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Mehrsprachige Erziehung: "Mommy, my knee tut weh!"

Spanisches Au-Pair-Mädchen, mehrsprachige Kita und abends noch Kinderlieder auf Englisch - viele Eltern wollen ihre Kinder schon früh zum Global Player machen. Psychologen und Erzieher warnen vor zu viel Ehrgeiz: Sprachstress kann später zu Lernproblemen führen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...525052,00.html
  1. #30

    zweisprachig - ganz klar JA

    ich bin selber zweisprachig aufgewachsen und weder ich noch mein Bruder haben jemals die Sprachen "gemixt".
    Viel eher war es so, dass ich sowohl die bilinguale Erziehung und den damit verbundenen zweiten Kulturkreis immer als Geschenk empfunden habe.
    Ich habe mich auch später mit Sprachen viel leichter getan und sehe mich heute mehr als Europäer als einer Nation strikt zugeordnet.
    Wenn nun Kleinkinder gezielt in englische Kitas, etc. gesteckt werden, so hat dies mit zweisprachig aufwachsen nur wenig zu tun, da die vorherrschende Sprache zuhause ja weiterhin deutsch ist.
  2. #31

    Zitat von IsArenas Beitrag anzeigen
    Das kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen. Meine Töchter haben einen gut strukturierten Sprachbaum, an dem sich kaum etwas verästelt. Je nach Kontext, Thema, Gefühlslage und Bezugsperson wird präzise umgeschaltet, Mix-Sätze kommen nicht vor.
    Ich vermute, es kommt sehr auf das Alter der Kinder-Jugendlichen an. In meinem spanisch-deutschen Sprachkreis habe ich schon schreckliche Fälle erlebt, die allerdings fast ausnahmslos auf eine mehr oder weniger starke sprachliche Vernachlässigung zurückzuführen sein konnten. Kein Familienleben, Eltern die nur ans Geldverdienen dachten und kulturell sehr unbedarft waren, keine Förderung in der Schule, hermetische Freundeskreise, in denen das sprachliche Durcheinander die Geheimsprache war, usw. Der kindliche Sprachmix hatte sich so bis fast ins Erwachsenenalter fortgeschleppt, was sich dann zu schweren Frustrationen auswuchs. Es ist zu befürchten, dass die Mehrsprachigkeit für die, die sie nicht ausüben (können), ziemlich behindernd sein kann, abgesehen davon, dass Mehrsprachigkeit ja auch eine "Mehr-Kulturalität" ist, was das Selbstverständnis des einzelnen berührt.
    Wie alt sind übrigens ihre Töchter, wenn die Frage erlaubt ist?

    MfG, molinero.
  3. #32

    Nicht nur Patchwork

    Zitat von IsArenas Beitrag anzeigen
    Das kann ein "durchschnittliches" Kind gewiss nicht, es sei denn, es lebt von klein auf in einer Patchwork-Familie mit 5 verschiedenen muttersprachlichen Bezugspersonen. Mehrsprachigkeit bedeutet, muttersprachliche Fähigkeiten in den entsprechenden Sprachen zu haben, und das ist etwas anderes als das bloße "perfekte" Beherrschen einer Fremdsprache.
    Bei uns werden "nur" 3 Sprachen gesprochen und das bringt schon einige Probleme mit sich:
    Vietnamesisch, Englisch, Deutsch.
    Problematisch ist jedoch, dass jede der erwachsenen Personen nur 2 Sprachen spricht:
    Hausmädchen: Vietnamesisch, Englisch
    Meine Frau: Vietnamesisch, Englisch
    Ich: Englisch, Deutsch
    Zwar bemühe ich mich, mit den Kindern nur deutsch zu sprechen, wenn ich aber will, dass meine Frau oder das Hausmädchen versteht, was ich den Kindern sage, muss ich schon auf englisch ausweichen. Also bleibt irgendwann Deutsch auf der Strecke. Meine Kinder sind mit 2 und 3 Jahren noch recht klein, ich würde mir aber schon wünschen, dass ihre Deutschkenntnisse besser währen. Also bleibt wohl nur, sie mal ein halbes Jahr nach Deutschland zu schicken :-(
  4. #33

    ..

    Zitat von SeaBug Beitrag anzeigen
    (...)wenn ich aber will, dass meine Frau oder das Hausmädchen versteht, was ich den Kindern sage, muss ich schon auf englisch ausweichen. (...)-(
    Genau das ist eine kritische Schnittstelle. Und genau darauf nehme ich -- in der Regel -- keine Rücksicht! Tun die Leute, die meine Sprache nicht beherrschen, ja auch nicht (wie auch). Das Ergebnis meiner konsequenten Haltung ist, dass meine Frau immerhin Deutsch auch -- etwas -- versteht mittlerweile. Ich gebe aber zu, dass 100% Konsequenz unmöglich sind, natürlich gibt es Situationen, in denen man nachgeben muss. Sind die Kinder erst mal größer und wirklich mehrsprachig, ist das auch weniger problematisch.


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