Getty Images"Deutschland entscheidet nicht allein": Kurz vor der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahl schlägt Favorit Hollande scharfe Töne an. Wahlkampfgetöse, winkt man in Berlin ab - doch sollte der Sozialist siegen, drohen Kanzlerin Merkel in Europa harte Zeiten.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...830170,00.html
Hollande steht mitten im Wahlkampf und muß sich zwangsläufig als starke Führungspersönlichkeit präsentieren und Wählerstimmen sammeln, weshalb nicht jeder Satz auf die Goldwaage gelegt werden sollte.
Die alte Keynestaktik, Wachstum mittels Staatsverschuldung funktioniert nicht mehr, da der Schuldenstand bekenklich hoch und vor allem die Geschwindigkeit der Neuverschuldung sehr besorgniserregend ist.
Interessant finde ich folgenden Artikel:
Kolumne: Thomas Fricke - Falsches Vorbild Deutschland | FTD.de
Naja was heisst sie braucht keine Verbündete.. Es geht um ne Gemeinschaftswährung, wenn man da keine Verbündete braucht kann man gleich wieder den Euro einführen.
Ich finde das Krisenmanagement obwohl ich jetzt nicht unbedingt ein Merkel-Fan bin bisher ganz gut. Sowohl für uns Deutsche als auch für die anderen Euro-Länder. Ich denke auf längere Sicht wird sich der harte Kurs für alle beteiligten auszahlen... Hoffe ich doch mal ;-)
Hollande ich im Wahlkampf. Wollen wir jetzt hier allenernstes Beispiele von ALLEN dt. Parteien aufzählen, was sie VOR der Wahl versprochen haben und was dann NACH der Wahl gemacht wurde? Vllt. zu den Versprechen zum Euro von 99?
Alles nur heiße Luft UND ohne Paris - Berlin Achse hat der Euro keine Chance, das wissen alle.
UND, den Pakt neu auflegen wird es wegen den Märkten nicht geben, aber eine Ergänzung ist sicher drin. Also auch wieder nur heiße Luft.
Im Grunde ist doch die Message von Hollande folgende: Die Verträge, die Frankreich mit den anderen EU-Ländern abgeschlossen hat, interessieren mich nicht und ich werde mich nicht daran halten. Der Fiskalpakt ist beschlossen und er hat die Chuzpe zu formulieren: Merkel entscheidet nicht über Europa.
Entschuldigung, wenn ich es jetzt drastisch formuliere: Sollten sich die Politiker einen Dreck um die zwischen europäischen Länder geschlossenen Verträge scheren, kann man die europäische Idee vergessen. Wenn jede Abmachung mit dem Wechsel der Regierung in einem Land nichtig sein sollte, kann man sich die Zeit sparen, solche Verträge überhaupt auszuhandeln.
Den Fiskalpakt sehe ich nicht isoliert. Er war auch Grundlage für den Schutzschirm. Wenn man den Sack also nochmals aufmachen will, dann aber komplett. Leider wäre das dann für Europa eine Katastrophe.
Wachstumspakt bedeutet doch nur eines. Weniger sparen, und mit neuen Schulden den Wachstumspakt finanzieren.
Und wenn das Wachstum nicht kommt? Was dann?
Jedes Unternehmen schrumpft sich gesund wenn es in Schieflage gerät, keines macht immer wieder neue Schulden um sich zu sanieren. Oder?
Bauernschläue ist doch vielmehr die deutsche Vorstellung, man könne regelmäßig ein aussenwirtschaftliches Ungleichgewicht realisieren und dadurch seine Handelspartner aufkaufen oder sie so weit bei sich verschulden, dass sie einen Großteil ihres Einkommens dem Glüubiger abdrücken würden.
Griechenland hat gerade eine Schuldenschnitt hinter sich und verkauft sein Tafelsilber gerade an russsiche Unternehmen, anstatt an deutsche.
Auch scheint mir ein Vergleich zwischen Argentinien und Frankreich/Italien nicht angebracht, da Letztere eine ordentliche industrielle Basis haben, während sich Argentinien vom Weltmarkt abgeschottet und Importsubventionierung betrieben hat. Einen ähnlichen Weg würden dann wohl auch Spanien und Griechenland gehen, also Einführung von Zöllen, Kapitalverkehrskontrollen etc.
Deutschland lässt sich aber nicht "von den Kapitalmärkten abschneiden" - wir sind diese Märkte! Es ist, zu einem guten Teil, unser Geld, das da um den Globus wabert:
Private Geldvermögen ~ 5.500 Mrd
./. Staatsschulden ~ 2.100 Mrd (incl. der Ausländer, die an uns verleihen
Bleiben also rund 3.400 Mrd. Euro für Schulden, die Unternehmen bei privaten hätten oder private Schulden (z.B. Hypotheken auf Wohngebäude). Schaut man sich dann die Kapitalausstattung der Wirtschaft an, erkennt man unschwer, wie zwingend Deutschland schon lange auf den "Kapitalexport" angewiesen ist, weil so viel Sparkröten schon längst keinen inländischen Abnehmer finden.
So landet Omas Sparbuch anteilig eben auch in US-Immobilienkrediten oder englischen Hedge-Fonds. Sie bekommt mickrige Zinsen, den dicken Reibach machen die Stationen dazwischen.
Merkel hat sich entschlossen diese Sparkröten um jeden Preis zu retten. Dieser Preis ist, dass sie sich der Bankenregulierung verweigert und die Summen im Spiel sich jedes Jahr um ein paar Tausend Milliarden, die die Notenbanken erfinden müssen vergrößert.
In etwa so, als ob man den Drogenhandel laufen lässt, weil 1%o des Rauschgifts für therapeutische Zwecke gebraucht wird. Der Vergleich mit Argentinien, das seine Schulden im Ausland hat, hinkt!
Es wird Zeit für ein Ausstiegsszenario aus der Merkozy-Krisenbekämpfung. Nach 3 Jahren hat sich nicht deren Unwirksamkeit, sondern die Schädlichkeit erwiesen. Eine Euroland-Nation nach der anderen rutscht in eine strukturelle Depression: Griechenland, Portugal, Spanien, Italien, schon bald Belgien, ...
Wir können es uns noch ewig leisten, so zu tun, als sei das Geld noch da, indem wir immer höhere Staatsgarantien übernehmen, um die längst fälligen Abschreibungen zu vermeiden.
Das Spiel wird in der Sekunde auffliegen, in der wir den Wert unseres Kontos nicht nur auf dem Auszug, sondern in Kaufkraft sehen wollen. Dann wird nichts mehr da sein!