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Mein erstes Mal: Amelie, 11, geht auf dem Balkon zur Schule

Weil ihr Vater in Sri Lanka arbeitete, ging Amelie ein halbes Jahr lang nicht wie gewohnt zur Schule.*Stattdessen lernte sie mit ihrer Mutter auf dem Balkon,*chattete mit Mitschülern und*mailte ihre Hausaufgaben. Zurück in*Berlin hat sie sich in der Schule erst mal gelangweilt.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...788627,00.html
  1. #1

    Respekt

    Leider ist Heimunterricht ein zweischneidiges Schwert, weil alles mit der Bildung der Eltern steht oder fällt.
    Das Mädchen hier hat es gut getroffen. Gute Eltern, interessante Umgebung, so macht das lernen ja spass.
    Auch wieder ein Argument für kleinere Schulklassen, um besser individuell auf Schüler eingehen zu können.
  2. #2

    .

    Zitat von s.t.b. Beitrag anzeigen
    Leider ist Heimunterricht ein zweischneidiges Schwert, weil alles mit der Bildung der Eltern steht oder fällt.
    Das Mädchen hier hat es gut getroffen. Gute Eltern, interessante Umgebung, so macht das lernen ja spass.
    Auch wieder ein Argument für kleinere Schulklassen, um besser individuell auf Schüler eingehen zu können.
    Och, ich hab damals in Asien, als Student, viele westliche Eltern, Expats vor allem auf dem Land, getroffen, welche ihre Kinder selbständig unterrichteten. Ich konnte da auch mit Mathe und Physik mitunter was beitragen. War echt lustig, vor 20 Jahren, und aus den Kindern sind später alle was geworden, soweit ich weiß :)
  3. #3

    Schule

    Das zeigt jedenfalls, wie unsinnig der Schulunterricht im Allgemeinen ist. Intelligente Kinder werden gezwungen, ihre Zeit zu verschwenden. Wie viel mehr könnten sie in weniger Zeit lernen, wenn es nicht die Schulpflicht gäbe. Aber das wäre politisch natürlich inkorrekt, da ja dann die Kinder intelligenter und gebildeter Eltern bessere Chancen hätten - in Deutschland soll ja alles gleich gemacht werden, d. h. gleich schlecht.

    Ansonsten gilt natürlich auch der alte Spruch "Reisen bildet".
  4. #4

    ...

    Zitat von eigene_meinung Beitrag anzeigen
    Das zeigt jedenfalls, wie unsinnig der Schulunterricht im Allgemeinen ist. Intelligente Kinder werden gezwungen, ihre Zeit zu verschwenden. Wie viel mehr könnten sie in weniger Zeit lernen, wenn es nicht die Schulpflicht gäbe. Aber das wäre politisch natürlich inkorrekt, da ja dann die Kinder intelligenter und gebildeter Eltern bessere Chancen hätten - in Deutschland soll ja alles gleich gemacht werden, d. h. gleich schlecht.

    Ansonsten gilt natürlich auch der alte Spruch "Reisen bildet".
    Prinzipiell stimme ich dem zu.

    Aber: Das Problem ist, dass eine Entscheidung pro Kind nicht getroffen werden kann. Rechtlich und praktisch nicht. Bei einer Auflösung der Schulpflicht würde aber vor allem eine Bevölkerungsgruppe die Kinder "selbst unterrichten": Die Null-Bock-Bevölkerung. Unabhängig von Migrations- oder Nichtmigrationshintergrund, und auch nicht alle, die selbst keine Schulbildung haben - manche solche Eltern sind DOPPELT motiviert, dass es ihre Kinder besser machen -, aber eben doch viele...

    Das Ergebnis wäre: Noch mehr Schulschwänzer, noch mehr Analphabeten denen man trotzdem allen einen Ausbildungsplatz zuschustern will.

    Das Problem hierbei ist deshalb einzig und allein der ökosziale Wahnsinn, dass jeder Mensch zum Erfolg getragen werden müsse. Selbst erarbeiten!! Frei Bildung für alle, die sie in Anspruch nehmen und die Leistung erbringen!

    Übrigens: Wer zu Hause lesen und rechnen lernt, kann zwar nicht auf die Schule ganz verzichten - das Überspringen von Klassen ist aber schon möglich. Nur kommt es eben auch nicht von alleine, und ggf. will es nicht jede Schule akzeptieren. Daneben hat das Lernen mit Freunden, im Klassenverband, auch unglaubliche soziale Vorteile. Homeschooling sollte also Ausnahme und nicht Regel werden - die Mentalität muss sich aber in der Tat ändern.

    Man merkt es schon bei der G8-Diskussion: Warum gehen alle davon aus, dass 9 Jahre besser seie?? Ich habe mit 16 Jahren, nach 11 Jahren Schule, mein Abitur absolviert. Zwar nicht ein 1,0er, aber ein gutes "Gut". Und ich war weder fleißig, noch ein Genie. Habe mich eher irgdnwie "durchgemogelt". Ich verstehe nicht, weshalb das nicht möglich sein soll. Für manche.
  5. #5

    ach noe

    Zitat von jObserver Beitrag anzeigen
    Prinzipiell stimme ich dem zu.

    Aber: Das Problem ist, dass eine Entscheidung pro Kind nicht getroffen werden kann. Rechtlich und praktisch nicht. Bei einer Auflösung der Schulpflicht würde aber vor allem eine Bevölkerungsgruppe die Kinder "selbst unterrichten": Die Null-Bock-Bevölkerung. Unabhängig von Migrations- oder Nichtmigrationshintergrund, und auch nicht alle, die selbst keine Schulbildung haben - manche solche Eltern sind DOPPELT motiviert, dass es ihre Kinder besser machen -, aber eben doch viele...

    [...]

    Übrigens: Wer zu Hause lesen und rechnen lernt, kann zwar nicht auf die Schule ganz verzichten - das Überspringen von Klassen ist aber schon möglich. Nur kommt es eben auch nicht von alleine, und ggf. will es nicht jede Schule akzeptieren. Daneben hat das Lernen mit Freunden, im Klassenverband, auch unglaubliche soziale Vorteile. Homeschooling sollte also Ausnahme und nicht Regel werden - die Mentalität muss sich aber in der Tat ändern.

    [...] Habe mich eher irgdnwie "durchgemogelt". Ich verstehe nicht, weshalb das nicht möglich sein soll. Für manche.

    Die Argumente, die Sie anfuehren sind wohlbekannt und durchaus verbreitet. Das Dumme ist, dass sie nicht mit der Realitaet in Einklang zu bringen sind.

    Ohne Schulpflicht und mit der Option "home schooling" sind es eben gerade nicht die "null Bock" Eltern, die das machen. Wieso auch? Null-Bock-Eltern und andere Desinteressierte sind doch froh darueber, ihren Nachwuchs fuer Umme auf die naechste oeffentliche Schule zu schicken.

    Ich bin recht vertraut mit der Gruppe von Leuten, die das auf sich nimmt. Diese Leute sind zwar nicht unbedingt homogen, aber Null-Bock-Leute werden Sie keine treffen. Auch vergessen wird bei der Diskussion, wie teuer "home schooling" eigentlich ist, wenn man mal alles zusammenrechnet. Nach meinen persoenlichen Erfahrungen ist das durchaus vergleichbar mit einer guten Privatschule. Ohne jetzt wieder ueber den Sinn und Unsinn diverser Bildungsansaetze streiten zu wollen, der an dieser Stelle dann immer kommt, aber das Argument, dass das dazu fuehren wuerde, dass Kindern Bildung vorenthalten werde oder das irgendeine "soziale Isolierung" stattfinde, ist eben realitaetsfern.

    Anonsten sind da, denke ich, gedanklich durchaus auf einem sinnvollen Weg. Ich haette vor ein paar Jahren so aehnlich argumentiert. Irgendwann kommt man aber evtl. drauf, wieviel Verschwendung dieses mir sehr vertraute "durchmogeln" eigentlich ist - und was fuer ein Verrat am durchschnittlichen Wissensdurst des durchschnittlichen Kindes! Und die "unglaublichen sozialen Vorteile" beim Lernen im "Klassenverband" sehe ich nicht. Der nette kleine Bericht des Maedchens zeigt es doch wieder: echtes "Lernen" findet vielleicht fuer 2 Stunden statt. Der Rest ist politische Indoktrination, Gleichmacherei (am liebste alle gleich "dumm") und eher ein sozialer Spiessrutenlauf unter Leuten, die 7-8 Stunden am Tag zusammen eingesperrt werden.
  6. #6

    a-ja

    aus "und habe mich fast ein bisschen gelangweilt"

    wird bei SPON verschärfend "hat sich gelangweilt". Macht sich ja auch besser und die ehemaligen Schulversager können dann hier wieder über die Schule lästern.

    Abgesehen davon hat sie ihre Hausaufgaben doch anscheinend an die Lehrerin zur Überprüfung geschickt, von autonomen Homeschooling kann hier also keine Rede sein. Des Weiteren wird sie sich am Lehrplan der Schule orientiert haben (ansonsten wäre die Einordnung "weiter im Stoff" etwas schwierig).

    Für begabte Kinder gibt es an jedem vernünftigen Gymnasium und an jeder funktionierenden Gesamtschule (für HS und RS kann ich nicht sprechen) genügend indiviuelle Angebote in allen möglichen Fächern (ob jetzt Mathe-Wettbewerbe, NW-AGs oder Schultheather/Chor usw.).

    Aber schön dass es doch noch Traumtänzer gibt, die meinen ganze Armeen von hochbegabten Kindern werden künstlich verdummt...
  7. #7

    Null-Bock-Bevölkerung

    "Null-Bock-Bevölkerung"

    Was ist den bitteschön nach dieser Definition die Maxime? "Arbeit macht frei", oder wie? Wenn Sie schon polarisieren, dann bestehe ich auch auf einer Begründung, warum bezahlte Arbeit (worauf obige Bemerkung ja abzielt) angeblich das höchste Gut in der Gesellschaft darstellt. Jeder Mensch hat das Recht zur freien Entfaltung der Persönlichkeit, und wenn dazu gehört, die meiste Zeit auf der faulen Haut zu liegen, soll er/sie es tun. Das dies in der (unserer) Neid- und Leistungsgesellschaft nicht gewollt ist gebe ich zu, nur gibt es durchaus auch andere, freiheitlichere Gesellschaftformen, die solche Personen nicht ausgrenzen sondern sozial integrieren. Im Endeffekt ist es somit nur eine Frage der Toleranz.

    Zudem gibt es sehrwohl viele Menschen, die etwas tun und durchaus Ideen zur Selbstverwirklichung haben, nur finden deren Ansätze in der (unserer) Gesellschaft unter ihrem Anpassungsdruck schlichtweg keine Beachtung. Allen voran Künstlern, die auch nur anerkannt sind, wenn sie einen bestimmten Grad an Popularität und Status erreicht haben. Leider werden all diese nur allzu leicht immer gleich in diese "Null-Bock"-Schublade gesteckt.
  8. #8

    Das wirklich wichtige ...

    ist, allen Pädagogen, Kinderrechtlern und sonstigen "Philantropen" zum Trotz: Dieses Kind hat einzigartige Lebenserfahrungen gesammelt, die keine Kultusministerkonferenz, Schulreform oder sonstige Schwachköpfe sich ausdenken könnten. Nur das zählt, der Rest ist politisches Geschwätz von zu vernachlässigenden Egomanen.. sowas wie Dreck unter den Fingernägeln, beschämend, peinlich und wie immer unpassend...
  9. #9

    ?

    Zitat von eigene_meinung Beitrag anzeigen
    Das zeigt jedenfalls, wie unsinnig der Schulunterricht im Allgemeinen ist. Intelligente Kinder werden gezwungen, ihre Zeit zu verschwenden. Wie viel mehr könnten sie in weniger Zeit lernen, wenn es nicht die ......
    Schule und Lernen ist mehr als reine Wissensvermittlung, die Kinder lernen auch den Umgang mit Gleichaltrigen un Erwachsenen mit den sie nicht verwandt sind.


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