Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich geht es auch um den künftigen Kurs der Euro-Zone. Der sozialistische Kandidat François Hollande würde nach einem Sieg vermutlich den gerade beschlossenen Fiskalpakt aufkündigen. Das wäre schlecht für Angela Merkel - aber gut für Europa.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...822696,00.html
Im ursprünglichen Wortsinn hieß Sparen, einen Teil des laufend "eingenommenen" Geldes nicht sofort auszugeben, sondern auf einen bestimmten Betrag anzusammeln, mit den man zu einem späteren Zeitpunkt etwas Sinnvolles machen kann:
Größere Anschaffungen tätigen, z.B. eine Immobilie, als Alterssicherung, für unvorhergesehene Notlagen oder an die Nachkommen vererben; oder einfach nur für etwas Teures kaufen, das man sich lange gewünscht hat.
Dieses schwäbische Hausfrauenmodell kann (und sollte) man m.E. durchaus auch auf Volkswirtschaften übertragen, jedenfalls konnte man das solange überwiegend solide gewirtschaftet wurde und die von den gerade Überschuss erwirtschaftenden Seiten "geparkten" Beträge anderswo, als Kredit, "nachhaltig" investiert wurden mit hoher Aussicht auf spätere Rückzahlung. Die jeweils anderen standen dafür ein.
Dieses System ist, dank der "Gier der Finanzwirtschaft" und ihrer Deregulierung, dank Wohltaten verteilenden Politikern a`la Hollande, und propagiert durch Wall Street affine FinanzGurus, aus den Fugen geraten.
Dabei hat sich auch der Gebrauch des Begriffs "Sparen" verändert; es wird nun bereits "als Kaputtsparen" verteufelt, wenn eine Volkswirtschaft "weniger zusätzliche, neue Verschuldung" eingeht (aber immer noch mehr ausgibt als einnimmt!) als manche das gerne hätten.
Solche Begriffsänderungen sind stets ein Spiegelbild des Zustandes einer Gesellschaft.
(Natürlich gibt es einen negativen Effekt des sog. Kaputtsparens, aber doch nur, wenn man mit den soliden Wirtschaften zu spät anfängt. Dann verstärkt die Ausgabenzurückhaltung die Krise.
Es ist dann, wie bei allen Versäumnissen, die sich später umsomehr rächen: wenn man ein defektes Dach nicht sofort repariert sondern wartet, bis die Balken morsch sind und mitsamt den Pfannen zusammenzubrechen drohen, wird es eben teuerer.)
An die vertraglichen Abmachungen zur Einführung des Euro hat sich auch niemand gehalten, sonst wären wir nicht dort wo wir sind.
Der Fiskalpakt ist nicht das Papier wert, auf dem er steht. Dank der Intervention der restlichen Europäer unverbindliche Worthülsen zur Beruhigung des tumben Wahlvolkes.
Also braucht Holland gar nicht an dem sogenannten "Fiskalpakt" zu schrauben, er kann ihn einfach in seinem Sinne ignorieren.
Und von "Kaputtsparen" kann bei keiner europäischen Regierung die Rede sein. Selbst wir haben trotz guter Konjunktur eine Nettoneuverschuldung.
Die Frage ist doch längst nur noch, ob der Euroraum schneller oder langsamer zerbricht - natürlich auf Kosten von Deutschland!
Wo gibt es denn noch reine Selbstversorger? Der Bauer kauft den Sprit für seinen Traktor (und natürlich auch en Traktor) für Geld ein. Er könnte ihn natürlich auch gegen Lebensmittel tauschen. Ist halt nur unpraktisch.
Der Schuster muss Leute finden, die ihm die Schuhe abnehmen. Nur dann kann er sich Brot kaufen. silverhair beschreibt die heutige Situation mit Arbeitsteilung schon richtig.
Fü eine Planwirtschaft ist es halt übersichtlicher, wenn die Zahl der Konsumenten gleich der Zahl der Produzenten entspricht. Lässt sich besser planen.Reine Konsumenten erzeugen nie Wohlstand. Das erkannte schon die DDR und hob für Rentner die Ausreisebeschränkungen weitgehend auf.
Die Arbeiter wurden bei Todesdrohung im Land behalten. Bei Ihren hochgeschätzten Binnenmarkt-Konsumenten war die DDR-Führung umso froher je weniger davon es im Land gab und der kapitalistische Klassenfeind die Alters- und Krankenversorgung übernahm.
In einer Marktwirtschaft stellen auch Rentner geldkreislauf-fördernde Konsumenten dar.
Und der Kreislauf ist das Entscheidende. Wobe ich der Meinung bin, dass Sie das wissen.
Das ist Humbug, was Sie hier erzählen.
Dasschwäbische Hausfrauenmodell kann man nicht auf Makroebene anwenden. Die schwäbische Hausfrau schafft sich ihren Job und ihre Einnahmen nicht dadurch, dass sie Geld ausgibt. Bei einer Volkswirtschaft ist dies aber so. Produktion schafft Einkommen. Einkommen schafft Steuern.
Wenn Sie die Produktion drosseln, die Investitionen und Ausgaben drosseln, dann gibts weniger Arbeitsplätze, weniger Steuereinnahmen, ein geringeres Haushaltsvolumen und mit Glück ein konstantes Defizit, weil ein Defizit nicht nur steigen kann, wenn die Ausgaben sinken, sondern auch, wenn das Haushaltsvolumen sinkt.
Das "Geld ausgeben gegen Rezession"-Rezept ist auch keine Erfindung der Wall Street, sondern eine Ergebnis der Wirtschaftswissenschaft von vor 80 Jahren. Es ist auch ein erfolgreiches Rezept, wie man empirisch belegen kann.
"Geld sparen, um Vertrauen zu schaffen, und die Wirtschaft anzukurbeln" ist dagegen kein funktionierendes Rezept. Es kommt beim Wähler gut an, weil er es versteht, ist aber Quatsch. Hat noch nie funktioniert, weder bei Brüning 1930, noch in Griechenland, noch in Spanien, noch in Irland.
Man kann auch nicht ganz Europa zu Deutschland machen. Wenn jedes Land in Europa Exportüberschüsse hat, wo sollen die denn alle hingehen? Auf den Mars? Das funktioniert einfach nicht.
All das Gerede von Sparsamkeit und Enthaltsamkeit zeitigt keinerlei Ergebnisse. Die Sparanstrengungen haben Griechenland schon den Todesstoss versetzt. Als nächste sind dann Spanien, Portugal und Irland dran. Dass Spanien weniger Schulden hat als wir... Ach, egal.
Letzten Endes ist nichts von dem eingetreten, was die Apostel der Enthaltsamkeit gegen die Warnungen vieler Volkswirtschaftler prophezeit haben. Stattdessen wurde die Wirtschaft in den entsprechenden Ländern noch mehr abgewürgt.
Und wann hat diese ganze Krise begonnen? Als die EZB die Zinsen aus Angst vor einer Inflation von 3% erhöht hat. Na herzlichen Glückwunsch, da haben wir wohl die Prioritäten etwas durcheinander gebracht.
Wenn das so weiter geht, hat Münchau recht, und der Euro ist in 5 Jahren Geschichte. Weil Leuten ohne Arbeit und ohne Geld und ohne Perspektive ist eine europäische Gemeinschaftswährung zum Nutzen Deutschlands und auf ihre Kosten nämlich ein Dorn im Auge.
Sehen sie es wie einen Investitionskredit. Der wird dann (zzgl. Zinsen) zurückgezahlt, wenn die Investition Früchte trägt. So zumindest die Theorie. Schöner wäre es schon, die absolut notwendigen (das sehen Sie doch sicherauch so?) Bildungsausgaben aus den laufenden Einnahmen zu bezahlen.
Es gibt zwar die Aussage, dass Staatsverschuldung für Wachstum notwendig sein. Ich bin aber ähnlich wie Sie der Meinung, dass ein Staat wie auch eine Gemeinde laufende Ausgaben nicht über Kredite sondern nur über die laufenden Einnahmen decken sollte. Wobei gegen Investitionskredite mit zu erwartendem ROI (Infrastruktur wie Bahnhöfe, Flughäfen, Gewerbegiebete, ...) erstmal nichts zu sagen ist. Es sollte nur nichts Spekulatives (z.B. brachliegende Gewerbegebiete, im Osten der Republik) sein, da eine Gemeinde bzw. ein Staat im Misserfolgsfall immer noch dasteht, eine Firma wäre eben pleite mit allen dazugehörigen Konsequenzen für die Kreditgeber.