dapdDie medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) macht vielen Autofahrern Angst. Das Verfahren beim so genannten Idiotentest gilt als undurchsichtig und willkürlich. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will das nun ändern.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...824471,00.html
würde ich ihn ihm wegnehmen. Wenn von 18 auf 8 eine Vereinfachung darstellen soll, warum dann nicht komplet vereinfachen auf 1? Schon ab einem Vergehen - weg der Führerschein. Und die mehr als 700 EUR Zahlung für den Idiotentest sind ne frechheit. BTW: ich habe bisher noch gar keinen Punkt geschenkt bekommen und ich fahre seit 1998.
Wäre im Sinne der Prävention bei manchen Verkehrsteilnehmern sicher sinnvoll, ganz nach dem Motto "Wehret den Anfängen!". ;-)
Ich verstehe aber die fast schon hysterischen Debatten dazu nicht: wer sich an die Verkehrsregeln hält, kassiert keine Punkte (oder durch unglückliche Umstände vielleicht mal einen oder zwei in seinem Autofahrerleben). Wo liegt also das Problem? Das Problem liegt in Leuten, die ein Problem mit der Einhaltung von Regeln haben, die für alle gleichermaßen gelten.
Wie obrigkeitshörig muss man eigentlich für Sätze wie "Haltet euch einfach an alle Gesetze dann bekommt ihr keinen Punkt" sein?
Wahrscheinlich bekommt man das auch in Zukunft zu hören, wenn - bei wieder verschärften Gesetzen - der Führerschein dann wegen so "schlimmer" Vergehen, wie dem Fahren mit einem geliehenen Auto ohne grünen Punkt auf der Scheibe in eine Umweltzone, wegen Fahrradfahrens ohne Fahrradhelm oder weil man betrunken als Fußgänger in der Fußgängerzone angetroffen wurde weg ist.
Das Verfahren der Mpu dürfte wohl die einzige Vor- und Mehrfachverurteilung in unserem Rechtssystem sein, die gross niemanden interressiert.Ausser, die davon Betroffenen natürlich.Willkürliche Abstinenz- und Nachweisforderungen. Regeln, die im Nachhinein festgelegt werden(für Sucht, Missbrauch oder Ausnahme gibt es keine festen, wissenschaftlich haltbaren Kriterien).Freie Preisgestaltung für Privatfirmen, die die Abstinenznachweise anbieten.Unkonntrollierte MPU Hilfe Firmen, die natürlich von ebendiesen Verkehrspsychologen vor oder nach Eintritt in eine Begutachtungsstelle betrieben werden.
Keinerlei Einspruchs- und Widerspruchsrecht.Ein Gutachten kann in keinem zeitlich sinnvollem Rahmen angefochten werden und bei negativem Gutachten muss der Kunde halt nochmal kommen-- und bezahlen natürlich.Unabhängige Tests unmöglich- man kann nicht einfach eine MPU machen, wenn man will, das geht nur,wenn die Führerscheinstelle, die Akten mit einem entsprechenden Verstoss an eine Begutachtungsstelle gesendet hat. Die Richtlinien werden von den (hauptsächlich bei Dekra und Tüv) beschäftigten Verkehrspsychologen mitbestimmt. Und wer legt sich schon mit diesen gut organisierten und vertretenen Firmen an?
Und das alles ist nur möglich-weil es ja keine Strafe ist den Führerschein nicht wiederzubekommen oder neu erwerben zu können.Was ein Blödsinn, natürlich ist das eine Strafe, eine ganz erhebliche sogar. Arbeit, Familienunterhalt, die von unserer Frau BK geforderte Mobilität und Flexibilität ist ohne kaum möglich. Irgendeine Gewissheit oder Perspektive- bei Einhaltung harter, bzw.nachvollziehbarer Regeln den Führerschein wieder zu bekommen-leider Null. Die Firmen die wirtschaftlich von einem Nichtbestehen profitieren legen die Regeln fest und zwar ohne jede persönliche oder wirtschaftliche Verantwortlichkeit.
Ein Staat der so etwas in seinem Rechtssystem zulässt, hat kein Recht, sich Rechtsstaat zu nennen. Das würde man eher in einer Diktatur oder Kleptokratie vermuten.