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Mein erstes Mal: Moritz, 12, zieht ins Ausland

Wenn die Eltern ins Ausland gehen, müssen die Kinder mit - ob sie wollen oder nicht. Moritz, 12, hatte keine Lust, von Braunschweig nach Prag zu ziehen. Inzwischen will er gar nicht mehr zurück. Auch wenn er nicht allein in die Stadt kann - denn Tschechisch spricht er immer noch nicht.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...-a-873047.html
  1. #1

    Wow Moritz...

    ... das klingt super! Nur eine Sache verstehe ich nicht: Du lernst kein Tschechisch??? Zwei Jahren im Ausland reichen locker aus, um eine neue Sprache gut zu erlernen. Während meiner Schulzeit kamen mehrfach Austauschschüler für ein Jahr zu uns. Am Ende des Schuljahres konnten alle prima Deutsch sprechen. Diese einmalige Chance, Tschechisch zu lernen, würde ich mir auf keinen Fall entgehen lassen.
  2. #2

    Moritz

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenn die Eltern ins Ausland gehen, müssen die Kinder mit - ob sie wollen oder nicht. Moritz, 12, hatte keine Lust, von Braunschweig nach Prag zu ziehen. Inzwischen will er gar nicht mehr zurück. Auch wenn er nicht allein in die Stadt kann - denn Tschechisch spricht er immer noch nicht.

    Neuer Job im Ausland: Wie Kinder es erleben, wenn sie umziehen müssen - SPIEGEL ONLINE
    Da kommen einem ja die Tränen, aber schaden wird dem Knaben der Aufenthalt in Tschechien nicht, im Gegenteil, weil er früh lernt, dass es auch andere Menschen und Länder gibt und dass es gut andere zu respektieren und die BRD nicht die Welt ist.
  3. #3

    Zitat von dasOJO Beitrag anzeigen
    ... das klingt super! Nur eine Sache verstehe ich nicht: Du lernst kein Tschechisch??? Zwei Jahren im Ausland reichen locker aus, um eine neue Sprache gut zu erlernen. Während meiner Schulzeit kamen mehrfach Austauschschüler für ein Jahr zu uns. Am Ende des Schuljahres konnten alle prima Deutsch sprechen. Diese einmalige Chance, Tschechisch zu lernen, würde ich mir auf keinen Fall entgehen lassen.
    Einmalige Chance? Gut, aber Tschechisch ist nicht gerade Weltsprache. Auf der Liste der Sprache die ich gerne sprechen können würde, kommt das irgendwo ganz hinten.

    Dennoch finde ich das einen unhaltbaren Zustand, wenn man es in zwei Jahren nichtmal schafft, die Grundlagen der Landessprache zu beherrschen. Das ist genau das, was viele Deutsche bei den hier lebenden Ausländern stört: nur mit Landsmännern herumhängen, nur Verwandte übersetzen lassen und dann auch nach Jahren immer noch kein Wort deutsch sprechen können. Was wir von Anderen verlangen, müssen wir auch bereit sein selbst zu leisten.
    Da ist das Französisch-Nachholen kaum eine Entschuldigung. Außerhalb Frankreichs lernt man Französisch in der Schule. Aber in Tschechien lernt man Tschechisch überall.
  4. #4

    Deutsche auf Einsatz im Ausland und Zielsprache lernen …

    Geht eigentlich nur für die MEFs (mitausreisende Ehefrauen). Die Experten – und um so einen Einsatz scheint es sich bei Moritz Vater ja zu handeln – haben gar keine Zeit dazu. Und die Kinder gehen dort auf internationale Schulen oder auf die Deutsche Schule. Die haben Ganztagsbetrieb. Und dann die vielen Aktivitäten…
    Unsere Tochter hat in zwei Jahren in Seoul KAUM Koreanisch lernen können, hat aber auch jetzt noch, 20 Jahre später, Freunde von damals, überall in der Welt.
    Schwer wird für Moritz die Rückkehr. (Im Ausland ein Fürstchen – in Deutschland ein Würstchen). Aber so wie seine Klasse und seine Familie die Kontakte weiterführen, dürfte das klappen.
    Viel Spaß!
  5. #5

    Zitat von Atheist_Crusader Beitrag anzeigen
    Einmalige Chance? Gut, aber Tschechisch ist nicht gerade Weltsprache. Auf der Liste der Sprache die ich gerne sprechen können würde, kommt das irgendwo ganz hinten.
    Nachdem Tschechisch aber zu den slawischen Sprachen zählt, hätte man damit einen leichten Einstieg in die Welt der slawischen Sprachen. Polnisch, Russisch, Ukrainisch, Bulgarisch, Serbisch etc.
    Ein Drittel meines Lebens (hab das einmal nachgerechnet..:-), lebte ich außerhalb des deutschen Sprachraumes. Ich war in der Schule eine Niete und habe die Fremdsprachen, die ich brauchte und brauche, in der einfachen Kommunikation in den jeweiligen Ländern gelernt. Spielerisch, ohne Lerndruck. Es macht einfach Freude und es ist eine Bereicherung, die Menschen, die einen umgeben, auch zu verstehen und in deren Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen zu können.
  6. #6

    nach 6 Monaten

    ist es kein Wunder dass Moritz Tschechisch noch nicht vollkommen beherrscht. Im letzten Absatz steht, dass er noch eineinhalb Jahre vor sich hat von dem 2-jaehrigen Aufenthalt. Da kann er noch ordentlich die Sprache lernen.
  7. #7

    Fairerweise muss man sagen,

    dass Tschechisch - Cesky- ziemlich tricky ist, was sowohl Aussprache als auch Grammatik angeht. Kein Vergleich zu Russisch das grammatikalisch klarer strukturiert und weitaus weniger Zungenbrecher zu bieten hat. Als Kind hat man aber noch alle Chancen sich in die Sprache einzuleben, nach der Pubertät funktioniert das nicht mehr. God knows why......
  8. #8

    Ist ja kein dauerhafter Aufenthalt

    Zitat von Atheist_Crusader Beitrag anzeigen
    Das ist genau das, was viele Deutsche bei den hier lebenden Ausländern stört: nur mit Landsmännern herumhängen, nur Verwandte übersetzen lassen und dann auch nach Jahren immer noch kein Wort deutsch sprechen können. Was wir von Anderen verlangen, müssen wir auch bereit sein selbst zu leisten.
    Sie haben natürlich damit Recht das man sich die Landessprache (zumindest in Grundzügen) aneignen sollte, wenn man denn länger dort lebt.
    Aus dem Artikel geht aber hervor das die Familie nach etwas mehr als einem Jahr wieder zurück nach Deutschland zieht. Das ist also eine etwas andere Situation als die der Einwanderer hier, die verbringen wohl ihr ganzes restliches Leben in Deutschland.
    Das Kind hat es dann vielleicht auch schwerer wieder Anschluss an den Rest der Klasse zu finden wenn es 2 Jahre Stoff in Französisch verpasst.
  9. #9

    Tja, das läuft dumm...

    Denn nach wenigstens einem Monaten etwas intensiverem Sprachtraining könnte man sich in Tschechisch verständigen und wie schon Masaryk in etwa sagte: Je mehr Sprachen der Mensch kennt, desto vielseitger ist er. Aber das Leben in Sprachghettos ist ja beliebt bei vielen Auslandsdeutschen...








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