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Merkel kontra Hollande: Einsam in Europa
Getty Images"Deutschland entscheidet nicht allein": Kurz vor der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahl schlägt Favorit Hollande scharfe Töne an. Wahlkampfgetöse, winkt man in Berlin ab - doch sollte der Sozialist siegen, drohen Kanzlerin Merkel in Europa harte Zeiten.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...830170,00.html
- #180 28.04.2012 08:25 von
Ich glaube das hat wenig mit Blödheit...
...zu tun, sondern eher mit Leuten, die ihr ganzes Leben, über mehrere Generationen immer das Kreuz an der gleichen Stelle gesetzt haben, ohne darüber nachzudenken, WEN oder WAS sie eigentlich wählen. Wie das eben so ist bei vielen Erzkonservativen. Außerdem interessieren die sich weniger für die Politik, als was sie davon bekommen können. Und solange alles so bleibt wie es ist (sie sind Reich, die dort unten bleiben Arm) wird auch wohl in der Zukunft das Kreuz an der gleichen Stelle bleiben.
Ich hoffe aber ernsthaft das Hollande gewinnt, weil dies endlich mal bedeutet das jemand der Deutschen Imperatorin die Stirn bietet. Und ich finde es gut das ein anderer Deutscher Politiker die Dame mal ermahnt hat sich nicht in andere Wahlkämpfe einzumischen. - #181 28.04.2012 08:45 von
Europa...
Sie haben vor einiger Zeit einen sehr guten Kommentar über Spanien geschrieben. Dort sehe ich derzeit das Hauptproblem. Die Zahlen dieses großen Landes sind desaströs und gerade weil es die viertgrößte Volkswirtschaft ist, können die Verantwortlichen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. In Spanien wird die Krise soziale wie ethnisch-separatistische Konflikte befeuern. Bei mir; in Italien; sieht es ebenfalls düster aus(wenn auch nicht so ganz wie in Esp). Der Konsum ist tief eingebrochen; Steuererhöhungen sorgen dafür das letzte Flämmchen Konjunktur zu vernichten. Die seit Jahrzehnten aufgeschobenen Reformen(Arbeit, Verwaltung, Justiz) lassen weiter auf sich warten, während bzgl. Bildung und R&D das land weiterhin hinterherhinkt; neue Technologien fehlen, die digitale Revolution wurde weitgehend verschlafen. ;(
Sehe nur in Reformen den Ausweg; bei mir gibt es noch Zuviele die vom Strohfeuer eines Füllhorns träumen; auch in Südtirol...
Den langen steinigen Weg der Reformen will man nicht gehen...
In Europa fallen die Würfel wohl gegen Merkel...
Italien setzt seit immer voll auf die USA; sie werden wohl richtig liegen...
Schian Gruaß... - #182 28.04.2012 08:46 von
Weil sie sich im Moment immer noch leichter mit dem Euro bzw. über die EZB finanzieren können, gerade auch die Privatwirtschaft (Importmafia) über den Target-Mechanismus.
So kann man das wohl zusammenfassen und ich sehe beim besten Willen keine nachhaltigere Lösung, als die Auflösung der EU, zumindest sollte man das für 10-20 Jahre machen und bessere Kriterien für einen zweiten Anlauf ausarbeiten. Zu sagen, nur der Euro müsse weg und die schönenn Dinge der EU behalten, das funktioniert nicht. Dann könnten die Südländer wegen deutscher Konkurrenz keine wettbewerbsfähige Inudstrie aufbauen und bei fehlenden Transferzahlungen würde es zur Migration nach Deutschland kommen. Man braucht also wieder Zölle, Kapitalverkehrskontrollen und Grenzen. - #183 28.04.2012 09:00 von
der nicht für die Wahlversprechen und -geschenke anderer "EU-Partner" aufkommen möchte? Griechenland ist faktisch zahlungsunfähig, Protugal, Spanien und auch Italien werden folgen.
Ich würde gerne wissen, wie eine Volksabstimmung in Deutschland zum Thema "Transferunion" ausgehen würde... - #184 28.04.2012 09:24 von
Komparsen
Ganz so pessimistisch wäre ich nicht. Wenn, wenn man es zur Abwechslung richtig machen würde - dann hätte Hollande durchaus einen Ansatz. Es kann d darf nicht darum gehen, in Südeuropa - und nicht nur dort - kapitalintensive Industrien von vorgestern zu erhalten oder gar neu aufzubauen.
Nein, bitte keine neuen Autobahnen und keine Froschtümpel oder Solarprojekte - dafür gibt es Markt bzw. den Konsumenten, der nachfragt, was produziert werden soll- sollte das Solar sein, dann bitteschön. Wenn schon dieses Europa nicht in der Lage ist, die Rahmenbedingungen und Strukturen zu schaffen, die für rentable Investitionen notwendig sind und das war bisher so, dann kann der Staat dort eingreifen, aber eben klug bitte. Was wir brauchen ist ein innereuropäisches ERP. Ein verbesserungsfähiges Instrument gibt es in Form der EIB. Was Spanien, Griechenland, Italien und selbst D brauchen sind neue Ideen und viel Kreativität. Die ist auch da. Sollte es Europa gelingen, die Kräfte des Marktes positiv zu entfesseln, dann hat Europa eine Zukunft. Die Politiker werden lernen müssen, sich dabei eher mit einer Statistenrolle zu begnügen. Das schmeckt ihnen gar nicht - verständlich aus ihrer Sicht. - #185 28.04.2012 09:49 von
Ja, der Weltfrieden....
Die Steuerhoheit der Länder wird ja schon mal argumentativ von den Eurokraten angegriffen...
ESM und Target II scheinen mir alles andere als irrational! Deutschland haftet mit ca.27%!
Nichts gegen Freihandelszonen! Aber die Brüsseler Bürokratie hat nun einmal die Tendenz, immer mehr Kompetenzen an sich zu ziehen.
Die Testballons der Bankenlobby, sich direkt beim ESM bedienen zu dürfen spricht ja auch Bände. Das ist dann der direkte Griff in die Steuer-und Sozialkassen!
Das böse Erwachen ist schon da! Sehen Sie sich die Kommunalfinanzen hier an! Und dann vergleichen Sie mit den Summen, die für den „Frieden” verbrannt werden!
Und jeder Cent geht in Bereiche,die keinerlei Werte schöpfen.
Wie sähen denn die Finanzen und Staatsverschuldung Deutschlands ohne den massiven Kapitalabfluß aus D heute bei uns aus? - #186 28.04.2012 09:54 von
Genau solch abstrakte Programme standen am Anfang der EU und sind gescheitert.
China macht es doch vor wie es geht. Sie wollen in meinem Land etwas verkaufen? Dann bauen Sie eine Fabrik und produzieren es.
Wenn man sich die deutschen Zahlen ganz genau ansieht, dann kann man auch erkennen, dass Deutschland in den Ländern des genannten Mitteleuropa-Konzepts sehr wohl vernünftig investiert bzw. Arbeitsplätze geschaffen hat, während es in Südeuropa mehr Kredite vergeben hat (zumindest wenn man das alles pro Kopf und BIP vergleicht). Da gibt es doch auch so ein Sprichwort über das Geldverleihen an Freunde und diese dadurch verlieren :-) - #187 28.04.2012 10:08 von
Da hat Hollande
doch schon seinen ersten Erfolg. Nun kommt die Investitionsagenda von Merkel. Ein sogenannter Investitionspakt über die Investitionsbank, die den Staaten Geld geben soll, um dem Mittelstand zu helfen. Also erstmal den Staaten. Mit anderen Worten die Fortsetzung des Fiskalpakts mit anderen Worten. Dann wird es nicht mehr lange dauern, bis man den nächstenPakt zur Rettung der Pakte installiert. Natürlich wie imer mit neuen Schulden oder auf Kosten einer höheren Inflation. Was zurückbleibt sind dann wieder neue Schulden. Usw.usw.usw.
- #188 28.04.2012 10:21 von
Betonpumpen
Wir sind nicht weit auseinander. Auch ich bringe politisch gesteuerten Investitionsprogrammen ein gehöriges Maß Misstrauen entgegen. Und nein, heute sind das weniger Fabriken, Schuhe werden in Pakistan genäht. Aber wenn schon und wenn es die EU mit gescheiten Investitionsbedigungen nicht geregelt kriegt, dann wenigstens so - sagen wir es so - es wäre die mit Abstand zweitbeste Lösung. Hollandes ist die mit Abstand drittbeste. Europa hat ziemlich den Anschluss verloren und nein, Autos und Maschinenbau werden uns nicht retten. Die werden zwar auch weiterhin benötigt, aber über die von Ihnen angesprochenen Kapitalexporte, also quasi Exportsubventionen, sind auch diese Märkte nur mittelfristig zu halten, mein Beispiel mit den Betonpumpen war nicht zufällig gewählt.Diese einseitige deutsche Bindung an Kapitalexporte und damit korrespondierenden Warenexporten ist höchst brisant und auch D steht auf tönernen Füßen. Langfristig - und da hat Fricke in der FTD eben recht, ist z.B. Frankreich da weitaus besser und diversifizierter aufgestellt, die USA auch.
- #189 28.04.2012 10:21 von
Es wäre
dringend geboten das ganze europäische System zu überdenken. Nicht von oben sondern von unten. Alle wissen, daß es mit Wachstum wie früher endgültig vorbei , bestenfalls noch mit Subventionen zu erhalten ist. Arbeitsplätze werden auch nicht mehr vom Himmel fallen. Also bleibt nichts anders übrig als die Binnenmärkte zu erhalten und zu fördern. Dies wiederum gelingt nur, wenn die Masse Geld in der Tasche hat um Waren kaufen zu können. Da hilft, nicht nur in Deutschland , nur ein Bürgergeld und gedeckelte Renten und Pensionen. Im Grunde entspräche die einer Art Währungsreform und wäre langfristig der einzig sichere Weg, um den andere Nationen früher oder später auch nicht herumkommen werden. Der Übergang zu solch einer Maßnahme wäre teilweise sehr schwierig, aber in den Worten Merkels zu schreiben, alternativlos. Zumal die Politik wieder die Macht über die Banken und unbelehrbaren Zocker erhalten würde.
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