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Merkels Fiskalpakt: Wegen Hollande in Not

Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich geht es auch um den künftigen Kurs der Euro-Zone. Der sozialistische Kandidat François Hollande würde nach einem Sieg vermutlich den gerade beschlossenen Fiskalpakt aufkündigen. Das wäre schlecht für Angela Merkel - aber gut für Europa.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...822696,00.html
  1. #60

    Die Folgen dieser Währungsunion sind ...

    Zitat von muellerthomas Beitrag anzeigen
    nein, hab ich nicht vergessen. Eine Währungsaufwertung ist jedoch m.E. kein volkswirtschaftliches Ziel an sich.


    Der fehlende Wechselkrusmechanismus ist ein Problem, die Lösung kann aber nicht sein, dass sich alle wie Deutschland verhalten. Dann hätte die Eurozone das Inflationsziel deutlich nach unten verfehlt, die inländische Nachfrage wäre überall schwach gewesen, Deutschland hätte nicht über den Export wachsen können (80% der Exportüberschüsse stammen aus dem Handel mit anderen Euroländern) und wir wären schon lange in der Dauerstagnation. Natürlich können sich auch nicht alle verhalten wie Portugal und Griechenland, keine Frage. Daher benötigt man Anpassungsmechanismen, die aber nicht alleine auf die Staatsschulden abzielen (die sahen bei Spanien und Irland bis 2007 toll aus). Die Anpassungsmechanismen, die national funktionieren - Transfers und Arbeitskräftewanderung - sind auf Ebene der Eurozone jedenfalls nicht erwünscht und wohl auch nicht durchsetzbar.

    Ein Punkt, den Sie aber anscheinend übersehen und mich dafür angreifen ist, dass diese Ungleichgewichte auch ohen Target-2 entstanden sind und sich aufgebaut haben. Ende 2007 wurde Target 2 erst implementiert, zu dem Zeitpunkt wies Deutschland aber bereits erhebliche Forderungen gegenüber den anderen Mitgliedsländern der Eurozone auf.
    .... heute schon für die meisten normalen Bürger in Deutschland doch verheerend! Und die zukünftigen Risiken zeichnen sich bereits schon deutlich ab.

    Vielleicht kann dies für ein klein wenig weiterhelfen:

    Professor Dr. Wilhelm Hankel: Es war einmal... der €uro
    Professor Dr. Wilhelm Hankel: Es war einmal... der €uro
  2. #61

    Schmarrn^4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich geht es auch um den künftigen Kurs der Euro-Zone. Der sozialistische Kandidat François Hollande würde nach einem Sieg vermutlich den gerade beschlossenen Fiskalpakt aufkündigen. Das wäre schlecht für Angela Merkel - aber gut für Europa.

    S.P.O.N. - Die Spur des Geldes: Wegen Hollande in Not - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Wenn Europa weiter unkontrolliert Schulden machen kann und Deutschland unkontrolliert dafür haftet, dann ist also gut für Europa.

    Mag ja sein. Aber ist es gut für Deutschland?
  3. #62

    Zitat von powerplayac Beitrag anzeigen
    Der ganze "Welthandel" leidet an einem Ungleichgewicht und das immer schon.
    Nun ja, Deutschland wies 1999 eine leicht negative Leistungsbilanz auf, Spanien war minimal negativ aber besser als Deutschland, Italien wies einen Überschuß auf. So besonders ungleichgewichtig war die Eurozone zu beginn nicht.

    Target 2 hingegen ist erst seit der Griechenland-Krise ein Problem.
    Griechenland wies 2008 ein Leistungsbilanzdefizit von über 15% des BIPs auf, auch 2006 lag das LB-Defizit bei fast 10% des BIPs und dieses Defizit dürfte zu einem guten Teil deutscher Überschuss gewesen sein.
  4. #63

    Endlich Klarheit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich geht es auch um den künftigen Kurs der Euro-Zone. Der sozialistische Kandidat François Hollande würde nach einem Sieg vermutlich den gerade beschlossenen Fiskalpakt aufkündigen. Das wäre schlecht für Angela Merkel - aber gut für Europa.

    S.P.O.N. - Die Spur des Geldes: Wegen Hollande in Not - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Jetzt ist endlich deutlich geworden, aus welchem Umstand heraus die absurden Ansichten Münchaus resultieren: er ist Anhänger rot-linker Politik, nach welcher natürlich beliebig Geld gedruckt werden kann und soll. Ihn scheint es mit Freude zu erfüllen, wenn zukünftig die Ersparnisse der Deutschen im epischen Flächenbrand der europäischen Hyper-Inflation in Rauch aufgehen.
    In diesem Lichte betrachtet, kann buchstäblich jeder Kolumnist werden.
    Wo schreibt man sich ein?
  5. #64

    Zitat von powerplayac Beitrag anzeigen
    Und wieder: Italien hatte ein Problem, neue Kredite am Kapitalmarkt aufzunehmen, nicht Deutschland. Deutschland also hätte Italien eine Bürgschaft gewähren müssen. Bitte warum? Sie haben doch schön herausgearbeitet, daß Italien "mehr" hat als Deutschland.
    Nein, das habe ich nicht. Wo behaupte ich, dass Italien "mehr" (mehr was?) gehabt hat? Tatsache ist, dass die italienische Staatsschuldenquote gesunken ist, die deutsche aber gestiegen. Mit welcher Berechtigung sprechen Sie also im Zusammenhang mit Italien von "hemmungslosen Schuldenmachern"?

    Denn alle anderen "Partner" haben es ohne diesen Sonderfall der Geschichte geschafft, ihre Schulden zu mehren.
    Wie gesagt hat Italien in den Jahren vor der Krise die Schuldenquote abgebaut, Spanien und Irland sogar sehr stark. Und die deutsche Widervereinigung für den Schuldenanstieg seit Mitte der 90er oder auch 2000 verantwortlich zu machen, halte ich für gewagt.

    Sie verwenden gerne statistische Zahlen. Durch geschickte Auswahl von Zeiträumen und statistischen Zusammenhängen läßt sich alles belegen, was der eigenen Argumentation dienlich ist. Das gehört nicht in ein solches Forum.
    :-)
    Was gehört denn in ein Forum? Andere einfach als "hemmungslose Schuldenmacher" zu bezeichnen, obwohl sie über viele Jahre Schulden abgebaut haben? Halten Sie es für sinnvoller, lieber ohne Daten zu argumentieren?
  6. #65

    [QUOTE=muellerthomas;9864239
    Sünden ist gut, da kommt der moralische Aspekt so klar raus. Worin lag denn nun die moralische Verfehlung Spaniens, das die Staatsschuldenquote bis 2007 massiv gesenkt hat und auch heute noch eine niedrigere Quote aufweist als Deutschland?



    Wie sollte es denn zur Inflation kommen in einem Umfeld hoher Arbeitslosigkeit, schwach ausgelasteter Kapazitäten, Sparmaßnahmen der Regierungen, Entschuldungsbemühungen der Privathaushalte und einer sehr wenig (!) steigenden Geldmenge?[/QUOTE]

    Herr Thomas Mueller,

    ob man sich Schulden leisten kann oder nicht hängt vom Einkommen (Bruttosozialprodukt bzw. Steueraufkommen) ab. Es dürfte Ihnen bekannt sein, dass ein Unternehmen (oder Staat), das jährlich stark steigende Umsätze hat auch einen höheren Kreditbedarf hat. Also, ein hervorragend florierendes Unternehmen wir auch immer Kreditbedarf haben und bekommen. Wer allerdings mit seinem "Saftladen" (GR) sich weiter verschuldet, um die Kosten zu bezahlen ohne entsprechende Einnahmen wird eben eines Tages insolvent.
    Nur so erklärt sich ein Verschuldungsgrad, der seriös ist oder nicht.
  7. #66

    Zitat von analysatorveritas Beitrag anzeigen
    .... heute schon für die meisten normalen Bürger in Deutschland doch verheerend! Und die zukünftigen Risiken zeichnen sich bereits schon deutlich ab.
    Es wäre schön, wenn Sie nicht immer nur Links schicken würden. Zudem vertreten die von Ihnen angeführten Personen und Institutionen zum Teil sehr divergierende Ansichten, was Ihnen offenbar nicht bewusst ist.
    Worauf möchten Sie denn nun hinaus? Anscheinend wollen Sie den Euro abschaffen, oder? Aber was passiert dann mit den bisher angehäuften Auslandsforderungen?
  8. #67

    Zitat von t.o`malley Beitrag anzeigen
    nach welcher natürlich beliebig Geld gedruckt werden kann und soll.
    Schauen Sie sich doch erst einmal die Entwicklung der Geldmengen an, bevor Sie so etwas behaupten. M1, M2 und M3 steigen seit Jahren kaum noch.

    Ihn scheint es mit Freude zu erfüllen, wenn zukünftig die Ersparnisse der Deutschen im epischen Flächenbrand der europäischen Hyper-Inflation in Rauch aufgehen.
    Wo soll die Inflation denn herkommen bei hoher Arbeitslosigkeit, unterausgelasteten Kapazitäten, wengi steigenden Geldmengen udn Entschuldungsbemühungen allerorten?
  9. #68

    Zitat von komparse Beitrag anzeigen
    Herr Thomas Mueller,

    ob man sich Schulden leisten kann oder nicht hängt vom Einkommen (Bruttosozialprodukt bzw. Steueraufkommen) ab.
    Na genau das sage ich doch.

    Wer allerdings mit seinem "Saftladen" (GR) sich weiter verschuldet, um die Kosten zu bezahlen ohne entsprechende Einnahmen wird eben eines Tages insolvent.
    Griechenland hatte ich doch gar nicht erwähnt. Ich hatte gefragt, wo die angebliche moralische Verfehlung (es war ja die Rede von "Sünden") Spaniens und Irlands liegt, die ihre Staatsschuldenquoten vor der Krise massiv gesenkt haben.
  10. #69

    Einfache Lösungen

    Wie zu erwarten schäumen nun viele im Forum vor Wut. Komplexe Lösungen sind eben unpopulär weil man da so viel denken muss. Das ist anstrengend und verunsichert. Und wenn man glaubt dass es an den eigenen Geldbeutel geht. Dann ist gar kein Halten mehr...
    Leider ist die Wirklichkeit aber komplex. Und die richtet sich nicht nach uns. Dass Hollande lediglich Geld sinnlos verprassen will darf bezweifelt werden. Wenn es so einfach wäre..
    Aber derzeit haben wir mit Merkel, und nun Gauck gleich zwei an der Spitze die gerne populistische, einfache Lösungen anbieten. Sparen, und zufrieden sein mit dem Status Quo, und alles wird gut ;-)
    Rezepte wie vom Lehrer Lämpel. Aber da fühlt sich das Volk gut aufgehoben...


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