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Mehr Professoren-Netto: Jetzt beginnt das große Rechnen

dapdProfessoren müssen mehr verdienen, sagen Deutschlands höchste Richter. Warum hat das Land Hessen mit seinenn Besoldungsregeln gegen die Verfassung verstoßen? Wer gewinnt und wer verliert durch eine neue Regelung? Antworten auf die wichtigsten Fragen zum wegweisenden Urteil.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...815206,00.html
  1. #50

    Sie haben ja Recht...

    Zitat von Listerholm Beitrag anzeigen
    vielleicht noch dieses:
    - der nicht verbeamtete Arbeitnehmer bezieht einen tariflich ausgehandelten Lohn (noch ist es jedenfalls bei den Meisten so)
    Es gibt die Mittel des Arbeitskampfes (Gewerkschaften, Lohnrunden, Streik etc.)
    - der Beamte hat _keinen_ Anspruch auf einen festgelegten Lohn, sondern ist der Fürsorgepflicht des Dienstherrn anvertraut, zu der auch die Alimentationspflicht gehört. Das heißt: Angemessene Versorgung. Es gibt i.d.R. kein Streikrecht. Für den Fall, dass dem Dienstherrn die Luft knapp wird, darf er per Gesetz die Besoldung/Pensionen _kürzen_ ohne Widerspruchsrecht.
    - der AN ist in der Regel kündbar
    - der Beamte in der Regel unkündbar (es sei denn, er macht sich gravierender Dienstpflichtverletzungen schuldig - Entlassung aus dem Dienst. Pensionsansprüche können aberkannt werden. Die Folgen einer solchen Entlassung sind erheblich gravierender als bei der Entlassung eines AN.)
    - AN zahlen einen Teil ihres Gehaltes in die Rentenversicherung
    - Beamte müssen hingegen _nur_ den Beitrag ihres Dienstherrn versteuern (und das können je nach LStKl auch schon mal 200 Euro/m oder mehr sein)
    Was die Profs angeht:
    -
    nicht als Überstunden abzugeltende Stunden am Schreibtisch. Korrigieren Klausuren, führen Einzelgespräche, schreiben Briefe an Sponsoren...
    Wollen Sie, wenn Sie die Möglichkeit hätten, diesen job wirklich machen?
    Dazu brauchts genau wie bei jedem anderen AN Begeisterung, Entsagung, Fleiß und Demut.
    Es suche sich jeder, so er kann, selbst aus, was für ihn passt.
    LG L.

    wäre es aber nicht angebrachter den Weg zur Professur leistungsgerechter zu gestalten? Also direkt den von Ihnen angesprochenen Misstand zu beseitigen anstatt indirekt nach dem Motto (du hast gedarbt dafür öffnen wir dir jetzt die Tür zum aehm "Paradies")? Ich denke was die meisten hier im Forum wirklich nervt ist nicht die Tatsache, dass Professoren mehr als das derzeitige Grundgehalt bekommen sollen (das ist ja wirklich unangemessen), sondern das nicht mit offenen Karten gespielt wird.

    Wenn neben dem Grundgehalt noch ein Vielfaches an Nebeneinkünften erzielt werden (wozu der Beruf des Professors mit seinem geringen Pflichtprogramm sich eignet) ist es politisch einfach unsensible in diesen Zeiten einzelnen Berufsgruppen das Entgelt zu erhöhen.
  2. #51

    Man kann sehr wohl vergleichen

    Zitat von matbhmx Beitrag anzeigen
    Sobald das Stichwort "Beamte" aufkommt, kommt aus der Allgemeinbevölkerung das klassische Beamtenbashing - ohne Sinn, ohne Verstand! Da wird erst einmal über die tollen Gehälter hergezogen und dann werden die oberen Besoldungsgruppen genommen und zum Maßstab für das Beamtendasein genommen.

    Die Masse der Beamten bekommt irgendetwas zwischen A9 und A11. Und statt dumm rumzuschreiben, schauen Sie Mal ins Gesetz, wieviel das in Euro ist. Das ist ja das Schöne am Beamtendasein: Sie können einfach aus dem Gesetz entnehmen, was die Leute verdienen! Der geringste Teil verdient eben ab A12 aufwärts und insbesondere die B-Besoldungsgruppen sind überschaubar. Und diese Besoldungsgruppen darf ich eben nicht mit dem Durchschnittsverdiener vergleichen, sondern muss sie mit den Berufen in der freien Wirtschaft vergleichen.

    Aber nur Mal als Beispiel: Was verdienen Bundespräsident und Bundeskanzlerin in Deutschland! Und dann schauen Sie Mal, was Vorstände von Aktiengesellschaften, Aufsichtsräte usw. verdienen. Weiterhin gilt: Im Vergleich zur Privatwirtschaft ist die Besoldung im öffentlichen Dienst kärglich.

    Und nun kommen Sie mit ihren albernen 70 %. Erstens gibt's die künftig auch nicht mehr, sondern nur noch 68 %, zweitens werden Pensionen - anders als Renten - voll versteuert, und drittens - als Beamter leben Sie ja in Saus und Braus - zahlt der Beamte auch als Pensionär seine private Krankenversicherung!!!. Zwar muss er nur noch 30 % versichert sein, dafür sind die Kosten für die private Krankenversicherung im Alter horrend! Und anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen sie als Beamter für jedes Familienmitglied. Ist der Beamte verheiratet, dann zahlt er zweimal private Krankenversicherungsbeiträge! Und bei der Abrechnung der von ihm erst einmal aus dem eigenen Geldbeutel zu zahlenden ärztlichen Leistungen, Medikamente usw. darf er sich hinterher wegen des Beihilfeanteils mit der Beihilfestelle herumschlagen, die hier und da kürzt bis zum geht nicht mehr. Und bestimmte Leistungen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung wie selbstverständlich übernommen werden, trägt die Beihilfe überhaupt nicht. Die kann der Beamte gleich aus der eigenen Tasche zahlen. Darüber hinaus gibt es Bundesländer, die Behandlungskosten usw. bis zu einem Jahresbetrag von 200,- € überhaupt nicht erstatten. Auf den bleibt der Beamte sitzen.

    Aber klar, Beamte sollten nichts verdienen, sondern noch was bezahlen! Schließlich lungern die am Schreibtisch herum und halten ständig Büroschlaf. Gewissermaßen das Büro als Hotel!

    Aber: Die Stimme des Volkes die Stimme des Rindviehs! Als Nichtbeamter weiß man ja ganz genau, was für tolle Privilegien Beamte so haben!
    Das ist ja schoen, wie sich also die Beamtengehaelter rechtfertigen lassen. Aber man kann jedoch auch mal einen angestellten und einen verbeamteten Lehrer miteinander vergleichen, dann stellt man fest, dass der angestellte Lehrer ein wesentlich geringeres Netteinkommen hat und mit der Rente brauchen wir dann ja wohl nicht mehr anfangen. Ihrer Argumentation fehlt auch die Logik, denn Sie einerseits verteidigen Sie das Beamtentum und andererseits argumentieren Sie, wie schlecht es den Beamten im Vergleich zu Angestellten geht. Sie werden ja wohl kaum etwas verteidigen, was Sie persoenlich schlechter stellt oder ist das eine neue Form von Altruismus gegenueber der Restgesellschaft.
  3. #52

    Luxuspension

    Zitat von kuk25 Beitrag anzeigen
    Was die Pensionen angeht ist es egal ob es 68% oder 71% vom letzten Gehalt sind. Auch mit 50% wuerde ich besser dastehen. Deshalb strebe ich eine Beamtenstelle an.
    Vertrauen Sie mir - Sie wissen nicht, wovon Sie reden bzw. schreiben.

    Sie können den Selbstversuch gerne durchführen und sich und ihre Angehörigen mit dem Endamt im Mittleren Dienst (A9) privat krankenversichern. Mit 65 und älter werden Sie sich wundern, wie plötzlich und regelmäßig Beitragsanpassungen Ihrer Versicherung erfolgen.
    Die Versteuerung der Beamtenpensionen ist bereits ja angesprochen worden.

    Die Crème_de_la_Crème der Beamtenschaft (>A11) verkraftet die steigenden Monatsbeiträge in der Regel problemlos - die im Mittleren Dienst pensionierten Beamten hingegen können sich häufig nicht einmal einen Jahresurlaub leisten. Viel Spaß dabei, den vom jahrzehntelangen Nachtschicht-Dienst zerstörten Biorhythmus kurieren zu wollen.


    Zitat von chaika Beitrag anzeigen
    Das ist ja schoen, wie sich also die Beamtengehaelter rechtfertigen lassen. Aber man kann jedoch auch mal einen angestellten und einen verbeamteten Lehrer miteinander vergleichen,
    Der staatstragende und strategische Sinn und Zweck von verbeamteten Lehrern, das Streikverbot, ist höchstrichterlich gekippt worden und somit obsolet. Zukünftige Verbeamtungen von Lehrern sind mittel- und langfristig demnach widersinnig und werden wohl entscheidend reduziert werden.
  4. #53

    .

    Zitat von matbhmx Beitrag anzeigen
    Überhaupt kein Problem damit: Ganz nebenbei, stellen Sie sich auf die nächste Steuererhöhung ein. Denn: Dass die Besoldungen im öffentlichen Dienst deutlich hinter der Vergütung für entsprechende Tätigkeiten in der Privatwirtschaft hinterherhinkt, wurde immer damit begründet, dass man ja keine Sozialabgaben zahlen müsste (Arbeitnehmeranteil). Würden sie Arbeitslosenversicherung, gesetzliche Rente und Krankenversicherung einführen, dürften sie erst einmal die Gehälter im öffentlichen Dienst knackig aufstocken.
    Nix da. Den Beamten genauso bezahlen wie den nichtverbeamteten
    Mitarbeiter im ÖD. Dort tritt nämlich dasselbe auf: Vergütung hinkt der
    Privatwirtschaft hinterher (zwischen meiner Frau und mir besteht
    ein Gehaltsunterschied von 30% (sie verdient weniger als ich und
    hat eine 40h-Woche, ich nur 35h), obwohl wir quasi dasselbe
    machen (sie macht keine Promotion), nur weil ich nach IGM-Tarif bezahlt werde und sie nach TVÖD.
    Und sie muss RV und KV zahlen. Daher ist es das Argument, dass man im ÖD weniger verdient, nicht nur auf Beamte anzuwenden.
    Unfair ist eher, dass Beamte wesentlich mehr verdienen als Angestellte
    (bestes Beispiel die Lehrer, da sollen es aus dem direkten Bekanntenkreis mal gerne fast 40% Netto zum Einstieg mehr sein)
    und dann auch noch die besseren Konditionen haben (keine
    Befristung beispielsweise).
    Und ja, in der Wirtschaft verdient man mehr. Aber man sollte den
    Vergleich zum Kollegen, der nach TVÖD bezahlt wird machen.
    Selbe Arbeit, viel weniger Geld. Ist fast wie mit den Dienstleistern
    bei uns.

    Zitat von matbhmx Beitrag anzeigen
    Übrigens hatte der Dienstherr daran bei entsprechenden Diskussionen noch nicht einmal gedacht. Ihm reichten schon die Mehrkosten für den Arbeitgeberanteil, um trotz des stets bekundeten Vorsatzes nach weniger Beamten gleichwohl regelmäßig - und nur aus Kostengründen - eine Welle der Verbeamtung über's Land rollen zu lassen. Beamte sind selbst dann preiswerter, wenn man nur den Arbeitgeberanteil berücksichtigt. Richtig teuer wird's, wenn man auch noch auf die aktuellen Gehälter die Arbeitnehmeranteile (ggf. m. Ausnahme der Aufschläge auf die gesetzl. Krankenversicherung, weil insoweit ja Beamte sich künftig den Anteil für die PKV sparen können) aufschlagen kann.
    Ein Beamter ist preiswerter als ein ÖD-Angestellter?
    Halte ich gelinde gesagt für ein Gerücht.
    Das beste Beispiel hierzu sind in meinen Augen die Lehrer ...
  5. #54

    Okay

    Zitat von rettungsschirm Beitrag anzeigen
    wäre es aber nicht angebrachter den Weg zur Professur leistungsgerechter zu gestalten? ...Wenn neben dem Grundgehalt noch ein Vielfaches an Nebeneinkünften erzielt werden (wozu der Beruf des Professors mit seinem geringen Pflichtprogramm sich eignet) ist es politisch einfach unsensible in diesen Zeiten einzelnen Berufsgruppen das Entgelt zu erhöhen.
    Leistungsgerechtigkeit gibt es doch einfach schon durch das Berufungsverfahren.
    Wieviele hochqualifizierter Wissenschaftler haben denn eine Chance, eine Professur übertragen zu bekommen?
    Da geht in der Regel ohne exorbitantem Leistungsnachweis gar nichts.
    Schauen Sie sich mal die vielen (habilitierten) PD´s an.
    Das ist schon Elite.
    Als promovierter Akademiker im höheren Dienst an der Basis kann ich zu Nebeneinkünften nichts sagen.
    Ich habe schlicht nicht die Zeit und Gelegenheit, mir etwas hinzuzuverdienen. (Was übrigens der Genehmigung durch den Dienstherrn bedürfte.)
    Meine Arbeit zehrt mich auf.
    Aus dem Flurfunk "weiß" ich indessen, dass es bestallte Professoren (z.B. der Medizin in München "Rechts der Isar") geben soll, welche im Jahr angeblich 600 T€ verdienen sollen. Nicht als Beamte des Freistaates, sondern als freitätige (Chef-) Ärzte. _Das_ sind sicherlich die absoluten Ausnahmen.
    Zum Letzten: Wo wollen Sie anfangen?
    Ärzten wird immer nachgesagt, dass sie Höchstverdiener seien. Das stimmt erwiesenermaßen nicht.
    Professoren wird unterstellt, dass ihr Gehalt überdurchschnittlich sei.
    Das stimmt auch nicht.
    Und bei einer Berufsgruppe muss man anfangen.
    Die Hochschullehrer haben es verdient.
    Im Übrigen: Am meisten hat mich das heute im Radio gehörte Argument überzeugt: Jemand, der Studienräte ausbildet, sollte doch etwas mehr verdienen, als die Studienräte selbst. :-)
    Und zum Schluss: Transparenz in den Bezahlungen würde vielen Vorurteilen und auch Neid entgegenwirken. Nur erstens ist es vielen AN verboten über ihr Gehalt zu reden und zweitens ist das deutsche Steuersystem nicht geeignet, Arbeitsverhältnisse wirklich vergleichen zu können.
    L.
  6. #55

    Und?

    Zitat von Izmir.Übül Beitrag anzeigen
    Beamte haben die Möglichkeit, sich in der GKV als freiwilliges Mitglied zu versichern. Der Beitrag richtet sich dann nach dem Gesamteinkommen, zu dem neben der Besoldung auch Miet- und Zinseinkünfte zählen. Für den Dienstherrn endet dadurch eigentlich die Fürsorgepflicht und er ist von der Beihilfegewährung befreit. Eine Ausnahme besteht jedoch, wenn sich der gesetzlich versicherte Beamte für die Kostenerstattung bei seiner Krankenkasse entscheidet. In diesem Fall kann er von seinem Dienstherrn eine so genannte Restkostenbeihilfe erhalten, wobei das abhängig ist von den jeweils geltenden Beihilferegelung.
    Und was heißt das auf deutsch? Wer in die GKV geht, muss als Beamter 100% des Beitrags selbst zahlen. Den Vorteil hat dann der Staat. Alternativ kann er 50% durch eine PKV absichern. De facto heißt das Pflicht zur PKV.
  7. #56

    Keine Ahnung, oder was?

    Zitat von Jay's Beitrag anzeigen
    um oeffentliche Gelder. Vielleicht sollte man dem Steuerzahler mal das Wort geben. Weiterhin sind Professoren Beamte und haben damit einen abgesicherten Beruf auch wenn sie auf einige Rechte verzichten muessen. Wenn ihnen das Gehalt nicht passt, dann sollen sie doch in die freihe Wirtschaft gehen. Nur kann es da sein, dass sie gelegentlich auch gefeuert werden koennen. Ich finde dieses Urteil zum Himmel schreiend.
    Ich bin ebenfalls Steuerzahler und fordere auch ein deutlich besseres Einkommen für alle Lehrenden an den Unis.

    Das Einkommen der Professoren sollte durchaus dem Einkommensniveau von Parlamentariern angeglichen werden.

    Ich kenne Lehrende, die auf einer halben Stelle für ca. 1.400 € arbeiten, weil keine anderen Stellen frei sind, trotzdem ganztags für Studenten und Projekte leidenschaftlich engagiert sind. Eine himmelschreiende Ausbeutung der Lehrenden und der Uni-Angestellten, ähnlich der Ausbeutung von "Praktikanten" in der freien Wirtschaft, wird in dieser Republik durch die Länder ausgeübt. Sieht so Bildungsoffensive aus?
  8. #57

    Zitat von chaika Beitrag anzeigen
    ... einerseits verteidigen Sie das Beamtentum und andererseits argumentieren Sie, wie schlecht es den Beamten im Vergleich zu Angestellten geht ...
    Ich verteidige nicht das Beamtentum im Allgemeinen, sondern gegen die unsinnigen Angriffe der Foristen und der Behauptung, wer Beamter ist, lebt im Himmel. Wie wenig ich das Beamtentum verteidige, zeigt sich schon daran, dass ich nichts dagegen hätte, ausscheiden zu können.
  9. #58

    Zitat von chaika Beitrag anzeigen
    Ihre Argumentation ist nicht konsistent, denn wenn Sie Angebot und Nachfrage heranziehen, dann muss man ja wohl zunaechst konstatieren, es gab auch mit der geringeren W Besoldung ein hinreichend grosses Angebot an Wissenschaftlern, um jede Prof.-Stelle muehelos zu besetzen. Man kann beruhigt von einem Ueberangebot an Bewerbern ausgehen. Der Logik des Marktes folgend muesste mithin ueber eine Soldsenkung nachgedacht werden. Ihre Aussage, im Ausland verdienen Professoren wesentlich mehr als in DE ist im Allgemeinen falsch, Staaten die hoehere Gehaelter zahlen lassen sich an zwei Haenden abzaehlen. In den meisten anderen Staaten muessen Professoren aber ihre Pflichtstunden auch wirklich in Form von Veranstaltungen geben, in DE macht dies so gut wie kein Professor. In vielen Staaten droht einem Prof bei Nichterfuellung seiner Leistungskriterien die Kuendigung, in DE nichts, ausser mehr Freizeit.
    Das "Angebot und Nachfrage" - Argument greift m.E. auch vor dem Hintergrund der vielen Bewerber: Schließlich möchte ich die qualifiziertesten Akademiker auf dem Professorenstuhl. Diese Wissenschaftler sind es, um die ausländische Universitäten und die Wirtschaft mitbieten und bei denen mehr und mehr Unis den Kampf verlieren. Ohne deutliche Besoldungserhöhung bleiben auf Dauer nur mittelmäßige Professoren und - mit viel Glück - die "Überzeugungstäter" zurück.

    Ein mittelmäßiger Professor wird i.Ü. auch nur in mittelmäßigem Umfang Drittmittel an Land ziehen - ein Teufelskreis mit schweren Folgen vor allem für den Mittelbau.

    Was die Vergütung im Ausland betrifft: es sind genau die zwei Hände Länder, in welche die Wissenschaftler abwandern.
  10. #59

    netto nicht wirklich

    Da sollten Sie mal das Netto vergleichen:

    1) In der Industrie sind RV und AV fällig - dieser Unterschied macht ca. 13.000€ Brutto aus.
    2) Wenn man auf die gleiche Versorgung im Alter kommen will muss man aus den Netto nochmals 1.000€ pro Monat zurücklegen, das macht Brutto 21.000€ aus.
    3) Wenn man dann noch das Risiko des Arbeitsplatzverlusts einpreist kann man auch nochmal Brutto 30.000€ ansetzen.

    Dann braucht man in der Industrie schon 114.000€ als Fixum, um ein vergleichbares Gehalt zu erzielen. Diese Gehaltsklasse ist schon sehr dünn besetzt.

    Arme Professoren...

    Zitat von MikeB Beitrag anzeigen
    Kleiner Tipp am Rande: Die allermeisten Bürger, der in der freien Wirtschaft eine vergleichbare Position wie ein Professor haben, verdienen auch mindestens das doppelte. Mindestens....


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