Wenn die Eltern ins Ausland gehen, müssen die Kinder mit - ob sie wollen oder nicht. Moritz, 12, hatte keine Lust, von Braunschweig nach Prag zu ziehen. Inzwischen will er gar nicht mehr zurück. Auch wenn er nicht allein in die Stadt kann - denn Tschechisch spricht er immer noch nicht.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...-a-873047.html
Mit Verlaub, DAS ist genau die Situation, mit der die meisten Ausländer nach Deutschland kommen und kamen. In den meisten Fällen war geplant, nur eine Saison oder ein Jahr zu bleiben, dann wurde noch eines drangehängt, dann noch eins... Sehr viele Ausländer leben in Deutschland mit der Absicht, nur zu bleiben um zu arbeiten. Sobald man keine Arbeit mehr findet oder pensioniert wird, werden sie ins Heimtland zurückkehren. In der Folge wird kaum Zeit in das Erlernen von Deutsch investiert. Im Alltag kann man sich ja mit ein paar Brocken irgendwie verständigen und man ist ja nur temporär da. Also, was solls, denken sich viele.
Wenn man nun also diesen Auländern mangelnden Integrationswillen vorwirft, so trifft dies genauso auf Moritz und seine Familie zu. Moritz' Familie ist sich im Gegensatz zu vielen Ausländern in Deutschland sogar zu fein, ihn mit den einheimischen Kindern in die Schule zu schicken. Während die vielen türkischen und anderen Einwanderer nach Deutschland ihre Kinder wenigstens in öffentliche Schulen schicken, so tut Moritz' Familie alles, um Kontakt mit tschechischen Kindern zu vermeiden. Sonst könnte der arme Moritz sein Gedächnis womöglich mit ein paar 'unnützen' Brocken Tschechisch anreichern statt mit 'wertvollen' Französisch- oder Englischvokabeln.
Jede Sprache, die man die Chance zu erlernen hat, sollte man lernen. Wir waren in unserem Betrieb z.b. schon einige Male froh, eine Mitarbeiterin mit Tschechischkenntnissen zu haben, obwohl dieses Land gar nicht zu unseren Kernmärkten zählt.
Gute Guete, sie argumentieren fern jedweder Realitaet. Niemand ist hier zu fein irgendjemand irgendwohin zu schicken - Wenn man nun aber weiss, dass man 2 Jahre in einem Land bleibt (und bei diesen Leuten kann ich ihnen sogar versichern, dass sie hoechstwahrscheinlich danach wieder nach deutschland, beziehungsweise ein anderes Land, ziehen werden) waere es absolut unsinnig das Kind in eine heimische Schule mit einem eigenen Schulsystem zu schicken. Mal davon abgesehen, dass es auch gar nicht so einfach sein wird einfach mal so eine Schule zu finden, wenn man noch gar nicht in dem Land lebt (man muss sich ja vorher anmelden) - da ist es doch mehr als verstaendlich, wenn man sein Kind in eine Schule schickt, die bekannt ist, auf dem gleichen Schulsystem basiert etc.
Vor allem wenn man die Schule haeufiger wechseln muss ist es eigentlich unabdinglich einem Schulsystem treu zu bleiben.
Och, das ist global generell sehr beliebt. Seien wir mal ehrlich, eine neue Sprache zu lernen ist hart. Und für Leute, die älter sind als Mitte zwanzig ist es nochmal ein ganzes Stück schwerer.
Wenn man dann in einem Land lebt, in das schon viele der eigenen Landsleute immigriert sind, dann scheint es nur logisch, sich mit jenen zusammenzutun, mit denen man sich auch in seiner Muttersprache verständigen kann. Sie verstehen, nur für's Erste. Nur, damit man am Anfang Jemanden hat, mit dem man sich verständigen kann.
Aber wie es so schön heißt: Nichts ist langlebiger als ein Provisorium. Irgendwann haben sich Gewohnheit und Faulheit damit arrangiert, irgendwann bestehen Freundeskreis und Mitarbeiter nur noch aus Landsleuten, und... man gibt sich damit zufrieden. Man sagt sich "Och ja, so kann ich zwar nie einen guten Job kriegen oder gut mit den Behörden klarkommen oder gar Freunde in diesem Land finden die nicht aus dem selben Land kommen wie ich... aber wenn es mir die Mühe erspart, eine neue Sprache zu lernen... dann geb ich mich damit zufrieden. Wenn's mal nötig wird, können ja die Dinger übersetzen, oder mein blöder Schwager, der einen auf gebildet macht." Und da endet es dann viel zu oft.
Das ist aber kein exklusiv deutsches Problem, das hat jedes Volk. Obwohl es sicherlich Unterschiede gibt. Manche Kulturen stehen anders dazu (meiner Erfahrung nach sind z.B. Asiaten sehr viel schneller und enthusiastischer dabei) und manche Länder sind mehr oder wenig bereit, so eine Haltung von ihren Immigranten zu akzeptieren. Wie es da mit Deutschen ist, die ins Ausland emigrieren, kann ich nicht aus erster Hand sagen. Aber man kann durchaus sagen, dass Deutschland die genannte Faulheit recht tatkräftig unterstützt.
Das ist ihre persönliche Meinung, die sei ihnen unbenommen.
Da Tschechisch aber tatsächlich eine eher selten gelernte Sprache ist, ist jede/r, der sie kann, ziemlich gut aufgestellt. Deutschland macht ziemlich viele Geschäfte mit der Tschechischen Republik.
Oder versuchen sie mal bei der EU jemanden zu finden, der Tschechisch mit z.B. Finnisch oder Portugiesisch kann. Man wird sich um sie reißen. Es ist immer sinnvoll neben einer der "Welt"sprachen auch eine der exotischen Sprachen zu können. Es ist auf jeden Fall eine einmalige Chance, zwei Jahre vor Ort zu leben!
bin ich mit meinem damals knapp 6-jährigen Sohn nach Dänemark gezogen.
Damals war schon klar, wir wollen bleiben.
Ich habe in der Umgebung eine internationale Schule, in der Englisch und/oder Deutsch jeweils als Erstsprache und Dänisch als Zweit- bzw. Drittsprache unterrichtet wird.
Ich habe mich dann trotzdem für die normale Volksschule entschieden, in der Dänisch Erst-, Englisch Zweit- und Deutsch Drittsprache ist.
Habe es bisher nicht bereut, da mein Sohn jetzt mit 12 alle drei Sprachen fließend beherrscht, zumal mein Partner derzeit auch noch in London arbeitet und wir oft in England sind.
Ich hoffe, dass Moritz die Chance nutzt, die neue Sprache zu lernen, denn mit der fortschreitenden Globalisierung werden Fremdsprachen eine immer größere Rolle spielen.
Dies gilt auch für Sprachen, die auf internationaler Ebene vielleicht keine vorherrschende Rolle spielen.
Ich musste in seinem Alter auch ins Ausland. Die neue Sprache war in 6 Monate drauf, allerdings musste ich nicht auch noch Französisch dranhängen.
Wer schon mal zwei neue Sprachen gleichzeitig gelernt hat (zusätzlich zu der Muttersprache), weiß wie schwer es sein kann. Das Ergebnis ist oft mittelmäßig.
Sicherlich, Tschechisch zu lernen erscheint sehr schwierig. Ich bin zweisprachig Tschechisch-Deutsch aufgewachsen und kann daher nachvollziehen, dass viele davor zurückschrecken. Dennoch: der Zugang zu einer Gesellschaft und deren Kultur kann nur durch die Sprache erfolgen. Und sich Basis-Tschechisch anzueignen, um zumindest alleine U-Bahn fahren zu können, oder sich ohne Mamis Hilfe ein Eis zu kaufen, das müsste doch für ein schlaues Kerlchen wie Dich absolut möglich sein....Also - lass Dich nicht weiter vom Tschechischunterricht befreien, setz Dich in die Klasse und Du wirst jeden Tag mehr verstehen.
Verstehe eigentlich nicht warum wir innerhalb von Europa immer noch
so viele verschiedene sprachen brauchen .
Nicht der Euro verbindet Europa sondern letztendlich
eine gemeinsame Sprache
Von mir aus kann ja jeder innerhalb der Familie quatschen wie
er will , aber eine gemeinsame Amtssprache in der Schule meinetwegen Weltweit
wäre für jeden Menschen leichter