Erst in der Ferne erkennen wir den Wert von Dingen, die wir zuhause für selbstverständlich halten. Fließendes Wasser, Strom? Im Libanon Glücksache, stellte SPIEGEL-ONLINE-Korrespondentin Ulrike Putz fest - und singt seither Loblieder auf die deutschen Versorger.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...722970,00.html
Das deutsche Volk braucht eine harte Lektion: Ganz einfach Es sollte bekommen was es sich gerade wünscht:
AKW sofort abschalten, trotzdem keine Überlandleitungen für Windstrom von Nord nach Süd und trotzdem keine Pumpspeicherkraftwerke im Schwarzwald; gleichzeitig Druck aus dem Ausland die Kohlekraftwerke abzuschalten wg. Klima verbunden mit explodierenden Kosten für Primärenergieträger.
Irgendwann stimmt die Mathe der Energieerzeugung nicht mehr und Strom muss rationiert werden. England hatte das in den 70ern (dort wegen Streiks der Kohlearbeiter: Drei-Tage-Energiewoche mitten in Europa!).
Nur die daraus resultierenden Stromausfälle bei gleichzeitigen starken Preiserhöhungen lassen dann hoffentlich die Mehrheit der Bevölkerung die -- sorry -- protestierenden Schnösel mundtot werden, ich bin sicher.
Aber vorher muss der Bogen noch etwas angespannt werden...es geht uns noch viel zu gut,
In der Tat, kein Strom zu haben ist sehr unangenehm fuer uns Mitteleuropaer. Ich lebe seit 30 jahren in solchen Problemlaendern. Mei Rat um mit dem Strom ewas klarzukommen:
ser Kollege soll sich einen Inverter kaufen und Batterien soviel wie er braucht. Klimageraet geht naturlich nicht, aber alles andere. Kosten: Inverter fuer 1000 Wh (1KW)ab 200,-Euros, Batterien: koennen normale Autobatterien sein und parallel zusammengeschaltet werden: ab 50,- Euros (fuer 55 Ah).
Dann Kabel die in jedes Zimmer reichen. Da der Inverter am Stromnetz angeschlossen ist, fuellt er die leeren Batterien wenn der Strom wieder da ist und gibt dann 220 V ab automatisch wenn der Strom weg ist.
Alternativ kann man zusaetlich Solarpaneele einsetzen, was jedoch in Beirut wohl nicht noetig ist.
Was ist daran so schwer zu verstehen? Beirut ist sicherlich sehr aufregend - bestimmt viel aufregender [wohl auch im Sinne des Wortes] als Berlin. Nichtsdestotrotz kann es aber doch Dinge geben, die wir als selbstverständlich ansehen, die sich dann im Ausland keinesfalls als selbstvesrständlich entpuppen. Vielleicht stellt man dann erst wirklich fest, was einen eigentlich zu einem Deutschen macht. Da muss man ja nicht mal die Leitkultur bemühen - es geht einfach darum, dass einem im Ausland die eigene Identität plötzlich sehr bewusst wird.
Ja sowas, deutsche Versorger sind Weltklasse? Dabei sind die Strom- und Gaskosten doch viel zu hoch und wir werden sowieso alle von einer Energiemafia abgezockt!
Von wegen! Hier sieht man einmal, wieviel Mühe, Schweiß und Sorgfalt die deutsche Energiewirtschaft aufbringt um den Lebensstandard zu gewährleisten. Ist halt doch nicht alles schlecht an E.ON, RWE und anderen. Nur dumm, dass wir seit einiger Zeit alles dafür tun, diese Versorger juristisch kleinzuschlagen. Liberalisierung und Regulierung von Bahn, Post und Telekom haben ja so viel Verbesserung gebracht....
dem kann ich nur Zustimmen. Das hat nichts damit zu tun, dass man zwangsweise verschickt wurde, wir, die wir in unterentwickelten Ländern leben, sehen wirklich erstmal, was für Luxusprobleme in Deutschland herrschen. Ich lebe seit 2004, mit einer Unterbrechung von 6 Monaten, in Afghanistan. Die Stadt, in der ich lebe, ist relativ gut entwickelt. Aber auch hier: nur sehr eingeschränkte Müllentsorgung, Strom fällt, ohne vorherige Ankündigung, aus. Und keiner weiss, wann und ob er wiederkommt, das kann schon mal 3 Tage dauern. Wenn mann dann im Sommer so um die 40 Grad und drüber hat, dann gibt es schnell Probleme. Nahverkehr ?? Der Bus kommt, oder er kommt nicht.....
Jetzt denkt jeder "Afghanistan, na klar, Kriegsgebiet". Dem ist aber nicht überall im Land so, bei uns auf keinen Fall.
"Bei euch klappt alles, ihr habt ein gutes Leben", sagen sie. Und sie haben Recht."
Wie wahr !!!! Sollte man sich hinundwieder mal vergegenwärtigen
Wo ist das Problem wenn mal Strom oder Wasser nicht geht ?
Nett ist das abends, dann sitzt man draussen mit den Nachbarn zusammen, irgendwer hat noch viele Eiswürfel, ein anderer bringt Teelichter mit dann noch was zu trinken und zum knabbern.
Und ob ich nun jetzt oder später in´s Internet gehe ist mir eigentlich auch egal. Denn wenn spontan Freunde vorbei schauen unterbreche ich meine Arbeit am PC auch mal für einige Stunden.
Deutsche Versorgerqualität brauche ich nur dann - wenn ich auch in deutscher Hektik leben will :-)
Sie scheinen da etwas, ebenso wie etliche andere Foristen bei den verschiedenen 'Leben-als-Ausländer'-Kolumnen, misszuverstehen:
Wenn wir 'residents' in's Ausland gehen, spielt selten nur der Karrieregedanken eine Rolle. Wir wollen die fremden Kulturen, die wir teilweise schon an der Uni studiert haben, im Alltagsleben kennenlernen, die Praxis leben! Wir wollen Mittler sein zwischen den teilweise sehr unterschiedlichen Kulturen (wenn auch nur im Kleinen) und unser Wissen einsetzen. Natürlich spielt auch, gerade bei den Abgesandten von großen Organisationen/Firmen, auch die Selbständigkeit, die wir in D in dieser Form nicht haben, eine entscheidende Rolle.
Da wir nicht in den Touristenzentren leben, ist es selbstverständlich, dass wir uns auf die lokalen Verhältnisse einstellen, auf die Unterschiede zu D - sonst ginge nichts! Es wäre aber traurig, wenn wir unsere nationale Identität restlos aufgeben würden, das verlangt ja auch niemand von den Immigranten in D.
Wer von denen, die längere Zeit, aus welchen Gründen auch immer, von D getrennt sind, hat nicht irgend wann einmal Sehnsucht nach etwas, was in D so selbstverständlich ist, aber hier nun mal nicht zu bekommen ist. Ob dies der Strom ist, gemähte Wiesen oder Löwensenf - jeder von uns hat irgend wann einmal diese 'Gelüste' und freut sich wie ein kleines Kind, wenn bei den gegenständliche Wünschen die manchmal von Besuchern gestillt werden. Was habe ich in Pakistan von Schwarzwaldschinken geträumt und in China von Schwarzbrot (ja, ja, es ist eine Stereotype, ich weiß, aber sie ist nun mal so) und mich gefreut, wenn ein Kollege dies mitbringen konnte. So etwas sehe ich als ganz natürlich an und wehre mich langsam mal gegen die in Auslandsaufenthalten unerfahrenen Foristen, die dann so naiv-dümmlich fragen: "Warum gehst du in's Ausland?" "Wenn dir's nicht passt, flieg' doch zurück" "Du verweigerst die Assimilation" etc. Vielleicht haben diese Leute einmal eine Mangeldiät gemacht, bei der man z.B. kein Brot essen darf - an was denkt man da wohl ab dem 3. Tag ununterbrochen???