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Medizinstudium in Rumänien: Auch sonntags an die Leiche

Die Studiengebühren sind hoch und wer eine Vorlesung schwänzt, wird zur Kasse gebeten - trotzdem zieht es viele deutsche Medizin-Studenten an die Uni in Cluj. Die rumänische Stadt ist voller Studenten, zugleich ist die Hochschule von einem Massenbetrieb weit entfernt.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...743976,00.html
  1. #10

    solange es im GG die freiheit der berufswahl und die freizügigkeit gibt, verzichte ich dankend auf eine stelle als landarzt in z.b. mv. warum? weil ich lieber da arbeiten möchte, wo ich familie/freunde/partnerin habe. (ich weiß, sehr egoistisch) die investition in meine ausbildung habe ich übrigens schon mehr als einmal an steuern zurückgezahlt, in dieser hinsicht sind der staat und ich quitt. das in deutschland überall die pflichtveranstaltungen abgeschafft werden kann ich übrigens nicht bestätigen, und mit 2 euro für eine verpasste vorlesung kommt man an den mir bekannten fakultäten auch nicht weiter -> mehr als 15% fehlzeit (egal ob milzbrand, hochzeit oder beerdigung) heisst auf wiedersehn im nächsten jahr.

    in diesem sinne
  2. #11

    Weiterdenken hilft...

    Zitat von xsreality Beitrag anzeigen
    Die Ärzte hierzulande protegieren sich.
    Würden die Diplome vieler ausländischer Unis anerkannt werden, wäre hier schnell schluss mit lustig was den Ärztmangel betrifft ...
    Na dann machen Sie doch mal den Vorschlag und leben mit den Widrigkeiten, die dann auf Sie zukommen. Einen Vorgeschmack gefällig:

    1. Sprachbarriere - ich habe auf Geriatriestationen neue Ärzte aus Osteuropa erlebt, die man nach 6 Wochen Deutschkurs auf die Patienten losgelassen hat - der Arzt hat den Patient nicht verstanden und der Patient den Arzt nicht. Vorgekommen: Mitten im Großraum Stuttgart.

    2. Ausbildungsniveau. Es gibt schon einen Grund warum die Diplome nicht einfach "so" anerkannt werden - sonst hätte ich zukünftig gerne bei jedem angeklagten Arzt den Hinweis auf den Ausbildungsort.

    Und das sind nur die offensichtlichsten. Das jegliche Mitarbeiter im Krankenhausbereich aus Osteuropa aufgrund der starken körperlichen und seelischen Beanspruchung häufiger mit seelischen Erkrankungen reagieren, macht vor Ärzten nicht halt.

    Davon abgesehen: die jungen Ärzte sind, ohne Vorbehalte, um jeden neuen brauchbaren und voll einsatzfähigen Kollegen dankbar. Denn mehr Kollegen bedeutet weniger Dienste und mehr Privatleben. Dass Ärzte sich hierzulande protegieren, kann ich in diesem Zusammenhang nicht erkennen.

    Klar ist aber auch: von den Ärzten mit Studium im Ausland, die wir hier in Deutschland zu Fachärzten ausbilden, will auch keiner aufs Land, die sind viel ehrlicher und reden nur von Privatpraxen - die Mühe mit Kassenpatienten wollen sich die wenigsten machen. Ich zitiere wörtlich "sonst hätte ich gleich zuhause bleiben können, wenn ich nicht weiss was ich verdiene".
  3. #12

    Medizin

    Deutschland müsste wirklich seine Medizinstudenten im Ausland fördern. Luxemburg hat keine medizinsche Fakultät und schickt deshalb seine Studenten ins Ausland. Neben den skandinavischen Ländern macht das z.b. auch Malaysia, um den Ärztemangel zu bekämpfen.

    Im vielen anderen Ländern müssen frisch gebackene Ärzte auch in Regionen mit schlechter medizinscher Versorgung arbeiten. Wenn die Entwicklung bei uns anhält, muss auch an eine solche Lösung gedacht werden.

    Zum Thema (Gast-)Ärzte aus dem Ausland: ich glaube auch nicht, dass das Medizinstudium im Ausland schlechter ist. Man hat aber ein Problem, wenn man im Nachtdienst Befunden aus kleineren Krankenhäusern hinterher telefoniert und keinen deutschsprechenden Arzt ans Telefon bekommt. Das ist heute schon Realität.
  4. #13

    Tja, dann lernen Sie schon mal russisch?

    Zitat von Mathe-Freak Beitrag anzeigen
    Dort wo es mehr Cash gibt, halt die Länder die beim Studium sparen und lieber abwerben. Vielleicht sollten wir das auch so machen und die Studienplätze drastisch reduzieren? Da wäre endlich vorbei mit den Massenbetrieb und wir können neue Ärzte einkaufen aus Ländern denen es noch beschissener geht.
    Das Studium und das Thema Medizin sind spannend und als Beruf toll, nur leider nicht mehr unter den Bedingungen die mittlerweile in Deutschland herrschen. So gehen die Studenten nach Ihrer Weiterbildung dorthin, wo eine Berufsausübung ohne den täglichen Kübel Gossip möglich ist. Diese Wahl schleßt Deutschland aus.
  5. #14

    .

    Zitat von nocure Beitrag anzeigen
    Das Studium und das Thema Medizin sind spannend und als Beruf toll, nur leider nicht mehr unter den Bedingungen die mittlerweile in Deutschland herrschen. So gehen die Studenten nach Ihrer Weiterbildung dorthin, wo eine Berufsausübung ohne den täglichen Kübel Gossip möglich ist. Diese Wahl schleßt Deutschland aus.
    Und was ist das Problem?
    Gehen Sie einfach ins Ausland, in Deutschland gibt es eh zu viele Ärzte.
    Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit russischen Ärzten gemacht, und auch schon schlechte mit deutschen Ärzten.
    Das lässt sich nicht verallgemeinern
  6. #15

    Super !

    Also das der NC absolut KEINE aussage hat ueber die qualitaet eines menschen im medizinstudium(oder als Arzt) muss doch wirklich nich diskuttiert werden hier ...

    Ich selber mit gluecklichem abi von 3,3 hab direkt nach meinem zivi im Kkhaus einen studienplatz in Holland bekommen (englisher studiengang,1700 pro jahr).

    Ich habe mich natuerlich aus dem unglaublich stupiden deutschen NC system enthalten da ich es fuer aboslut mist halte (kosteneffektiv aber natuerlich typisch deutschland nich sehr effizient,langzeitlich)

    Ich und meine studienkollegen hier werden nich nach noten ausgesucht sondern mit einem langen test-tag ausgewaehlt mit interviews,rollenspiele,tests,vorlesungen und anschliessenden tests etc etc. es zaehlt persoehnlichkeit,charakter - natuerlich sehr subjektive faktoren aber das konzept stimmt.
    Alle meiner kollegen hier haben kein < 1,5 abi und sind sehr gute studenten ! Natuerlich kann man Dland und NL nicht vergleichen (wir sind hier mit 60studenten und lernen in kleingruppen je 8-9studenten - jede kleingruppe hat 1-2 proff. immer verfuegbar. Es kommen abends noch mails von proffesoren zurueck etc.etc)

    Ich denke dass Dland sich das debakel (aerzteschwund etc etc) selbst verschuldet hat und durch die aktuelle situation will keiner hier gern arbeiten.


    Und was is das fuer eine dumme aussage dass einige reiche eltern ihre kinder am NC vorbeischleusen. Erstens wenn du reich bist und dein kind ein schlechtes abi hat wuerdest du es auch nach rumaenien schicken und nich sagen "pech gehabt haettest dich mal mehr angestrengt" zweitens gibt es sehr viele moeglichkeiten so ein studium zu finanzieren (jobs,bafoeg,darlehen etc etc)
    naja gut wenn man ne schachtel kippen pro tag raucht braucht man sich nich wundern wenn fuer das kind 150euro im monat fehlen :)
  7. #16

    Ärztehass

    Eigentlich möchte ich ja in Deutschland bleiben. Aber bei dem widerwärtigen Hass den Ärzte in Internetforen erleben überlege ich nun wirklich irgendwo im Ausland zu arbeiten (Skandinavien, USA, arabische Länder). Übrigens besonders bewundernswert im Anonymen über diejenigen zu lästern, die einem selbst und den Verwandten tagtäglich das Leben retten. Nicht wenige fantasieren jetzt schon darüber die Leibeigenschaft für Ärzte einzuführen.
    Dann aber erinnere ich mich wieder daran dass dieser ganze Tratsch in der Regel nur von frustrierten Akademikern stammt, die selbst arbeitlos sind und mit Neid und Missgunst über den Zaun schauen und sich einen Freizeitsport daraus machen den Advocatus Diaboli im Anonymen zu spielen- übrigens ein ziemlich erbärmliches Hobby. Ich schätze dass der normale Bürger die Arbeit der Ärzte mehr wert schätzt als Andere.
    Was sollen diese ganzen Diskussionen über die Gehälter der Ärzte? Dann privatisiert doch das Hochschulwesen und das Gesundheitswesen. Warum vertrauen wir nicht einfach auf die Gerechtigkeit von Angebot und Nachfrage? Wahrscheinlich würden die Gesundheitskosten dann aber steigen und Ärzte in der Folge auch mehr verdienen.
    Ärzte verdienen ihr Gehalt nicht? Ich habe bei einem Unfallchirurgen famuliert. Zusammen haben wir zehn Stunden am Tag im OP gestanden ohne uns auch nur einmal hinzusetzen und eine Endoprothese, einen Gamma-Nagel nach dem Anderen in den Hüftknochen gesetzt. Ich war unglaublich beeindruckt davon wie ein Mann im hohen Alter noch in der Lage war diesen Knochenjob jeden Tag zu leisten.
    Man kann gerne darüber diskutieren was man am Gesundheitswesen verbessern kann, aber diese ätzende Gehässigkeit, dieser Hass mit dem die Menschen den Leistungsträgern dieser Gesellschaft begegnen wird dieses Land noch irgendwann zugrunde richten. Ein brain drain ins Ausland findet übrigens nicht nur bei Ärzten, sondern auch bei anderen Berufsgruppen, v.A. den Ingenieuren in teilweise sogar viel stärkerem Maße statt.
  8. #17

    Daumen hoch

    Zitat von BuenaBanana Beitrag anzeigen
    Eigentlich möchte ich ja in Deutschland bleiben. Aber bei dem widerwärtigen Hass den Ärzte in Internetforen erleben überlege ich nun wirklich irgendwo im Ausland zu arbeiten (Skandinavien, USA, arabische Länder). Übrigens besonders bewundernswert im Anonymen über diejenigen zu lästern, die einem selbst und den Verwandten tagtäglich das Leben retten. Nicht wenige fantasieren.....
    Tja, so mancher wünscht den Jungärzten eine quasi Leibeigenschaft wie in der DDR incl frei verfügbare Entsendung in die entferntesten Landstriche( in Fr ist es ähnlich, da läuft dies über die Examensnote) ,meist sind dies Menschen , die aufheulen und auf ihre Grundrechte verweisen würden , würde man ihnen selbst eine ähnliche Verpflichtung auch nur vorschlagen.
    Wer fragt bei denen eigentlich nach den Ausbildungskosten, warum meinen Menschen , nur aufgrund von Studienkosten bei Medizinern auf solche Forderungen ein Recht zu besitzen?
  9. #18

    Lol

    Zitat von messego22 Beitrag anzeigen
    Kein gutes Licht auf den Idealismus zumindest eines Teils der Berufsgruppe wirft in der Tat der Umstand, dass sich
    ein Großteil der bundesweit eigentlich zahlreich und staatlich hochsubventioniert ausgebildeten "Medizinmänner und -Frauen" zu schade zu sein scheint dort zu arbeiten, wo sie gebraucht werden, z.B. als Landarzt im Osten.
    Übrigens werden hierzulande neuerdings wegen des Landarztmangels Med-Studenten mit einem Stipendium (ca. 500 Euro monatlich) geködert, die sich zur vorübergehenden Landarzttätikeit in MV verpflichten. Könnte das "angehende Ärztevolk" dies nicht auch ohne Zuschüsse tun?
    Schon wieder so ein "Schlauer", wir sollen quasi nur aus Empathie und Altruismus in den Nordosten verpflichtet werden, selbst die 500 Euro gönnen sie denen nicht...
    Darf ich fragen ,was Sie beruflich so treiben und ob Sie sich auch einfach so "verpflichten" lassen würden?
    Bei den Hartz IV Empfängern heulte die gesamte Republik auf, als solche Pläne zur Entsendung in weit entfernte Regionen auf freie Stellen mal verlautbar wurden, bei uns Medizinstudenten ist es aber scheinbar in Ordnung.

    Wissen Sie, ich habe letzten Herbst solche Stellenangebote an unseren Hörsälen vor einer Klausur angepinnt gesehen, eine Klinik in NVP suchte gleich vier Ärzte aller möglichen Fachrichtungen.. das kann Anklam , Ückermünde oder Wolgast gewesen sein.

    Und ?
    Ich würde trotzdem nicht dort hingehen ...es ist nicht nur die Lebensqualität, da mache ich gerne Abstriche,aber die sollen erstmal ihr Problem mit den Rechtsradikalen in den Griff bekommen, die dort, ausserhalb der Grosstädte, inzwischen die heimliche Instanz darstellen.Das haben sie jahrelang versäumt und weggeschaut und jetzt reiben sie sich verwundert die Augen, wenn in Anklam die NPD eine Immobilie nach der anderen erwirbt, darunter etliche Firmen.

    Mein Verlobter ist Franzose, man sieht ihm seine Vorfahren aus dem Midi an ,er sieht sehr mediterran aus.

    Meinen Sie, ich würde freiwillig sein Leben oder seine Gesundheit gefährden und dorthin gehen ,wo der Rechtsradikalismus salonfähig ist und die Leute vor Hass gegenüber anderen nur so triefen, das interessiert die doch nicht,dass er der Partner der dringend benötigten Assistenzärztin ist...
  10. #19

    mag teilweise stimmen

    Zitat von Etienne LM Beitrag anzeigen
    Der Staat soll das Studium bezahlen, damit die jungen Ärzte dann nach Kanada und zu Ärzten ohne Grenzen abwandern können.

    Überhaupt fehlt hier jeglicher kritische Blick - wo kommt das Geld für das Studium denn her? Bei mir bleibt der ungute Nachgeschmack, dass sich hier ein paar Kinder wohlhabender Eltern am NC vorbei zum Ärzteberuf kaufen.
    Was an Sich nicht verwerflich ist, aber muss man dafür Werbung machen?
    aber nicht immer, 2700 Euro /Jahr kann auch eine Mittelstandsfamilie i d R aufbringen, schauen sie sich mal die Studiengebühren einiger Bundesländer an, die sind nicht weit davon entfernt.

    Z dem Staat ,der das Studium bezahlt:tja, da waren Sie und die anderen Deutschen verwöhnt, dass die Mediziner im Ggensatz zu anderen akademischen Berufsgruppen trotz mörderischer Arbeitsbedingúngen Jahrzehnte lang standorttreu waren- seit ca 10 Jahren sieht es erst anders aus.
    Fragen Sie bei den international tätigen Ökonomen heimischer Ausbildung auch den den Kosten von deren Studium?








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