Hätten wir gesunde Verhältnisse, würden Banken das Geld von Sparern / Investoren einsammeln (als Kapitalsammelstellen), dieses Geld also dem privaten Anlegern entziehen, um es an Staaten als Kredite auszugeben. Dabei würde der Zinssatz die wichtige Funktion übernehmen, die Kreditaufnahme solcher Staaten durch höhere Zinsen zu regulieren, die bereits hoch verschuldet sind.
Nur funktioniert das System nicht mehr, weil einige Staaten überschuldet sind und nur ein völlig irrer Anleger dort Geld zu niedrigen Zinsen ausleihen würde. In dieser Situation ist es natürlich nicht vermittelbar, wenn die EZB den Banken Geld für 1% schenkt, dass diese dann zu moderaten 5% an Staaten vergeben und die Zusicherung haben, diese Anleihen dann wieder an die Zentralbank abgeben zu können, also das Risiko ausschließen. Das grenzt schon an Ausbeutung der Steuerzahler durch Banken, dann wird es Zeit zu überlegen, ob die EZB nicht die Staaten direkt finanziert.
Dabei gibt es aber Probleme:
Die Steuerungsfunktion des Zinssatzes entfällt, es werden Kredite nach politischen Kriterien vergeben, es entsteht eine Staatsschuldenblase, die irgendwann mit katastrophalen Folgen platzt
Weiterhin hat dann das Geld der Anleger keine Anlagemöglichkeit mehr und sucht nach Ersatzanlagen. Das führt dann z.B. zu stark steigenden Rohstoffpreisen (Inflation), das Geld fließt in irgendwelche Derivate und eine neue Krise ist die Folge. Man müsste also entsprechend viel Geld der Privatanleger aus dem Markt nehmen. Nur wie?

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