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Meeresgrund vor Fehmarn: Geologen entdecken Graben*von Ostsee-Sintflut
Es sind die Spuren eines gewaltigen Naturspektakels: Im Ostseeboden vor Fehmarn haben Forscher die Umrisse eines großen Flusses entdeckt. Einst stürzte dort eine Sintflut hinab.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...811439,00.html
- #30 26.01.2012 17:20 von
Sie scheinen immer noch fest der Ansicht zu sein, dass Forschung bei der kein praktischer Nutzen zu erwarten ist, eine überflüssige Sache ist, die höchstens von Hobbyforschern betrieben werden darf. Wer dem so dann, dann müsste z.B. wahrscheinlich die gesamte Geschichtsforschung, die sich auf die Zeit vor 1900 bezieht, eingestellt werden. Was ist denn so schlimm, wenn öffentliche Gelder dafür ausgegeben werden, um die menschliche Neugier zu befriedigen Zur Befriedigung des Unterhaltungsbedürfnisses werden wahrscheinlich viel größere Summen ausgegeben.
- #31 26.01.2012 17:59 von
Ein Nebeneffekt
Das liegt doch auf der Hand: Dieses Ergebnis ist nur ein zufälliges Nebenprodukt bei der Suche nach Sachen, die die finanzierenden Unternehmen interessiert. Derartige Forschungen sind schon seit vielen Jahren oft zu weit über 50% durch Aufträge von Industrieunternehmen finanziert.
Die sonstigen Ergebnisse, also die, an denen das ursprüchliche Interesse bestand, werden bestimmt nicht in einem allgemeinen Nachrichtenmagazin auftauchen. Wie in manchen Fällen können Sie dann Fachveröffentlichungen kaufen, die umgerechnet je Druckseite bis zu 5 Euro kosten. Suchen Sie doch einfach mal bei Amazon ein bisschen herum.
Nochmal zu Forschung und "Nutzen". Vor 100 Jahren galt das Gebiet "Zahlentheorie" als so ziemlich die reinste Mathematik, da keine aussermathematische Anwednung drohte. Viele Jahrhunderte beschäftigten sich Mathematiker damit. Inzwischen ist dieses Gebiet für Wirtschaft und Militär entscheidend geworden - schon im zweiten Weltkrieg entschieden derartige Kenntnisse ganze Schlachten, vielleicht sogar den Krieg.
Ansonsten kenne ich noch das Gebiet der autonomen Roboter, über die man immer mehr in allgemeinen Magazinen liest, speziell auch autonom fahrende Fahrzeuge. Ist ungeheuer interessant - vor allem aber für militärische Entwicklungen von Waffensystemen, die ohne anwesende eigene Soldaten Krieg führen können.
...suchen Sie lieber nicht überall nach dem "Sinn", sonst wird Ihnen noch übel... - #32 27.01.2012 03:50 von
Fehmarn-Fluss
Alles sehr interessant.
Warum nennen die den Fluss nicht "Fehmarn-Fluss"? Dann weiß man wo's ist, und es hat einen Stabreim. - #33 27.01.2012 11:10 von
Beeindruckend
"Jahrtausende hatte der Ancylus-See vor der Küste geschwappt..."
Eine beispiellose Bluete des deutschen Journalismus! - #34 27.01.2012 11:19 von
- #35 31.01.2012 14:33 von
Menschen, die nicht neugierig sind, sind schon tot, sie wissen es nur nicht.
Und was die Ergebnisse anbelangt, sie helfen uns, die Welt besser zu verstehen und damit auch, mit zukünftigen Ereignissen besser fertig zu werden - oder schlicht, neue Wege zu denken.
Es kann durchaus ein Wissen sein, dass erst in einigen hundert Jahren den Menschen hilft, aber dies gilt auch für viele frühere Entdeckungen. Ohne die antike Erkenntnis, die zu Zeiten Kolumbus schon fast 2.000 Jahre alt war, dass die Erde eine Kugel ist, wäre Kolumbus nie nach Westen gesegelt, um nach Indien zu gelangen, hätte niemals irrtümlich Amerika entdeckt und für Indien gehalten, hätte Europa nicht einen solchen Aufstieg von Wissenschaft und Technik erlebt, der zu einem erheblichen Teil auch durch den durch die Inbesitznahme und Ausbeutung Amerikas letztlich ausgelösten wirtschaftlichen Aufschwung in Europa finanziert wurde, und wir wären heute garantiert nicht da, wo wir sind, ohne diese kleine Entdeckung im alten Ägypten, dass die Erde eine Kugel ist. Vielleicht wüssten wir es heute trotzdem, weil irgendwann jemand dem Wahrheitsgehalt der nordischen Sagen über Vinland (=Neufundland) nachgegangen wäre, aber das wäre ja nach ihrer Meinung auch nur eine unnütze Geldausgabe gewesen. Also, kurz und gut, wäre die Menschheit im Bereich der Forschung immer schon nach dem neoliberalen Motto, es wird nur das finanziert, was mit Sicherheit mehr Geld bringt als es kostet, vorgegangen, würden wir immer noch glauben, die Erde sei eine Scheibe, weil nie jemand nach Westen gesegelt wäre.
So ist es eben mit der Wissenschaft, insbesondere mit der Grundlagenforschung, was man von ihr hat, egal ob im ideellen oder finanziellen Sinne, weiß man manchmal erst lange Zeit nachdem die Forschungsergebnisse vorliegen. Aber eines zeigt die ganze Menschheitsgeschichte, praktisch alle Ergebnisse sind irgendwann einmal auch von praktischer Bedeutung, was aber nicht immer zugleich auch einen finanziellen Vorteil bedeutet. Und noch eines muss man in diesem Zusammenhang sehen: So manches Forschungsergebnis löst auch Aha-Erlebnisse in ganz anderen Wissenschaftszweigen aus. Wir haben heute Farben, die sich selbst reinigen, weil Biologen einmal herausgefunden haben, dass Lotuspflanzen sozusagend den Blattputzer (Fenster haben sie ja nicht zum Reinigen, nur Blätter) eingebaut haben. Bevor es diese Erkenntnis gab, gab es keinerlei sinnvollen finanziellen Grund, hier zu forschen, denn erst die Ergebnisse der Grundlagenforschung, durch die Allgemeinheit finanziert, führte dazu, dass man in den Ingenieurwissenschaften einen Aha-Effekt hatte, der dann zur Entwicklung von selbstreinigenden Oberflächen führte. Soviel zur Entrüstung, dass der Michel bezahlt. Wer sonst soll es denn bezahlen? Die Unternehmen? Die soll in der real existierenden Marktwirtschaft Geld verdienen und angemessene Steuern bezahlen, damit solche Forschungen zugunsten der Allgemeinheit von der Allgemeinheit finanziert werden können.
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