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Medizinische Versorgung: Krankenkassen sparen an Brustkrebs-Patientinnen

Diagnose Brustkrebs, der Knoten wird entfernt - und tags darauf wird die Patientin schon nach Hause geschickt: Immer häufiger akzeptieren Kassen nicht die festgelegten Pauschalen für einen Klinikaufenthalt nach der OP. Ärzte fürchten, dass durch die Kürzungen die Versorgung der Frauen in Gefahr ist.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-858517.html
  1. #1

    Wozu haben wir Sozialgerichte?

    Gegen die Arroganz der Krankenkassen, die das Geld lieber zur Alimentierung ihres Bonzenapparates und des Bauchtanzes verschleudern, gibt es ein Mittel: Sozialgerichte! Wenn ihr als Krankenhausträger und Behandler Anstand und Ethos noch nicht abgelegt hat, dann wehrt Euch in jedem Einzelfall von Kürzungen dieser Art! Lasst Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen hageln! Erarbeitet valide Aussagen über die Schadensverläufe, die infolge der Kürzungen entstehen! Und der Fluch der betroffenen Frauen und ihrer Familien soll die Verantwortlichen so treffen, dass sie selber mit der Diagnose "Krebs" ins Krankenhaus eingewiesen werden.
  2. #2

    Die Kassen zahlen nur Industrie-Medizin

    Der GKV-Spitzenverband fordert, gestützt auf sein Prognos-Gutachten, von Ärzten, die "Produktivität" jährlich um 1,5 % zu erhöhen und zusätzlich, die "Stückkosten" zu senken unter dem Verweis auf §12 SGB V, wonach der Patient keinen Anspruch auf "gute", sondern nur "ausreichende" Behandlung habe. Als Konsequenz ist für Produktivitätshemmnisse wie "Psychologie" künftig kein Raum mehr. Aber nur, damit die Gehälter der 200 GKV-Geschäftsführer den Anschluß an Banker-Gehälter nicht verlieren und der Verwaltungswasserkopf den GKV-Kassen erhalten bleibt. Die "psychologische Betreuung" übernimmt demnächst der Sachbearbeiter der GKV-Kasse. Ärzte sind schließlich nur noch "Leistungserbringer" für von der GKV definierte Leistungen!
    Dr. Christian Wittig
    Düsseldorf
  3. #3

    Mediz. Dienste

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Diagnose Brustkrebs, der Knoten wird entfernt - und tags darauf wird die Patientin schon nach Hause geschickt: Immer häufiger akzeptieren Kassen nicht die festgelegten Pauschalen für einen Klinikaufenthalt nach der OP. Ärzte fürchten, dass durch die Kürzungen die Versorgung der Frauen in Gefahr ist.

    Brustkrebs: Krankenkassen sparen an Patientinnen - SPIEGEL ONLINE
    6 Monate physiologische Therapie ambulant - austherapiert ohne Erfolg.
    Antrag offene Badekur durch Med. Dienst abgelehnt. Grund: Kann ambulant therapiert werden.
    (echte Schlauberger!)
    2 Wochen Therapie im Thermalbad ohne Hilfe der BEK - Schultergelenk ok. Und das auch nach 3 Jahren.
    Schoten dieses Kalibers finden sich in Massen.
  4. #4

    Witz

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Diagnose Brustkrebs, der Knoten wird entfernt - und tags darauf wird die Patientin schon nach Hause geschickt: Immer häufiger akzeptieren Kassen nicht die festgelegten Pauschalen für einen Klinikaufenthalt nach der OP. Ärzte fürchten, dass durch die Kürzungen die Versorgung der Frauen in Gefahr ist.

    Brustkrebs: Krankenkassen sparen an Patientinnen - SPIEGEL ONLINE
    Dieser Artikel ist wieder mal an Ignoranz der Realität nicht zu überbieten. Wenn irgendwo gespart wird, dann bei der Vorsorge der Männer! Dort wird nur ein Bruchteil der Ausgaben generiert im Vergleich zu Frauen. Und falls es sich noch nicht herumgesprochen haben sollte: Männer leben im Schnitt 7 Jahre weniger als Frauen!
  5. #5

    Kassen sitzen auf Milliarden !

    Lieber Prämienzahlungen für Vorstände, als Versorgung von Kranken .
  6. #6

    Entmenschlichung

    Die Krankenkassen kommen schlicht ihrem Auftrag nicht nach. Es wird nicht zu Gunsten der Menschen gearbeitet sondern nur zu Gunsten der eigenen Kostenstelle.

    Meine Mutter hat gerade eine 3wöchige Kur hinter sich gebracht, in der die eigentlich für sie wichtigen Behandlungen wie Massagen viel zu kurz kamen. Die Kurkliniken bekommen eine Pauschale gezahlt und machen mit diesem Geld Standardprogramme; auf individuelle Fälle wird nicht ausreichend eingegangen.

    Vom ersten Antrag für die Kur bis zur Antritt vergingen darüber hinaus 15 Monate, weil die Kranakenkasse pauschal alle Fakten ignoriert hat und erst durch das Sozialgericht gezwungen wurde, die Kur zu bezahlen. In dieser Zeit haben sich die Beschwerden meiner Mutter erheblich verschlechtert.
    Auf lange Sicht spart man sicher kein Geld, wenn man der Gesundheit der Versicherten dermaßen schadet. Aber ist ja egal, es kommt ja nur auf die Jahresbilanz an.
  7. #7

    Das hat System!

    Es werden nämlich nicht nur vom MDK (sogenannter 'Medizinischer Dienst der Krankenkassen', der aber lediglich ausführendes Organ eben jener ist: wes Brot ich ess, des Lied ich sing) rückwirkend (!) Behandlungstage im stationären Bereich gestrichen: zum Schaden der Versicherten.
    Zunehmend beobachten wir, dass auch im ambulanten Bereich von der GKV auf ihre eigenen Versicherten ein massiver Druck ausgeübt wird: so werden arbeitsunfähig erkrankte Versicherte von Sachbearbeitern ihrer Versicherung zuhause angerufen. Dann werden Sie ueber ihre Erkrankung ausgefragt, über ihre Symptome, wie lange sie noch krank sind usw. Dieses unter Umgehung des behandelnden Arztes. Ich kann diese Fälle aus meiner Praxis belegen für die AOK, DAK, BEK, TK und BKKen. Die Versicherten werden von ihren Kassen nicht nur einmal angerufen, sondern mehrfach. Sie werden entgegen den im Sozialgesetzbuch eindeutig geregelten Vorgehensweisen von ihrer KK gedrängt, zB dazu ihren Job zu kündigen und in den Arbeitslosengeldbezug zu gehen (Pat. mit sog. Burn-Out), sie werden dazu gedrängt, wieder arbeiten zu gehen, egal wie weit der Heilungsprozess fortgeschritten ist unter Androhung, kein Krankengeld mehr zu bekommen. Sie werden dazu gedrängt, sich berenten zu lassen usw usw. Alles belegte Fälle allein zB aus Hannover.
    Nur unter zT. massivem Einsatz des behandelnden Arztes mit mehreren Schreiben an die Geschäftsführung der AOK bspw. liess sich ein rechtswidriger Stop einer Krankengeldzahlung verhindern. Eigentlich ein Fall fürs Sozialgericht: aber welcher erkrankte Versicherte hat soviel Erspartes, um einen 2-3 jährigen Prozess vor dem Sozialgericht durch zu stehen? Darauf setzen die GKV-Kassen...
  8. #8

    Spitze des Eisberges

    sind in den beschriebenen Fällen die Patientinnen mit Mammacarcinom betroffen so handelt es sich doch tatsächlich nur um diese eine Diagnose und in Wirklichkeit um die Spitze eines Eisberges, denn natürlich sind nicht nur diese Patientinnen besonders betreuungswürdig. Vergleichbares ist über andere Fachdisziplinen und andere Gruppen mit speziellem Betreuungsbedarf (geriatrische Patienten, Alleinstehende, etc.) zu berichten.

    Das rein kaufmännische Prinzip, nach dem die Krankenkassen hier verfahren ist immer das gleiche: die Leistungserbringer treten in Vorlage und halten sich an medizinische, von Fachgesellschaften festgelegte Standards, wenn sie einen Patienten nicht "noch blutig" am Abend der OP aus der Klinik entlassen. Das medizinische und forensische Risiko tragen die Kliniken ohnehin ganz selbst. Erst Monate nachdem diese Leistungen sachgerecht erbracht wurden kommt der MDK mit klarem Auftrag der Krankenkassen und beurteilt den finanziellen Kürzungsspielraum nach Aktenlage. Die Vergütung für erbrachte Leistung wird in Folge dieser "Begutachtung" nur zu einem Bruchteil bezahlt und in Folge sehr zügig durch Abschläge mit der Vergütung aktueller Leistungen verrechnet. Wenn man weiß, wie knapp die Vergütungsmargen für Krankenhäuser sind und wie lange in Deutschland Sozialgerichtsverfahren dauern hilft es auch nicht, die Krankenhäuser auf den Rechtsweg zu verweisen denn das ist ein zahnloser Tiger. Während die Krankenhäuser irgendwie mit den gekürzten Erlösen zurechtkommen müssen streichen die Krankenkassen die Zinsgewinne der einbehaltenen Vergütungen ein. Kein Krankenhaus kann nach diesem Prinzip wirtschaften und somit entwickelt sich auch ein negativer Effekt für die Versorgung der Patienten: wenn ein Krankenhaus kaufmännische Verluste bei der Behandlung bestimmter Krankheitsbilder fürchten muss wird es Mittel und Wege finden, diese Leistungen prompt nicht mehr anzubieten, ein Effekt, der den Krankenkassen wiederum in die Hände spielt, denn keine Behandlung ist billiger als die, die nicht mehr stattfindet.
  9. #9

    Gleichberechtigung

    Solange auch nur ein Euro mehr für Vorsorge von Frauen ausgegeben wird, als für Männer, besteht überhaupt kein Anlass hier auch nur ein einziges Wort über angebliches Sparen an Frauen zu schreiben. Derzeit verursachen Frauen wesentlich höhere Ausgaben bei Forschung, Vorsorge und Behandlung. Geradezu absurd ist angesichts der Tatsachen dieser typische Artikel.


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