Der von Ihnen zitierte Artikel ist - mit Verlaub - grober Unfug, da er versucht, eine technisch-physikalische Gesetzmäßigkeit (den variablen Durchmesser des Unschärfekreises in der Bildebene als Funktion der von mir aufgezählten Parameter) mit einer psychologischen Deutung (die angebliche Absicht des Fotografen) zu vermischen. Wer das will, muss dann mindestens beide Begriffe gleichberechtigt verwenden. Geht es darum, wieweit z.B. bei einer Makroaufnahme das Objekt in seiner Tiefendimension scharf abgebildet werden soll, dann müsste man demnach von Schärfentiefe sprechen. Geht es dem Fotografen in derselben Aufnahme eher um die Freistellung des Objekts vor seinem Hintergrund, dann soll es nach derselben Logik Tiefenschärfe heißen. Tatsächlich geht es aber bei jeder Aufnahme immer um beides. Was nun ? Sagen Sie dann Schärfentiefeschärfe oder Tiefenschärfetiefe oder Tärfenschiefe oder Schiefentärfe ?
Viel Spaß beim Durchdeklinieren. Wenn Sie die Lösung dann irgendwann gefunden haben, hat diese aber - entgegen der Suggestion des SPON-Artikels - immer noch nichts mit irgendwelchen meteorologischen Effekten zu tun. Und der Artikel selbst bleibt was er ist - ein komplett überflüssiger Sommerlochfüller.

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