doch einfach mit höchstgefährlichen Medikamenten. Die dürfen ja auch nicht verkauft oder verschrieben werden, wenn es dafür keine Zulassung gibt.

    Nun gibt es für diese "Drogen" also keine Zulassung, dann ist doch der, der sie trotzdem produziert kriminell, oder etwa nicht ? Entsprechend finde ich es schon recht abenteuerlich von "Kriminalisierung" der Drogen zu sprechen.

    Da wird etwas "produziert" und dabei schon eingangs in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden kommen. Das ist in meinen Augen der Inbegriff dessen, was man als "kriminell" bezeichnet.

    Der kriminelle Sumpf ist also schon "vorher" da, der wird nicht erst durch den Gesetzgeber nachträglich erzeugt.

    Die Massnahmen müssen also nicht weicher, sondern härter werden. Wie kann es beispielsweise sein, dass in jeder deutschen Durchschnittsdisco der Handel mit allen möglichen Drogen floriert ? Bei jedem Erwerb machen sich die Käufer mitschuldig an dem, was in beispielsweise Mexiko geschieht.

    Würde der Staat da härter durchgreifen, also entsprechende Lokalitäten einfach schliessen, dann würden die Betreiber schon selber darauf achten, dass Drogen möglichst draussen bleiben.

    Eltern könnten für ihre Kinder haftbar gemacht werden, nach dem Motto Aufsichtspflichtverletzung, Freunde und Bekannte von Konsumenten könnten haftbar gemacht werden, eine Anzeigepflicht könnte geschaffen werden usw...

    Es ginge schon.

    Nicht zuletzt müsste die internationale Geminschaft den Drogen produzierenden Ländern auch Fortschritte gegen den Drogenhandel und die Korruption abverlangen. Solange es da keine Sanktionen gibt, bemüht sich die Politik sicher auch nicht ernsthaft, das abzustellen.
  7. #7

    So einfach...

    Zitat von gefährliches_halbwissen Beitrag anzeigen
    ...dann hat jeder bierkonsument und auch kneipenwirt mitschuld an jedem verkehrsopfer, wo alkohol eine rolle spielte. aber es sich einfach machen, damit man sein weltbild behalten kann, ist eben bequemer als denken.
    ...ist es leider nicht. Bier und Alkohol im allgemeinen sind für sich selbst genommen erst einmal nicht sonderlich schädlich. Alkoholische Getränke sind zudem auch Bestandteil unserer Kultur wie auch Kokablätter in Südamerika oder Marihuana in Vorderasien. Das muss sicher entsprechend behandelt werden. Aber aus dem übermässigen Bierkonsum einiger ein generelles Bierverbot abzuleiten ist bei weitem nicht das gleiche wie den Heroinkonsum schlechthin zu unterbinden.

    Ich gebe Ihnen allerdings insofern Recht, als dass auch ein Kneipenwirt an sichtbar Betrunkene keinen Alkohol mehr ausschenken sollte. Viele tun dies auch ohnehin nicht, weil sehr betrunkene Gäste in der Regel nur Ärger machen.

    Abschliessend noch: Wenn in Ihren Augen Alkohol doch schon so schlimm ist, warum dann noch schlimmere Dinge dazu nehmen ? Ich bin froh um jede Droge, die wir vom Markt weg bekommen können. Und wenn irgendwann ein Ausschankverbot für Hochprozentiges kommt und Zigaretten 50 Euro je Schachtel kosten, dann bin ich damit auch einverstanden.
  8. #8

    Ja ja, die gut verdienenden mexikanischen Trucker

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    schon mal kokainschnupfenden LKW-Fahrern auf der Autobahn begegnet?

    Fahren Sie mal in Mexiko gen Norden (Richtung USA) und versuchen Sie mal an den überdimensionierten LKWs vorbeizukommen, die natürlich auf der mittleren Spur fahren und sich vielleicht noch mit anderen ein Rennen liefern.

    Und dann reden wir von Legalisierung...
    Sorry, aber solche Geschichten gab es schon in den 70'ern des letzten Jahrhunderts.
    Damals spielte Koks in Mexico, wenn überhaupt in Schickimicki-Kreisen eine Rolle, aber nicht beim fahrenden Volk.
    Die Trucker suchten damals wie heute gelegentlich auf den langweiligen, weil schnurgeraden Highways nach Abwechslung. Auf der mittleren Spur fahren die höchstens weil sie wegen der großen Distanzen übermüdet sind und sie somit über ein wenig mehr Reaktionszeit verfügen, bevor sie Gefahr laufen, von der Straße abzukommen.
    Das selbe Verhalten findet man auch auf deutschen Autobahnen. Meißtens handelt es sich dabei aber um etwas ältere Herrschaften, die mit 120 km/h in ihrem PKW über die mittlere Spur brausen, während rechts von ihnen alles frei ist. Ob die sich vorher auch die Nase gepudert haben, wage ich arg zu bezweifeln.
    Die überdimensionierten LKWs wird es übrigens auch bald bei uns, auf unseren dicht befahrenen Autobahnen geben.
  9. #9

    Mexiko Anonymus Drogenkrieg Allgemeine Bemerkungen

    Als jemand der 9 Jahre in Mexiko gelebt hat, CD Juarez, habe ich mir ueber die Jahre meine eigene Meinung zu diesem Thema gebildet die das mexikanische Volk (oder sag ich mal lieber die Juarenses) nicht in einem besonders guten Licht erscheinen laesst.
    Extreme soziale Unterschiede in der Bevoelkerung,Familien wo jedes Mitglied seinen eigenen Privatjet besitzt (wobei diese Familien zu allerest ihr Geld mit Drogen gemacht haben und dann mit diesem Geld legale Konzerne aufgebaut haben).Auf der anderen Seite gibt es Zuwanderer aus dem Sueden Mexico die wegen der Aussicht auf Arbeit nach Juarez kommen die leben in Palettenhuetten in der Wueste.
    Die Mehrzahl der Leute hat keine hoehere Bildung und somit somit keine Aussicht auf einen enigermassen gut bezahletn Job. In den Fabriken wo Konsumgueter hergestellt werden werden, werden Loehne von um die 1000 Pesos pro Woche bezahlt. Viele von den vor allem juengen Leuten wollen nicht fuer so einen Lohn arbeiten. Man will moeglichst einfach an Geld kommen zum konsumieren.
    Die Jugendliche wachsen auf mit den reichen Nachbarn vor der Nase neue teure Autos, Markenklamotten, Mobiltelefone etc. und wollen das alles in moeglichst kurzer Zeit haben.
    Mit ehrlicher Arbeit unmoeglich selbs mit Universitaetsausbildung und entsprechend besserm Gehalt nicht zu machen. Ein Polizist verdient um die 10000 Pesos pro Monat,Lebenshaltingskosten sind aber nicht unbedingt viel niedriger als in USA oder Europa.
    Im Drogengeschaeft laest es sich sehr einfach und relativ schnell Geld machen. In einem solchen Umfeld ist es einfach jemanden zu finden der fuer 500 Pesos einen Konkurrenten killt.
    Die Bevoelkurung hat keine Zivilcourage da wird alles akzeptiert, ist auch schwierig wer gegen den Strom schwimmt lebt nicht lange. Die Leute in ihren Vierteln wissen ganz genau wer die Drogendealer und Moerder in ihrem Viertel sind sagen aber aus Angst nichts, wiel der Grossteil der Poizisten von Drogen Dealern ein Zugelt bekommen. Anonyme Linien die man anrufen kann um jemand zu denunzieren werden sehr wenig genutzt, die Leute ergeben sich einfach in ihr Schicksal.
    Dies Gruppierung MataZetas ist in meinen Augen auch keine Gruppe aus der Bevoelkerung die Gerechtigkeit anstrebt sondern sehr wahrscheinlich eine ander Drogenbande die unter diesem Deckmaentlchen versucht die Konkurenz auszuschalten. In einem solchen System sehe ich keine Aussicht auf baldige Besserung. Das wird noch Jahrzehnte dauern um der Korruption Herr zu werden und diesen ganzen Sumpf auf eun einigermassen ertraegliches Mass zurechtzustutzen.
    Mexiko ist ein Extremfall wo jeder sich selbst der Naechste ist, wo die Leute von heute auf Morgen alles haben wollen wozu die Bevoelkerungen anderer Laender 40 -50 Jahre gebraucht haben.
    Leider keine sehr positive Sehensweise aber ich habe sowiel Negatives in Mexiko gesehen es gibt einfach nichts positives zu berichten. Mexiko ist landschaftlich extrem schoen und hat eigentlich alles Erdoel, Bodenschaetzte etc um ein reiches Land zu sein, aber es scheint dass die falschen Menschen dort leben, es wird nicht aus dem natuerlichen Reichtum gemacht. Die Politiker denken nur daran in kurzer Zeit Reichtum anzuhaeufen und emigrieren dann nach Ende ihrer Regierungszeit nachden USA. Tja gute Nacht Mexiko bis in 30-40 Jahren vieleicht.
    Hasta luego