Forum


 

Merkels erster Bürgerdialog : "Naja, die üben ja noch"

Getty ImagesDie Kanzlerin ganz nah bei den Bürgern: Hundert ausgewählte Besucher konnten Angela Merkel am Mittwochabend im Erfurter Kaisersaal treffen. Die Veranstaltung sollte nach dem Vorbild amerikanischer Townhall-Meetings die Distanz zum Wahlvolk aufbrechen - das gelang selten.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...818521,00.html
  1. #20

    der witz

    nett, jaja, der witz dabei ist: eigentlich ist diese show ziemlich unnötig. in ganz deutschland findet man die lokalen büros der stadtparlaments-, landesparlaments- und bundestagsabgeordneten, und praktisch alle haben mehr oder weniger eine "bürgersprechstunde" o.ä., wo jedermann mit seinen sorgen und nöten und meinungen und vorschlägen hingehen kann und "seinem" abgeordnetem etwas ins pflichtenheft schreiben kann.

    Das ist witzigerweise auch bedeutend effizienter als ne freundliche laberstunde mit einer bundeskanzlerin, die viel zu viel um die ohren hat mit regieren und dem ganzen internationalen schmu, als dass sie sich irgend etwas aus diesem sog. "bürgerdialog" merken könnte, geschweige denn das später in irgend ein regierungsvorhaben umsetzt. (von daher ist die ansonsten ziemlich bescheuerte kritik der spd an dieser veranstaltung schon nicht ganz und gar unberechtigt.)

    und der dritte witz ist: diese abgeordneten (mit denen man ja parteipolitisch noch nicht mal einer meinung sein muss) sind sogar ziemlich froh über solche aktiven bürgerkontakte: woher sollen sie sonst auch wissen, wo's den leuten auf den nägeln brennt?

    das bewusstsein, dass die abgeordneten tatsächlich "ab-geordnet" sind, dass sie ein echtes "mandat" ("tu' in meinem auftrag und namen dasunddas") haben, ist i.m.h.o. beim bürger viel zu wenig ausgeprägt.
    Hingehen, reden, schriftliche eingaben machen, und später kontrollieren, was der abgeordnete in der sache tatsächlich unternommen hat ... so funzt demokratie, und dann brauch es auch keine "bürgerdialoge" einer exekutiven, die wohl doch eher wahlkampf sind.
  2. #21

    großes Internetforum für den Bürgerdialog gewünscht

    Deutschland braucht ein größeres staatliches Internetforum für den Bürgerdialog, das möglichst parteiunabhängig ist (aber in dem die Parteien und Politiker selbstverständlich mitwirken dürfen). Der Staat sollte ein großes moderiertes Forum (ähnlich WO) aufziehen, in dem sich Bürger an der Entwicklung von Deutschland beteiligen können. Pseudonym erlaubt aber korrekte Anmeldung mit voller Adresse ist Pflicht.

    Da kann es verschiedene Unterforen geben, auch eines für jede Partei. Bürger können wie bei WO Threads eröffnen und diskutieren. Das sollte möglichst frei sein (keine Zensur, Beiträge werden erstmal veröffentlicht) aber muss sicher auch diszipliniert werden. Mögliche Maßnahmen:
    - Anzahl von monatlich eröffneten Threads und wöchentlichen Beiträgen bei nervigen Usern begrenzen.
    - Besonders sensible Themen nur für User mit Anzeige von Name+Adresse im Profil, das diszipliniert.
    - Themenfremde Beiträge können von Moderatoren auf die Trollwiese verschoben werden.
    - Illegale Beiträge können von Moderatoren gelöscht werden.

    Das wird bestimmt prima laufen und viele intelligente Bürger anziehen - man denke auch an Rentner, die früher hohe Beamte oder Ingenieure waren. Asoziale Störer dürften es da ziemlich schwer haben und schnell die Lust verlieren und sich lieber in eigene Foren zurückziehen, wo sie sich gegenseitig zujubeln und über den Staat aufregen können. (alles imho)
  3. #22

    Ist das süss

    Wie niedlich: CDU braucht ihre Wähler sonst kann sie die Bürger nicht aufs Neue ausbeuten.
    Da werden Hundert "ausgewählte" Personen bestellt, natürlich wird peinlichst darauf geachtet dass sie nicht in einer Gewerkschaft oder sonst irgendwie links sind.
    So eine ähnliche Veranstaltung dieser Art habe ich schon gesehen: sie war einfach oberpeinlich. Es wurde zu jedem dummen Wort der Kanzlerin auf Befehl applodiert ("Wachstum ist wichtig", "Das Gute muss weitergehen" und kritische Fragen wurden ausgelassen und es wurden nur harmlose Fragen gestellt.

    Einfach nur blödsinnige Regierungspropaganda.
  4. #23

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Kanzlerin ganz nah bei den Bürgern: Hundert ausgewählte Besucher konnten Angela Merkel am Mittwochabend im Erfurter Kaisersaal treffen. Die Veranstaltung sollte nach dem Vorbild amerikanischer Townhall-Meetings die Distanz zum Wahlvolk aufbrechen - das gelang selten.

    Merkels erster Bürgerdialog: "Naja, die üben ja noch" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    "Hundert ausgewählte Besucher konnten Angela Merkel am Mittwochabend im Erfurter Kaisersaal treffen."

    War bestimmt eine kuschelige Runde. Normalerweise müsste Frau Merkel aus solch einem Bürgerdialog schweißgebadet rausgehen aber sehr wahrscheinlich waren auch die Fragen der "kritischen Wähler" vorab eingereicht worden.
  5. #24

    Sie sind sicher ...

    Zitat von Roueca Beitrag anzeigen
    Einfach nur Zirkus und der Bürger ist der Clown, der zur Belustigung Merkels durch den Saal tanzt, bezahlt wird das Ganze vom Steuerzahler, der keine Macht in diesem Lande hat, verbucht unter Wahlveranstaltung!

    ... eine ganz große, ganz ernsthafte Person. Und wissen ganz genau, was richtig und was falsch ist.


    Bisher war ich der Meinung, dass diese Aktion von unserer Kanzlerin ein sehr mutiger Schritt in die richtige Richtung ist. Zu mehr Bürgerbeteiligung hin.

    Es ist nun nicht so, dass ich erwartet habe, dass am Ende der dreiteiligen "Tournee" die Bürgerbeteiligung abgeschlossen ist und wir die direkte, reale Demokratie einführen. Aber so ein Schritt in diese Richtung, dachte ich, so dass man in sechs bis acht Jahren echte Unterschiede ausmachen kann.

    Aber dann durfte ich Ihre sachliche, sehr gut begründete Meinung und muss nun noch einmal darüber nachdenken. Denn ganz sicher haben auch Sie erst einmal gründlich darüber nachgedacht, was Sie den anderen Teilnehmern dieses Forums hier wichtiges mitzuteilen haben. Zirkus, der Bürger als Clown, Wahlkampf.

    Ach, ich bleibe doch bei meiner Meinung: Ein mutiger Schritt in die richtige Richtung. Und bin doch mal wieder ein wenig beeindruckt. Und der Schlusssatz des Berichts passt zu meinen Annahmen: "Naja, die üben ja noch."
  6. #25

    Ich bringe...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Kanzlerin ganz nah bei den Bürgern: Hundert ausgewählte Besucher konnten Angela Merkel am Mittwochabend im Erfurter Kaisersaal treffen. Die Veranstaltung sollte nach dem Vorbild amerikanischer Townhall-Meetings die Distanz zum Wahlvolk aufbrechen - das gelang selten.

    Merkels erster Bürgerdialog: "Naja, die üben ja noch" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    ...es mal auf den Punkt: Wahlkampfveranstaltung der CDU auf Kosten der Steuerzahler. Und das Schlimme daran.....der Beliebtheitswert der Angela Merkel wird weiter steigen.......trotz der Wendehalspolitik (vgl. Rettungsschirm)
  7. #26

    Wer hat denn da ausgewählt?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Kanzlerin ganz nah bei den Bürgern: Hundert ausgewählte Besucher konnten Angela Merkel am Mittwochabend im Erfurter Kaisersaal treffen. Die Veranstaltung sollte nach dem Vorbild amerikanischer Townhall-Meetings die Distanz zum Wahlvolk aufbrechen - das gelang selten.

    Merkels erster Bürgerdialog: "Naja, die üben ja noch" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ich frage mich, wer hat denn da nach welchen Kriterien selektiert? Die Themen hatten wenig mit GEZ, Freigabe von Cannabis oder Diskussion über den Islam zu tun (das so konnte ich soeben feststellen, sind die führenden Themen auf dem Dialog Blog).
    Stattdessen wurde das Thema NPD Verbot, was auf dem Block niemanden zu interessieren scheint in den Vordergrund gehoben.
    Auch das klassische Bild mit der Kopftuch tragenden Frau, als repräsentierte diese Frauen uns Einwanderer. Einfach nur schäbig, wie alle Einwanderer mit dem Islam in einen Topf geworfen werden.
    Nicht einmal die, die aus dem islamischen Einflussbereich kommen stehen dahinter, geschweige denn Polen und andere Einwanderer.
    Hier wird ein ganz schmutziges Spiel gespielt, dass den Eindruck vermittelt, jeder Einwanderer sei Muslim und wer mit Islam nicht einverstanden ist, ist ein Ausländerfeind, selbst wenn er/sie selbst Einwanderer ist.
    Auch das Aufregungsszenario des Angolaners war nicht nachvollziehbar, als würden Weisse in Angola nicht angesehen. Ist doch wohl völlig klar, dass Menschen sich für Andersartigkeit interessiern, dass der Mann Feindschaft interpretiert ist wohl eher sein Problem, das hat er aus seiner Heimat als Trauma mitgebracht.
    Ich als Türkin bin hier noch nie angepöbelt worden und wenn mich jemand ansieht, dann freue ich mich über die Aufmerksamkeit.
    Ich trage allerdings auch keine Religion als Monstranz mit mir herum und habe das Bildungssystem genutzt, dass scheint den Unterschied zu machen.
  8. #27

    nennen wir das ganze doch "Gemeindesaaltreffen" statt "Townhall -Meeting". Diese englisch Tümelei macht daraus nichts besseres.
  9. #28

    ... wie man's macht ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Kanzlerin ganz nah bei den Bürgern: Hundert ausgewählte Besucher konnten Angela Merkel am Mittwochabend im Erfurter Kaisersaal treffen. Die Veranstaltung sollte nach dem Vorbild amerikanischer Townhall-Meetings die Distanz zum Wahlvolk aufbrechen - das gelang selten.

    Merkels erster Bürgerdialog: "Naja, die üben ja noch" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    ... macht man es verkehrt!
    Offen gestanden, mir geht das ewige Genörgel auf die Nerven! Bei dem Redakteur und den (meisten sich artikulierenden) Foristen scheint es für solche Maßnahmen eine no-win-situation zu sein. "Die Veranstaltung funktioniert nur in wenigen ..." - es stellt sich die Frage, nach wessen und welchen Maßstäben hier gemessen wird. Vielleicht hätte man hier auch mal die beteiligten Bürger zu Wort kommen lassen können und fragen, wie diese das bewerten. Würde mann die Verantwortlichen beim BPA fragen, so kämen diese dann sicher zu einem anderen Ergebnis als der Redakteur. So bleibt der Artikel eine tendenziöse Mischung aus Berichterstattung und Kommentar.

    Meine Meinung zu der Maßnahme: Ich finde es gut, dass sich die Kanzlerin für so etwas "hergibt". Angesichts ihres übervollen Kalenders ist das keine Selbstverständlichkeit.
  10. #29

    Harmlose Showveranstaltung

    Die meistunterstütze Forderung nach einem offenen Dialog über den Islam in unserem Land wird geflissentlich ignoriert.

    Und selbst wenn dieser - mein Kommentar hier - durchkommt, wäre es ein Wunder.

    So lange wie dieses heiße Eisen ignoriert wird, glaube ich nicht an einen echten offenen Bürgerdialog, sondern nur an eine harmlose Showveranstaltung.








TOP



TOP